Posts Tagged ‘YouTube

03
Mai
19

Der Weg zur Musikstreamingökonomie: Skandinavien – Teil 1

Es ist kein Zufall, dass Spotify am Höhepunkt des Prozesses gegen The Pirate Bay in Schweden 2008 seinen Betrieb aufnahm. Spotify wurde von seinen Gründern öffentlichkeitswirksam als legale Alternative zum Filesharing präsentiert und Schweden war noch dazu der perfekte Testmarkt für ein solches Freemium-Service. Schwedens Nachbar Norwegen war in einer ähnlichen Position: eine wohlhabende Bevölkerung, ein weit fortgeschrittener Breitband-Internetausbau, eine hohe Smartphone-Marktdurchdringung und eine große Affinität zur Musik. Deshalb gründete im Februar 2010 der schwedische Entertainment-Konzern Aspiro gemeinsam mit dem norwegischen Telekommunikationsriesen Telenor und dem Musikeinzelhändler Platekompaniet in Norwegen den Musikstreamingdienst WiMP (das spätere TIDAL). Zwei Monate später nahm WiMP auch in Dänemark seine Geschäftstätigkeit auf.[1] Davor hatte bereits im Dezember 2009 das dänische Telekommunikationsunternehmen TDC in Kooperation mit 24-7 Entertainment zu seinem bereits bestehenden Download-Service TDC-Play ein Streamingangebot hinzugefügt,[2] das heute unter YouSee Musik immer noch verfügbar ist. Es waren also alle drei skandinavischen Länder – Dänemark, Norwegen und Schweden – Pioniere der Streamingökonomie. Finnland, der vierte im Bunde, hatte noch Aufholbedarf, war aber 2017 genauso gestreamlined wie seine westlichen Nachbarn.

 

Abbildung 1: Der globale phonografische Market 2017 nach digitalen Marktanteilen

Quelle: Eigene Darstellung nach IFPI Global Music Report 2018.

 

In dieser Serie von Blogbeiträgen wird erläutert, wie die skandinavischen Staaten zu Pionieren der Musikstreamingökonomie werden konnten, indem die Hintergründe dieser Entwicklung genauer beleuchtet werden.

Weiterlesen ‚Der Weg zur Musikstreamingökonomie: Skandinavien – Teil 1‘

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25
Aug
17

Die Ökonomie des Musikstreamings: SoundCloud

Die Ökonomie des Musikstreamings: SoundCloud

Die Serie zur Ökonomie des Musikstreamings, die mit einem Blogpost über Spotify ihren Anfang nahm, wird nun mit der Fallstudie über SoundCloud fortgesetzt. Die in Berlin ansässige Firma macht derzeit aufgrund wirtschaftlicher Turbulenzen Schlagzeilen. Nachdem Anfang Juli 2017 rund 40 Prozent der Belegschaft gekündigt und die Niederlassungen in London und San Francisco geschlossen werden mussten,[1] konnte lediglich ein Verkauf der Mehrheitsanteile an zwei Investmentfonds das finanzielle Aus abwenden.[2] Wie es soweit kommen konnte und welche Rolle SoundCloud im hart umkämpften Musikstreaming-Markt einnimmt, soll in weiterer Folge genauer untersucht werden. Weiterlesen ‚Die Ökonomie des Musikstreamings: SoundCloud‘

19
Jul
15

Musikstreaming 2014 – das Problem der Einnahmenverteilung

Die Rethink Music Initiative hat vor Kurzem den Bericht „Fair Music: Transparency and Money Flows in the Music Industry“ publiziert, in dem die verschiedenen Barrieren im Geldfluss zu den KünstlerInnen im Musikbusiness aufgezeigt werden: „[O]nly a small proportion of the money beyond the initial recording advances ultimately makes its way to artists as ongoing revenue.“ (Rethink Music, 2015: 3). Das digitale Musikgeschäft erweist sich dabei als besonders intransparent. Und was das Musikstreaming betrifft, so sind die KünstlerInnen besonders skeptisch bezüglich der Verteilung der Einnahmen unter den verschiedenen Anspruchsberechtigten. Auf Basis der Erkenntnisse des Rethink Music-Berichts, wird nun in weiterer Folge die Struktur der Einnahmenverteilung und das dahinter stehende Geschäftsmodell genauer beleuchtet.

Weiterlesen ‚Musikstreaming 2014 – das Problem der Einnahmenverteilung‘

30
Jun
15

Musikstreaming 2014 – eine internationale Marktanalyse

Das Geschäft mit dem Musikstreaming boomt – nicht zuletzt durch den internationalen Lauch von Apple Music am heutigen Tag. Aber bereits im aktuellen IFPI-Bericht „Recording Industry in Numbers 2014“ wird die IFPI-Geschäftsführerin Frances Moore mit den Worten zitiert: „Streaming is now a mainstream part of the modern music industry.“ (IFPI 2015: 5) Zur Bestätigung dafür kann die Statistik strapaziert werden. So stiegen die Einnahmen von Streaming-Abo-Angeboten um 39 Prozent und jene von werbefinanzierten Plattformen um 38,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 2014 ist der globale Musikstreaming-Markt (Abo- und werbefinanziert) mit einem Volumen von US $2,2 Mrd. erstmals größer als der Markt für Singletrack-Downloads (IFPI 2015: 9). Musikstreaming ist bereits für fast ein Drittel aller weltweit getätigten Umsätze der phonografischen Industrie verantwortlich. Allerdings gibt es merkliche Unterschiede zwischen den Ländern. Während in Schweden der Anteil von Musikstreaming bereits um die 70 Prozent des gesamten phonografischen Marktes ausmacht, sind es in Deutschland lediglich 6,3 Prozent. In Japan, dem immerhin zweitgrößten Musikmarkt der Welt, hat Musikstreaming überhaupt erst einen Anteil von gerade einmal 3,2 Prozent.

In weiterer Folge soll nun die wirtschaftliche Relevanz von Musikstreaming im internationalen Vergleich untersucht werden. Weiterlesen ‚Musikstreaming 2014 – eine internationale Marktanalyse‘

26
Feb
15

YouTube – 10 Jahre Verlustgeschäft

Das Wall Street Journal zitierte in einem vor Kurzem erschienen Bericht einen Unternehmensinsider, dass YouTube 2014 zwar US $4 Mrd. an Umsatz für die Konzernmutter Google Inc. generierte, aber keinen Beitrag zum Konzerngewinn leisten konnte. Mit anderen Worten: YouTube schreibt 10 Jahre nach seiner Gründung im Februar 2005 immer noch keine Gewinne. Für Google hat sich also der Kauf von YouTube im Jahr 2006 um US $1,65 Mrd. alles andere als gerechnet. Warum das so ist, soll in weiterer Folge kurz analysiert werden.

Weiterlesen ‚YouTube – 10 Jahre Verlustgeschäft‘

01
Dez
14

Musikwirtschafts-Jour-fixe am 1.12.2014: Digital Distribution with Online Marketing Tools, Real Time Sales & Streaming Analytics, Social Media Monitor & YouTube Monetization

Am Di., 1. Dezember 2014 findet ab 17:30 am Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft (IKM) der nächste Musikwirtschafts-Jour-fixe statt. Oliver Sittl, Senior A&R und Region Manager von Believe Digital wird zum Thema „Digital Distribution with Online Marketing Tools, Real Time Sales & Streaming Analytics, Social Media Monitor & YouTube Monetization“ referieren und darüber diskutieren.

 

22
Apr
14

Wie böse ist YouTube?

 

Es gibt mittlerweile zahlreiche Studien, die hier im Blog auch ausführlich besprochen wurden, darüber, wie schädlich oder unschädlich Filesharing für die Musikverkäufe ist. Ein klares Fazit aus wissenschaftlicher Sicht kann aber immer noch nicht gezogen werden. Nun legen R. Scott Hiller von der Fairfield University und Jin-Hyuk Kim von der University of Colorado Boulder eine erste Studie vor, wie sich das weitverbreitet Musikvideo-Streaming über YouTube in den USA auf die dortigen Albenverkäufe ausgewirkt hat. Sie beobachteten dabei, wie sich der vorübergehende Boykott, den die Warner Music Group über YouTube nach gescheiterten Lizenverhandlungen zwischen Anfang Januar und Ende September 2009 verhängt hat, auf die Verkäufe von Alben jener Warner-KünstlerInnen ausgewirkt hat, die in diesem Zeitraum in den Billboard 200 Albencharts vertreten waren. Das Ergebnis scheint eindeutig zu sein: Warner konnte durchschnittlich 10.000 Stück pro Hit-Album mehr pro Woche verkaufen als die Konkurrenten, die ihr Repertoire weiterhin auf YouTube verfügbar gemacht hatten. Zudem hat der Warner-Boykott keinerlei statistisch signifikante Auswirkungen auf das Suchverhalten der Fans auf Google gezeitigt, was die Autoren zu Schluss veranlassen, dass es keine positiven Sampling- bzw. Promotionseffekt von YouTube gibt.

Wie diese Ergebnisse zustande kommen und was von ihnen zu halten ist, möchte in weiterer Folge genauer untersuchen.

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