Posts Tagged ‘UMG

02
Jul
18

Musik-Majors in der Streaming-Ökonomie: Universal Music Group

Vivendi, die Muttergesellschaft der Universal Music Group, wälzt Pläne, das weltweit größte Unternehmen der phonografischen Industrie an die Börse zu bringen bzw. zu verkaufen. Es ist kein Zufall, dass der französische Medien- und Telekommunikationskonzern einen solchen strategischen Schritt erwägt. Der Börsengang von Spotify Anfang April dieses Jahres war ein finanzieller Erfolg und es scheint, als ob Investoren derzeit in Musik ein gutes Investment sehen. Das Börsenumfeld ist zudem aktuell sehr positiv und die Universal Music Group (UMG) war in den letzten Jahren wirtschaftlich sehr erfolgreich, was vor allem auf die stark steigenden Umsätze von Musikstreaming zurückzuführen ist. Im Jahresbericht für 2017 weist die UMG einen Gesamtumsatz von € 5,67 Mrd. (+ 25 Prozent verglichen mit 2012) und einen Gewinn (gemessen als EBITA) von € 761 Mio. (+ 45 Prozent verglichen mit 2012) aus. Musikstreaming ist dabei der Hauptgrund für die Umsatz- und Gewinnzuwächse. So stiegen die Einnahmen aus dem Musikstreaming um fast 33 Prozent allein zwischen 2016 und 2017 auf € 1,97 Mrd., womit Streaming bereits ein Drittel des gesamtes Umsatzes des Konzerns 2017 ausmacht.[1] Eine vertiefende Analyse auf Basis der Auswertung der Jahresberichte von 2000-2017 zeigt, dass die UMG sich in diesem Zeitraum als Musikdienstleistungsunternehmen neu erfunden hat. Es richtet seinen Fokus nunmehr auf das Streamingbusiness, bietet aber auch Dienstleistungen an, die weit über das traditionelle Geschäftsmodell eines Unternehmens der phonografischen Industrie hinausgehen.

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03
Apr
18

Spotify geht an die Börse – eine ökonomische Hintergrundanalyse

Der 3. April 2018 ist ein historischer Markstein in der Entwicklung der digitalen Musikindustrie, wenn Spotify an diesem Tag an der New Yorker Börse gelistet und öffentlich für den Handel verfügbar sein wird. Spotifys Börsegang wird nicht nur zum Prüfstein für das Musikstreaming-Businessmodell, sondern für die gesamte Musikindustrie, die den Wachstumspfad nach langen Jahren der Rezession wieder eingeschlagen hat. Spotify ist der Liebling der großen Musikkonzerne geworden, weil das schwedische Unternehmen ein legales und bei den Musikfans beliebtes Onlinemusikangebot bietet, das über Vorschusszahlungen und Umsatzbeteiligungen einfach für die Majors zu monetarisieren ist. Es erlaubte zudem Universal & Co. zu guten Konditionen Unternehmensanteile im Tausch für Vorschussverpflichtungen zu erhalten. So kann der Wert des 5,7-Prozentanteils, den Sony Music Entertainment an Spotify hält (Spotify 2018: 148) mit US $500m bis 1.3bn veranschlagt werden.[1] Die folgende Hintergrundanalyse beleuchtet das Erfolgsmodell Spotify, zeigt aber auch potenzielle Risikofaktoren des Börsegangs auf. Der Beitrag spürt auch der Frage nach, wer nun eigentlich von Spotifys Gang an die Wall Street profitiert.

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25
Aug
17

Die Ökonomie des Musikstreamings: SoundCloud

Die Ökonomie des Musikstreamings: SoundCloud

Die Serie zur Ökonomie des Musikstreamings, die mit einem Blogpost über Spotify ihren Anfang nahm, wird nun mit der Fallstudie über SoundCloud fortgesetzt. Die in Berlin ansässige Firma macht derzeit aufgrund wirtschaftlicher Turbulenzen Schlagzeilen. Nachdem Anfang Juli 2017 rund 40 Prozent der Belegschaft gekündigt und die Niederlassungen in London und San Francisco geschlossen werden mussten,[1] konnte lediglich ein Verkauf der Mehrheitsanteile an zwei Investmentfonds das finanzielle Aus abwenden.[2] Wie es soweit kommen konnte und welche Rolle SoundCloud im hart umkämpften Musikstreaming-Markt einnimmt, soll in weiterer Folge genauer untersucht werden. Weiterlesen ‚Die Ökonomie des Musikstreamings: SoundCloud‘

08
Dez
14

Der Kampf der Musikindustrie gegen Filesharing & Co. – Teil 12: Schlussfolgerungen

Ziemlich genau vor 15 Jahren hat die erste Musiktauschbörse, Napster, zu ihrem Höhenflug angesetzt und die VertreterInnen der phonografischen Industrie in Angst und Schrecken versetzt (Geschichte von Napster Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4 und Teil 5). In dieser Blog-Serie möchte ich allerdings die Geschichte des Kampfes der Musik- und Filmindustrie gegen Filesharing, Filehosting und das Usenet in der Nachfolge von Napster in ausführlichen Beiträgen nachzeichnen. Dabei wird sichtbar, welche Strategie die Industrieverbände dabei eingeschlagen und welchen Erfolg sie dabei hatten. Es wird aber auch gezeigt, wie sich die Rechtsprechung in den USA und in Europa über die Zeit hinweg geändert hat und welche zusätzlichen legistischen Maßnahmen dagegen getroffen wurden. Insgesamt entsteht ein Bild eines “Wettrüstens” zwischen Unterhaltungsindustrien und Softwareanbietern, die die Verbreitung urheberrechtlich geschützter Mediendateien ermöglichen.

Im zwölften und letzten Teil der Serie werden die Schlussfolgerungen aus den elf dokumentierten Fällen gezogen und die Strategie der Musikindustrie im Kampf gegen Filesharing & Co. noch einmal ausführlich analysiert.

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30
Aug
13

Is Streaming the Next Big Thing? – Die Label-Perspektive

Der Vorsitzende der britischen Beggars Group, Martin Mills, gab jüngst in einem Interview für den Guardian zu Protokoll, dass 2012 „(…) 22% of the label group’s digital revenues came from streaming – and that the majority of its artists earn more now from track streams than track downloads.“. Obwohl keine Absolutwerte genannt wurden, kann dennoch davon ausgegangen werden, dass die Einnahmen der Labelgruppe aus dem Streaminggeschäft angesichts eines Künstlerrosters mit Adele, Jack White und The xx beachtlich sind.

In einer Mitgliederbefragung der weltweit agierenden Lizenzierungsagentur Merlin, die mehr als 20.000 Indie-Label wie z.B. Beggars Group/XL Recordings, Rough Trade, Naïve, Tommy Boy, Cooking Vinyl und Naxos vertritt, zeigt auf, dass „92% of respondents saw streaming and subscription revenues grow between 2011 and 2012, with a third enjoying increases of more than 100%“, wie die britische Branchenzeitschrift Musicweek kürzlich berichtete. In derselben Studie wird zudem gezeigt, dass 24% der Indies 2012 bereits mehr Einnahmen aus dem Streaming bezogen haben als von Musik-Downloads. Bei den europäischen Indies waren es sogar 30%, die mehr mit Streaming als mit Downloads verdienten.

Diese Zahlen scheinen zu belegen, dass Musikstreaming für die Labels zu einer wichtigen Einnahmequelle geworden ist. In weiterer Folge soll nun das wirtschaftliche Potential von Musikstreaming und das dahinter liegende Geschäftsmodell aus Sicht der Labels genauer unter der Lupe genommen werden.

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08
Jul
13

Rezension: „Download!“ von Phil Hardy

Phil Hardy, Download-coverIn „Download! How the Internet Transformed the Record Business“ analysiert der renommierte britische Musikjournalist Phil Hardy mit größter Akribie, wie die Tonträgerkonzerne im Laufe der digitalen Revolution die Kontrolle über das Wertschöpfungsnetzwerk der Musikindustrie verloren haben. Er erzählt wie selbstbewusste wenn nicht gar arrogante Konzernmanager, die vom Boom der CD-Verkäufe in den 1990er Jahren profitierten, durch Industrie-Outsider ausgebremst wurden, die ein vollkommen neues Wertschöpfungsnetzwerk in der Musikindustrie etablierten. Und zwar in jener Industrie, die noch in den 1980er und 1990er Jahren so profitabel war, dass sich völlig branchenfremde Investoren eingekauft haben, um von den hohen Renditen zu profitieren und die nach 2000 mit stark sinkenden Absatz- und Umsatzzahlen konfrontiert, Presswerke und Vertriebsnetzwerke verkaufen und Jobs abbauen mussten, um nicht vor dem wirtschaftlichen Aus zu stehen.

„Download!“ von Phil Hardy ist also ein wichtiger Beitrag, um zu verstehen, wie das Internet und die Neuen Medien in der Musikindustrie eine „kopernikanische Wende“ ausgelöst haben, die der Autor ganz im Sinn von Thomas Kuhn als Paradigmenwechsel bezeichnet.

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