Posts Tagged ‘Tonträgerindustrie

24
Mai
17

Rezension: The Economics of Music

„The Economics of the Music“ ist das erste wissenschaftlich fundierte Lehrbuch, in dem die ökonomischen Grundlagen der Musikwirtschaft im Allgemeinen und der Musikindustrie im Besonderen abgehandelt werden. Ausgangspunkt ist die Analyse von Musik als ökonomisches Gut, das durch das Urheberrecht in seiner Nutzung geschützt wird. Kapitel 2 beschäftigt sich daher mit der Mikroökonomik der Musik, das zu „Economics of Music Copyright“ überleitet, wobei in diesem Kapitel institutionenökonomische Erklärungsansätze zur Anwendung kommen. Der Hauptteil des Buches besteht aber in der ausführlichen Analyse der unterschiedlichen Sektoren der Musikindustrie – Musikverlagswesen, phonografische Industrie, Live-Musiksektor und sekundäre Musikmärkte –, in der das Interaktionsnetzwerk in den einzelnen Sektoren und zwischen den Sektoren analysiert werden.

Den verschiedenen Arbeitsmärkten in der Musikwirtschaft ist ein eigenes Kapitel gewidmet, wobei die unterschiedlichen Einkommensströme für Musikschaffende genauer untersucht werden. In diesem Zusammenhang werden verschiedene Superstartheorien zur Erklärung der großen Einkommensungleichheiten wie auch Arbeitsmarkttheorien für den Kunst- und Kulturbereich für die Analyse fruchtbar gemacht.

Da die Digitalisierung schon früh einen massiven Einfluss auf das Musikbusiness hatte, wird diesem Thema ein eigenes Kapitel gewidmet. Darin werden die neuen Regeln, Strukturen und Prozesse, die im Zuge der digitalen Revolution entstanden sind, dargestellt und durchleuchtet werden. Neue Ansätze wie Medienkonvergenz, Disintermediation, Prosumption und Artepreneurship werden dabei erläutert und hinterfragt. Dabei schließt das letzte Kapitel zum digitalisierten Musikbusiness den Kreis zum Beginn des Buches, in dem in einer “Short Economic History of the Music Business” ein Überblick über die wirtschaftlichen Prozesse in der Musikproduktion, ‑distribution und -rezeption seit der Erfindung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert bis zur digitalen Revolution seit 2000 geboten wird.

 

Peter Tschmuck, 2017, The Economics of Music. Newcastle-upon-Tyne: Agenda Publishing.

Hardback £55.00 | $70.00 ISBN 9781911116073
Paperback £16.00 | $23.00 ISBN 9781911116080
e-book £16.00 | $23.00 ISBN 9781911116097
Buy a book copy here: Agenda Publishing

 

 
 
 
 
 

Weiterlesen ‚Rezension: The Economics of Music‘

Advertisements
26
Jan
14

Rezension: „Das Geschäft mit der Musik – Ein Insiderbericht“ von Berthold Seliger

seliger_musik_grVoriges Jahr hat Berthold Seliger seine Berliner Konzertagentur nach mehr als 25 Jahren Arbeit für renommierte MusikerInnen wie Calexico, Lambchop, Lou Reed und Patti Smith geschlossen. Nicht zuletzt weil er die herrschenden Zuständen im Musikbusiness für unerträglich hält, wie er in einem seiner letzten Rundbriefe geschrieben hat. Man kann sich daher des Eindrucks nicht erwehren, dass da jemand mit der Wut im Bauch die Entwicklungen in der Musikindustrie anprangert und dabei womöglich das eine oder andere Mal auch übers Ziel hinaus schießt. Trotz der durchaus offenen Polemik gegen so manche Akteure der Musikindustrie, ist das Buch auf weiten Strecken sachlich, und es lässt hinter die glamouröse Fassade eines immer härter werdenden Musikgeschäfts blicken. Wie diese Analyse ausgefallen ist, versuche ich nun in weiterer Folge zusammenzufassen.

Berthold Seliger, 2013, Das Geschäft mit der Musik – Ein Insiderberich. Berlin: Edition Tiamat, ISBN: 978-3-89320-180-8, EUR 18.-.

Weiterlesen ‚Rezension: „Das Geschäft mit der Musik – Ein Insiderbericht“ von Berthold Seliger‘

08
Feb
12

Peter Jenner über die digitale Revolution in der Musikindustrie und die Notwendigkeit eines ‚International Music Registry‘

Am 23. November 2011 hielt der britische Musikmanager und Musikproduzent Peter Jenner am Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien einen Vortrag über die digitale Revolution in der Musikindustrie und die daraus sich ergebende Notwendigkeit einer internationalen Datenbank für Musiklizenzen – International Music Registry. Peter Jenner war der Manager von zahlreichen Musikstars wie Pink Floyd, T Rex, Ian Dury, Roy Harper, The Clash, The Disposable Heroes of Hiphoprisy, Robyn Hitchcock, Baaba Maal and Eddi Reader (Fairground Attraction) oder Billy Bragg. Gegenwärtig betreibt er die Musikagentur Sincere Management in London, war Generalsekretär des International Music Managers‘ Forums, ist Direktor des Britischen Music Managers‘ Forums und ist Beirat der Featured Artists Coalition. Zudem ist er als Berater für die World Intellectual Property Rights Organization (WIPO) tätig, die er bei der Einrichtung eines International Music Registry unterstützt. Mehr zu diesem Projekt und dessen Hintergründe kann im folgenden Blog-Beitrag nachgelesen werden, der den einstündigen Vortrag von Peter Jenner zusammenfasst. Peter Jenner hat diesen Beitrag selbst überarbeitet und für die Veröffentlichung authorisiert.

Weiterlesen ‚Peter Jenner über die digitale Revolution in der Musikindustrie und die Notwendigkeit eines ‚International Music Registry‘‘

14
Dez
11

Musik und Werbung – Zusammenfassung des Musikwirtschafts-Jour-fixe vom 14. Dezember 2011

Am 14.12.2011 präsentierte Mag. Pinie Wang im Musikwirtschafts-Jour-fixe die zentralen Ergebnisse Ihrer Dissertation mit dem Titel „Musik und Werbung – Einfluss von Werbung und Medien auf die Entwicklung der Musikindustrie in den USA“. Sie zeigte dabei in einem historischen Exkurs, wie die Werbewirtschaft mit der Musikindustrie und den Medien seit dem späten 19. Jahrhundert eine Symbiose eingegangen war. Die Beziehung zwischen diesen drei gesellschaftlichen Systemen hat sich aber im Lauf der Zeit verändert und führte Mitte des 20. Jahrhunderts dazu, dass sich die Musikindustrie aus der Abhängigkeit der Werbewirtschaft befreien und als Tonträgerindustrie eine wirtschaftlich autarke Position einnehmen konnte. Das sich im Zuge der Rock ’n‘ Roll-Revolution ausprägende Wertschöpfungsnetzwerk hatte bis zu Beginn des Milleniums Bestand und begann sich unter dem Druck der digitalen Revolution aufzulösen. Damit ging die wirtschaftliche Autonomie der Musikindustrie verloren, deren Akteure nun wieder versuchen müssen, in Allianzen mit verschiedenen Partnern – darunter auch wieder solchen der Werbewirtschaft – Wertschöpfung zu generieren. Dabei mutiert Musik von einem Haupt- zu einem Nebenprodukt, wie das bereits vor der Rock ’n‘ Roll-Revolution der Fall war. Wie genau das vor sich gegangen ist und welche Erklärungsmodelle dafür infrage kommen, kann in einem Working Paper, das die Autorin dankenswerter Weise für den Blog zur Verfügung gestellt hat, nachgelesen werden.

Xueping Wang, „Musik und Werbung – Einfluss von Werbung und Medien auf die Entwicklung der Musikindustrie in den USA“, Working Paper, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Dezember 2011.

05
Aug
11

Die britische Musikindustrie im Überblick – Zusammenfassung der Studie ‚Adding Up the UK Music Industry‘

Will Page und Chris Carey von der britischen Musikverwertungsgesellschaft PRS for Music haben nun schon zum dritten Mal einen Gesamtüberblick über die Musikindustrie des Vereinigten Königreichs unter dem Titel “Adding Up the UK Music Industry 2010” abgeliefert. Darin zeigen sie, dass die gesamten Einnahmen der britischen Musikindustrie um 4,8% von £3,964 Mrd. auf £3,775 Mrd. im Jahr 2010 gefallen sind. In dieser Zahl enthalten sind sämtliche Umsätze der phonografischen Industrie – bewertet zu Einzelhandelspreisen –, wie sie vom britischen Musikindustrieverband BPI berichtet wurden (-7,9% auf £1,237 Mrd.). Ebenfalls enthalten sind die geschätzten Einnahmen (-6,8% auf £1,480 Mrd.) aus Ticketverkäufen und Nebeneinkünften bei Live-Musikveranstaltungen. Erfasst wurden auch die Tantiemenströme an die britischen Musikverwertungsgesellschaften PRS for Music (‑1,3% auf £0,425 Mrd.) und PPL/VPL (+18,9% auf £0,425 Mrd.) sowie die geschätzten Einnahmen der Unternehmen der phonografischen Industrie im B2B-Bereich (+7,2% auf £0,218 Mrd.), die direkten Einnahmen der Musikverlage abseits der Tantiemenströme der Verwertungsgesellschaften (+0,6% auf £0,242 Mrd.) und schließlich noch musikbezogene Werbe- und Sponsoringeinnahmen (+4,2% auf £0,094 Mrd.).

Will Page und Chris Carey, „Adding Up the UK Music Industry 2010“, Economic Insight, Issue 23, 04.08.2011

Weiterlesen ‚Die britische Musikindustrie im Überblick – Zusammenfassung der Studie ‚Adding Up the UK Music Industry‘‘

25
Jun
09

Die Rezession in der Musikindustrie – eine Ursachenanalyse

Das File-Sharing wird hauptverantwortlich gemacht für den Rückgang bei den Umsätzen in der phonografischen Industrie vor allem im CD-Segment (siehe dazu stellvertretend eine Diskussion auf netzwertig.com). Allerdings zeigen Ernst zu nehmende Studien zum File-Sharing-Verhalten (siehe Teil 1, Teil 3 und Teil 15 der Serie „Wie böse ist das File-Sharing“), dass nicht unbedingt ein negativer Zusammenhang zwischen Tauschbörsennutzung und käuflich zu erwerbender Musik bestehen muss. Wenn dem aber so ist, dann muss es andere Ursachen für die nunmehr Jahre lang anhaltende Rezession geben. Diese möchte ich nun in der Folge diskutieren und empirisch zu untermauern versuchen. Weiterlesen ‚Die Rezession in der Musikindustrie – eine Ursachenanalyse‘




Dezember 2017
M D M D F S S
« Nov    
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031

Archive

Twitter

Kategorien

Blog Stats

  • 348,903 hits