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31
Mai
19

Der Weg zur Musikstreaming-Ökonomie – Skandinavien Teil 3

Im Teil 1 der Blogserie wurde auf Basis empirischer Daten gezeigt, dass die skandinavischen Länder die globale Musikstreaming-Avantgarde darstellen, weil sie sehr früh über eine gut ausgebaute Breitband-Internetstruktur verfügten, die Marktdurchdringung von Smartphones sehr hoch war und sich früh Geschäftsmodell-Innovationen etablieren konnten (siehe dazu Teil 2 der Serie). Die wohl wichtigste Geschäftsmodell-Innovation war der schwedische Musikstreamingdienst Spotify, der am Höhepunkt des Prozesses gegen The Pirate Bay im Oktober 2008 öffentlichkeitswirksam gelauncht wurde.

Neben Spotify gab es aber noch andere Digitalmusik-Anbieter, die den Boden für die Streamingökonomie aufbereiteten. 2009 startete der finnische Handy-Hersteller Nokia das Comes-With-Music-Service, welches ein Jahr lang den unlimitierten Zugang zu Musik über Nokia-Handys ermöglichte. Im selben Jahr ging das PlayNow plus Service online, das vom schwedisch-japanischen Handy-Hersteller Sony-Ericsson in Kooperation mit dem norwegischen Telco Telenor betrieben wurde und das über spezielle Sony-Ericsson Walkman-Handys genutzt werden konnte (IFPI 2009: 8). Die Handy-Produzenten scheiterten allerdings mit ihren Angeboten, weil sie zu wenig nutzerfreundlich waren. So konnte über Nokias Comes-With-Music bis 2010 nur DRM-geschütze Musik gehört werden, die nicht auf andere Geräte übertragbar war. Sony-Ericcsons Musikangebot war zwar DRM-frei, aber in der Nutzung auch an spezielle Geräte gebunden. Bereits 2011 stellten daher beide Handy-Anbieter ihre Angebote wieder ein[1], just in dem Moment als Spotify, WiMP und TDC Play begannen die Digitalmusikmärkte in Schweden, Norwegen und Dänemark aufzumischen. Die dänische TDC bot bereits Ende 2009 mit TDC Play einen Musikstreamingdienst an, über den 6,1 Millionen Musiktracks ohne zusätzliche Kosten zugänglich waren (IFPI 2010: 8). Spotifys werbefinanzierter Musikdienst war in ähnlicher Form im Angebot des ISP TeliaSonora in Schweden und Finnland integriert und das Premium-Abo konnte direkt über die TeliaSonora Onlinerechnung beglichen werden (ibid.: 9). Das Abo-Angebot vom norwegischen WiMP konnte wiederum über den Handy-Vertrag des Mobilfunkers Telenor bezahlt werden (IFPI 2011: 9). Im Gegensatz zu den Musikangeboten der Handy-Hersteller, waren die Services von Spotify, WiMP und TDC sowohl im Zugang zur Musik als auch in der Abrechnung wesentlich nutzerfreundlicher.

Userbility war also den Schlüsselfaktor für den durchschlagenden Erfolg der Streamingservices in Skandinavien. Es ist einfach bequemer Musik über Streamingdienste anzuhören als sie von P2P-Netzwerken herunterzuladen und auf externen Laufwerken zu speichern und sich noch dazu der Gefahr von Computerviren und anderer Schadsoftware auszusetzen. NutzerInnen-Studien, die in Schweden und Norwegen durchgeführt wurden, belegen, wie sich der Wandel vom P2P-Filesharing zum Musikstreaming in den skandinavischen Ländern vollzogen hat.

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19
Jul
15

Musikstreaming 2014 – das Problem der Einnahmenverteilung

Die Rethink Music Initiative hat vor Kurzem den Bericht „Fair Music: Transparency and Money Flows in the Music Industry“ publiziert, in dem die verschiedenen Barrieren im Geldfluss zu den KünstlerInnen im Musikbusiness aufgezeigt werden: „[O]nly a small proportion of the money beyond the initial recording advances ultimately makes its way to artists as ongoing revenue.“ (Rethink Music, 2015: 3). Das digitale Musikgeschäft erweist sich dabei als besonders intransparent. Und was das Musikstreaming betrifft, so sind die KünstlerInnen besonders skeptisch bezüglich der Verteilung der Einnahmen unter den verschiedenen Anspruchsberechtigten. Auf Basis der Erkenntnisse des Rethink Music-Berichts, wird nun in weiterer Folge die Struktur der Einnahmenverteilung und das dahinter stehende Geschäftsmodell genauer beleuchtet.

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