Posts Tagged ‘Streaming

12
Okt
18

Musikwirtschafts-Jour-fixe am 16.10.2018: KünstlerInnen-Entwicklung in der Streamingökonomie

Am 16. Oktober 2018 wird der Gründer und Geschäftsführer der in Portland/USA und Wien ansässigen Musikagentur Rola Music, Dominik Schmidt, am Institut für Kulturmanagement und Gender Studies (IKM; Anton-von-Webern-Platz 1, 1030 Wien) im Kleinen SE-Raum ab 19:00 über die KünstlerInnen-Entwicklung im Zeitalter von Musikstreaming sprechen und diskutieren.

Der KünstlerInnen-Aufbau, im englischen Artist Development, hatte schon immer große Bedeutung in der Geschichte der Musikindustrie aber gerade in unserem schnelllebigen Zeitalter an Bedeutung gewonnen . Mit der digitalen Revolution und deren fortschreitenden Entwicklung, die unter anderem die Etablierung des MP3 Formats und eine Vielzahl von Streamingdiensten hervorbrachte, kamen Teilbereiche der Musikindustrie schwer in die Krise. Am stärksten betroffen sind seither Musiklabels egal ob Major oder Indie, die mit Rückgängen der physischen Verkäufe von Alben, EPs und Single zu kämpfen haben. Das parallele Comeback von Vinyl kann als interessanter Gegentrend zum digitalen Geschäft gesehen werden, ist aber sicher in die Kategorie Nischenprodukt einzuordnen und fängt die Verluste nicht auf. Auch die zusätzlichen digitalen Verkaufspotentiale der letzten zwei Dekaden können Umsatzrückgänge nicht aufhalten.

Durch diesen Fortschritt setzten Management-Agenturen und Labels mehr denn je auf die Einnahmen aus dem Livegeschäft, Licensing und Sync-Deals sowie dem Verkauf von Merchandisingprodukten. Zahlreiche neue Festivalformate kamen auf den Markt und es werden mehr Tourneen als je zuvor gebucht. Gleichzeitig bezeichnen Veranstalter und Clubbesitzer die gestiegene Anzahl an Konzerten, die täglich besucht werden können, als Mitgrund für den Rückgang bei den Besucherzahlen. Die großen Festivals erfreuen sich jedoch großer Beliebtheit und sind ein lukratives Geschäft für etablierte Künstler und dienen für Upcoming-Artists als ideale Plattform, sich einem großen Publikum vorzustellen – wenn man es schafft, aus der Dichte an Bands gewählt zu werden. Die gute Vernetzung von Managements und Booking-agentInnen mit den großen Festivalbetreibern spielt dabei die ausschlaggebende Rolle.

2018 ist der KünstlerInnen-Aufbau und das KünstlerInnen-Management der wahrscheinlich entscheidende Faktor einer langfristig erfolgreichen Musikkarriere geworden. Durch die Vielzahl an potentiellen Einnahmequellen für MusikerInnen und das Überangebot an KünstlerInnen ist der gezielte Aufbau einer eigenständigen künstlerischen Identität und ein gut vernetztes Management unverzichtbar. Der KünstlerInnen-Aufbau und die Vermarktung kann heutzutage auf so vielen Kanälen gleichzeitig passieren und gefördert werden: online und sozialen Medien, das Livegeschäft, Sync–Licensing, Verlagen, Labels, Radio, Printmedien, TV, Merchandising bis hin zu Partnerschaften mit Firmen/Brands. Hatte die KünstlInner- BookerIn in den letzten zwei Jahrzehnten eine bedeutende Rolle am Erfolg der Band so ist es nun die ManagerIn, oder manchmal sogar die KünstlerIn selbst, die/der all diese Bereiche zusammenfügt und koordiniert. Ich behaupte, dass erfolge KünstlerInnen-Karrieren in Zukunft nur mehr durch diese Vielzahl von Einnahmequellen möglich sind. Dieser Umstand macht das Musikgeschäft zum Teil etwas komplexer aber gleichzeitig auch spannender und schwächt die Machtstellung von Teilbereichen der Musikwirtschaftswertschöpfungskette zum Vorteil der aufzubauenden KünstlerIn.

 

 

 

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20
Apr
17

Die Musikstreaming-Ökonomie – ein Einblick

Anfang April 2017 haben das Musikstreamingservice Spotify und die Universal Music Group einen neuen Lizenzvertrag ausgehandelt, von dem bekannt wurde, dass Spotify niedrigere Lizenzentgelte an den Musik-Major zahlen muss, im Gegenzug aber zugestimmt hat, sich an von Universal vorgegebene Wachstumsziele im Subskriptionssegment zu halten.[1] Zwar wurden keine Details zu diesem Deal bekannt gegeben, aber es lässt sich auf Basis der Publikation „Dissecting the Digital Dollar“ des International Music Managers Forum (IMMF) rekonstruieren, wie die neue Musikstreaming-Ökonomie funktioniert und wer dabei die Nutznießer sind, wie in der Folge noch näher ausgeführt wird.

 

Ein Interview von mir zu diesem Thema fürs Deutschlandradio kann übrigens hier nachgehört werden: http://www.deutschlandradiokultur.de/musik-im-internet-das-ende-des-kostenfreien-streamings.2177.de.html?dram:article_id=383839

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24
Feb
15

Wer profitiert von Spotify & Co.?

Eine vom französischen Musikindustrieverband (SNEP) bei Ernst & Young in Auftrag gegebene und Anfang Februar publizierte Studie über die Verteilung der Einnahmen aus einem monatlichen Premium-Abo von  EUR 9,99 bestätigt die bereits in der Blogserie „Is Streaming the Next Big Thing?“ durchgeführte Analyse, dass neben den MusikkonsumentInnen vor allem die Major-Labels & Verlage die Hauptprofiteure vom derzeitigen Trend zum Musikstreaming sind, wohingegen die Streamingservices selbst wirtschaftlich noch nicht nachhaltig arbeiten und die KünstlerInnen nur wenig vom Streamingkuchen erhalten. Die bekannt gewordenen Details der nicht öffentlich zugänglichen Studie, können hier nachgelesen werden.

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28
Jul
14

Die Auswirkungen des Musikstreamings auf die Musikindustrie – Zusammenfassung des Musikwirtschafts-Jour-fixe vom 23. Juni 2014

Am 23. Juni 2014 hat Roland Punzengruber seine an der FH Steyr/Johannes Kepler Universität Linz entstandenden Masterarbeit im Musikwirtschafts-Jour-fixe unter dem Titel „Die Auswirkungen des Musikstreamings auf die Musikindustrie“ präsentiert. Es kann nun eine Zusammenfassung der Arbeit bzw. die Arbeit in ihrer voller Länge nachgelesen werden.

Zusammenfassung des Jour-fixe-Termins am 23. Juni 2014

Masterarbeit „Auswirkungen von On-demand-Musistreaming auf die Wertschöpfungsprozesse der Musikindustrie“

 

 

07
Apr
14

Der phonografische Markt in Deutschland, 2003-2013

Im jüngsten Bericht des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI) wird für den phonografischen Markt in Deutschland erstmals seit 15 Jahren wieder ein leichter Umsatzzuwachs von 1,2 Prozent vermeldet. Verantwortlich dafür sind die digitalen Musikverkäufe (Download & Streaming), die von 2012 auf 2013 um 11,7 Prozent angestiegen sind. Gleichzeitig ist der Rückgang im physischen Segment mit -1,5 Prozent auf EUR 1,12 Mrd. moderat ausgefallen. Dabei sticht vor allem der Umsatzsprung bei Vinylverkäufen um 47,2 Prozent auf EUR 29,0 Mio. ins Auge, wohingegen der CD-Umsatz um weitere 1,3% auf EUR 1,0 Mrd. im Jahr 2013 zurückgegangen ist. Da die CD in Deutschland mit einem Marktanteil von 69,8 Prozent weiterhin der wichtigste Umsatzträger ist, sollte nicht voreilig von einer Trendwende am Markt gesprochen werden. Da eine Stabilisierung der Umsätze mit physischen Musikprodukten als unrealistisch angesehen werden muss, müssten Steigerungen bei den digitalen Musikverkäufen die Verluste im physischen Segment überkompensieren. Da 2013 die Umsätze bei den Singletrack-Downloads erstmals um 4,4 Prozent auf EUR 104,0 Mio. gesunken sind, erscheint auch dieses Szenario fraglich, obwohl die Einnahmen aus dem Musikstreaming (Aboservices und werbefinanziert) um 91,2 Prozent auf EUR 68,0 Mio. im Jahr 2013 angestiegen sind.

In der nachfolgenden Analyse wird daher versucht aufgrund der vorliegenden Zahlen und der historischen Daten einzuschätzen, wie sich der phonografische Markt in Deutschland entwickeln könnte.

 

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24
Mrz
14

Der phonografische Markt in den USA, 2000-2013

Vor kurzem hat die Recording Industry Association of America (RIAA) die Umsatzzahlen (shipment figues) für das Jahr 2013 veröffentlicht. Die Umsätze mit digitalen Musikverkäufen sind zwischen 2012 und 2013 um 7,6 Prozent auf US$ 4,36 Mrd. gestiegen. Dennoch sind die Gesamtumsätze (digital & physisch) leicht um 0,3 Prozent von US$ 7,016 Mrd. auf US$ 6,996 Mrd. im Jahr 2013 gefallen. Das bedeutet, dass der Umsatzrückgang beim physischen Produkt (CD, Vinyl, DVD, SACD) von 12,3 Prozent oder US$ -325,7 Mio. nicht ganz durch den Zuwachs im Digitalsegment kompensiert werden konnte. Insgesamt machen die Umsätze mit digitalen Musikverkäufen 2013 bereits rund 64 Prozent vom Gesamtumsatz aus.

Der Treiber hinter dieser Entwicklung ist das boomende Streaming- und Subskriptionssegment, das im Vergleich zum Vorjahr um 39 Prozent auf US$ 1,4 Mrd. zugelegt hat. Gleichzeitig sind aber die Single-Track-Verkäufe um 3,3 Prozent oder US$ ‑54,6 Mio. zurückgegangen. Bei den digitalen Alben-Downloads konnte ein leichter Zuwachs von 2,4 Prozent oder US$ 28,7 Mio. verzeichnet werden. Insgesamt scheint es aber so zu sein, dass Streaming- und Subskriptionsangebote einen negativen Einfluss auf die Download-Verkäufe haben, auch dann, wenn Preissenkungen der großen Anbieter wie iTunes und Amazon berücksichtigt werden.

Die nachfolgende Detailanalyse zeigt nicht nur, wie sich in den USA der phonographische Markt in den letzten dreizehn Jahren digitalisiert hat, sondern auch wie sich das digitale Marktsegment seit 2005 grundlegend verändert hat.

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21
Okt
13

Is Streaming the Next Big Thing? – Was die KonsumentInnen wollen

Ob Musikstreaming „The Next Big Thing“ für die Musikindustrie sein wird, entscheiden letztendlich die KonsumentInnen. In den letzten Jahren wurden zahlreichen Studien zum Musikkonsumverhalten – meist von den Musikindustrieverbänden in Auftrag gegeben – durchgeführt, um das Potential von Musikstreaming abschätzen zu können. Für Musikstreaming-Services wie auch für UrheberInnen und Leistungsschutzberechtigte ist es essentiell zu wissen, ob Streaming-Services überhaupt bekannt sind, ob sie regelmäßig genutzt werden und ob die Bereitschaft besteht, von einem werbefinanzierten Freemium-Modell zu einem kostenpflichtigen Abo-Angebot zu wechseln. Die Ergebnisse dieser Studien liefern also wichtige Indikatoren nicht nur über das Musikkonsumverhalten, sondern generell für die zukünftige Entwicklung der Musikindustrie. Obwohl die Studien aufgrund unterschiedlicher methodischer Ansätze unterschiedliche und manchmal sogar widersprüchliche Ergebnisse liefern, bieten sie dennoch einen guten Einblick ins Musiknutzungsverhalten der KonsumentInnen im digitalen Zeitalter. In weiterer Folge möchte ich nun einige Studien besprechen, die in den letzten drei Jahren veröffentlicht wurden, und die sich zum Teil oder vollständig mit dem Musikstreaming beschäftigen.

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