Posts Tagged ‘spotify

03
Apr
18

Spotify geht an die Börse – eine ökonomische Hintergrundanalyse

Der 3. April 2018 ist ein historischer Markstein in der Entwicklung der digitalen Musikindustrie, wenn Spotify an diesem Tag an der New Yorker Börse gelistet und öffentlich für den Handel verfügbar sein wird. Spotifys Börsegang wird nicht nur zum Prüfstein für das Musikstreaming-Businessmodell, sondern für die gesamte Musikindustrie, die den Wachstumspfad nach langen Jahren der Rezession wieder eingeschlagen hat. Spotify ist der Liebling der großen Musikkonzerne geworden, weil das schwedische Unternehmen ein legales und bei den Musikfans beliebtes Onlinemusikangebot bietet, das über Vorschusszahlungen und Umsatzbeteiligungen einfach für die Majors zu monetarisieren ist. Es erlaubte zudem Universal & Co. zu guten Konditionen Unternehmensanteile im Tausch für Vorschussverpflichtungen zu erhalten. So kann der Wert des 5,7-Prozentanteils, den Sony Music Entertainment an Spotify hält (Spotify 2018: 148) mit US $500m bis 1.3bn veranschlagt werden.[1] Die folgende Hintergrundanalyse beleuchtet das Erfolgsmodell Spotify, zeigt aber auch potenzielle Risikofaktoren des Börsegangs auf. Der Beitrag spürt auch der Frage nach, wer nun eigentlich von Spotifys Gang an die Wall Street profitiert.

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31
Dez
17

Die Musikwirtschaftsforschung 2017 – ein Jahresrückblick

Liebe Leserinnen und Leser des Blogs zur Musikwirtschaftsforschung,

Das Musikwirtschaftsjahr 2017 stand ganz im Zeichen des Musikstreamings. In vielen Märkten wurden die Einnahmen aus Streaming zur wichtigsten Ertragsquelle für die phonografische Industrie. Eine Marktanalyse für die USA zeigt, dass bereits 2016 die MusikkonsumentInnen das erste Mal mehr für werbe- sowie abo-finanzierte Musikstreamingangebote (US$ 3,9 Mrd.) ausgegeben haben als für CDs, Downloads und Klingeltöne (US$ 3,5 Mrd.). Eine ähnliche Entwicklung zeichnete sich auch in Großbritannien ab. Eine Langfristanalyse des britischen Marktes zeigt, dass nach Jahren der Rückgänge die phonografischen Umsätze 2016 dank Musikstreamingboom erstmals wieder gestiegen sind. So hat der Zugewinn von £103 Mio. im Musikstreamingsegment nicht nur den Verlust von £5,8 Mio. bei den Tonträgerverkäufen kompensiert, sondern auch den Rückgang von £56 Mio. bei den Musikdownload-Umsätzen. Auch wenn für 2017 noch keine Daten vorliegen, kann davon ausgegangen werden, dass sich der Streamingboom ungebremst fortgesetzt hat und nun auch Märkte erreicht hat, die noch stark vom physischen Produkt – z.B. Deutschland und Österreich – geprägt sind.

Das Anwachsen des Musikstreamingkuchens hat aber dazu geführt, dass damit auch die Begehrlichkeiten der Rechteinhaber größer geworden sind. So geht der Verteilungsschlüssel – 55-60 Prozent der Einnahmen an die Labels und 10-15 Prozent an die Musikverlage – noch auf die die Logik der CD-Vermarktung zurück, als den Labels höhere Kosten durch Herstellung, Vertrieb und Marketing entstanden sind. Die Kosten sind aber im digitalen Zeitalter für die Labels stark gesunken, was die Verlage veranlasst hat, einen höheren Anteil am Streamingkuchen einzufordern. Aber auch die Unterscheidung zwischen dem Vervielfältigungsrecht und dem Zurverfügungstellungsrecht (Onlinerecht) bezüglich der Verlagsrechte hat zu einer Verteilungsdiskussion geführt, wie ich in einem Beitrag analysiert habe. So zahlt beispielsweise die britische Verwertungsgesellschaft PRS 50 Prozent der Einnahmen aus der Wahrnehmung des Onlinerechts direkt an die UrheberInnen aus und die anderen 50 Prozent an die Verlage, wohingegen die Einnahmen aus der Auswertung des Vervielfältigungsrechts zu 100 Prozent an die Verlage bezahlt wird, und diese dann vertragskonform die Tantiemen an die UrheberInnen ausschütten, was aber i.d.R. weniger als 50 Prozent der Einnahmen ist. Aus Sicht der KünstlerInnen ist es also vorteilhafter, wenn Musikstreaming nach dem Online- und nicht nach dem Vervielfältigungsrecht abgerechnet wird, was aber noch strittig ist. Jedenfalls zeigt der Streamingboom auch, dass die KünstlerInnen am wenigsten von der Streamingökonomie profitieren.

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05
Sep
17

The Economics of Music Streaming – Buchpräsentation & Podiumsdiskussion

Am 13. September 2017 findet ab 19:00 im Gewerbehaus der Wirtschaftskammer Österreich (3., Rudolf-Sallinger Platz 1) eine Zusatzveranstaltung zu den 8. Vienna Music Business Research Days statt. Nach der Präsentation des Buches “The Economics of Music” werden in Kooperation mit der Österreichischen und Wiener Wirtschaftskammer der Musikmanager Peter Jenner (Sincere Management, London), Sally Gross (Universiät Westminster, London), Hannes Tschürtz (ink music, Wien) und Alexander Hirschenhauser (VTMÖ – Verband der österr. Indie-Label und -Musikverlage, Wien) über „The Economics of Music Streaming – Revenue Streams for Musicians and Music Producers from Spotify & Co.“ diskutieren.

Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten: Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ)

 

The Economics of Music Streaming – Revenue Streams for Musicans and Music Producers from Spotify & Co?
(Erlöse für MusikerInnen und MusikproduzentInnen mit Spotify & Co.?)
13. September 2017
19.00 Uhr
Gewerbehaus
Große Dachterrasse
Rudolf Sallinger Platz 1, 1030 Wien

 

in Kooperation mit  Bildergebnis für WKÖ logo      und       Bildergebnis für wirtschaftskammer wien

25
Aug
17

Die Ökonomie des Musikstreamings: SoundCloud

Die Ökonomie des Musikstreamings: SoundCloud

Die Serie zur Ökonomie des Musikstreamings, die mit einem Blogpost über Spotify ihren Anfang nahm, wird nun mit der Fallstudie über SoundCloud fortgesetzt. Die in Berlin ansässige Firma macht derzeit aufgrund wirtschaftlicher Turbulenzen Schlagzeilen. Nachdem Anfang Juli 2017 rund 40 Prozent der Belegschaft gekündigt und die Niederlassungen in London und San Francisco geschlossen werden mussten,[1] konnte lediglich ein Verkauf der Mehrheitsanteile an zwei Investmentfonds das finanzielle Aus abwenden.[2] Wie es soweit kommen konnte und welche Rolle SoundCloud im hart umkämpften Musikstreaming-Markt einnimmt, soll in weiterer Folge genauer untersucht werden. Weiterlesen ‚Die Ökonomie des Musikstreamings: SoundCloud‘

20
Apr
17

Die Musikstreaming-Ökonomie – ein Einblick

Anfang April 2017 haben das Musikstreamingservice Spotify und die Universal Music Group einen neuen Lizenzvertrag ausgehandelt, von dem bekannt wurde, dass Spotify niedrigere Lizenzentgelte an den Musik-Major zahlen muss, im Gegenzug aber zugestimmt hat, sich an von Universal vorgegebene Wachstumsziele im Subskriptionssegment zu halten.[1] Zwar wurden keine Details zu diesem Deal bekannt gegeben, aber es lässt sich auf Basis der Publikation „Dissecting the Digital Dollar“ des International Music Managers Forum (IMMF) rekonstruieren, wie die neue Musikstreaming-Ökonomie funktioniert und wer dabei die Nutznießer sind, wie in der Folge noch näher ausgeführt wird.

 

Ein Interview von mir zu diesem Thema fürs Deutschlandradio kann übrigens hier nachgehört werden: http://www.deutschlandradiokultur.de/musik-im-internet-das-ende-des-kostenfreien-streamings.2177.de.html?dram:article_id=383839

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01
Jan
17

Die Musikwirtschaftsforschung 2016 – ein Jahresrückblick

Liebe Leserinnen und Leser des Blogs zur Musikwirtschaftsforschung,

Das Jahr 2016 scheint die Trendwende in der phonografischen Industrie gebracht zu haben. Es liegen zwar noch keine Jahresdaten für das zu Ende gegangene Jahr vor, aber der positive Trend aus dem Jahr 2015 scheint sich fortzusetzen. Der globale phonografische Markt ist 2015 um 3,4% gewachsen. Der US-Markt hat leicht um 0,9% zugelegt und der Umsatzanstieg am deutschen Markt war mit 4,4% überdurchschnittlich hoch. Und für den österreichischen Markt kann zumindest konstatiert werden, dass sich der Umsatzrückgang 2015 verlangsamt hat, wie im Beitrag „Der Musikstreamingmarkt in Österreich“ gezeigt wird.

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22
Dez
16

Der Musikstreamingmarkt in Österreich

„In Skandinavien ist Musikstreaming zur Haupteinnahmequelle für die phonografische Industrie geworden. Das ist in Österreich noch nicht der Fall. Hierzulande werden immer noch gerne CDs gekauft. Beliebt sind dabei vor allem Schlager und volkstümliche Musik, die in erster Linie von der Generation 50+ gehört werden. Eine Veränderung des Musikkonsums ist aber auch in Österreich zu erwarten und es stellt sich die Frage, was das für die Künstler bedeutet?“  Diese Frage wurde von mir in einem Gastkommentar für die Austria Presse Agentur (APA) zur Entwicklung des Musikstreaming-Marktes in Österreich zu beantworten versucht. Der gesamte Beitrag kann hier nachgelesen werden: http://science.apa.at/dossier/Musikstreaming_-_Das_Radio_des_21_Jahrhunderts/SCI_20161222_SCI71414234033597692




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