Posts Tagged ‘Preispolitik

12
Apr
13

Die Machbarkeit einer Kulturflatrate in Deutschland

Professor Gerald Spindler von der Universität Göttingen hat im Auftrag der Bundestagsfraktion „Bündnis 90/DIE GRÜNEN“ eine Studie zur rechtlichen und ökonomischen Machbarkeit einer Kulturflatrate in Deutschland durchgeführt, die Anfang März 2013 veröffentlich wurde. Diese Studie bietet erstmals eine systematisch und detailliert ausgearbeitete Grundlage zur Kulturflatrate, die mit so manchen Vorurteilen aufräumt. So zeigt der Studienautor, dass die Kulturflatrate in wirtschaftlicher Hinsicht höchst relevant wäre und technisch umsetzbar ist. Dennoch scheitert die Einführung einer neuen Schranke für die private Verfügbarmachung am derzeit gültigen europäischen Urheberrecht, das entsprechend angepasst werden müsste. Das bedeutet, dass eine Kulturflatrate nicht im nationalen Alleingang eines EU-Staates eingeführt werden kann, sondern ein mehrheitsfähiges Projekt innerhalb der EU-Institutionen sein muss. Darüber hinaus ergeben sich bei der Kulturflatrate auch noch Probleme auf Ebene des internationalen Urheberrechts, die aber technisch durchaus lösbar sind.

In der Folge unternehme ich den Versuch, die sehr gut fundierte Studie von Professor Spindler in den wesentlichsten Punkten zusammenzufassen und zu analysieren.

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13
Feb
12

Lehrbücher zur Musikwirtschaft: Informationsmarkt

Wie der Titel „Informationsmarkt. Informationen im I-Commerce anbieten und nachfragen“ bereits verrät, geht es im Lehrbuch von Frank Linde (Fachhochschule Köln) und Wolfgang G. Stock (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) nicht nur um musikwirtschaftliche Fragestellungen, sondern um die gesamte Breite von Informationsgütern, wobei nicht nur die wirtschaftlichen, sondern auch soziologische, politologische, rechtliche und ethische Aspekte eingehend im 589 Seiten starken Band behandelt werden. Dieses Buch ist somit mehr als nur ein Lehrbuch für musikwirtschaftlich orientierte Lehrveranstaltungen, sondern ein umfassendes Kompendium für alle Ausbildungszweige zur digitalen Wissensgesellschaft.

Es würde daher den Rahmen dieses Blogs sprengen, wenn das Buch in seiner gesamten Fülle Gegenstand einer Rezension wäre. Ich möchte mich daher in der nachfolgenden Besprechung auf jene Teile beschränken, die sich mit für die Musikwirtschaft wichtigen Themen auseinander setzen.

Frank Linde und Wolfgang G. Stock: Informationsmarkt. Informationen im I-Commerce anbieten und nachfragen. München: Oldenbourg Verlag 2011. ISBN: 978-3-486-58842-2, Preis: EUR 49,80

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26
Mrz
10

Neue Geschäftsmodelle in der Musikindustrie: Magnatune

Magnatune ist ein in Berkeley, Kalifornien beheimatetes Online-Label, das 2003 von John Buckman gegründet wurde, um den damals üblichen Geschäftsmodelle eine Alternative entgegen zu setzen. So haben die MusikkonsumentInnen die Möglichkeit sämtliche Tracks in vollem Umfang und in guter Qualität via Stream Probe zu hören, bevor sie gegen ein Flatrate von US$ 15 pro Monat den gesamten Katalog von derzeit 738 Alben mit 10.048 Einzeltracks per Download erwerben können. Die Musikauswahl reicht dabei von elektronischer Musik über New Age, World, Klassik, Jazz, Blues, Metal & Punk bis hin zu Rock und Pop, wobei es sich in allen Genres um Nischenrepertoire von noch wenig bekannten KünstlerInnen handelt. Die Tracks sind DRM-frei in diversen digitalen Formaten (WAV, MP3, OGG, FLAC und AAC) verfügbar. Das impliziert natürlich auch, dass die Files weitergegeben und getauscht werden können und Magnatune fordert seine KundInnen sogar auf das zu tun. Die MusikerInnen können ihre Musik unter Creative Commons Lizenz verfügbar machen und erhalten im Gegenzug dafür 50% aller Umsätze. Die Vereinbarung bezieht sich dabei immer nur auf den einzelnen Titel und ist nicht-exklusiv. Magnatune bietet also ein kommerzielles Musik-Flatratemodell an, bei dem die KundInnen nicht nur DRM-frei Musik downloaden können, sondern die erworbenen Titel vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich machen (z.B. über die eigene Website, über Facebook oder Twitter, aber auch über P2P-Tauschbörsen) sowie auch Bearbeitungen des Werks wie auch des Werkinhalts vornehmen dürfen, sofern die Namensnennung der UrheberInnen erfolgt und keine kommerzielle Absichten verfolgt werden. Weiterlesen ‚Neue Geschäftsmodelle in der Musikindustrie: Magnatune‘

22
Feb
10

Die optimale Preispolitik für Online-Musikanbieter

In einer Studie von Professor Raghuram Iyengar an der Wharton School der University of Pennsylvania wird dargelegt, dass die KonsumentInnen aus À-la-carte-Download-Angeboten (wie z.B. iTunes) einen höheren Nutzen ziehen als aus Abonnement-Modellen (wie z.B. eMusic). Darüber hinaus versucht der Studienautor Anhaltspunkte dafür zu liefern, wie die Online-Musikanbieter die Preisstruktur für ihr Angebot optimal gestalten können. Dabei wird die gegenwärtige Lizenzpolitik der Labels als suboptimal angesehen, da sie den Online-Musikanbieter zu hohe Lizenzgebühren verrechnen. Wie Raghuram Iyengar zu diesen Ergebnissen kommt und wie sie zu bewerten sind, kann nun in der Folge nachgelesen werden. Weiterlesen ‚Die optimale Preispolitik für Online-Musikanbieter‘

21
Sep
09

Die Radiohead-Revolution?

Die Geschichte ist bekannt: Die britische Alternative-Rockband Radiohead postete am 1. Oktober 2007 auf ihrer Homepage, dass ihr neues Album In Rainbows fertig sei und in 10 Tagen erscheinen werde. Die Fans wurden instruiert, sich per Registrierung einen Code zu besorgen, mit dem das neue Album im MP3-Format herunter geladen werden konnte. Den Usern wurde es überlassen, den Preis von US$ 0,00 bis US$ 99,99 selbst zu bestimmen. Das Echo war überwältigend und in kürzester Zeit wurden mehr als 1 Mio. Downloads gezählt. 40% der Fans waren im Durchschnitt bereit US$ 6 für das Album zu zahlen, was in etwa Einnahmen in der Höhe von US$ 2,4 Mio. entspricht. Das, was wie ein revolutionäres Geschäftsmodell aussieht, ist es aber auf dem zweiten Blick nicht – oder doch? Weiterlesen ‚Die Radiohead-Revolution?‘

22
Mrz
09

Der Tonträger ist tot! Es lebe der Musikdownload?

Die Wirtschaftskrise verschärft die jahrelange Rezession in der Musikindustrie. Die Tonträgerumsätze gehen seit Jahren markant zurück. Digitale Musikangebote im Internet und übers Mobiltelefon können die Einbußen nicht ausgleichen. Ein Grund dafür: Eine falsche Lizenzpolitik der Label.

Die Musikindustrie kann sich der allgemeinen Wirtschafts- und Finanzkrise nicht entziehen. So vermelden die nationalen Musikindustrieverbände für 2008 dramatische Umsatzeinbrüche. Aber die Wirtschaftskrise verstärkt nur einen Abschwung am Tonträgermarkt, der bereits in den späten 1990er Jahren eingesetzt hat. So sank der CD-Stückabsatz im Zeitraum von 2000 bis 2008 auf den größten Musikmärkten zwischen 35% (Großbritannien) und 59% (USA). Der österreichische CD-Markt gehört mit einem Rückgang von 57% zu den größten Verlierern. Diese Rezession ist ein Symptom für einen Paradigmenwechsel von Musik als Produkt in Form eines Tonträgers hin zu Musik als Dienstleistung in Form von Online- und Mobile-Music-Angeboten. Weiterlesen ‚Der Tonträger ist tot! Es lebe der Musikdownload?‘




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