Posts Tagged ‘Physischer Musikmarkt

10
Mai
17

Der phonografische Markt in den USA, 1990-2016

Die Recording Industry Association of America (RIAA) hat vor kurzem die Verkaufsstatistik für den phonografischen Markt in den USA für das Jahr 2016 veröffentlicht. Die Zahlen belegen einen markanten Wandel vom Musikbesitz (in Form von CDs und Downloads) hin zum Zugang zur Musik (durch Streamingdienste). Die US-MusikkonsumentInnen haben das erste Mal mehr für werbe- sowie abo-finanzierte Musikstreamingangebote (US$ 3,9 Mrd.) ausgegeben als für CDs, Downloads und Klingeltöne (US$ 3,5 Mrd.)

 

Abbildung 1: Musikverkauf und Zugang zu Musik

Quelle: RIAA Year-End Industry Shipment and Revenue Statistics, Jahresberichte 1990-2016

 

Damit haben sich die USA im letzten Jahr in eine Musikstreaming-Ökonomie verwandelt. Es war allerdings ein langer Weg vom Tonträger-Musikbusiness der 1990er Jahre zum digitalen Musikmarkt, der vor allem vom Musikstreaming dominiert wird. Dieser Weg wird in der Folge nachgezeichnet und es werden dabei die dahinter liegenden Kräfte des Wandels genauer analysiert.

Weiterlesen ‚Der phonografische Markt in den USA, 1990-2016‘

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30
Jun
15

Musikstreaming 2014 – eine internationale Marktanalyse

Das Geschäft mit dem Musikstreaming boomt – nicht zuletzt durch den internationalen Lauch von Apple Music am heutigen Tag. Aber bereits im aktuellen IFPI-Bericht „Recording Industry in Numbers 2014“ wird die IFPI-Geschäftsführerin Frances Moore mit den Worten zitiert: „Streaming is now a mainstream part of the modern music industry.“ (IFPI 2015: 5) Zur Bestätigung dafür kann die Statistik strapaziert werden. So stiegen die Einnahmen von Streaming-Abo-Angeboten um 39 Prozent und jene von werbefinanzierten Plattformen um 38,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 2014 ist der globale Musikstreaming-Markt (Abo- und werbefinanziert) mit einem Volumen von US $2,2 Mrd. erstmals größer als der Markt für Singletrack-Downloads (IFPI 2015: 9). Musikstreaming ist bereits für fast ein Drittel aller weltweit getätigten Umsätze der phonografischen Industrie verantwortlich. Allerdings gibt es merkliche Unterschiede zwischen den Ländern. Während in Schweden der Anteil von Musikstreaming bereits um die 70 Prozent des gesamten phonografischen Marktes ausmacht, sind es in Deutschland lediglich 6,3 Prozent. In Japan, dem immerhin zweitgrößten Musikmarkt der Welt, hat Musikstreaming überhaupt erst einen Anteil von gerade einmal 3,2 Prozent.

In weiterer Folge soll nun die wirtschaftliche Relevanz von Musikstreaming im internationalen Vergleich untersucht werden. Weiterlesen ‚Musikstreaming 2014 – eine internationale Marktanalyse‘

27
Mrz
15

Der phonografische Markt in Deutschland, 2003-2014

Die aktuellen Zahlen für den phonografischen Markt in Deutschland liegen bereits vor und vermitteln ein Bild der Stabilität. Im Vergleich zum Vorjahr sind die phonografischen Umsätze um 1,8 Prozent auf EUR 1,48 Mrd. gewachsen, wie der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) im jüngsten Jahrbuch zur Musikindustrie in Deutschland berichtete. Hauptverantwortlich für diesen leichten Anstieg sind die weiterhin stark wachsenden Umsätze aus dem Streaminggeschäft. Im Vergleich zu 2013 sind die Erlöse aus den abo-basierten Streamingmodellen um 77,0 Prozent auf EUR 108,0 Mio. gestiegen. Gleichzeitig sind aber die Download-Albumumsätze erstmals gesunken und zwar um 1,4 Prozent auf EUR 145 Mio. Die Erlöse aus dem Singletrack-Download sind abermals – nach einem Rückgang von 4,6 Prozent im Vorjahr – spürbar um 7,4 Prozent auf EUR 100,0 Mio. gesunken. Das physische Marktsegment ist zwar weiterhin rückläufig – minus 1,7 Prozent im Vergleich zu 2013 – ist aber mit einem Marktanteil von 74,9 Prozent (ohne Erlöse aus GVL-Leistungsschutz- und Synchronisationsrechten) – in Deutschland immer noch dominant. Die CD ist mit EUR 985 Mio. Umsatz und einem Marktanteil von 66,7 Prozent weiterhin das wichtigste Audioformat am deutschen phonografischen Markt.

Eine detaillierte Analyse des phonografischen Marktes in Deutschland kann nun in weiterer Folge nachgelesen werden.

Weiterlesen ‚Der phonografische Markt in Deutschland, 2003-2014‘

21
Mai
14

Der phonografische Markt in Brasilien, 2000-2013

Brasilien ist nach der jüngsten IFPI-Statistik der achtgrößte phonografische Markt der Welt und mit Abstand der größte in Lateinamerika. Zwischen 2000 und 2013 sind die Umsätze um 58 Prozent zurückgegangen, wobei sich der Markt ab 2007 stabilisieren konnte. Das ist vor allem auf das internationalen Vergleich starke Marktsegment der Musikvideos und in den weiteren Jahren vor allem auf die Zuwächse im Digitalmusikmarkt zurückzuführen. Letztere sind seit 2007 um 82,2 Prozent von Real 24,3 Mio. auf Real 136,7 Mio. gestiegen, wobei Musikstreaming seit 2011 eine immer wichtigere Rolle zukommt.

In weiterer Folge wird nun die Entwicklung des brasilianischen Musikmarktes seit 2000 genauer auf Basis der von der Associação Brasileira dos Produtores de Discos (ABPD) publizierten Marktdaten nachgezeichnet und interpretiert.

 

Weiterlesen ‚Der phonografische Markt in Brasilien, 2000-2013‘

31
Mrz
14

Der phonografische Markt in Japan, 1990-2013

Der weltweit zweitgrößte phonografische Markt bietet ein paradoxes Bild. Während in allen anderen Märkten die Digitalisierung voranschreitet, scheint sie in Japan am Rückzug zu sein. Diesen Schluss kann man zumindest nach der Lektüre des aktuellen Berichts der Recording Industry Association of Japan (RIAJ) ziehen. Während die digitalen Musikverkäufe 2012 noch einen Gesamtumsatz von ¥ 54 Mrd. (EUR 383 Mio.) generierten, so waren es 2013 nur mehr ¥ 41 Mrd. (EUR 290 Mio.), was einem Rückgang von 23 Prozent entspricht. Dafür verantwortlich war vor allem der Mobile-Musikmarkt, der um 56,7 Prozent von ¥ 34,8 Mrd. (EUR 246,5 Mio.) auf ¥ 15,1 Mrd. (EUR 107,0 Mio.) gegenüber dem Vorjahr eingebrochen ist. Noch dramatischer fällt der Vergleich mit dem Jahr 2008 aus, als die Umsätze mit Mobile-Musik noch bei ¥ 79,9 Mrd. (EUR 566,0 Mio.) lagen – der mehr als fünffache Wert als 2013. Es waren aber in erster Linie nicht die stark rückläufigen Umsätze mit Master- und Ringbacktones, die den Absturz verursachten, sondern die über Mobiltelefone durchgeführten Singletrack-Downloads. Während die Umsätze mit Klingelton-Verkäufen zwischen 2008 und 2013 um 75,9 Prozent oder ¥ 21,8 Mrd. (EUR 154,4 Mio.) zurückgegangen sind, so fiel der Rückgang bei Singletrack-Downloads mit 83,7 Prozent oder ¥ -39,9 Mrd. (EUR 282,6 Mio.) noch wesentlich stärker aus. Dabei gilt es allerdings zu berücksichtigen, dass die RIAJ Musik-Downloads mit Smartphones und Tablets nicht zum Mobile-Musiksegment rechnet, sondern zu Internet-Downloads. Diese sind auch über die Jahre hinweg stark angestiegen. So machten 2013 die Singletrack-Downloads übers Internet ¥ 14,8 Mrd. (EUR 104,8 Mio.) und die Alben-Downloads ¥ 6,9 Mrd. (EUR 48,9 Mio.) aus, was einem Zuwachs in beiden Segmenten von mehr als 150 Prozent gegenüber 2008 entspricht. Da das Internet-Downloadgeschäft aber bei weitem noch nicht das frühere Volumen mit Mobile-Musik erreicht hat, fallen die Gesamtumsätze aus digitalen Musikverkäufen insgesamt deutlich niedriger aus. Da der japanische Musik-Streamingmarkt zudem noch sehr unterentwickelt ist und Spotify wahrscheinlich erst dieses Jahr ein Angebot lancieren wird, können die Umsatzeinbußen im digitalen Musiksegment (noch) nicht kompensiert werden.
Da der Tonträgermarkt in Japan ebenfalls schrumpft, gehen die Gesamtumsätze am phonografischen Markt seit Jahren massiv zurück. Allerdings dürfen die Werte für den physischen und digitalen Markt nicht einfach addiert werden, weil die RIAJ nur in Yen bewertete Produktionszahlen für CDs, Vinyl-Schallplatten und andere physische Formate, aber keine Umsätze berichtet. Seit 2000 hat sich die in Yen gemessene Jahresproduktion an Tonträgern aber ziemlich genau halbiert.
Der japanische Musikmarkt weist also strukturelle Besonderheiten auf, die in der nachfolgenden Analyse noch genauer beleuchtet werden.

 

Weiterlesen ‚Der phonografische Markt in Japan, 1990-2013‘




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