Posts Tagged ‘Peter Jenner

31
Dez
17

Die Musikwirtschaftsforschung 2017 – ein Jahresrückblick

Liebe Leserinnen und Leser des Blogs zur Musikwirtschaftsforschung,

Das Musikwirtschaftsjahr 2017 stand ganz im Zeichen des Musikstreamings. In vielen Märkten wurden die Einnahmen aus Streaming zur wichtigsten Ertragsquelle für die phonografische Industrie. Eine Marktanalyse für die USA zeigt, dass bereits 2016 die MusikkonsumentInnen das erste Mal mehr für werbe- sowie abo-finanzierte Musikstreamingangebote (US$ 3,9 Mrd.) ausgegeben haben als für CDs, Downloads und Klingeltöne (US$ 3,5 Mrd.). Eine ähnliche Entwicklung zeichnete sich auch in Großbritannien ab. Eine Langfristanalyse des britischen Marktes zeigt, dass nach Jahren der Rückgänge die phonografischen Umsätze 2016 dank Musikstreamingboom erstmals wieder gestiegen sind. So hat der Zugewinn von £103 Mio. im Musikstreamingsegment nicht nur den Verlust von £5,8 Mio. bei den Tonträgerverkäufen kompensiert, sondern auch den Rückgang von £56 Mio. bei den Musikdownload-Umsätzen. Auch wenn für 2017 noch keine Daten vorliegen, kann davon ausgegangen werden, dass sich der Streamingboom ungebremst fortgesetzt hat und nun auch Märkte erreicht hat, die noch stark vom physischen Produkt – z.B. Deutschland und Österreich – geprägt sind.

Das Anwachsen des Musikstreamingkuchens hat aber dazu geführt, dass damit auch die Begehrlichkeiten der Rechteinhaber größer geworden sind. So geht der Verteilungsschlüssel – 55-60 Prozent der Einnahmen an die Labels und 10-15 Prozent an die Musikverlage – noch auf die die Logik der CD-Vermarktung zurück, als den Labels höhere Kosten durch Herstellung, Vertrieb und Marketing entstanden sind. Die Kosten sind aber im digitalen Zeitalter für die Labels stark gesunken, was die Verlage veranlasst hat, einen höheren Anteil am Streamingkuchen einzufordern. Aber auch die Unterscheidung zwischen dem Vervielfältigungsrecht und dem Zurverfügungstellungsrecht (Onlinerecht) bezüglich der Verlagsrechte hat zu einer Verteilungsdiskussion geführt, wie ich in einem Beitrag analysiert habe. So zahlt beispielsweise die britische Verwertungsgesellschaft PRS 50 Prozent der Einnahmen aus der Wahrnehmung des Onlinerechts direkt an die UrheberInnen aus und die anderen 50 Prozent an die Verlage, wohingegen die Einnahmen aus der Auswertung des Vervielfältigungsrechts zu 100 Prozent an die Verlage bezahlt wird, und diese dann vertragskonform die Tantiemen an die UrheberInnen ausschütten, was aber i.d.R. weniger als 50 Prozent der Einnahmen ist. Aus Sicht der KünstlerInnen ist es also vorteilhafter, wenn Musikstreaming nach dem Online- und nicht nach dem Vervielfältigungsrecht abgerechnet wird, was aber noch strittig ist. Jedenfalls zeigt der Streamingboom auch, dass die KünstlerInnen am wenigsten von der Streamingökonomie profitieren.

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05
Sep
17

The Economics of Music Streaming – Buchpräsentation & Podiumsdiskussion

Am 13. September 2017 findet ab 19:00 im Gewerbehaus der Wirtschaftskammer Österreich (3., Rudolf-Sallinger Platz 1) eine Zusatzveranstaltung zu den 8. Vienna Music Business Research Days statt. Nach der Präsentation des Buches “The Economics of Music” werden in Kooperation mit der Österreichischen und Wiener Wirtschaftskammer der Musikmanager Peter Jenner (Sincere Management, London), Sally Gross (Universiät Westminster, London), Hannes Tschürtz (ink music, Wien) und Alexander Hirschenhauser (VTMÖ – Verband der österr. Indie-Label und -Musikverlage, Wien) über „The Economics of Music Streaming – Revenue Streams for Musicians and Music Producers from Spotify & Co.“ diskutieren.

Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten: Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ)

 

The Economics of Music Streaming – Revenue Streams for Musicans and Music Producers from Spotify & Co?
(Erlöse für MusikerInnen und MusikproduzentInnen mit Spotify & Co.?)
13. September 2017
19.00 Uhr
Gewerbehaus
Große Dachterrasse
Rudolf Sallinger Platz 1, 1030 Wien

 

in Kooperation mit  Bildergebnis für WKÖ logo      und       Bildergebnis für wirtschaftskammer wien

08
Jun
17

The Economics of Streaming – Buchpräsentation in London am 15. Juni 2017

Mein neuestes Buch – The Economics of Music – das vor Kurzem bei Agenda Publishing erschienen ist, wird in einer MusicTank-Veranstaltung an der Universität von Westminster am 15. Juni 2017 von 19:00-21:30 der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach einer kurzen Einleitung zum Buch, werde ich dann mit Sally Gross (University of Westminster), Peter Jenner (Sincere Managment) und Mark Mulligan (Midea Research Consulting) die Frage “The Economics of Streaming: Full Stream Ahead?” diskutieren. Die Diskussion wird von Keith Harris (Keith Harris Music Ltd.) geleitet.

Ort: Fyvie Hall, University of Westminster, 309 Regent Street, London, W1B 2UW

Termin: 15. Juni 2017, 19:00-21:30

Weiterführende Informationen können auf der MusicTank-Webpage nachgelesen werden.

 

Peter Tschmuck, 2017, The Economics of Music. Newcastle-upon-Tyne: Agenda Publishing.

Hardback £55.00 | $70.00 ISBN 9781911116073
Paperback £16.00 | $23.00 ISBN 9781911116080
e-book £16.00 | $23.00 ISBN 9781911116097
Das Buch ist hier erhältlich: Agenda Publishing
15
Mrz
17

Das Musikbusiness in der Blockchain – die Blockchain als Neustart für eine globale Musikrechtedatenbank?

Am 3. März 2017 fand am Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft (IKM) der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien in Kooperation mit dem Music Information Center Austria (MICA) der interationale Workshop „The Blockchained Music Business“ mit den Workshop-LeiterInnen Carlotta De Ninni (Mycelia for Music Foundation, London), Peter Jenner (Sincere Management, London) und Benji Rogers (PledgeMusic & Dot Blockchain Music, New York) statt. Im dritten Teil der Zusammenfassung des Blockchain-Workshops dreht sich alles um die Frage, ob die Blockchain der Ausgangspunkt für die Entwicklung einer globalen Musikrechtedatenbank sein könnte? Diese Frage wurde ausführlich von der von Peter Jenner (Sincere Management, London) geleiteten Arbeitsgruppe diskutiert und die Ergebnisse können hier nachgelesen werden:

Weiterlesen ‚Das Musikbusiness in der Blockchain – die Blockchain als Neustart für eine globale Musikrechtedatenbank?‘

23
Feb
17

Podiumsdiskussion: „The Blockchained Music Business“ am 3.3.2017, 16:30-18:00 am IKM

Im Juli des Vorjahres habe ich den Beitrag „Das Musikbusiness in der Blockchain“ gepostet, in dem ich versucht habe, die Relevanz dieser neuen Technologie für die Musikwirtschaft auszuloten. In der Zwischenheit hat sich wieder einiges getan und es ist an der Zeit eine weitere Bestandsaufnahme zu machen. In Kooperation mit dem Music Information Center Austria (MICA) organisiert das IKM am 3. März 2017 den internationalen Workshop „The Blockchained Music Business – Opportunities und Challenges“. Dieser Workshop wird von 16:30-18:00 mit einer öffentlich zugänglichen Podiumsdiskussion beschlossen, in der die Workshop-LeiterInnen Carlotta de Ninni (Mycelia for Music Foundation, London), Peter Jenner (Sincere Management, London) und Benji Rogers (PledgeMusic und Dot Blockchain Music, New York) über die Chancen aber auch Herausforderungen der neuen Technologie diskutieren werden.

Zeit: Fr., 03.03.2017 von 16:30-18:00

Ort: Großer SE-Raum am Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft (IKM) der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (Anton-von-Webern-Platz 1, 1030 Wien), Gebäudeteil E, 1. Stock.

Um Anmeldung wird gebeten unter: ikm@mdw.ac.at

In weiterer Folge können noch die Kurzbiografien der DiskutantInnen nachgelesen werden:

Weiterlesen ‚Podiumsdiskussion: „The Blockchained Music Business“ am 3.3.2017, 16:30-18:00 am IKM‘

08
Okt
15

6. Wiener Tage der Musikwirtschaftsforschung im Rückblick

VMBRD-logo„Financing Music in the Digital Age“ war das zentrale Thema der 6. Tage der Musikwirtschaftsforschung 2015 an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Internationale MusikwirtschaftsexpertInnen und -forscherInnen haben sich diesem Thema vor allem am dritten Konferenztag am 1. Oktober von unterschiedlichen Perspektiven aus genähert.

Begonnen hat die Konferenz so wie jedes Jahr mit dem  Young Scholars‘ Workshop am 29. September. Master- und PhD-Studierende aus Brasilien, Deutschland, Ecuador, Norwegen, Polen und Ungarn haben ihre akademischen Abschlussarbeiten in einem geschlossenen Workshop mit renommierten MusikwirtschaftsforscherInnen aus aller Welt präsentiert und diskutiert. Schließlich wurde das beste Paper des  Young Scholars‘ Workshops – „Compulsory Licensing in the Recording Industry“ von Abner Pérez von der Universidad de las Americas Quito, Ecuador prämiert. Es wird im International Journal of Music Business Research (IJMBR) publiziert werden.

Der zweite Konferenztag am 30. September war dann ganz den aktuellen Ergebnissen der Musikwirtschaftsforschung gewidmet. WissenschafterInnen aus Australien, Brasilien, China, Deutschland, den Niederlanden, Österreich und Spanien haben in ihren Vorträgen zum niederländischen Musikverlagswesen, zur chinesischen Musikindustrie, zur Akzeptanz einer Musikflatrate und vielen anderen Themen berichtet.

Für eine ausführliche Zusammenfassung der gesamen Konferenz – inkl. der meisten Präsentation und Papers sowie des Audio- und Videostream der Vorträge und Diskussion am 1. Oktober – bitte hier klicken:

Weiterlesen ‚6. Wiener Tage der Musikwirtschaftsforschung im Rückblick‘

28
Sep
15

6. Wiener Tage der Musikwirtschaftsforschung, 29.09. – 01.10.2015

VMBRD-logoDie 6. Tage der Musikwirtschaftsforschung starten traditionell mit dem Young Scholars’ Workshop im Großen Seminarraum des Instituts für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft (IKM) um 9:00 am 29.September 2015. Master- und PhD- Studierende von Brasilien, Deutschland, Ecuador, Norwegen, Polen und Ungarn werden die Ergebnisse ihrer akademischen Abschlussarbeiten zur Musikwirtschaftsforschung in einem geschlossenen Workshop präsentieren. Wissenschaftliche MentorInnen aus aller Welt werden die Arbeiten kommentieren und diskutieren

Der zweite Konferenztag am 30. September wird der wissenschaftlichen Forschung über die Musikindustrie/-wirtschaft gewidmet sein. Im Joseph Haydn-Saal im Hauptgebäude der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien werden WissenschafterInnen aus Australia, Brasilien, China, Deutschland, dem Iran, den Niederlanden, Österreich und Spanien will ihre aktuellen Forschungsergebnisse von 09:00-18:00 präsentieren

Am 1. Oktober wird der dritte Konferenztag von 09:00-17:00 im Joseph Haydn-Saal der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien ganz unter dem Motto “Financing Music in the Digital Age” stehen. Eröffnet wird der dritte Konferenztag von Dagmar Abfalter (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien) mit einem gemeinsam mit Serge Poisson-de Haro (HEC Montreal) verfassten Beitrag, der die Frage “Opera Streaming as a New Revenue Source?” beantwortet. In der folgenden Podiumsdiskussion – geleitet von Dagmar Abfalter – werden Luke O’Shaughnessy (The Oper Platform, Brüssel), Christof Papousek (Cineplexx International GmbH, Wien), Christopher Widauer (Wiener Staatsoper) und Robert Zimmermann (Berlin Phil Media GmbH der Berliner Philharmoniker) “The Economic Relevance of Classical Music Streaming” 10:15-11:15 diskutieren.

Noch vor der Mittagspause – von 11:45-12:30 – befasst sich Kieran Garvey, Policy Programmes Manager und Research Associate am Cambridge Centre for Alternative Finance, mit der Rolle von “Alternative Financing of Music” und dabei insbesondere mit dem Musik-Crowdfunding.

Nach der Mittagspause – von 14:00-14:45 – werden der Start-up-Entreneur Andreas Mahringer und Business “Angelina” Selma Prodanovich die Prozesse und Strukturen hinter dem Start-up-Funding am Beispiel der Fallstudie des Wiener Start-up-Unternehmens Record Bird sichtbar machen.

Andreas Mahringer und Selma Prodanovich  werden dann anschließend mit Michael Breidenbrücker (co-founder of LastFM; speedinvest, Vienna and London) und dem Londoner Musikmanager Peter Jenner (Sincere Management, London) unter der Leitung des Journalisten Jakob Steinschaden über “Music Start-up Funding in the Digitized Music Economy” diskutieren.

Die Konferenz wird mit der Verleihung des Best Paper Awards für den Young Scholars’ Workshop im Joseph Haydn-Saal um 17:00 am 1.Oktober 2015 zu Ende gehen..

 

Das detaillierte Programm kann hier nachgelesen werden: https://musikwirtschaftsforschung.wordpress.com/wiener-tage-der-musikwirtschaftsforschung-3/

 

Der gesamte Konferenztag am 1. Oktober kann per Live-Audiostream mitverfolgt werden: http://www.mdw.ac.at/mdwMediathek/livestream/. Bitte folgen Sie uns auch auf Twitter und Facebook.

 

Eintrittkarten für passive Konferenteilnahme um EUR 40.- können bei Ticketgarden erworben werden: https://www.ticketgarden.com/tickets/vienna-music-business-research-days-2015/

Die Tickets sind auch für die Waves Music Conference, die ebenfalls am 1. Oktober am Campus der Universität für Musik und darstellende Kunst stattfindet, gültig.

 

Konferenzort & Anreise

Ticketing und Konferenzhotel

 

 




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