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18
Mai
20

Coronakrise und die Musikwirtschaft – Teil 4: Die Hilfsprogramme des Bundes und der Länder in Österreich

Der Unmut in der österreichischen Kunst- und Kulturszene über die Maßnahmen der Bundesregierung zur Krisenbewältigung im Kulturbereich wächst täglich, wie aktuelle Medienberichte und Petitionen an die Politik belegen. Der Druck wurde so groß, dass am 15. Mai 2020 die zuständige Kulturstaatssekretärin von den Grünen ihren Rücktritt bekannt gegeben hat. Als ausgewiesene Außenpolitik- und Europaexpertin hatte sie wegen der über Österreich hereinbrechenden Corona-Pandemie nicht die Möglichkeit, sich in den neuen Fachbereich einzuarbeiten und ist wohl an den Besonderheiten des Kunst- und Kulturbetriebs gescheitert. Dieser besteht aus einem Netzwerk unterschiedlichster AkteurInnen, deren Bedürfnislage sehr verschieden ist, was an der Musikwirtschaft verdeutlicht werden kann.

Da gibt es die großen im Eigentum des Bundes oder der Länder stehenden Kulturtanker wie z.B. die Wiener Staatsoper, Wiener Volksoper, die Vereinigten Bühnen Wien oder die Grazer Oper[1], die für die Erfüllung ihres öffentlichen Kulturauftrags Basisabgeltungen in mehrfacher Millionenhöhe erhalten und am Ende des Tages von der öffentlichen Hand vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch gerettet werden, wenn dies nötig sein sollte. Da gibt es aber auch zahlreiche Musikbetriebe wie kleine Festivals, Orchester und Musikclubs, die alljährlich von Förderzusagen der öffentlichen Hand abhängig sind, um ihre Tätigkeit aufrechterhalten zu können. Neben diesen Non-Profit-Organisationen und Kulturvereinen, die ganz wichtige lokale und regionale Kulturnahversorger sind, gibt es marktwirtschaftlich organisierte Unternehmen, die die ganze Palette von der EPU (Ein-Personen-Unternehmen) bis hin zur Tochtergesellschaft der großen internationalen Konzerne wie Universal Music oder Live Nation abdecken. Davon wirtschaftlich abhängig sind die zahlreichen Musikschaffenden des Landes, von denen viele, wie im Teil 2 der Serie zur Coronakrise und ihrer Auswirkung auf die Musikwirtschaft dargestellt, meist im wirtschaftlichen Prekariat mit Portfolio-Lebensläufen und atypischen Beschäftigungsverhältnissen ohne soziale Absicherung irgendwie über die Runden kommen müssen. Es gibt aber auch jene Gruppe von Musikschaffenden, die über fixe Orchesterstellen und Engagements verfügen sowie andere Verdienstquellen wie z.B. in der Musikausbildung haben. Diese kleine Aufzählung soll nicht dazu dienen, einzelne Gruppen von Musikschaffenden und Musikbetrieben gegeneinander auszuspielen, sondern die Heterogenität der Musikwirtschaft verdeutlichen. Dazu kommen noch unterstützende Dienstleister wie Ticketingunternehmen, Musikvertriebe, Ton- und Videotechnikanbieter, Speziallogistiker, Bühnenbauer etc., die ähnlich wie andere erwerbswirtschaftliche Betriebe arbeiten, aber von Aufträgen aus dem Kunst- und Kulturbereich abhängig sind. Auch diese sind derzeit vom Corona-Shutdown massiv wirtschaftlich betroffen.

Allein diese kurze Übersicht über die Musikwirtschaft macht klar, dass es die EINE Unterstützungsmaßnahme nicht geben kann, sondern es bedarf maßgeschneideter Hilfen, um möglichst niemand im Kunst- und Kultursektor zurückzulassen, wie die österreichische Bundesregierung immer wieder betont.

In weiterer Folge werden die Unterstützungsmaßnahmen des Bundes und der Bundesländer in Österreich für den Kunst- Kultursektor analysiert und mit jenen Kunst- und Kulturhilfsprogrammen verglichen, die in Deutschland auf Bundes- und Landesebene in der Coronakrise aufgelegt und im Teil 3 dieser Serie bereits besprochen wurden.

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22
Dez
16

Der Musikstreamingmarkt in Österreich

„In Skandinavien ist Musikstreaming zur Haupteinnahmequelle für die phonografische Industrie geworden. Das ist in Österreich noch nicht der Fall. Hierzulande werden immer noch gerne CDs gekauft. Beliebt sind dabei vor allem Schlager und volkstümliche Musik, die in erster Linie von der Generation 50+ gehört werden. Eine Veränderung des Musikkonsums ist aber auch in Österreich zu erwarten und es stellt sich die Frage, was das für die Künstler bedeutet?“  Diese Frage wurde von mir in einem Gastkommentar für die Austria Presse Agentur (APA) zur Entwicklung des Musikstreaming-Marktes in Österreich zu beantworten versucht. Der gesamte Beitrag kann hier nachgelesen werden: http://science.apa.at/dossier/Musikstreaming_-_Das_Radio_des_21_Jahrhunderts/SCI_20161222_SCI71414234033597692




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