Posts Tagged ‘Musik-Streaming

31
Mrz
14

Der phonografische Markt in Japan, 1990-2013

Der weltweit zweitgrößte phonografische Markt bietet ein paradoxes Bild. Während in allen anderen Märkten die Digitalisierung voranschreitet, scheint sie in Japan am Rückzug zu sein. Diesen Schluss kann man zumindest nach der Lektüre des aktuellen Berichts der Recording Industry Association of Japan (RIAJ) ziehen. Während die digitalen Musikverkäufe 2012 noch einen Gesamtumsatz von ¥ 54 Mrd. (EUR 383 Mio.) generierten, so waren es 2013 nur mehr ¥ 41 Mrd. (EUR 290 Mio.), was einem Rückgang von 23 Prozent entspricht. Dafür verantwortlich war vor allem der Mobile-Musikmarkt, der um 56,7 Prozent von ¥ 34,8 Mrd. (EUR 246,5 Mio.) auf ¥ 15,1 Mrd. (EUR 107,0 Mio.) gegenüber dem Vorjahr eingebrochen ist. Noch dramatischer fällt der Vergleich mit dem Jahr 2008 aus, als die Umsätze mit Mobile-Musik noch bei ¥ 79,9 Mrd. (EUR 566,0 Mio.) lagen – der mehr als fünffache Wert als 2013. Es waren aber in erster Linie nicht die stark rückläufigen Umsätze mit Master- und Ringbacktones, die den Absturz verursachten, sondern die über Mobiltelefone durchgeführten Singletrack-Downloads. Während die Umsätze mit Klingelton-Verkäufen zwischen 2008 und 2013 um 75,9 Prozent oder ¥ 21,8 Mrd. (EUR 154,4 Mio.) zurückgegangen sind, so fiel der Rückgang bei Singletrack-Downloads mit 83,7 Prozent oder ¥ -39,9 Mrd. (EUR 282,6 Mio.) noch wesentlich stärker aus. Dabei gilt es allerdings zu berücksichtigen, dass die RIAJ Musik-Downloads mit Smartphones und Tablets nicht zum Mobile-Musiksegment rechnet, sondern zu Internet-Downloads. Diese sind auch über die Jahre hinweg stark angestiegen. So machten 2013 die Singletrack-Downloads übers Internet ¥ 14,8 Mrd. (EUR 104,8 Mio.) und die Alben-Downloads ¥ 6,9 Mrd. (EUR 48,9 Mio.) aus, was einem Zuwachs in beiden Segmenten von mehr als 150 Prozent gegenüber 2008 entspricht. Da das Internet-Downloadgeschäft aber bei weitem noch nicht das frühere Volumen mit Mobile-Musik erreicht hat, fallen die Gesamtumsätze aus digitalen Musikverkäufen insgesamt deutlich niedriger aus. Da der japanische Musik-Streamingmarkt zudem noch sehr unterentwickelt ist und Spotify wahrscheinlich erst dieses Jahr ein Angebot lancieren wird, können die Umsatzeinbußen im digitalen Musiksegment (noch) nicht kompensiert werden.
Da der Tonträgermarkt in Japan ebenfalls schrumpft, gehen die Gesamtumsätze am phonografischen Markt seit Jahren massiv zurück. Allerdings dürfen die Werte für den physischen und digitalen Markt nicht einfach addiert werden, weil die RIAJ nur in Yen bewertete Produktionszahlen für CDs, Vinyl-Schallplatten und andere physische Formate, aber keine Umsätze berichtet. Seit 2000 hat sich die in Yen gemessene Jahresproduktion an Tonträgern aber ziemlich genau halbiert.
Der japanische Musikmarkt weist also strukturelle Besonderheiten auf, die in der nachfolgenden Analyse noch genauer beleuchtet werden.

 

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21
Okt
13

Is Streaming the Next Big Thing? – Was die KonsumentInnen wollen

Ob Musikstreaming „The Next Big Thing“ für die Musikindustrie sein wird, entscheiden letztendlich die KonsumentInnen. In den letzten Jahren wurden zahlreichen Studien zum Musikkonsumverhalten – meist von den Musikindustrieverbänden in Auftrag gegeben – durchgeführt, um das Potential von Musikstreaming abschätzen zu können. Für Musikstreaming-Services wie auch für UrheberInnen und Leistungsschutzberechtigte ist es essentiell zu wissen, ob Streaming-Services überhaupt bekannt sind, ob sie regelmäßig genutzt werden und ob die Bereitschaft besteht, von einem werbefinanzierten Freemium-Modell zu einem kostenpflichtigen Abo-Angebot zu wechseln. Die Ergebnisse dieser Studien liefern also wichtige Indikatoren nicht nur über das Musikkonsumverhalten, sondern generell für die zukünftige Entwicklung der Musikindustrie. Obwohl die Studien aufgrund unterschiedlicher methodischer Ansätze unterschiedliche und manchmal sogar widersprüchliche Ergebnisse liefern, bieten sie dennoch einen guten Einblick ins Musiknutzungsverhalten der KonsumentInnen im digitalen Zeitalter. In weiterer Folge möchte ich nun einige Studien besprechen, die in den letzten drei Jahren veröffentlicht wurden, und die sich zum Teil oder vollständig mit dem Musikstreaming beschäftigen.

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30
Aug
13

Is Streaming the Next Big Thing? – Die Label-Perspektive

Der Vorsitzende der britischen Beggars Group, Martin Mills, gab jüngst in einem Interview für den Guardian zu Protokoll, dass 2012 „(…) 22% of the label group’s digital revenues came from streaming – and that the majority of its artists earn more now from track streams than track downloads.“. Obwohl keine Absolutwerte genannt wurden, kann dennoch davon ausgegangen werden, dass die Einnahmen der Labelgruppe aus dem Streaminggeschäft angesichts eines Künstlerrosters mit Adele, Jack White und The xx beachtlich sind.

In einer Mitgliederbefragung der weltweit agierenden Lizenzierungsagentur Merlin, die mehr als 20.000 Indie-Label wie z.B. Beggars Group/XL Recordings, Rough Trade, Naïve, Tommy Boy, Cooking Vinyl und Naxos vertritt, zeigt auf, dass „92% of respondents saw streaming and subscription revenues grow between 2011 and 2012, with a third enjoying increases of more than 100%“, wie die britische Branchenzeitschrift Musicweek kürzlich berichtete. In derselben Studie wird zudem gezeigt, dass 24% der Indies 2012 bereits mehr Einnahmen aus dem Streaming bezogen haben als von Musik-Downloads. Bei den europäischen Indies waren es sogar 30%, die mehr mit Streaming als mit Downloads verdienten.

Diese Zahlen scheinen zu belegen, dass Musikstreaming für die Labels zu einer wichtigen Einnahmequelle geworden ist. In weiterer Folge soll nun das wirtschaftliche Potential von Musikstreaming und das dahinter liegende Geschäftsmodell aus Sicht der Labels genauer unter der Lupe genommen werden.

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24
Mai
13

Is Streaming the Next Big Thing? – das Geschäftsmodell der Musikstreamingdienste

Der Musikstreamingmarkt ist gegenwärtig das dynamischste Segment der Musikindustrie. Das zeigt sich bereits am Markteintritt gewichtiger Akteure wie Google mit All Access und Apple mit dem noch inoffiziell als iRadio bezeichneten Streamingangebot. Zudem gibt es Spekulationen, wann Amazon seinen Streamingdienst der Öffentlichkeit präsentieren wird. Allerdings treten Google, Apple & Co. in einen bereits hart umkämpften Markt ein. Allein im vergleichsweise kleinen österreichischen Markt tummeln sich laut IFPI Austria (2013: 13) acht Streaminganbieter, die um die Gunst der MusikkonsumentInnen buhlen. Dabei nicht mitgezählt sind die unzähligen Internetradios, die Videostreaming-Plattformen wie YouTube, TapeTV, Vimeo oder Hulu sowie die Musik-Cloud-Services von Amazon, Apple und Google.

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22
Mrz
13

Wie böse ist das Musik-Filesharing – und das Musikstreaming?

Das Joint Research Centre (JRC) der EU-Kommission hat vor kurzem eine Studie mit dem Titel „Digital Music Consumption on the Internet: Evidence from Clickstream Data“ veröffentlicht, deren Ergebnisse aufhorchen lassen. Die Studienautoren Luis Aguiar und Bertin Martens kommen darin zu Schluss, dass sowohl Musik-Filesharing als auch Musik-Streaming einen signifikant positiven Einfluss auf das Bezahl-Downloads hat. Die Studie basiert dabei auf Clickstream-Daten, die die Marktforschungsgesellschaft Nielsen mit ihrem NetView-Modul regelmäßig erhebt. Dazu wurde das Klick-Verhalten von 25.000 Internet-UserInnen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, und Spanien im Zeitraum von 1. Januar bis 31. Dezember 2011 erhoben, wodurch sich eine repräsentative Erhebung für die Internetpopulation in diesen Ländern ergibt. Wie die Autoren zur zentralen Aussage kommen, dass „our findings indicate that digital music piracy does not displace legal music purchases in digital format“, wird in der Folge genauer untersucht.

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17
Jun
11

Nachbetrachtung der zweiten „Vienna Music Business Research Days“, 8.-10. Juni 2011

Die zweiten „Vienna Music Business Research Days“, die vom 8.-10. Juni 2011 an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien stattfanden, befassten sich unter dem Titel „New Music Distribution Models“ mit der Frage, welche Geschäftsmodelle für den digitalen Musikvertrieb derzeit existieren und welches Erfolgspotenzial sie aufweisen. Es wurde aber auch hinterfragt, was Musik-Download, Streaming und Cloud-Musik für die Musikschaffenden bedeuten und wie diese Modelle von den Musikkonsument/innen angenommen werden.

In Ergänzung zu den Vorträgen und Podiumsdiskussionen mit internationalen Expert/innen des Musikbusiness wurde erstmals auch ein Young Scholars‘ Workshop abgehalten, in dem Jungakademiker/innen die Möglichkeit geboten wurde, ihre Forschungsergebnisse zu „Innovations in Music Business“ zu präsentieren und mit Musikwirtschaftsexpert/innen sowie dem fachkundigen Publikum zu diskutieren.

In der nachfolgenden Zusammenfassung der zweiten „Vienna Music Business Research Days“ können nun die Veranstaltungen am 8. und 9. Juni nachgehört und die meisten Paper und Präsentationen auch herunter geladen werden.

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28
Apr
11

Das Label im digitalen Zeitalter – Interview mit dem „City-Slang“-Geschäftsführer Christof Ellinghaus

In einem Interview spricht Christof Ellinghaus, Gründer und Geschäftsführer des renommierten deutschen Indie-Labels „City Slang“, das unter anderem Arcade Fire, Lambchop, Calexico und Notwist unter Vertrag hat, über die  aktuellen Umbrüche in der Musikindustrie, und erklärt, was diese für die Geschäftstätigkeit eines Indie-Labels bedeuten. Christof Ellinghaus nimmt aber auch Stellung zur aktuellen Diskussion rund um eine Kulturflatrate, zu 360-Grad-Modellen, zu neuen Formen des Musikvertriebs und darüber, wie man über MERLIN Geld an Musikstreaming-Services verdienen kann. Alles weitere kann nun in der Folge ausführlich hier nachgelesen werden:

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