Posts Tagged ‘Musik-File-Sharing

22
Mrz
13

Wie böse ist das Musik-Filesharing – und das Musikstreaming?

Das Joint Research Centre (JRC) der EU-Kommission hat vor kurzem eine Studie mit dem Titel „Digital Music Consumption on the Internet: Evidence from Clickstream Data“ veröffentlicht, deren Ergebnisse aufhorchen lassen. Die Studienautoren Luis Aguiar und Bertin Martens kommen darin zu Schluss, dass sowohl Musik-Filesharing als auch Musik-Streaming einen signifikant positiven Einfluss auf das Bezahl-Downloads hat. Die Studie basiert dabei auf Clickstream-Daten, die die Marktforschungsgesellschaft Nielsen mit ihrem NetView-Modul regelmäßig erhebt. Dazu wurde das Klick-Verhalten von 25.000 Internet-UserInnen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, und Spanien im Zeitraum von 1. Januar bis 31. Dezember 2011 erhoben, wodurch sich eine repräsentative Erhebung für die Internetpopulation in diesen Ländern ergibt. Wie die Autoren zur zentralen Aussage kommen, dass „our findings indicate that digital music piracy does not displace legal music purchases in digital format“, wird in der Folge genauer untersucht.

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05
Jul
12

Nachbetrachtung der dritten Vienna Music Business Research Days, 29.-30. Juni 2012

Die dritten Vienna Music Business Research Days standen ganz im Zeichen der “New Music Consumption Behavior”, die die digitale Revolution in der Musikindustrie mit sich gebracht hat. Dazu wurden aktuelle NutzerInnen-Studien aus Österreich und Großbritannien präsentiert und das Modell des Musik-Prosumers erläutert. In einem weiteren Beitrag wurde gezeigt, ob und welchen Einfluss Filesharing auf die Qualität neuer Musikprodukte hat. Es wurde zudem die Funktionsweise der französischen Behörde zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen im Internet – HADOPI – vorgestellt und eine Wirkungsanalyse der seit Oktober 2010 eingerichteten Institution präsentiert. In der nachfolgenden Podiumsdiskussion trafen dann unterschiedliche Standpunkte zum abgestuften Abmahnverfahren – auch ‘Three-Strikes’-Modell genannt – aufeinander. Bereits am Vorabend wurde in einer sehr kontrovers geführten Diskussion die Frage erörtert “Are File Sharer Pirates?”

Eröffnet wurden die dritten Vienna Music Business Research Days aber am 29. Juni mit einem Young Scholars‘ Workshop, in dem von neunzehn JungakademikerInnen aus sieben verschiedenen Ländern Beiträge geleistet wurden, die die gesamte Bandbreite der Musikwirtschaftsforschung widerspiegelten. Am Ende der Konferenz am 30. Juni wurde dann erstmals der Best Paper Award an die AutorInnen des von einer Jury gewählten Beitrages verliehen.

In der nachfolgenden Zusammenfassung der dritten Vienna Music Business Research Days können nun die Vorträge und Diskussionen nachgehört und auch im Videostream nachbetrachtet werden. Die meisten Paper und Präsentationen können auch herunter geladen werden.

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10
Feb
11

Die ökonomischen Folgen der Musik-„Piraterie“

Vor kurzem hat eine von der „Business Action to Stop Counterfeiting and Piracy“ (BASCAP) bei der Marktforschungsfirma Frontier Economics Ltd., London in Auftrag gegebene Studie mit dem Titel „Estimating the Global Economic and Social Impacts of Counterfeiting and Piracy“ für Aufsehen gesorgt. Die von der Internationalen Handelskammer (International Chamber of Commerce) 2005 ins Leben gerufene Initiative (www.iccwbo.org/bascap) versucht anhand dieses Berichts den Umfang der weltweiten Produkt- und digitalen Piraterie zu bewerten. Für 2008 wird der Wert der Produkt- und digitalen Piraterie zwischen US$ 455 Mrd. bis US$ 650 Mrd. angegeben und soll bis 2015 auf US$ 1.220 Mrd. bis US$ 1.770 Mrd. steigen. Der Anteil der digitalen Piraterie von Musik, Filmen und Software wird für 2008 mit 6,6% bis 11,5% des Gesamtvolumens der weltweiten Piraterie angegeben, was in etwa US$ 30 Mrd. bis US$ 75 Mrd. entspricht. Bis 2015 wird zudem ein Anstieg auf US$ 80 Mrd. bis US$ 240 Mrd. erwarten.

Ich möchte nun in der Folge nicht auf den Gesamtbericht eingehen, sondern mich auf das Kapitel über die digitale Piraterie von Musik konzentrieren, in dem der Wert unlizenzierter Musik für 2008 mit US$ 17 Mrd. bis US$ 40 Mrd. angegeben wird. Weiterlesen ‚Die ökonomischen Folgen der Musik-„Piraterie“‘

18
Aug
10

Musikwirtschaft Australien – Wie böse ist das Musik-Filesharing Down Under?

Jordi McKenzie von der University of Sydney hat die bisher einzige Studie zum Einfluss des Musik-Filesharings auf physische und digitale Musikverkäufe für den australischen Musikmarkt vorgelegt. Basierend auf einem Working Paper vom August 2009, wurde der Artikel unter dem Titel „Illegal Music Downloading and Its Impact on Legitimate Sales: Australian Empirical Evidence” in den Australian Economic Papers im Dezember 2009 veröffentlicht.

McKenzie bringt dabei eine ähnliche Methodik wie Oberholzer-Gee und Strumpf (2007) zur Anwendung und kommt zum Schluss: „(…) the evidence suggests no discernible impact of dowloading activity on legitimate sales“ (S. 296). Wie der Autor zu dieser Erkenntnis gelangt, kann in der Folge hier nachgelesen werden. Weiterlesen ‚Musikwirtschaft Australien – Wie böse ist das Musik-Filesharing Down Under?‘

19
Jun
10

Nachbetrachtung der ersten „Vienna Music Business Research Days“, 9.-10. Juni 2010

Vom 9.-10. Juni 2010 fanden an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien die ersten „Vienna Music Business Research Days“ statt. Thematische Schwerpunkte waren die wirtschaftlichen Aspekte des Musik-Filesharings und die Musik-Flatrate. In Workshops, Präsentationen und in einer Podiumsdiskussion reflektierten Wissenschafter/innen und Praktiker/innen an zwei Tagen die neuesten Forschungsergebnisse und stellten diese zur Diskussion. Weiterlesen ‚Nachbetrachtung der ersten „Vienna Music Business Research Days“, 9.-10. Juni 2010‘

29
Apr
10

US-Rechnungshof-Bericht zur Produkt- und „digitalen Piraterie“

Im April 2010 veröffentliche das U.S. Government Accountability Office (GAO) einen Bericht an den US-Kongress mit den Titel Intellectual Property. Observations on Efforts to Quantify the Economic Effects of Counterfeit and Pirated Goods. Darin wird neben der Produktpiraterie auch die unautorisierte Vervielfältigung und Verbreitung urheberrechtlich geschützter Werke (vulgo „digitale Piraterie“) in den USA thematisiert. Die Kernaussagen dazu können in der Folge hier nachgelesen werden. Weiterlesen ‚US-Rechnungshof-Bericht zur Produkt- und „digitalen Piraterie“‘

16
Feb
10

Pro und Contra Musik-Flatrate – Zusammenfassung des Musikwirtschaftsdialogs vom 10. Februar 2010

Im ersten Musikwirtschaftsdialog trafen am 10. Februar im vollkommen überfüllten Wiener ORF Kulturcafé der Soziologe und Internetaktivist Volker Grassmuck sowie der Geschäftsführer des Bundesverbands der Musikindustrie in Deutschland (BVMI), Stefan Michalk, aufeinander, um die Pros und Contras zu einer Musik- bzw. Kulturflatrate zu diskutieren. Einig waren sich die beiden Diskutanten eigentlich nur darin, dass es in Zukunft Musik-Flatrate-Modelle geben wird, wobei der Musikindustrie-Vertreter dabei an kommerzielle Angebote wie etwa an „Comes-With-Music“ des Mobiltelefon-Herstellers Nokia dachte, wohingegen Volker Grassmuck an die Umsetzbarkeit eines Abgabenmodells, das von den Verwertungsgesellschaften getragen werden könnte, glaubte. Darüber hinaus offenbarten sich in der Diskussion fundamentale Gegensätze im zugrunde liegenden Menschenbild – Filesharer als Musikdiebe vs. neue Tauschkultur im Netz –, bei der Einschätzung der technischen Umsetzbarkeit, bei der Frage nach der Verteilung der zu erwartenden Einnahmen und bei den Kosten, die eine Musik-Flatrate verursachen würde. 

 Auf dieser Seite der mdw kann der Mitschnitt der Veranstaltung  in voller Länge  nachgehört werden.

 

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22
Dez
09

Neue Diskussionsreihe: „Musikwirtschaftsdialoge“

Am 10. Februar 2010 startet eine von der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw) in Kooperation mit dem Kultursender Ö1 ins Leben gerufene Diskussionsreihe mit dem Titel „Musikwirtschaftsdialoge“. In deren Rahmen sollen alle zwei Monate im ORF Kulturcafé in der Argentinierstraße 30a kontroversielle musikwirtschaftlichen Themen von VertreterInnen unterschiedlicher Standpunkte vor Publikum diskutiert werden. Der Zugang zu den einzelnen Veranstaltungen ist frei. Die Vorab-Anmeldung ist aufgrund der begrenzten Sitzplatzkapazität im Kulturcafé an ausseninstitut@mdw.ac.at oder Tel.: 01/71155-7430 erbeten. Folgende Diskussionstermine sind fixiert:

Mi., 10. Februar 2010, 19.30-21.30 im ORF Kulturcafé

„Pro und Contra Musikflatrate – Wer bezahlt die Rechnung?“ – Es diskutieren: Volker Grassmuck, Universität São Paulo und Stefan Michalk, Geschäftsführer des Bundesverband der Musikindustrie in Deutschland.

Mi., 14. April 2010, 19.30-21.30 im ORF Kulturcafé

„Quo vadis Musik-Verwertungsgesellschaften?“ – Es diskutieren: Ursula Sedlaczek, Direktorin der AustroMechana und Leonhard Leeb, Musiker, Jurist und Lehrender an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.

Mi., 9. Juni 2010, 19.30-21.30, Fanny-Hensel-Mendelssohn-Saal an der mdw, Anton-von-Webern-Platz 1, 1030 Wien

„Wie böse ist das Musik-Filesharing?“ – Es diskutieren: Felix Oberholzer-Gee, Professor an der Harvard Business School und Philip Ginthör, General Manager der Sony Music Entertainment Austria 

 Weitere Informationen zum ersten Termin am 10. Februar 2010 können in der Ankündigung der mdw sowie nachfolgend nachgelesen werden. Weiterlesen ‚Neue Diskussionsreihe: „Musikwirtschaftsdialoge“‘

10
Dez
09

Vom Alben- zum Singlemarkt – weitere empirische Belege

In meinem Beitrag „Die Rezession in der Musikindustrie – eine Ursachenanalyse“ habe ich die These vertreten, dass sich seit etwa 2003 der umsatzträchtige Alben- in einen wirtschaftlich weniger tragfähigen Single-Markt verwandelt hat, was nicht unwesentlich zu den starken Ertragsrückgängen bei Kaufmusik in den letzten Jahren beigetragen hat. Nun bestätigt ein im November 2009 an der Harvard Business School publiziertes Working-Paper genau diese These und liefert dazu auch noch stichhaltige, empirische Belege. Die Studienautorin, Prof. Anita Elberse, ging von der Frage aus, ob die so genannte Entbündelung von Entertainment-Produkten dazu führt, dass sich die Ertragslage der Anbieter dadurch verschlechtert. Als Fallbeispiel dient ihr dabei die Musikindustrie, da in ihr die im Internet entstandene Trackkultur ein Musterbeispiel dafür ist, wie Produkte, die früher fast ausnahmslos als „reine“ Bündel (d.h. in Form von Musik-Alben) verfügbar waren, entbündelt werden und am Markt nebeneinander physische Alben, digitale Alben sowie die auf ihnen vertretenden Einzeltracks angeboten werden. Im Fachjargon spricht man in dem Zusammenhang von „gemischten“ Bündeln, bei denen die KonsumentInnen die Wahlfreiheit haben, ob sie das gesamte Bündel oder nur einzelne Elemente (Songs) erwerben wollen. In einer statistisch fundierten Analyse zeigt die Autorin, dass die Entbündelung von Musikprodukten einen starken Einnahmenrückgang verursacht hat, weil die sinkenden Absatzzahlen bei Alben nicht durch die stark gestiegenen Verkäufe von Musik-Einzeltracks kompensiert werden konnten. Wie Prof. Elberse zu diesem Ergebnis kommt, kann in der Folge im Detail nachgelesen werden. Weiterlesen ‚Vom Alben- zum Singlemarkt – weitere empirische Belege‘

04
Dez
09

Rezension: Das Urheberrecht – von Buchdruck bis Filesharing

Der Titel dieses kürzlich erschienen Buches lässt nicht gleich auf den ersten Blick erkennen, dass Markus Schimana sich sehr ausführlich mit den urheberrechtlichen Implikationen der Musikproduktion, -distribution und -rezeption beschäftigt. Da der Autor aber ein studierter Musikwissenschafter, Jurist und auch Betriebswirt ist, so verwundert es nicht, dass er den Schwerpunkt seiner Betrachtung auf die musikwirtschaftlichen Verwertungszusammenhänge legt und quasi aus multidisziplinärer Perspektive vor allem die gegenwärtige Entwicklung des Urheberrechts und seine Auswirkung im Musikbusiness beleuchtet. Weiterlesen ‚Rezension: Das Urheberrecht – von Buchdruck bis Filesharing‘




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