Posts Tagged ‘International Journal of Music Business Research

01
Jan
17

Die Musikwirtschaftsforschung 2016 – ein Jahresrückblick

Liebe Leserinnen und Leser des Blogs zur Musikwirtschaftsforschung,

Das Jahr 2016 scheint die Trendwende in der phonografischen Industrie gebracht zu haben. Es liegen zwar noch keine Jahresdaten für das zu Ende gegangene Jahr vor, aber der positive Trend aus dem Jahr 2015 scheint sich fortzusetzen. Der globale phonografische Markt ist 2015 um 3,4% gewachsen. Der US-Markt hat leicht um 0,9% zugelegt und der Umsatzanstieg am deutschen Markt war mit 4,4% überdurchschnittlich hoch. Und für den österreichischen Markt kann zumindest konstatiert werden, dass sich der Umsatzrückgang 2015 verlangsamt hat, wie im Beitrag „Der Musikstreamingmarkt in Österreich“ gezeigt wird.

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31
Okt
16

International Journal of Music Business Research – Oktober 2016, Vol. 5, No. 2

Die Oktober-Ausgabe des Internationalen Journals of Music Business Research versammelt drei Beiträge, die sich mit dem Themen Psychologie des Musikstreamings, der ökonomischen Relevanz  von Musiker-Biografien und mit ästhetischen Präferenzen bei Entscheidungsprozessen in phonografischen Unternehmen befassen.  Im Beitrag von Geoff Luck vom Finnischen Zentrum für interdisziplinäre Musikforschung der Universität Jyväskylä) –  “The Psychology of Music Streaming – Exploring Music Listeners’ motivations To Favour Access over Ownership” – untersucht der Autor, welchen Einfluss Musikstreaming auf die Art und Weise, wie wir Musik empfinden bzw. erfahren, hat. Die Möglichkeit, auf nahezu das Musikweltrepertoire jederzeit und von jedem Ort aus zuzugreifen, wird die Wahrnehmung von und den Umgang mit von Musik verändern. Im Beitrag “Aesthetic preferences and aesthetic ‘agnosticism’ among managers in music organisations: is liking projects important?” von Paul Saintilan (Direktor der Macleay und Collarts Colleges in Australia) wird der Frage nachgegangen, wie Entscheidungsträger in phonografischen Unternehmen mit ihren eigenen ästhetischen Präferenzen umgehen, wenn sie neue Projekte entwickeln und diesbezüglich Marketingentscheidungen treffen. “Why narratives are better than chronicles of achievement in musicians’ biographies” von Peter Gilks (Institut für Entertainment Management der I-Shou Universität in Taiwan) zielt darauf ab, wie das neue Musikkonsumverhalten, das durch Musikempfehlungssysteme und Streamingservices beeinflusst wird,  durch die Vermittlung von MusikerInnen-Biografien verändert werden kann. Der Artikel beruht auf der Erkenntnis von Simon Frith, dass die Wertschätzung von Musik auf der Identifikation mit bestimmen Narrativen zusammenhängt und auf Bruners Theorie, dass Identitäten narrativ kontruiert sind.

 

Volume 5, no 2, October 2016

Editorial by Dennis Collopy, pp. 4-5

Paul Saintilan: Aesthetic preferences and aesthetic ‘agnosticism’ among managers in music organisations: is liking projects important?, pp. 6-25

Peter Gilks: Constructing authentic identities: why narratives are better than chronicles of achievement in musicians’ biographies, pp. 26-45

Geoff Luck: The psychology of streaming: exploring music listeners’ motivations to favour access over ownership, pp. 46-60

 

01
Jan
16

Die Musikwirtschaftsforschung 2015 – ein Jahresrückblick

Liebe Leserinnen und Leser des Blogs zur Musikwirtschaftsforschung,

wie schon im Vorjahr stand das Musikwirtschaftsjahr 2015 ganz im Zeichen des Musikstreamings. Im Juni stellte Apple Inc. das lang erwartete hauseigene Musikstreaming-Portal Apple Music der Öffentlichkeit vor, das keine Freemium-Komponente besitzt, stattdessen aber mit Beats 1 eine Online-Radiostation betreibt und mit Artist Connect einen direkten Draht zwischen den Stars und ihren Fans herstellt. Taylor Swift war dennoch nicht ‚amused‘ und drohte Apple Music zu boykottieren, wenn keine Tantiemen während der Gratis-Probeperiode an die RechteinhaberInnen ausgeschüttet werden würde, worauf Apple iTunes Vizepräsident, Eddie Cue, postwendend zurück ruderte und Tantiemenzahlungen auch für die Probephase in Aussicht stellte. Jedenfalls zeigt dieser Konflikt, dass die Diskussion über die Auszahlungen der Streamingservices an die RechteinhaberInnen auch 2016 prolongiert werden wird. Eine Analyse im Blog gab es dazu bereits: Musikstreaming 2014 – das Problem der Einnahmenverteilung. Und in einem anderen Blogbeitrag wird gezeigt, dass nicht einmal Superstars vom Musikstreaming profitieren: Musikstreaming 2014 – das Musikstreamingeinkommen der Superstars. Die eigentlichen Profiteure des Musikstreaming-Boom sind in erster Linie die Major-Labels, die ihren großen Kataloge erfolgreich vermarkten können: Wer profitiert von Spotify & Co.?

Mit großem Pomp war im März das Premium-Streamingservice Tidal von Jay-Z und weiteren 16 Superstars als Shareholder aus der Taufe gehoben worden, nachdem die schwedische Holdinggesellschaft Aspiro, die unter anderem auch das Streamingportal WiMP betreibt, aufgekauft worden war. Ob die Musikfans langfristig bereit sein werden, US $19,99 pro Monat für Streaming mit hoher Audioqualität auszugeben, bleibt abzuwarten, der Erfolg bei den Abo-Zahlen war bislang eher bescheiden.

Und im November wurden erste Details von YouTube Red bekannt, das von Konzernmutter Google den MitarbeiterInnen vorgestellt wurde. Es löst Music Key ab, das es nicht über die Betaversion hinaus geschafft und nun Spotify & Co. den Kampf ansagen soll. Ob das gelingt, wir das Jahr 2016 zeigen.

Auffällig ist, dass alle neuen Services ohne Freemium-Komponente auskommen, was Spekulationen über das Ende von Gratis-Musikstreaming befeuert. Den Labels und Musikverlagen wäre das nur recht. Lautstark haben deren Spitzenvertreter 2015 die Einstellung der Gratisdienste gefordert. Dass diese Forderung allerdings undifferenziert ist, weil es Märkte gibt, die erst über Freemium-Angebote erschlossen werden müssen, belegt der Blogbeitrag Musikstreaming 2014 – eine internationale Marktanalyse.

2015 war aber nicht nur vom Streamingboom gekennzeichnet, sondern zeigte erste Anzeichen einer Marktbereinigung. So hat der deutsche Streaming-Pionier Simfy seine Pforten geschlossen und das US-amerikanische Service rdio musste Konkurs anmelden. Da passt es ins Bild, dass YouTube seit seines Bestehens immer noch keine Gewinne abwirft: YouTube – 10 Jahre Verlustgeschäft – ein Schicksal, das es mit den On-Demand-Streamingservices teilt.

Musikstreaming-Services sind jedenfalls kein Objekt der Begierde mehr für Investoren, wie die Podiumsdiskussion „Financing Music in the Digital Age“ der 6. Vienna Music Business Research Days (29. September bis 1. Oktober 2015) gezeigt haben. Die internationale Konferenz an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien fand ein weiteres Mal in Kooperation mit dem Waves Vienna Festival & Conference statt und hat sich auch in einer Präsentation und einer Podiumsdiskussion mit der finanziellen Relevanz von Streaming für Opern- und Konzerthäuser sowie in einer Keynote mit Crowdfunding beschäftigt. Ergänzt wurden die Vorträge und Diskussionen eingeladener Gäste durch Präsentationen von MusikwirtschaftsforscherInnen aus Australien, Brasilien, Deutschland, den Niederlanden, Österreich, Spanien und Ungarn am Conference Track Day. Der Young Scholars‘ Workshop war ebenfalls international besetzt und Abner Pérez von der Universidad de las Americas Quito, Ecuador wurde mit dem Best Paper Award ausgezeichnet. Sein Beitrag wird im International Journal of Music Business Research erscheinen.

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27
Okt
15

International Journal of Music Business Research – Oktober 2015, Vol. 4, No. 2

Die aktuelle Ausgabe des IJMBR ist eine Premiere. Sie wurde erstmals von der International Music Business Research Association (IMBRA) herausgegeben, die am 2. Oktober 2015 an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien vor Kurzem gegründet wurde. Der Eröffnungsartikel von Beate Flath von der Universität Paderborn – “Life is live: Experiencing music in the digital age” – zeigt auf, wie sich die Digitalisierung auf die Wahrnehmung und den Umgang mit Musik ausgewirkt hat. Sie bezieht sich dabei vor allem auf das Konzept der Prosumption, das Alvin Toffler schon in den 1970er Jahren formuliert hat und die Trennung zwischen aktiven Musikschaffenden und passiven MusikkonsumentInnen als obsolet ansieht. José M. Alvarez-Monzoncillo und Juan Calvi von der Rey Juan Carlos Universität in Madrid argumentieren im zweiten Artikel der Journalausgabe, dass sich ein neuer Massenmarkt für Musik durch die Digitalisierung herausgebildet hat, der noch stärker konzentriert ist als jemals zuvor.Sie beziehen sich dabei auf eine Vergleichsstudie, wonach der Musikkonsum in den verschiedenen Medienkanälen (Internet, Radio) sowie über Tonträger und digitale Downloads in Spanien sich kaum unterscheidet. Der letzte Artikel stammt von mit dem Titel “The Evolution of music blogs: From a fan’s passion to a promotional outlet” stammt von Beatrice Jetto von der University of Technology and Charles Sturt University in Sydney.Sie zeigt auf das Plattenlabel gegenüber Musikblogs eine neue Strategie eingeschlagen haben: „They went from suing blogs for digital copyright infringements to collaborating with them for the promotion of their artists”. Dementsprechend unterscheidet sie 4 Phasen in der Evolution von Musikblogs: (1) Die Amateur-Phase; (2) die Diversifikationsphase; (3) die PR-Phase und (4) die Professionalisierungsphase.

 

Volume 4, No 2, Oktober 2015

Editorial von Peter Tschmuck, S. 4-6

Beate Flath: Life is live: Experiencing music in the digital age, S. 7-26

José María Álvarez Monzoncillo & Juan Calvi: Music consumption in Spain: From analogue to digital in the shaping of music, S. 27-48

Beatrice Jetto: The evolution of music blogs: From a fan’s passion to a promotional outlet, S. 49-72

 

 

04
Jan
15

Die Musikwirtschaftsforschung 2014 – ein Jahresrückblick

Liebe Leserinnen und Leser des Blogs zur Musikwirtschaftsforschung,

aus österreichischer Sicht stand das Musikwirtschaftsjahr 2014 im Zeichen von Conchita Wurst, die für Österreich den Eurovision Song Contest das zweite Mal gewonnen. Welche wirtschaftliche Relevanz dieser Sieg hat, wurde in einem Blogbeitrag bereits aufgearbeitet. 2015 werden zum Song Contest, der ja in Wien ausgetragen wird, wohl noch weitere musikwirtschaftliche Reflexionen am Blog angestellt werden.

Ansonsten hat aber das Thema Musikstreaming die musikwirtschaftliche Diskussion bestimmt. Taylor Swift hat weltweit mit ihrer Entscheidung, ihren gesamten Katalog vom Musikstreamingservice Spotify abzuziehen, weil sie mit den Tantiemenzahlungen der schwedischen Firma unzufrieden war, die öffentliche mediale Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Sie stimmte damit in die Klage anderer MusikerInnen wie z.B. Thom Yorke von Radiohead, ein, die zuvor schon die geringen Auszahlungen der Musikstreamingservices angeprangert hatten – einer Frage, der ich auch im Blogpost „Is Streaming the Next Big Thing? – Die KünstlerInnen-Perspektive“ nachgegangen bin.

Nichtsdestotrotz hat sich der Siegeszug von Musikstreaming auch 2014 fortgesetzt. Die Einnahmen aus dem Streamingbusiness haben in fast allen Märkten z.B. in den USA, Japan, Deutschland, Brasilien und auch in Österreich deutlich zugenommen. Auch neue Plattformen wurden 2014 eröffnet. Man denke nur an Amazons Prime Music oder YouTubes Music Key. Das Streamingservice Beats war zudem Teil der größten Firmenübernahmen des Jahres in der Musikindustrie, als Apple, vor allem wegen der angesagten Kopfhörersparte, Beats Electronics aufgekauft hat. Der Computerhersteller kam erneut in die Schlagzeilen, als er ankündigte, dass das neue U2-Album „Songs of Innocence“ gratis an alle Apple-NutzerInnen über den iTunes-Store abgegeben werden sollte – eine US $100-Millionen schwere Marketingkampagne, mit zweifelhaftem Ergebnis.

Musikstreaming war auch eines der zentralen Themen der 5. Vienna Music Business Research Days zur Frage “How to Monetize Music in the Digital Age” (1.-3. Oktober 2014), die zum ersten Mal in Kooperation mit dem Waves Vienna Festival & Conference an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien stattfanden. Die Konferenz wurde erstmals durch einen Conference-Track-Tag ergänzt, an dem MusikwirtschaftsforscherInnen aus Australien, Brasilien, Deutschland, Großbritannien, Kroatien, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Schweden, Spanien und Ungarn ihre aktuellen Forschungsergebnisse präsentierten. Der Young Scholars‘ Workshop war ebenfalls international besetzt und der Best Paper Award ging dieses Mal an Jordana Viotto da Cruz von der Université 13 in Paris und an Esther Bishop von der Zeppelin Universität Friedrichshafen. Beide Paper sind für die Publikation im International Journal of Music Business Research (IJMBR) vorgesehen.

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30
Sep
14

International Journal of Music Business Research, Vol. 3, No. 2, 2014

Die aktuelle Ausgabe des International Journal of Music Business Research ist bereits online und die einzelnen Beiträge können schon nachgelesen werden. Der erste Artikel von Francisco Bernardo und Luís Gustavo Martins der Katholischen Universität von Portugal in Porto ist der Siegerbeitrag des Young Scholars‘ Workshop der Vorjahreskonferenz. Die Autoren untersuchen dabei kritisch die Hypothese der durch die Digitalisierung ausgelöste Disintermediation, wonach Verwertungsstufen zwischen EndverbraucherInnen und Musikschaffende (z.B. Labels und Verlage) nicht mehr nötig sind. Im zweiten Beitrag macht Ben O’Hare vom Box Hill Institute in Melbourne/Australien auf die wachsende Relevanz von Entrepreneurship- und Innovationsforschung für die Musikwirtschaftsausbildung aufmerksam und untermauert seine Thesen mit theoretischen Konzepten sowie empirischem Material. Schließlich befasst sich Beatrice Jetto von der University of Technology and Notre Dame University in Sydney, Australien mit der Relevanz von Musikblogs für Musikindustrie, indem sie dazu 18 qualitative Interviews mit BlogbetreiberInnen und MusikindustrievertreterInnen geführt und ausgewertet hat.

http://musicbusinessresearch.wordpress.com/international-journal-of-music-business-research-ijmbr/

 

 

30
Apr
14

International Journal of Music Business Research – April 2014, Vol. 3, No. 1

In der jüngsten Ausgabe des International  Journal of Music Business Research geht Professor Adolf Dietz, ehemaliger Leiter und nunmehr Senior Researcher des Max-Planck-Instituts für Innovation und Wettbewerb in München mit der vor kurzem von den EU-Gremien veabschiedeten Verwertungsgesellschaften-Richtlinie hart in Gericht und attestiert eine verpasste Gelegenheit, die kulturelle Vielfalt in der EU zu schützen.  David Allan, Associate Professor für Marketing an der  Saint Joseph’s University in Philadelphia (USA) setzt sich in „Turn it up: That’s my song in that ad“ mit der Relevanz von Popularmusik für das Bewusstsein von Marken und KünstlerInnen auseinander. Schließlich analysiert Steven C. Brown, Doktorratsstudent an der Glasgow Caledonian University (Schottand) die Rolle der „Peer production and the changing face of the live album“.

International Journal of Music Business Research – April 2014, Vol. 3, No. 1




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