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20
Apr
17

Die Musikstreaming-Ökonomie – ein Einblick

Anfang April 2017 haben das Musikstreamingservice Spotify und die Universal Music Group einen neuen Lizenzvertrag ausgehandelt, von dem bekannt wurde, dass Spotify niedrigere Lizenzentgelte an den Musik-Major zahlen muss, im Gegenzug aber zugestimmt hat, sich an von Universal vorgegebene Wachstumsziele im Subskriptionssegment zu halten.[1] Zwar wurden keine Details zu diesem Deal bekannt gegeben, aber es lässt sich auf Basis der Publikation „Dissecting the Digital Dollar“ des International Music Managers Forum (IMMF) rekonstruieren, wie die neue Musikstreaming-Ökonomie funktioniert und wer dabei die Nutznießer sind, wie in der Folge noch näher ausgeführt wird.

 

Ein Interview von mir zu diesem Thema fürs Deutschlandradio kann übrigens hier nachgehört werden: http://www.deutschlandradiokultur.de/musik-im-internet-das-ende-des-kostenfreien-streamings.2177.de.html?dram:article_id=383839

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19
Jul
15

Musikstreaming 2014 – das Problem der Einnahmenverteilung

Die Rethink Music Initiative hat vor Kurzem den Bericht „Fair Music: Transparency and Money Flows in the Music Industry“ publiziert, in dem die verschiedenen Barrieren im Geldfluss zu den KünstlerInnen im Musikbusiness aufgezeigt werden: „[O]nly a small proportion of the money beyond the initial recording advances ultimately makes its way to artists as ongoing revenue.“ (Rethink Music, 2015: 3). Das digitale Musikgeschäft erweist sich dabei als besonders intransparent. Und was das Musikstreaming betrifft, so sind die KünstlerInnen besonders skeptisch bezüglich der Verteilung der Einnahmen unter den verschiedenen Anspruchsberechtigten. Auf Basis der Erkenntnisse des Rethink Music-Berichts, wird nun in weiterer Folge die Struktur der Einnahmenverteilung und das dahinter stehende Geschäftsmodell genauer beleuchtet.

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25
Mrz
15

Die US-Musikindustrie vs. die FilesharerInnen – Teil 4: Cui bono?

Die Musikindustrie geht in ihrem Kampf gegen das Filesharing nicht nur gegen kommerziell orientierte Anbieter von Filesharing- und Filehosting-Software vor, sondern auch gegen individuelle FilesharerInnen, die sich privat und nur zum Spaß Musik aus Tauschbörsen beschafft und im Netz weiter gegeben haben. Allein in den USA hat der hiesige Musikindustrieverband – Recording Industry Association of America (RIAA) – mehr als 35.000 InternetnutzerInnen, die Filesharing betrieben haben, ausforschen lassen, um sie mit Schadenersatzklagen in Millionenhöhe zu bedrohen. Der Großteil dieser Fälle wurde auf außergerichtlichem Weg mit Abschlagszahlungen um die US $3.000 aus der Welt geschafft. Aber zwei Fälle, jene der alleinerziehenden Mutter von vier Kindern, Jammie Thomas-Rasset und jener des Physikstudenten Joel Tenenbaum, landeten vor Gericht und endeten mit Schuldsprüchen, die Schadenersatzzahlungen in der Höhe von US$ 222.000 für 24 geteilte Musikfiles (Thomas-Rasset) und US $675.000 für 30 Musik-MP3s (Tenenbaum) nach sich zogen.

In der Serie “Die US-Musikindustrie vs. die FilesharerInnen” wird die Klagswelle der RIAA gegen einzelne FilesharerInnen im Allgemeinen sowie die beiden gerichtsanhängigen Verfahren gegen Thomas-Rasset und Tenenbaum im Besonderen analysiert und die Strategie vor allem der Musikkonzerne, die Kontrolle über die Musikdistribution zurück zu erlangen, aufgezeigt.

Im vierten und letzten Teil der Serie wird der Frage nachgegangen, was die RIAA-Klagekampagne gebracht hat? Konnten die von der RIAA selbst gesteckten Ziele der Abschreckung und Aufklärung tatsächlich erreicht werden und wie viel hat die Kampagne gekostest? Anworten finden sich in weiterer Folge.

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12
Apr
13

Die Machbarkeit einer Kulturflatrate in Deutschland

Professor Gerald Spindler von der Universität Göttingen hat im Auftrag der Bundestagsfraktion „Bündnis 90/DIE GRÜNEN“ eine Studie zur rechtlichen und ökonomischen Machbarkeit einer Kulturflatrate in Deutschland durchgeführt, die Anfang März 2013 veröffentlich wurde. Diese Studie bietet erstmals eine systematisch und detailliert ausgearbeitete Grundlage zur Kulturflatrate, die mit so manchen Vorurteilen aufräumt. So zeigt der Studienautor, dass die Kulturflatrate in wirtschaftlicher Hinsicht höchst relevant wäre und technisch umsetzbar ist. Dennoch scheitert die Einführung einer neuen Schranke für die private Verfügbarmachung am derzeit gültigen europäischen Urheberrecht, das entsprechend angepasst werden müsste. Das bedeutet, dass eine Kulturflatrate nicht im nationalen Alleingang eines EU-Staates eingeführt werden kann, sondern ein mehrheitsfähiges Projekt innerhalb der EU-Institutionen sein muss. Darüber hinaus ergeben sich bei der Kulturflatrate auch noch Probleme auf Ebene des internationalen Urheberrechts, die aber technisch durchaus lösbar sind.

In der Folge unternehme ich den Versuch, die sehr gut fundierte Studie von Professor Spindler in den wesentlichsten Punkten zusammenzufassen und zu analysieren.

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03
Apr
12

International Journal of Music Business Research, April 2012, Band 1, Heft 1

Wozu braucht es eigentlich eine neue wissenschaftliche Zeitschrift zur Musikwirtschaft? Es gibt ohnehin einige sehr profilierte Branchenzeitschriften und auch akademisch ausgerichtete Journals, die die Plattform zur Veröffentlichung der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Popularmusik, zur Kulturwirtschaft, zur Kunst- und Kulturökonomik oder zum Kulturmanagement bieten. Nichtsdestotrotz bestand bislang eine Lücke für die Präsentation von Forschungsergebnissen zu musikwirtschaftlichen Themen, die von unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven aus beleuchtet werden.

Diese Lücke versucht nur das International Journal of Music Business Research (IJMBR) zu füllen. In seiner ersten Ausgaben wird bereits die ganze Breite der Musikwirtschaftsforschung sichtbar. In einem konzeptionellen Beitrag zeigt Patrik Wikström auf, dass der ökonomische Wert in der phonografischen Industrie nicht mehr über das Eigentum z.B. an Tonträgern oder Musikdowloads, aber auch nicht durch den einfachen Zugang zu Musik durch Streaming generiert werden wird, sondern über kontextuelle Modelle der Musikverbreitung, die über das Erleben von Musik emotional aufgeladen werden. Der zweite Artikel von Pinie Wang analysiert im historischen Rückblick das komplexe Wechselspiel zwischen der Medien-, Werbe- und Musikindustrie seit dem späten 19. Jahrhundert, um zu zeigen, dass es gegenwärtig zu einer erneuten Durchdringung dieser drei Industrie kommt, wodurch Musik vom Hauptinhalt immer mehr zum Nebeninhalt wird. Schließlich antwortet Martin Kretschmer in seinem Beitrag auf die Verlängerung der Schutzfristen für Tonaufnahmen in der EU mit einem rechtwissenschaftlich fundierten Vorschlag, dass die Nutzungsrechte an Verwertungsrechten grundsätzlich auf zehn Jahre begrenzt sein sollen, um in Kombination mit dem „Use-it-or-lose-it“-Prinzip die Anzahl verwaister Werke der Tonkunst radikal zu verringern und gleichzeitig Innovationsanreize für das Musikschaffen zu bieten.

Alle Artikel können nun in der ersten Ausgabe des International Journal of Music Business Research nachgelesen werden.

Wer Artikel für das IJMBR einreichen möchte, sende diese bitte an music.business.research@gmail.com

16
Sep
11

Schutzfristverlängerung für Tonaufnahmen in der EU von 50 auf 70 Jahre – Eine ökonomische Folgenabschätzung

Am 12. September 2011 hat der Ministerrat der Europäischen Union der Verlängerung der Schutzfrist für Leistungsschutzrechte an Tonaufnahmen von 50 auf 70 Jahre zugestimmt, nachdem die Europäische Kommission 2008 einen Richtlinienvorschlag – allerdings mit einer Schutzfristverlängerung auf 95 Jahre – eingebracht hat, der 2009 vom Europäischen Parlament in Form einer Verlängerung der Schutzfrist auf 70 Jahre beschlossen wurde. Nun sind die EU-Mitgliedsstaaten gefordert, innerhalb von zwei Jahren die Richtlinie zur Schutzfristverlängerung in nationales Recht umzusetzen.

Die Verlängerung der Schutzfristen für Tonaufnahmen wurde erwartungsgemäß von den Interessensvertreter/innen der Musikindustrie begrüßt. In einer ersten Stellungnahme sprach der kürzlich zum IFPI-Chairman ernannte Plácido Domingo von einer guten Nachricht für die Musik-Interpret/innen, “(…) which reflects the important role performers play in success of songs by narrowing the gap between the protection offered to recorded performances and that offered to compositions.” IFPI-Geschäftsführerin Frances Moore fügte hinzu, dass “[t]he extension of the term of protection to 70 years (…) improves the conditions for investment in new talent.” Auch der Manager der irischen Pop-Formation U2 und Björn Ulvaeus von ABBA begrüßen in ihren Stellungnahmen die Entscheidung des EU-Rates.[1]

Die neue Schutzfristen-Richtlinie stößt aber nicht nur auf ungeteilte Zustimmung, sondern wird auch heftig von Open-Source-Aktivisten kritisiert. Aber nicht nur von diesen. Ein Großteil der renommiertesten Rechts- und Wirtschaftswissenschafter/innen, die sich mit Fragen des geistigen Eigentums auseinander setzen, spricht sich gegen die Verlängerung der Schutzfrist aus. In einem Statement gegenüber dem EU Parlament im Jahr 2008, spricht sich, angeführt von den renommiertesten IP-Forschungsstätten in der EU, das Who-is-Who der IP-Expert/innen, darunter auch die beiden Nobelpreisträger James Mirrlees und Kenneth Arrow, deutlich gegen eine Schutzfristenverlängerung aus, die lediglich ineffiziente Monopolrechte unnötiger Weise verlängere.[2]

Das wirft natürlich die Frage nach den ökonomischen Wirkungen der Schutzfristverlängerung auf. In diesem Beitrag wird eine wirtschaftliche Folgenabschätzung auf Basis der ökonomischen Theorie unternommen.

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01
Dez
10

Musikwirtschaft und Urheberrecht – ein Essay

Das Urheberrecht ist eine feine Einrichtung. Seit seiner flächendeckenden Einführung im frühen 20. Jahrhundert bietet es den Urheber/innen einen exklusiven Schutz vor missbräuchlicher Verwendung ihres Werkschaffens und sorgt darüber hinaus auch dafür, dass die Früchte aus der wirtschaftlichen Verwertung der Werke ihnen zufließen. Damit vor allem die vermögensrechtlichen Befugnisse effektiv ausgeübt werden können, haben sich Urheber/innen und die Verleger/innen zu genossenschaftlichen Verbänden, den Verwertungsgesellschaften, zusammengeschlossen, um kollektiv die eingeräumten Rechte wahrnehmen zu lassen. Weiterlesen ‚Musikwirtschaft und Urheberrecht – ein Essay‘




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