Posts Tagged ‘CD

08
Aug
17

Die Renaissance von Vinyl

Vor Kurzem erschien ein Gastbeitrag von mir in „Die ZEIT ONLINE“ mit dem Titel „Warum Sony wieder Vinyl presst“. Ich setze mich darin mit den ökonomischen Hintergründen des gegenwärtigen Vinyl-Booms auseinander, weise aber auch auf die Kapazitätsengpässe in der Produktion hin und erläutere die Strategien, wie diese überwunden werden können. Dieser Essay, der in leicht veränderter Form zuerst bei ZEIT ONLINE, erschienen ist, kann auch hier im Blog nachgelesen werden.

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01
Aug
17

Der phonografische Markt in Großbritannien, 1975-2016

Der britische Musikindustrieverband BPI (British Phonographic Industry) hat solide Zuwächse für das gesamte phonografische Business von 2015 auf 2016 bekanntgegeben. Nach der BPI ist das Gesamtmarktwachstum vor allem auf den Boom des Musikstreamingmarktes zurückzuführen, der im Jahresvergleich um 61,0% gewachsen ist. Die BPI (2017) führt dazu aus: „(…) streaming accounted for 30 per cent of overall label revenues in 2016 (compared to physical at 32 per cent).  Such a rate of growth will undoubtedly see the format overtake physical to become the leading contributor to label revenues in 2017.“

Es zeichnet sich also eine Trendwende ab, die den phonografischen Markt in Großbritannien zu einer Musikstreamingwirtschaft macht, womit das Land den USA folgt, was ich in einem früheren Blog-Beitrag bereits näher ausgeführt habe. In der nun folgenden Langfristanalyse möchte ich nicht nur die zuletzt berichteten Zuwächse genauer unter die Lupe nehmen, sondern den gesamten Konjunkturzyklus, der mit dem Marktwachstum in den 1970er Jahren seinen Ausgang genommen hat und ab dem Millenium in eine Rezession gemündet ist, analysieren.

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07
Apr
14

Der phonografische Markt in Deutschland, 2003-2013

Im jüngsten Bericht des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI) wird für den phonografischen Markt in Deutschland erstmals seit 15 Jahren wieder ein leichter Umsatzzuwachs von 1,2 Prozent vermeldet. Verantwortlich dafür sind die digitalen Musikverkäufe (Download & Streaming), die von 2012 auf 2013 um 11,7 Prozent angestiegen sind. Gleichzeitig ist der Rückgang im physischen Segment mit -1,5 Prozent auf EUR 1,12 Mrd. moderat ausgefallen. Dabei sticht vor allem der Umsatzsprung bei Vinylverkäufen um 47,2 Prozent auf EUR 29,0 Mio. ins Auge, wohingegen der CD-Umsatz um weitere 1,3% auf EUR 1,0 Mrd. im Jahr 2013 zurückgegangen ist. Da die CD in Deutschland mit einem Marktanteil von 69,8 Prozent weiterhin der wichtigste Umsatzträger ist, sollte nicht voreilig von einer Trendwende am Markt gesprochen werden. Da eine Stabilisierung der Umsätze mit physischen Musikprodukten als unrealistisch angesehen werden muss, müssten Steigerungen bei den digitalen Musikverkäufen die Verluste im physischen Segment überkompensieren. Da 2013 die Umsätze bei den Singletrack-Downloads erstmals um 4,4 Prozent auf EUR 104,0 Mio. gesunken sind, erscheint auch dieses Szenario fraglich, obwohl die Einnahmen aus dem Musikstreaming (Aboservices und werbefinanziert) um 91,2 Prozent auf EUR 68,0 Mio. im Jahr 2013 angestiegen sind.

In der nachfolgenden Analyse wird daher versucht aufgrund der vorliegenden Zahlen und der historischen Daten einzuschätzen, wie sich der phonografische Markt in Deutschland entwickeln könnte.

 

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31
Mrz
14

Der phonografische Markt in Japan, 1990-2013

Der weltweit zweitgrößte phonografische Markt bietet ein paradoxes Bild. Während in allen anderen Märkten die Digitalisierung voranschreitet, scheint sie in Japan am Rückzug zu sein. Diesen Schluss kann man zumindest nach der Lektüre des aktuellen Berichts der Recording Industry Association of Japan (RIAJ) ziehen. Während die digitalen Musikverkäufe 2012 noch einen Gesamtumsatz von ¥ 54 Mrd. (EUR 383 Mio.) generierten, so waren es 2013 nur mehr ¥ 41 Mrd. (EUR 290 Mio.), was einem Rückgang von 23 Prozent entspricht. Dafür verantwortlich war vor allem der Mobile-Musikmarkt, der um 56,7 Prozent von ¥ 34,8 Mrd. (EUR 246,5 Mio.) auf ¥ 15,1 Mrd. (EUR 107,0 Mio.) gegenüber dem Vorjahr eingebrochen ist. Noch dramatischer fällt der Vergleich mit dem Jahr 2008 aus, als die Umsätze mit Mobile-Musik noch bei ¥ 79,9 Mrd. (EUR 566,0 Mio.) lagen – der mehr als fünffache Wert als 2013. Es waren aber in erster Linie nicht die stark rückläufigen Umsätze mit Master- und Ringbacktones, die den Absturz verursachten, sondern die über Mobiltelefone durchgeführten Singletrack-Downloads. Während die Umsätze mit Klingelton-Verkäufen zwischen 2008 und 2013 um 75,9 Prozent oder ¥ 21,8 Mrd. (EUR 154,4 Mio.) zurückgegangen sind, so fiel der Rückgang bei Singletrack-Downloads mit 83,7 Prozent oder ¥ -39,9 Mrd. (EUR 282,6 Mio.) noch wesentlich stärker aus. Dabei gilt es allerdings zu berücksichtigen, dass die RIAJ Musik-Downloads mit Smartphones und Tablets nicht zum Mobile-Musiksegment rechnet, sondern zu Internet-Downloads. Diese sind auch über die Jahre hinweg stark angestiegen. So machten 2013 die Singletrack-Downloads übers Internet ¥ 14,8 Mrd. (EUR 104,8 Mio.) und die Alben-Downloads ¥ 6,9 Mrd. (EUR 48,9 Mio.) aus, was einem Zuwachs in beiden Segmenten von mehr als 150 Prozent gegenüber 2008 entspricht. Da das Internet-Downloadgeschäft aber bei weitem noch nicht das frühere Volumen mit Mobile-Musik erreicht hat, fallen die Gesamtumsätze aus digitalen Musikverkäufen insgesamt deutlich niedriger aus. Da der japanische Musik-Streamingmarkt zudem noch sehr unterentwickelt ist und Spotify wahrscheinlich erst dieses Jahr ein Angebot lancieren wird, können die Umsatzeinbußen im digitalen Musiksegment (noch) nicht kompensiert werden.
Da der Tonträgermarkt in Japan ebenfalls schrumpft, gehen die Gesamtumsätze am phonografischen Markt seit Jahren massiv zurück. Allerdings dürfen die Werte für den physischen und digitalen Markt nicht einfach addiert werden, weil die RIAJ nur in Yen bewertete Produktionszahlen für CDs, Vinyl-Schallplatten und andere physische Formate, aber keine Umsätze berichtet. Seit 2000 hat sich die in Yen gemessene Jahresproduktion an Tonträgern aber ziemlich genau halbiert.
Der japanische Musikmarkt weist also strukturelle Besonderheiten auf, die in der nachfolgenden Analyse noch genauer beleuchtet werden.

 

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24
Mrz
14

Der phonografische Markt in den USA, 2000-2013

Vor kurzem hat die Recording Industry Association of America (RIAA) die Umsatzzahlen (shipment figues) für das Jahr 2013 veröffentlicht. Die Umsätze mit digitalen Musikverkäufen sind zwischen 2012 und 2013 um 7,6 Prozent auf US$ 4,36 Mrd. gestiegen. Dennoch sind die Gesamtumsätze (digital & physisch) leicht um 0,3 Prozent von US$ 7,016 Mrd. auf US$ 6,996 Mrd. im Jahr 2013 gefallen. Das bedeutet, dass der Umsatzrückgang beim physischen Produkt (CD, Vinyl, DVD, SACD) von 12,3 Prozent oder US$ -325,7 Mio. nicht ganz durch den Zuwachs im Digitalsegment kompensiert werden konnte. Insgesamt machen die Umsätze mit digitalen Musikverkäufen 2013 bereits rund 64 Prozent vom Gesamtumsatz aus.

Der Treiber hinter dieser Entwicklung ist das boomende Streaming- und Subskriptionssegment, das im Vergleich zum Vorjahr um 39 Prozent auf US$ 1,4 Mrd. zugelegt hat. Gleichzeitig sind aber die Single-Track-Verkäufe um 3,3 Prozent oder US$ ‑54,6 Mio. zurückgegangen. Bei den digitalen Alben-Downloads konnte ein leichter Zuwachs von 2,4 Prozent oder US$ 28,7 Mio. verzeichnet werden. Insgesamt scheint es aber so zu sein, dass Streaming- und Subskriptionsangebote einen negativen Einfluss auf die Download-Verkäufe haben, auch dann, wenn Preissenkungen der großen Anbieter wie iTunes und Amazon berücksichtigt werden.

Die nachfolgende Detailanalyse zeigt nicht nur, wie sich in den USA der phonographische Markt in den letzten dreizehn Jahren digitalisiert hat, sondern auch wie sich das digitale Marktsegment seit 2005 grundlegend verändert hat.

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28
Apr
11

Das Label im digitalen Zeitalter – Interview mit dem „City-Slang“-Geschäftsführer Christof Ellinghaus

In einem Interview spricht Christof Ellinghaus, Gründer und Geschäftsführer des renommierten deutschen Indie-Labels „City Slang“, das unter anderem Arcade Fire, Lambchop, Calexico und Notwist unter Vertrag hat, über die  aktuellen Umbrüche in der Musikindustrie, und erklärt, was diese für die Geschäftstätigkeit eines Indie-Labels bedeuten. Christof Ellinghaus nimmt aber auch Stellung zur aktuellen Diskussion rund um eine Kulturflatrate, zu 360-Grad-Modellen, zu neuen Formen des Musikvertriebs und darüber, wie man über MERLIN Geld an Musikstreaming-Services verdienen kann. Alles weitere kann nun in der Folge ausführlich hier nachgelesen werden:

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25
Okt
10

Neue Erlösmodelle für die Musikindustrie im Web 2.0 – Zusammenfassung des Musikwirtschafts-Jour-fixe vom 20. Oktober 2010

Am 20.10.2010 fand der erste Musikwirtschafts-Jour-fixe des Wintersemesters 2010/11 am IKM zum Thema „Neue Erlösmodelle für die Musikindustrie im Web 2.0“ statt. Mag. (FH) Robert Trömer hat dabei die Kernthesen seiner Diplomarbeit, die im Rahmen seines Medienmanagement-Studiums an der Fachhochschule St. Pölten entstanden ist, zusammengefasst, die da lauten:

  • Aufmerksamkeit ist mittlerweile das wichtigste Zahlungsmittel in der Musikindustrie
  • Über eine starke Fanbindung können Ertragspotenziale besser ausgeschöpft werden
  • Majors sind verstärkt dazu übergangen mit 360°-Modellen alle Ertragsbereiche abzudecken
  • Musik-Streaming-Angebote können Filesharing eindämmen helfen
  • Die Einführung einer Kulturflatrate ist unumgänglich, um neue Ertragsquellen für die Musikindustrie zu erschließen.

Diese Thesen hat der Robert Trömer mit Hilfe von Experteninterviews in seiner Arbeit abgetest. Die Präsentation kann heruntergeladen und eine Zusammenfassung des Autors kann in der Folge nachgelesen werden. Weiterlesen ‚Neue Erlösmodelle für die Musikindustrie im Web 2.0 – Zusammenfassung des Musikwirtschafts-Jour-fixe vom 20. Oktober 2010‘




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