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04
Jan
15

Die Musikwirtschaftsforschung 2014 – ein Jahresrückblick

Liebe Leserinnen und Leser des Blogs zur Musikwirtschaftsforschung,

aus österreichischer Sicht stand das Musikwirtschaftsjahr 2014 im Zeichen von Conchita Wurst, die für Österreich den Eurovision Song Contest das zweite Mal gewonnen. Welche wirtschaftliche Relevanz dieser Sieg hat, wurde in einem Blogbeitrag bereits aufgearbeitet. 2015 werden zum Song Contest, der ja in Wien ausgetragen wird, wohl noch weitere musikwirtschaftliche Reflexionen am Blog angestellt werden.

Ansonsten hat aber das Thema Musikstreaming die musikwirtschaftliche Diskussion bestimmt. Taylor Swift hat weltweit mit ihrer Entscheidung, ihren gesamten Katalog vom Musikstreamingservice Spotify abzuziehen, weil sie mit den Tantiemenzahlungen der schwedischen Firma unzufrieden war, die öffentliche mediale Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Sie stimmte damit in die Klage anderer MusikerInnen wie z.B. Thom Yorke von Radiohead, ein, die zuvor schon die geringen Auszahlungen der Musikstreamingservices angeprangert hatten – einer Frage, der ich auch im Blogpost „Is Streaming the Next Big Thing? – Die KünstlerInnen-Perspektive“ nachgegangen bin.

Nichtsdestotrotz hat sich der Siegeszug von Musikstreaming auch 2014 fortgesetzt. Die Einnahmen aus dem Streamingbusiness haben in fast allen Märkten z.B. in den USA, Japan, Deutschland, Brasilien und auch in Österreich deutlich zugenommen. Auch neue Plattformen wurden 2014 eröffnet. Man denke nur an Amazons Prime Music oder YouTubes Music Key. Das Streamingservice Beats war zudem Teil der größten Firmenübernahmen des Jahres in der Musikindustrie, als Apple, vor allem wegen der angesagten Kopfhörersparte, Beats Electronics aufgekauft hat. Der Computerhersteller kam erneut in die Schlagzeilen, als er ankündigte, dass das neue U2-Album „Songs of Innocence“ gratis an alle Apple-NutzerInnen über den iTunes-Store abgegeben werden sollte – eine US $100-Millionen schwere Marketingkampagne, mit zweifelhaftem Ergebnis.

Musikstreaming war auch eines der zentralen Themen der 5. Vienna Music Business Research Days zur Frage “How to Monetize Music in the Digital Age” (1.-3. Oktober 2014), die zum ersten Mal in Kooperation mit dem Waves Vienna Festival & Conference an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien stattfanden. Die Konferenz wurde erstmals durch einen Conference-Track-Tag ergänzt, an dem MusikwirtschaftsforscherInnen aus Australien, Brasilien, Deutschland, Großbritannien, Kroatien, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Schweden, Spanien und Ungarn ihre aktuellen Forschungsergebnisse präsentierten. Der Young Scholars‘ Workshop war ebenfalls international besetzt und der Best Paper Award ging dieses Mal an Jordana Viotto da Cruz von der Université 13 in Paris und an Esther Bishop von der Zeppelin Universität Friedrichshafen. Beide Paper sind für die Publikation im International Journal of Music Business Research (IJMBR) vorgesehen.

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30
Aug
13

Is Streaming the Next Big Thing? – Die Label-Perspektive

Der Vorsitzende der britischen Beggars Group, Martin Mills, gab jüngst in einem Interview für den Guardian zu Protokoll, dass 2012 „(…) 22% of the label group’s digital revenues came from streaming – and that the majority of its artists earn more now from track streams than track downloads.“. Obwohl keine Absolutwerte genannt wurden, kann dennoch davon ausgegangen werden, dass die Einnahmen der Labelgruppe aus dem Streaminggeschäft angesichts eines Künstlerrosters mit Adele, Jack White und The xx beachtlich sind.

In einer Mitgliederbefragung der weltweit agierenden Lizenzierungsagentur Merlin, die mehr als 20.000 Indie-Label wie z.B. Beggars Group/XL Recordings, Rough Trade, Naïve, Tommy Boy, Cooking Vinyl und Naxos vertritt, zeigt auf, dass „92% of respondents saw streaming and subscription revenues grow between 2011 and 2012, with a third enjoying increases of more than 100%“, wie die britische Branchenzeitschrift Musicweek kürzlich berichtete. In derselben Studie wird zudem gezeigt, dass 24% der Indies 2012 bereits mehr Einnahmen aus dem Streaming bezogen haben als von Musik-Downloads. Bei den europäischen Indies waren es sogar 30%, die mehr mit Streaming als mit Downloads verdienten.

Diese Zahlen scheinen zu belegen, dass Musikstreaming für die Labels zu einer wichtigen Einnahmequelle geworden ist. In weiterer Folge soll nun das wirtschaftliche Potential von Musikstreaming und das dahinter liegende Geschäftsmodell aus Sicht der Labels genauer unter der Lupe genommen werden.

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08
Jul
13

Rezension: „Download!“ von Phil Hardy

Phil Hardy, Download-coverIn „Download! How the Internet Transformed the Record Business“ analysiert der renommierte britische Musikjournalist Phil Hardy mit größter Akribie, wie die Tonträgerkonzerne im Laufe der digitalen Revolution die Kontrolle über das Wertschöpfungsnetzwerk der Musikindustrie verloren haben. Er erzählt wie selbstbewusste wenn nicht gar arrogante Konzernmanager, die vom Boom der CD-Verkäufe in den 1990er Jahren profitierten, durch Industrie-Outsider ausgebremst wurden, die ein vollkommen neues Wertschöpfungsnetzwerk in der Musikindustrie etablierten. Und zwar in jener Industrie, die noch in den 1980er und 1990er Jahren so profitabel war, dass sich völlig branchenfremde Investoren eingekauft haben, um von den hohen Renditen zu profitieren und die nach 2000 mit stark sinkenden Absatz- und Umsatzzahlen konfrontiert, Presswerke und Vertriebsnetzwerke verkaufen und Jobs abbauen mussten, um nicht vor dem wirtschaftlichen Aus zu stehen.

„Download!“ von Phil Hardy ist also ein wichtiger Beitrag, um zu verstehen, wie das Internet und die Neuen Medien in der Musikindustrie eine „kopernikanische Wende“ ausgelöst haben, die der Autor ganz im Sinn von Thomas Kuhn als Paradigmenwechsel bezeichnet.

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24
Mai
13

Is Streaming the Next Big Thing? – das Geschäftsmodell der Musikstreamingdienste

Der Musikstreamingmarkt ist gegenwärtig das dynamischste Segment der Musikindustrie. Das zeigt sich bereits am Markteintritt gewichtiger Akteure wie Google mit All Access und Apple mit dem noch inoffiziell als iRadio bezeichneten Streamingangebot. Zudem gibt es Spekulationen, wann Amazon seinen Streamingdienst der Öffentlichkeit präsentieren wird. Allerdings treten Google, Apple & Co. in einen bereits hart umkämpften Markt ein. Allein im vergleichsweise kleinen österreichischen Markt tummeln sich laut IFPI Austria (2013: 13) acht Streaminganbieter, die um die Gunst der MusikkonsumentInnen buhlen. Dabei nicht mitgezählt sind die unzähligen Internetradios, die Videostreaming-Plattformen wie YouTube, TapeTV, Vimeo oder Hulu sowie die Musik-Cloud-Services von Amazon, Apple und Google.

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07
Jun
11

There is Music in the Cloud

Vor kurzem haben die Web-Giganten Google und Amazon sowie Apple Inc. mit ihren Cloud-basierten Musikservices eine neue Diskussionsrunde über die Zukunft der Musikdistribution eingeläutet. Handelt es sich dabei um ein nachhaltiges Geschäftsmodell oder lediglich um einen vorübergehenden Hype mit viel heißer Luft in der Cloud? Dieser Frage, möchte ich in diesem Blog-Beitrag nachgehen.

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