Archive for the 'Rezensionen' Category

24
Okt
17

Rezension: Musikhören im Zeitalter Web 2.0 von Michael Huber

Das jüngst erschienene Buch von Michael Huber „Musikhören im Zeitalter Web 2.0“ beginnt mit einem bemerkenswerten Satz: „Die neuen Möglichkeiten der Informationsübermittlung durch Internet und Mobiltelefonie haben keinen Einfluss auf die musikalische Praxis.“ (S. 1) Aber bevor die LeserIn vehement Einspruch erheben möchte, kommt der Nachsatz „einer bestimmten Bevölkerungsgruppe, die in Österreich gar nicht so klein ist.“ (ibid.). Damit ist ein soziologisches Faktum beschrieben, dass über die Jahrzehnte weg ziemlich konstant ist und als Daumenregel besagt, dass zwar alle Menschen in irgendeiner Form Musik hören, aber nur die Hälfte davon aktiv Musik rezipiert. Die andere Hälfte lässt sich passiv von Musik berieseln und wird auch dann seine Hörgewohnheiten nicht ändern, wenn sich die technologischen Voraussetzungen für das Musikhören ändern.

Aber damit sind wir eigentlich schon im letzten aber zentralen Kapitel des Buches, in dem Michael Huber, Assoz. Prof. am Institut für Musiksoziologie der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw) jene beiden Großstudien zum Musikhören in Österreich präsentiert, die eine Pionierarbeit zum Verständnis der Musikrezeption in Österreich darstellen. Bevor ich aber einige Studienergebnisse herausgreifen werde, möchte ich in weiterer Folge auf die ersten drei Kapitel des Buches eingehen, das mehr ist als nur die Präsentation von empirisch erhobenen Daten zum Musikhören.

 

Michael Huber, 2017, Musikhören im Zeitalter Web 2.0. Theoretische Grundlagen und empirische Befunde. Wiesbaden, Springer VS, ISBN 978-3-658-19199-3, EUR 25,69 (Softcover)

 

 

 

 

 

 

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24
Mai
17

Rezension: The Economics of Music

„The Economics of the Music“ ist das erste wissenschaftlich fundierte Lehrbuch, in dem die ökonomischen Grundlagen der Musikwirtschaft im Allgemeinen und der Musikindustrie im Besonderen abgehandelt werden. Ausgangspunkt ist die Analyse von Musik als ökonomisches Gut, das durch das Urheberrecht in seiner Nutzung geschützt wird. Kapitel 2 beschäftigt sich daher mit der Mikroökonomik der Musik, das zu „Economics of Music Copyright“ überleitet, wobei in diesem Kapitel institutionenökonomische Erklärungsansätze zur Anwendung kommen. Der Hauptteil des Buches besteht aber in der ausführlichen Analyse der unterschiedlichen Sektoren der Musikindustrie – Musikverlagswesen, phonografische Industrie, Live-Musiksektor und sekundäre Musikmärkte –, in der das Interaktionsnetzwerk in den einzelnen Sektoren und zwischen den Sektoren analysiert werden.

Den verschiedenen Arbeitsmärkten in der Musikwirtschaft ist ein eigenes Kapitel gewidmet, wobei die unterschiedlichen Einkommensströme für Musikschaffende genauer untersucht werden. In diesem Zusammenhang werden verschiedene Superstartheorien zur Erklärung der großen Einkommensungleichheiten wie auch Arbeitsmarkttheorien für den Kunst- und Kulturbereich für die Analyse fruchtbar gemacht.

Da die Digitalisierung schon früh einen massiven Einfluss auf das Musikbusiness hatte, wird diesem Thema ein eigenes Kapitel gewidmet. Darin werden die neuen Regeln, Strukturen und Prozesse, die im Zuge der digitalen Revolution entstanden sind, dargestellt und durchleuchtet werden. Neue Ansätze wie Medienkonvergenz, Disintermediation, Prosumption und Artepreneurship werden dabei erläutert und hinterfragt. Dabei schließt das letzte Kapitel zum digitalisierten Musikbusiness den Kreis zum Beginn des Buches, in dem in einer “Short Economic History of the Music Business” ein Überblick über die wirtschaftlichen Prozesse in der Musikproduktion, ‑distribution und -rezeption seit der Erfindung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert bis zur digitalen Revolution seit 2000 geboten wird.

 

Peter Tschmuck, 2017, The Economics of Music. Newcastle-upon-Tyne: Agenda Publishing.

Hardback £55.00 | $70.00 ISBN 9781911116073
Paperback £16.00 | $23.00 ISBN 9781911116080
e-book £16.00 | $23.00 ISBN 9781911116097
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24
Aug
15

Rezension: Organisches Artist Development von Johannes Ripken

Der Autor des Buches, Johannes Ripken, verbindet im besten Sinn des Wortes Theorie und Praxis. Als Absolvent der Popakademie Baden-Württemberg und der University of Bolton in Manchester, wo er mit einer Dissertation zum Thema „Organic Artist Development within the Dance Music Genre“ promovierte, war er auch für die Universal Music Group tätig und hat sich als KünstlerInnen- und Labelmanager selbständig gemacht. Es ist daher verständlich, dass das vorliegende Buch nicht nur als wissenschaftliche Reflexion der KünstlerInnenentwicklung zu verstehen ist, sondern auch eine praktische Anleitung geben möchte, wie diese idealerweise zu erfolgen hat. Zu einer ausführlichen Inhaltsangabe und Rezension des Buches geht es hier: Weiterlesen ‚Rezension: Organisches Artist Development von Johannes Ripken‘

23
Jan
15

Rezension: Management in der Musikwirtschaft

Seit Ende 2013 gibt es endlich ein Lehrbuch zur Musikwirtschaft in deutscher Sprache, das einen sehr guten Überblick über die Geschichte, Strukturen und Funktionsweisen der Musikwirtschaft bietet und sich nicht nur auf das übliche How-to-Do-It im Musikmanagement beschränkt. Es mag ein Qualitätskriterium sein, dass der Autor dieser Zeilen es verabsäumt hat, bei der richtigen Bahnstation auszusteigen, weil er so in die Lektüre von „Management in der Musikwirtschaft“ vertieft war. Es ist also höchst an der Zeit dieses rund 250 Seite umfassende Lehrbuch zu würdigen.

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11
Apr
14

Rezension: Balkanboom! Eine Geschichte der Balkanmusik in Österreich

Buchcover BalkanboomIm Peter Lang Verlag erschien vor kurzem ein von Andreas Gebesmair, Anja Brunner und Regina Sperlich verfasster Sammelband zum Boom der Balkanmusikszene, der seit Mitte der 2000er Jahre vor allem in Wien und Graz zu beobachten ist. Unter dem Titel „Balkanboom! Eine Geschichte der Balkanmusik in Österreich“ publizieren die drei KultursoziologInnen die Ergebnisse eines dreijährigen Forschungsprojekts, dass sie am Forschungsinstitut mediacult durchgeführt haben. Sie haben dazu eine Vielzahl an Zeitungs- und Zeitschriftenbeiträge und Onlinequellen ausgewertet, sowie insgesamt 34 qualitative Interviews mit Musikschaffenden sowie LabelmanagerInnen und KonzertveranstalterInnen der Balkanmusikszene in Österreich durchgeführt, um den Ursachen für diesen Boom auf den Grund zu gehen. Das Buch liefert dazu nun die entsprechenden Antworten.

 

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24
Mrz
14

Sound Branding, 2. Auflage

Sound Branding, 2. Aufl.Das mittlerweile zum Standardwerk avancierte Buch „Sound Branding“ von Paul Steiner ist nunmehr in 2. Auflage erschienen. Ich hatte das Vergnügen, es Erscheinungsjahr zu besprechen und kann nur die Leseempfehlung wiederholen, die ich damals abgegeben habe. Neben dem „Who is Who“ der Sound Branding-Szene (50 Experteninterviews!), das im Werk ausführlich zu Wort kommt, beinhaltet das 384-Seiten Fachbuch sowohl theoretische Grundlagen zur Wahrnehmung und Wirkung akustischer Reize, als auch zahlreiche Best-Practice-Beispiele (u.a. Audi Corporate Sound, BMW Sound Logo, Intel Sound Logo, Lufthansa Sound Logo, Deutsche Telekom Sound Logo, Klangwelt von Nokia). Alles in allem ist „Sound Branding“ eine umfassende und detaillierte Darstellung des Potentials von akustischer Markenführung.

Paul Steiner, 2014, Sound Branding, 2. aktualisierte und erweitere Auflage, Spinger Gabler, ISBN 978-3-8349-4015-5.

12
Feb
14

Rezension: Blockbusters von Anita Elberse

Elberse, BlockbustersAnita Elberse von der Harvard Business School, deren Artikel zum Unbundling von digitalen Musikalben in diesem Blog schon einmal ausführlich gewürdigt habe, hat nun ihre erste Monografie unter dem Titel „Blockbusters. Why Big Hits – and Big Risks – are the Future of the Entertainment Business“. Darin vertritt sie die These, dass das Internet und die Neuen Medien den Zugang zu Märkten drastisch vereinfacht haben, was aber weniger den kleinen Content-Anbietern genutzt hat, sondern nur den großen Entertainment-Konzernen, die für ihr Superstar- und Blockbuster-Modell unter den neuen digitalen Rahmenbedingungen noch bessere Rahmenbedingungen vorfinden als zuvor. Um es auf den Punkt zu bringen: Die Zukunft des Entertainment Business sind die Blockbuster und das damit verbundene Superstar-Business. Wie sie diese These ausarbeitet und empirisch zu belegen versucht, zeichne ich in weiterer Folge nun nach.

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