Archive for the 'Analyse' Category

10
Mai
17

Der phonografische Markt in den USA, 1990-2016

Die Recording Industry Association of America (RIAA) hat vor kurzem die Verkaufsstatistik für den phonografischen Markt in den USA für das Jahr 2016 veröffentlicht. Die Zahlen belegen einen markanten Wandel vom Musikbesitz (in Form von CDs und Downloads) hin zum Zugang zur Musik (durch Streamingdienste). Die US-MusikkonsumentInnen haben das erste Mal mehr für werbe- sowie abo-finanzierte Musikstreamingangebote (US$ 3,9 Mrd.) ausgegeben als für CDs, Downloads und Klingeltöne (US$ 3,5 Mrd.)

 

Abbildung 1: Musikverkauf und Zugang zu Musik

Quelle: RIAA Year-End Industry Shipment and Revenue Statistics, Jahresberichte 1990-2016

 

Damit haben sich die USA im letzten Jahr in eine Musikstreaming-Ökonomie verwandelt. Es war allerdings ein langer Weg vom Tonträger-Musikbusiness der 1990er Jahre zum digitalen Musikmarkt, der vor allem vom Musikstreaming dominiert wird. Dieser Weg wird in der Folge nachgezeichnet und es werden dabei die dahinter liegenden Kräfte des Wandels genauer analysiert.

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20
Apr
17

Die Musikstreaming-Ökonomie – ein Einblick

Anfang April 2017 haben das Musikstreamingservice Spotify und die Universal Music Group einen neuen Lizenzvertrag ausgehandelt, von dem bekannt wurde, dass Spotify niedrigere Lizenzentgelte an den Musik-Major zahlen muss, im Gegenzug aber zugestimmt hat, sich an von Universal vorgegebene Wachstumsziele im Subskriptionssegment zu halten.[1] Zwar wurden keine Details zu diesem Deal bekannt gegeben, aber es lässt sich auf Basis der Publikation „Dissecting the Digital Dollar“ des International Music Managers Forum (IMMF) rekonstruieren, wie die neue Musikstreaming-Ökonomie funktioniert und wer dabei die Nutznießer sind, wie in der Folge noch näher ausgeführt wird.

 

Ein Interview von mir zu diesem Thema fürs Deutschlandradio kann übrigens hier nachgehört werden: http://www.deutschlandradiokultur.de/musik-im-internet-das-ende-des-kostenfreien-streamings.2177.de.html?dram:article_id=383839

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01
Jan
17

Die Musikwirtschaftsforschung 2016 – ein Jahresrückblick

Liebe Leserinnen und Leser des Blogs zur Musikwirtschaftsforschung,

Das Jahr 2016 scheint die Trendwende in der phonografischen Industrie gebracht zu haben. Es liegen zwar noch keine Jahresdaten für das zu Ende gegangene Jahr vor, aber der positive Trend aus dem Jahr 2015 scheint sich fortzusetzen. Der globale phonografische Markt ist 2015 um 3,4% gewachsen. Der US-Markt hat leicht um 0,9% zugelegt und der Umsatzanstieg am deutschen Markt war mit 4,4% überdurchschnittlich hoch. Und für den österreichischen Markt kann zumindest konstatiert werden, dass sich der Umsatzrückgang 2015 verlangsamt hat, wie im Beitrag „Der Musikstreamingmarkt in Österreich“ gezeigt wird.

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22
Dez
16

Der Musikstreamingmarkt in Österreich

„In Skandinavien ist Musikstreaming zur Haupteinnahmequelle für die phonografische Industrie geworden. Das ist in Österreich noch nicht der Fall. Hierzulande werden immer noch gerne CDs gekauft. Beliebt sind dabei vor allem Schlager und volkstümliche Musik, die in erster Linie von der Generation 50+ gehört werden. Eine Veränderung des Musikkonsums ist aber auch in Österreich zu erwarten und es stellt sich die Frage, was das für die Künstler bedeutet?“  Diese Frage wurde von mir in einem Gastkommentar für die Austria Presse Agentur (APA) zur Entwicklung des Musikstreaming-Marktes in Österreich zu beantworten versucht. Der gesamte Beitrag kann hier nachgelesen werden: http://science.apa.at/dossier/Musikstreaming_-_Das_Radio_des_21_Jahrhunderts/SCI_20161222_SCI71414234033597692

02
Dez
16

Das Schicksal der CD – eine internationale CD-Marktanalyse

Einer meiner ersten Blogbeiträge im März 2009 war mit „Der Tonträger ist tot! Es lebe der Musikdownload?“ betitelt. Diese Einschätzung hat sich nur zum Teil bewahrheitet. Die Vinyl-Schallplatte feiert gegenwärtig fröhliche Urständ und die CD ist in so manchen Märkten immer noch der wichtigste Umsatzträger. Dennoch gibt es Märkte, wie z.B. in Schweden, wo die CD fast bis zur wirtschaftlichen Bedeutungslosigkeit herabgesunken ist. Vinyl-Schallplatte und CD hatten in Schweden 2015 einen Anteil am phonografischen Umsatz von gerade einmal 12,4 Prozent. (IFPI 2016: 92). In Deutschland hingegen ist die CD immer noch wirtschaftlich relevant. Die Umsätze mit physischen Produkten erreichten 2015 einen Anteil von 60,0 Prozent. Es wurden insgesamt noch 83,6 Mio. Stück CD und 7,6 Mio. Stück andere Tonträger (vor allem Vinyl-Schallplatten) verkauft (ibid: 81). Dennoch ist auch in Deutschland der Weg der CD zum nostalgischen Sammelobjekt und in die wirtschaftliche Bedeutungslosigkeit vorgezeichnet. Es nur eine Frage der Zeit, wie schnell sich dieser Prozess vollziehen wird. Eine internationale Analyse des CD-Marktes kann dabei Aufschluss darüber geben, welche unterschiedlichen Dynamiken in den einzelnen Ländern wirksam sind.

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13
Apr
16

Neue Geschäftsmodelle in der Musikbranche – Zugang versus Besitz. Zusammenfassung des Musikwirtschafts-Jour-fixe am 8. März 2016

Am 8. März 2016 hat Nils Wlömert, Assistant Professor am Institut für Interaktives Marketing & Social Media der Wirtschaftsuniversität Wien, am Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft (IKM) eine Studie über den Einfluss von Musikstreaming auf das Musikkaufverhalten präsentiert. Das zentrale Ergebnis der Studie ist, dass es zwar einen negativen Effekt der Gratis-Musikstreamingangebote auf die Musikverkäufe gibt, der allerdings durch einen positiven Effekt der kostenpflichtigen Streamingangebote mehr als ausgeglichen wird.

Mehr dazu kann in der folgenden Zusammenfassung von Nils Wlömert bzw. in einem Working-Paper zur Studie nachgelesen werden.

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07
Mrz
16

Musikwirtschafts-Jour-fixe am 8. März 2016: Neue Geschäftsmodelle in der Musikbranche – Zugang versus Besitz

Die Digitalisierung lässt insbesondere zugangsbasierte Angebote zunehmend an Bedeutung gewinnen. Während die KonsumentInnen die Inhalte beim Kauf einer CD besitzen, haben sie bei zugangsbasierten Angeboten nur ein zeitlich begrenztes Zugriffsrecht auf ein umfangreiches Gesamtangebot an Inhalten (z.B. bei Streaming-Services wie Spotify oder Netflix). Solche Services finanzieren sich entweder über Werbung und sind kostenlos für KonsumentInnen, oder über eine Pauschalgebühr (z.B. 10 EUR pro Monat) und sind dafür werbefrei.

Im Zentrum des Vortrags steht eine Studie, die den Einfluss von kostenpflichtigen und kostenlosen Musik Streaming-Services (z.B. Spotify) auf das Kaufverhalten von Musikkonsumenten und den Gesamtumsatz der Musikindustrie untersucht. Die Ergebnisse einer Befragung von über 2.000 KonsumentInnen über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr zeigen, dass sie ihre Ausgaben für Musikprodukte nach der Übernahme eines kostenlosen (kostenpflichtigen) Streaming-Services um etwa 11% (24%) reduzieren. Medienunternehmen müssen daher damit rechnen, dass die Bedeutung existierender Kanäle abnehmen wird, was zu Konflikten beim Management der verschiedenen Vertriebskanäle führen kann. Wenn jedoch die Einnahmen aus Streaming-Kanälen berücksichtigt werden, so zeigt sich ein deutlich positiver Effekt für kostenpflichtige Streaming-Services auf den Gesamtumsatz, wohingegen kostenlose Services nur für KonsumentInnen profitabel sind, die vor der Übernahme wenig oder gar kein Geld für Musikprodukte ausgegeben haben. Auf Industrieebene zeigen die Ergebnisse, dass der negative Effekt von kostenlosen Streaming-Services auf den Gesamtumsatz durch den positiven Effekt von kostenpflichtigen Streaming-Services mehr als ausgeglichen wird. Das heißt, unter den getroffenen Annahmen ist der Gesamteffekt von Streaming auf den Umsatz der Musikindustrie positiv.

Nils Wlömert ist Assistenzprofessor für Marketing am Institut für Interactive Marketing & Social Media an der WU Wien. In seiner Forschung untersucht er die Chancen und Risiken, die sich für Medienunternehmen durch die Möglichkeit der Online-Distribution digitaler Inhalte (z.B. Musik oder Filme) ergeben.

 

Die Studie:

Wlömert, N. und Papies, D. (2016): On-Demand Streaming Services and Music Industry Revenues – Insights from Spotify’s Market Entry. International Journal of Research in Marketing, im Erscheinen. doi:10.1016/j.ijresmar.2015.11.002:
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0167811615001226

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse findet sich hier:

http://www.bento.de/musik/spotify-studie-geld-gut-f%C3%BCr-die-kuenstler-209917/

 

Der Vortragende:

Dr. Nils Wlömert

Assistenzprofessor

Wirtschaftsuniversität Wien, Institut für Interactive Marketing & Social Media

Welthandelsplatz 1, 1020 Wien

nils.wloemert@wu.ac.at

https://www.wu.ac.at/imsm/about-us/team/nils-wloemert/

 




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