Archive for the 'Allgemeines' Category



26
Jan
14

Rezension: „Das Geschäft mit der Musik – Ein Insiderbericht“ von Berthold Seliger

seliger_musik_grVoriges Jahr hat Berthold Seliger seine Berliner Konzertagentur nach mehr als 25 Jahren Arbeit für renommierte MusikerInnen wie Calexico, Lambchop, Lou Reed und Patti Smith geschlossen. Nicht zuletzt weil er die herrschenden Zuständen im Musikbusiness für unerträglich hält, wie er in einem seiner letzten Rundbriefe geschrieben hat. Man kann sich daher des Eindrucks nicht erwehren, dass da jemand mit der Wut im Bauch die Entwicklungen in der Musikindustrie anprangert und dabei womöglich das eine oder andere Mal auch übers Ziel hinaus schießt. Trotz der durchaus offenen Polemik gegen so manche Akteure der Musikindustrie, ist das Buch auf weiten Strecken sachlich, und es lässt hinter die glamouröse Fassade eines immer härter werdenden Musikgeschäfts blicken. Wie diese Analyse ausgefallen ist, versuche ich nun in weiterer Folge zusammenzufassen.

Berthold Seliger, 2013, Das Geschäft mit der Musik – Ein Insiderberich. Berlin: Edition Tiamat, ISBN: 978-3-89320-180-8, EUR 18.-.

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31
Dez
13

Die Musikwirtschaftsforschung 2013 – ein Jahresrückblick

Liebe Leserinnen und Leser des Blogs zur Musikwirtschaftsforschung,

2013 waren noch die Nachwirkungen der Übernahme der EMI Recorded Music durch die Universal Music Group geprägt. Die Universal musste nämlich aufgrund der Auflagen der EU Wettbewerbsbehörde die EMI Recording Ltd. (mit Parlophone Music, aber ohne den Beatles Katalog), Chrysalis (ohne den Robbie Williams Katalog) und Mute Records, EMI und Virgin Classical sowie weitere kleine Label und die Niederlassungen in Belgien, Tschechien, Dänemark, Frankreich, Norwegen, Portugal, Spanien, Slowakei, Polen, Schweden und Universal Griechenland verkaufen. So ging die Parlophone Music Group um GBP 487 Mio. an die Warner Music Group. Der Deal wurde im Mai von der EU Kommission genehmigt.

2013 war aber auch das Jahr der Musikstreaming-Services, die, angeführt von Spotify, mit stark wachsenden NutzerInnen- und Umsatzzahlen weltweit für Schlagzeilen sorgten. Nicht zuletzt der Einstieg Apples mit dem iTunes Radio und Googles mit dem All Access in den Musikstreaming-Markt schürte die Erwartungen auf eine Trendwende in der phonografische Industrie. Ob diese Erwartungen berechtigt sind, habe ich der sechsteiligen Serie „Is Streaming the Next Big Thing?“ aus Sicht der Labels, KünstlerInnen, der KonsumentInnen und der Musikstreaming-Services selbst vor dem Hintergrund einer internationalen Marktanalyse zu ergründen versucht.

Vor diesem Hintergrund des boomenden Musikstreamingmarktes war auch die Thematik der 4. Vienna Music Business Research Days „The Future of Music Licensing“ (20.-21. Juni 2013) gewählt. Dabei wurde die Frage nach der Rolle der Verwertungsgesellschaften im digitalen Zeitalter vor allem im Zusammenhang mit der EU-Richtlinie zum kollektiven Rechtemanagement diskutiert und die Notwendigkeit einer umfassenden Datenbank für Musikrechte erörtert. Zum zweiten Mal wurde der Best Paper Award für TeilnehmerInnen des Young Scholars‘ Workshop vergeben, den dieses Mal Sisley Maillard von der Université Telecom ParisTech für ihr Paper „Consumer Information in the Digital Age: Empirical Evidence from the Spillovers in the Music Industry“ und Francisco Bernardo/Luis Gustavo Martins der Katholischen Universität von Portugal in Porto für „Disintermediation Effects in the Music Business – A Return to Old Times“ mit nach Hause nehmen durften. Für beide Paper besteht die Möglichkeit, im International Journal of Music Business Research (IJMBR) publiziert zu werden.

Das IJMBR erlebte 2013 seine zweite Ausgabe mit zwei Heften, die im April und Oktober erschienen sind. Die Oktober-Sonderausgabe war ganz der australischen Musikwirtschaft gewidmet:

Volume 2, no 2, October 2013 – special issue on the Australian Music Economy

Editorial by Patrik Wikström and Peter Tschmuck

Guy Morrow: Regulating Artist Managers: An Insider’s Perspective, pp. 8-35

Phillip McIntyre and Gaye Sheather: The Newcastle Music Industry: An Ethnographic Study of a Regional Creative System in Action, pp. 36-60

Diane Hughes, Sarah Keith, Guy Morrow, Mark Evans and Denis Crowdy: What constitutes artist success in the Australian music industries? pp. 60-80

Volume 2, no 1, April 2013

Editorial by Dennis Collopy and Peter Tschmuck

Michael Huber: Music Reception in the Digital Age – Empirical Research on New Patterns of Musical Behaviour, pp. 6-34

Juan D. Montoro-Pons, Manuel Cuadrado García and Trinidad Casasús-Estellés: Analysing the Popular Music Audience. Determinants of Participation and Frequency of Attendance, pp. 35-62

John Fangjun Li: The Development of the Digital Music Industry in China during the First Decade of the 21st Century with Particular Regard to Industrial Convergence, pp. 63-86

 

In weiterer Folge sollen noch jene wissenschaftlichen Arbeiten, die in den Blog aufgenommen wurden sowie neue Studien und Buchpublikationen zu musikwirtschaftlichen Themen kurz dargestellt werden.

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28
Jun
12

Dritte Wiener Tage der Musikwirtschaftsforschung zu „New Music Consumption Behavior“, 29.-30. Juni 2012

Die dritten Vienna Music Business Research Days werden an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien am 29. Juni mit dem Young Scholars‘ Workshop um 9 Uhr im Joseph Haydn-Saal eröffnet. In einer geschlossenen Veranstaltung präsentieren neuzehn NachwuchswissenschafterInnen aus sieben verschiedenen Ländern aktuellste Forschungsergebnisse über die Musikwirtschaft. Das  Workshop-Programm and viele der Papers finden sich auf der Konferenz-Homepage.

Am Fr., 29.06. um 19.30 findet dann die Diskussion zur Frage  „Are File Sharers Pirates?“statt, in der der Student und verurteilte Filesharer Joel Tenenbaum (US$ 675.000 Schadenersatz für 30 getauschte Musikfiles) auf Robert Levine, den ehemaligen Herausgeber des Billboard Magazines und Autor des Buches „Free Ride. How Digital Parasites Are Destroying The Culture Business, And How The Culture Business Can Fight Back“ treffen wird. Die Diskussion wird von der Ö1-Journalistin  Sabine Nikolay geleitet.

Der Samstag Vormittag (30. Juni) gehört dann der Präsentation aktueller Studien zum Musikkonsumverhalten in Österreich (von  Michael Huber, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien) und Großbritannien (von David Bahanovich und Dennis Collopy, University of Hertfordshire). Daran anschließend wird Carsten Winter (Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover) über „Prosumers and Their New On-Demand-Music Culture“ referieren.

Nach der Mittagspause wird Joel Waldfogel (University of Minnesota, USA) in seinem Vortrag die Beziehung zwischen „Copyright Protection, Technological Change and the Quality of New Products“ genauer beleuchten. Das führt uns dann zur Präsentation von  Rose-Marie Hunault, Rechtsschutzbeauftragte der französischen Behörde HADOPI, die Urheberrechtsvergehen wie z.B. unauthorisiertes Filesharing im Internet ahnden soll. In der anschließenden Podiumsdiskussion „Three Strikes and Out!“ wird Frau Hunault die Effizienz des abgestuften Abmahnverfahrens (vulgo ‚Three-strikes“) mit IPR- und Musikindustrieexperten  – Peter Jenner (Musikmanager and WIPO-Konsulent, U.K.), Martin Kretschmer, (Bournemouth University, U.K.) and Harald Hanisch (Musikproduzeent und Österreichischer Komponistenbund) – unter der Leistung des heise online Journalisten  Stefan Krempl diskutieren.
Die Konferenz wird mit der Verleihung des Best Paper Awards für Beiträge im Young Scholars‘ Workshop um 18.00 beendet.

Das Programm kann hier nachgelesen werden:
http://musicbusinessresearch.wordpress.com/vienna-music-business-research-days-2/

Es besteht auch die Möglichkeit die Veranstaltung am Freitag (ab 19.30) und Samstag (ganztags) live zu streamen: MMS://mms.mdw.ac.at/musikwirtschaftsforschung_live

Sie finden uns auch auf Facebook:
http://www.facebook.com/ViennaMusicBusinessResearchDays

Follow us on Twitter:
https://twitter.com/#!/VMBRD

Vienna Music Business Research Days, 29.-30. June 29-30
„New Music Consumption Behavior“
Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Joseph Haydn-Saal
Anton-von-Webern-Platz 1
1030 Wien

Eintritt frei, aber Anmeldung erbeten unter: music.business.research@gmail.com

13
Feb
12

Lehrbücher zur Musikwirtschaft: Informationsmarkt

Wie der Titel „Informationsmarkt. Informationen im I-Commerce anbieten und nachfragen“ bereits verrät, geht es im Lehrbuch von Frank Linde (Fachhochschule Köln) und Wolfgang G. Stock (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) nicht nur um musikwirtschaftliche Fragestellungen, sondern um die gesamte Breite von Informationsgütern, wobei nicht nur die wirtschaftlichen, sondern auch soziologische, politologische, rechtliche und ethische Aspekte eingehend im 589 Seiten starken Band behandelt werden. Dieses Buch ist somit mehr als nur ein Lehrbuch für musikwirtschaftlich orientierte Lehrveranstaltungen, sondern ein umfassendes Kompendium für alle Ausbildungszweige zur digitalen Wissensgesellschaft.

Es würde daher den Rahmen dieses Blogs sprengen, wenn das Buch in seiner gesamten Fülle Gegenstand einer Rezension wäre. Ich möchte mich daher in der nachfolgenden Besprechung auf jene Teile beschränken, die sich mit für die Musikwirtschaft wichtigen Themen auseinander setzen.

Frank Linde und Wolfgang G. Stock: Informationsmarkt. Informationen im I-Commerce anbieten und nachfragen. München: Oldenbourg Verlag 2011. ISBN: 978-3-486-58842-2, Preis: EUR 49,80

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03
Jan
12

Die Musikwirtschaftsforschung 2011 – ein Jahresrückblick

Liebe Freunde und Interessierte an der Musikwirtschaftsforschung. Ich möchte Euch auf diesem Weg für Euer Interesse an diesem Blog danken und bevor es mit Schwung ins neue Jahr geht, sei mir ein Rückblick ins alte Jahr 2011 gestattet. Vieles hat sich im abgelaufenen Jahr in der Musikwirtschaft ereignet, worauf auch im Blog Bezug genommen wurde. Die Anzahl der Majors in der phonografischen Industrie hat sich auf 3 reduziert. Der Live-Musikmarkt hat weltweit – nach Jahren des rasanten Wachstums – Besucher- und Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Apple, Google und Amazon.com haben ihre Musikclouds der Öffentlichkeit vorgestellt. Spotify ist nicht nur in den USA, sondern auch in Österreich und in der Schweiz gelaunched worden. iTunes wurde nicht nicht in vielen osteuropäischen Ländern, sondern auch in Lateinamerika aktiv. Die Schutzfristen für Tonaufnahmen sind in einer EU-Richtlinie von 50 auf 70 Jahre angehoben worden und vieles weitere mehr.

Ein Höhepunkt aus Sicht der Musikwirtschaftsforschung waren 2011 sicherlich die zweiten Vienna Music Business Research Days zum Thema „New Music Distribution Models“ mit interessanten Vorträgen, Diskussionen und erstmals auch mit einem Young Scholars‘ Workshop an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, die im Blog nicht nur nachgelesen, sondern auch nachgehört werden können. Zudem gab es den departure Förder-Call „Musik“, zu dem zahlreiche Veranstaltungen – unter anderem die „Neue Töne Music Talks“ – stattgefunden haben, von denen viele im Blog nachbetrachtet wurden. Und es fanden neun sehr anregende Musikwirtschafts-Jour-fixe am Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft (IKM) statt, die allesamt im Blog im zusammengefasst wurden.

Welche wissenschaftliche Arbeiten 2011 neu im Blog zum Download hinzugefügt wurden, welche wissenschaftlichen Studien zu musikwirtschaftlichen Themen erschienen sind, welches 2011 die meistbesuchten Posts  waren und noch einges mehr kann in weiterer Folge nachgelesen werden.

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03
Nov
11

Ticket Masters – Teil 4: Online Ticketing Oder wie aus dem Schwarzmarkt der sekundäre Markt für Tickets wurde

In dem jüngst erschienen Buch von Dean Budnick und Josh Baron “Ticket Masters. The Rise of the Concert Industry and How the Public Got Scalped” wird das erste Mal ausführlich die Geschichte des modernen Live-Musikbusiness anhand des Aufstiegs der beiden Hauptakteure – Ticketmaster und Live Nation – nacherzählt. Dabei gewinnt die Leser/innen einen tiefen Einblick in die Funktionsweise des Netzwerks von Konzertveranstaltern, Ticketing-Unternehmen und Künstleragenturen und wie sich dieses Netzwerk über die Jahrzehnte hinweg gewandelt hat. Im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhundert hat sich der Ticketing-Markt durch die Einführung Internet-basierter Ticketplattformen fundamental verändert. Im vierten Teil der Zusammenfassung von Budnicks and Barons Buch wird die Online-Strategie von Ticketmaster genauso beleuchtet wie auch die Entstehung eines sekundären Ticketing-Marktes aus dem Dunstkreis des Schwarzmarktes für Konzertkarten.

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