Archive for the 'Allgemeines' Category

01
Jan
17

Die Musikwirtschaftsforschung 2016 – ein Jahresrückblick

Liebe Leserinnen und Leser des Blogs zur Musikwirtschaftsforschung,

Das Jahr 2016 scheint die Trendwende in der phonografischen Industrie gebracht zu haben. Es liegen zwar noch keine Jahresdaten für das zu Ende gegangene Jahr vor, aber der positive Trend aus dem Jahr 2015 scheint sich fortzusetzen. Der globale phonografische Markt ist 2015 um 3,4% gewachsen. Der US-Markt hat leicht um 0,9% zugelegt und der Umsatzanstieg am deutschen Markt war mit 4,4% überdurchschnittlich hoch. Und für den österreichischen Markt kann zumindest konstatiert werden, dass sich der Umsatzrückgang 2015 verlangsamt hat, wie im Beitrag „Der Musikstreamingmarkt in Österreich“ gezeigt wird.

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03
Feb
16

Der globale Musikverlagsmarkt – eine Analyse

In einem Artikel in Music Business World Wide[1] berechnete der Musikindustrie-Analyst Will Page den Wert des globalen Musikverlagsmarktes mit US $11,34 Mrd. Diese Zahl beinhaltet US $7,55 Mrd. Lizenzzahlungen für Aufführungsrechte, US $1,32 Mrd. für das mechanische Recht, US $0,35 Mrd. für die Vergütung von Privatkopien (Leermedienabgaben) an die Mitglieder des Verwertungsgesellschaften Dachverbandes CISAC[2] und US $0,42 Mrd. für die Abgeltung des mechanischen Rechts an Nicht-CISAC-Mitglieder (z.B. die U.S. Harry Fox Agency). Weitere US $1,70 Mrd. müssen noch für direkte Zahlungen zur Lizenzierung von Synchronisationsrechten und Rechte an musikdramatischen Werken (das „Große Recht“) an die Musikverlage hinzugezählt werden.

 

Abbildung 1: Der globale Musikverlagsmarkt 2014

Figure 1 - The global value of the music publishing market in 2014

Quelle: Eigene Darstellung nach Music Business World Wide, „$25 billion: The best number to happen to the global music business in a very long time“, 10. Dezember 2015 (letzter Zugriff am 3. Februar 2016).

 

Die Analyse belegt, dass der Musikverlagsmarkt mittlerweile schon wirtschaftlich bald genauso relevant ist wie der phonografische Markt, der 2014 weltweit ein Volumen von ca. US$ 15 Mrd. hatte. Die folgende Analyse untersucht daher die langfristige Marktentwicklung und die Rolle, die dabei die großen Industrieverlage der Majors sowie einige wichtige Newcomer spielen. Weiterlesen ‚Der globale Musikverlagsmarkt – eine Analyse‘

11
Mai
15

Musikwirtschafts-Jour-Fixe am 12. Mai 2015: Moderne Musik-PR mit Social Media

Am kommenden Di., 12. Mai 2015 findet ab 18:00 findet im Kleinen SE-Raum am Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft (IKM, Anton-von-Webern-Platz 1, 1030 Wien) der nächste Musikwirtschafts-Jour-fixe statt. Amanda Szvetitz wird dabei die Kernaussagen ihrer Masterarbeit, die im Rahmen des Musikmanagement-Lehrgangs an der Donau-Universität Krems entstanden ist, präsentieren und zur Diskussion stellen. Der Titel der Arbeit lautet: „Public Relations remastered. Wie moderne PR im Bereich der Musik aussehen muss, damit sie den Möglichkeiten von Social Media gerecht wird“.

Die rasant fortschreitenden Entwicklungen des Internets veränderten den Musikkonsum grundlegend und damit den gesamten Vermarktungsprozess um das Produkt Musik. Durch diese gravierenden Veränderungen kann auch die Öffentlichkeitsarbeit im Bereich der Musik nicht mehr genauso funktionieren, wie es in den letzten Jahren der Fall war. Vor allem auch das Aufkommen des Web 2.0 und die damit verbundenen Social Media Kanäle haben die Kommunikation in den letzten Jahren entscheidend gewandelt. Der Konsument ist nicht nur mehr Empfänger von Nachrichten, sondern kann erstmals in einer sehr einfachen Form auch mit dem Versender in Kontakt treten. Die vorliegende Arbeit stellt sich der Frage, wie man PR-Maßnahmen im Rahmen der Musikpromotion ändern oder anpassen muss, damit sie den neuen Anforderungen von sozialen Netzwerken gerecht werden. Die Verfasserin der vorliegenden Masterthese erarbeitet im Theorieteil den Status quo der PR im Allgemeinen und der speziellen Maßnahmen im Bereich der Musikpromotion sowie den PR-Praktiken in sozialen Netzwerken. Im praktischen Teil werden diese Beobachtungen mittels sechs Expertengesprächen untermauert bzw. widerlegt. Die Experteninterviews dienen dazu einen ganzheitlichen Blick auf die Thematik innerhalb der gesamten Musikindustrie zu werfen und festzustellen ob und wenn ja, wie, Social Media die klassischen PR-Maßnahmen im Bereich der Musik beeinflusst. Dabei wird deutlich, dass Social Media bereits einen beachtlichen Teil der PR-Arbeit einnimmt und diese Methoden viele Vorteile mit sich bringen können. Durch die große Genrevielfalt teilt sich der Endkonsument in viele unterschiedliche Zielgruppen auf und daher lassen sich nicht alle neuen PR-Maßnahmen pauschal auf die ganze Musikindustrie umwälzen.

11
Mrz
15

Die US-Musikindustrie vs. die FilesharerInnen – Teil 3: Der Fall Joel Tenenbaum

Die Musikindustrie geht in ihrem Kampf gegen das Filesharing nicht nur gegen kommerziell orientierte Anbieter von Filesharing- und Filehosting-Software vor, sondern auch gegen individuelle FilesharerInnen, die sich privat und nur zum Spaß Musik aus Tauschbörsen beschafft und im Netz weiter gegeben haben. Allein in den USA hat der hiesige Musikindustrieverband – Recording Industry Association of America (RIAA) – mehr als 35.000 InternetnutzerInnen, die Filesharing betrieben haben, ausforschen lassen, um sie mit Schadenersatzklagen in Millionenhöhe zu bedrohen. Der Großteil dieser Fälle wurde auf außergerichtlichem Weg mit Abschlagszahlungen um die US $3.000 aus der Welt geschafft. Aber zwei Fälle, jene der alleinerziehenden Mutter von vier Kindern, Jammie Thomas-Rasset und jener des Physikstudenten Joel Tenenbaum, landeten vor Gericht und endeten mit Schuldsprüchen, die Schadenersatzzahlungen in der Höhe von US$ 222.000 für 24 geteilte Musikfiles (Thomas-Rasset) und US $675.000 für 30 Musik-MP3s (Tenenbaum) nach sich zogen.

In der Serie “Die US-Musikindustrie vs. die FilesharerInnen” wird die Klagswelle der RIAA gegen einzelne FilesharerInnen im Allgemeinen sowie die beiden gerichtsanhängigen Verfahren gegen Thomas-Rasset und Tenenbaum im Besonderen analysiert und die Strategie vor allem der Musikkonzerne, die Kontrolle über die Musikdistribution zurück zu erlangen, aufgezeigt.

Der Teil 3 der Serie wird der Fall des Physik-Studenten Joel Tenenbaum aufgearbeitet, der 2012 bei den dritten Vienna Music Business Research Days zu Gast war, und seine Sicht der Dinge darlegen konnte. Die gesamte Diskussion „Are File Sharers Pirates?“ mit ihm kann nachgehört (Podiumsdiskussion – PublikumsdiskussionSchlussrunde) und auch nachbetrachtet (Videostream) werden. Zu diesem Zeitpunkt war der Fall noch nicht abgeschlossen, aber ein Jahr später war klar, dass Joel Tenenbaum die US$ 675.000 an statutarischem Schadenersatz wird zahlen müssen.

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11
Mai
14

Zwei Opern-Titanen betreten die digitale Arena – Zusammenfassung des Musikwirtschafts-Jour-fixe vom 7. Mai 2014

Am 7. Mai 2014 fand am IKM ein Musikwirtschafts-Jour-fixe statt, in dem Serge Poisson-Haro von der HEC Montréal und Dagmar Abfalter vom Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft (IKM) Digitalstrategien der Metropolitan Opera in New York City und der Wiener Staatsoper auf Basis einer noch laufenden wissenschaftlichen Studie verglichen haben. Dabei wurde der unterschiedliche strategische Zugang – die MET überträgt live in Kinos, während die Staatsoper sich auf Videostreams im Internet beschränkt – herausgearbeitet, was wiederum beträchtliche Unterschiede in den Produktionskosten zur Folge hat. Eine Zusammenfassung des Vortrags, der in eine sehr engagierte Diskussion mündete, wurde von Dagmar Abfalter freundlicher Weise zur Verfügung gestellt und kann in der Folge hier nachgelesen werden:

 

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20
Feb
14

IASPM-DACH Konferenz 2014: Conceptualising popular music, 24.-26.10.2014, Universität Siegen

Vom 24.-26. Oktober 2014 findet an der Universität Siegen in Kooperation mit der Hochschule für Musik und Tanz Köln die IASPM-DACH Konferenz „Conceptualising popular music. Öffnungen, Aneignungen, Positionen“ statt. Der deutschsprachgige Zweig (DACH) der International Association for the Study of Popular Music (IASPM) hält erstmals eine Konferenz ab.

Die Konferenz geht der Frage nach, wie in sehr verschiedenen Disziplinen (Soziologie, Geschichtswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Ethnologie, Medien- und Kulturwissenschaften, Sprachwissenschaften, Musikwissenschaft, Musikpädagigik und in den verschiedenen) popular music erforscht wird, auf welchen Forschungstraditionen aufgesetzt oder mit welchen gebrochen wird, wer sich auf wen bezieht, welche Fragen gestellt werden, welche Theorien präferiert werden, welche Methoden zur Anwendung kommen und wie diese Perspektiven das Verständnis des Untersuchungsgegenstandes konturieren und damit ggf. sogar auf den Gegenstandbereich selbst zurück wirken, in dem sie „definieren“ und sich dessen ermächtigen, was gemeint ist oder gemeint sein soll (z.B. auf nationalen und internationalen Fachtagungen, als GutachterInnen, in der Ausbildung von MusikerInnen, MusikpädagogInnen, VermittlerInnen und VerwerterInnen, auf Forschungsreisen, in Lexika oder in der Musikpolitik).

Vorschläge für 20-minütige Redebeiträge oder andere Formate der Wissenspräsentation sollen außer dem Titel ein ca. 250 Wörter umfassendes Abstract, 5 Stichworte, die den geplanten Beitrag inhaltlich konkretisieren, Name und akademische Anbindung der BewerberIn und Kontaktinformationen umfassen. Die Vorschläge müssen bitte bis zum 31.03.2014 per E-Mail an general_secretary@iaspm-dach.net geschickt werden. Über die Annahme der Vorschläge werden die BewerberInnen bis zum 31.05.2014 unterrichtet.

Hier kann der gesamte Call-for-Papers herunter geladen werden.

26
Jan
14

Rezension: „Das Geschäft mit der Musik – Ein Insiderbericht“ von Berthold Seliger

seliger_musik_grVoriges Jahr hat Berthold Seliger seine Berliner Konzertagentur nach mehr als 25 Jahren Arbeit für renommierte MusikerInnen wie Calexico, Lambchop, Lou Reed und Patti Smith geschlossen. Nicht zuletzt weil er die herrschenden Zuständen im Musikbusiness für unerträglich hält, wie er in einem seiner letzten Rundbriefe geschrieben hat. Man kann sich daher des Eindrucks nicht erwehren, dass da jemand mit der Wut im Bauch die Entwicklungen in der Musikindustrie anprangert und dabei womöglich das eine oder andere Mal auch übers Ziel hinaus schießt. Trotz der durchaus offenen Polemik gegen so manche Akteure der Musikindustrie, ist das Buch auf weiten Strecken sachlich, und es lässt hinter die glamouröse Fassade eines immer härter werdenden Musikgeschäfts blicken. Wie diese Analyse ausgefallen ist, versuche ich nun in weiterer Folge zusammenzufassen.

Berthold Seliger, 2013, Das Geschäft mit der Musik – Ein Insiderberich. Berlin: Edition Tiamat, ISBN: 978-3-89320-180-8, EUR 18.-.

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