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Musikwirtschafts-Jour-fixe am 13. März 2018: Musikhören im Zeitalter Web 2.0 von Michael Huber

Am 13. März 2018 findet ab 18:00 im Kleinen SE-Raum am Institut für Kulturmanagement und Gender Studies (IKM, Anton-von-Webern-Platz 1, 1030 Wien) der nächste Musikwirtschafts-Jour-fixe zum Thema „Zuviel des Guten? Musikhören im Zeitalter Web 2.0“ statt. Prof. Michael Huber vom Institut für Musiksoziologie wird dabei die zentralen Erkenntnisse aus seinem jüngst erschienen Buch „Musikhören im Zeitalter Web 2.0“ präsentieren und mit uns diskutieren. Nähere Informationen dazu können in weiterer Folge nachgelesen werden.

 

Michael Huber, 2017, Musikhören im Zeitalter Web 2.0. Theoretische Grundlagen und empirische Befunde. Wiesbaden, Springer VS, ISBN 978-3-658-19199-3, EUR 25,69 (Softcover)

 

 

 

 

Musikwirtschafts-Jour-fixe am 13. März 2018: „Zuviel des Guten? Musikhören im Zeitalter Web 2.0“  von Michael Huber

Laut einer aktuellen BBC-Umfrage kauft jede/r vierzehnte Engländer/in Vinyl-Schallplatten, ohne jedoch über einen Schallplattenspieler zu verfügen. Gleichzeitig versuchen immer mehr Popstars die ungeteilte Aufmerksamkeit ihres Publikums zurück zu gewinnen, indem sie Smartphones bei ihren Konzerten verbieten. Die Geschichte des Musikhörens war neben viel Irrationalität von je her geprägt durch Veränderung, die sich aus Entwicklungen der technischen Kommunikationsmittel ergab. Die Notwendigkeit, zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort zu sein, um eine bestimmte Musik zu hören, wurde im Laufe der letzten zwei Jahrhunderte immer weniger zwingend. Von der Ausstattung bürgerlicher Haushalte mit dem Pianoforte profitierten vorerst nur Privilegierte, doch mit der Erfindung und Marktdurchdringung von Tonträgern, Radio, Fernsehen und schließlich Internet wurde der Kreis des potentiellen Publikums immer größer. Und mit zunehmender Transportfähigkeit von Abspielgeräten ließ sich soziale Kontrolle des Musikhörens (z.B. seitens der Eltern) immer schwieriger durchsetzen. Heute verfügt in den Industriestaaten beinahe jede/r Jugendliche über ein Smartphone und damit über uneingeschränkten Zugang zu einem unermesslich großen Angebot an Musik. Wie es dazu gekommen ist und wie sich dadurch der Zugang und die Haltung der Hörer/innen zur Musik geändert hat, dies wird im neuen Band der Reihe „Musik und Gesellschaft“ eingehend behandelt.

Die Wiener Schule der Musiksoziologie hat den Einfluss der Medienentwicklung auf die musikalische Praxis gewinnbringend in ihrer Mediamorphosen-Theorie beleuchtet, vor allem hinsichtlich des Entstehungszusammenhangs von Musik. Nun erfolgt die Erweiterung hin zum Aneignungszusammenhang in einer Gegenüberstellung theoretischer Grundlegungen und empirischer Befunde (aus aktuellen repräsentativen Erhebungen der österreichischen Bevölkerung). In Anschluss an aktuelle Erkenntnisse soziologischer und sozialpsychologischer Musikrezeptionsforschung erläutert der Band, welche gesellschaftlichen Funktionen das Musikhören heute erfüllt, und welche Rolle hier die neuen Rahmenbedingungen im Web 2.0 spielen. Auf Basis repräsentativer empirischer Erhebungen werden musikalische Einstellungen und Verhaltensweisen illustriert sowie klar abgrenzbare Musikhörtypen charakterisiert, die in je besonderer Weise mit den aktuellen Möglichkeiten und Herausforderungen der digitalen Mediamorphose umgehen. Besondere Berücksichtigung findet dabei die Frage nach der Bedeutung primärer Sozialisation als Gegengewicht zur musikalischen Selbstsozialisation im Internet. Vor allem Alter, Schulbildung und Wohnortsgröße der Menschen zeigen sich als entscheidende Einflussgrößen der individuellen musikalischen Praxis in Österreich.

 

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