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Sep
17

8. Wiener Tage der Musikwirtschaftsforschung

Neue Technologien hatten immer schon große Auswirkungen auf das Musikbusiness, wie zuletzt die digitale Revolution gezeigt hat. Es stehen aber bereits neue disruptive Innovationen wie die Blockchain, 3D-Konzertprojektionen und interaktive Mensch-Computer-Schnittstellen vor der Tür, die die Wertschöpfungsprozesse der Musikwirtschaft erneut revolutionieren könnten. Die Vienna Music Business Research Days, die vom 12.-14. September 2017 zum achten Mal an der Universität für Musik und darstellende Kunst stattfinden, werden sich mit den Auswirkungen dieser Innovationen auf die Musikindustrie befassen.

 

Der Live-Videostream aus dem Joseph Haydn Saal der mdw startet am 14. September 2017 ab 9:15.

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8. Vienna Music Business Research Days zu „Unchaining the Digital Music Business?“

12.-14. September 2017, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw)

Anton-von-Webern-Platz 1, 1030 Wien

Tickets für die passive Teilnahme um EUR 50.- gibt es bei Eventbrite.

Das detaillierte Programm der 8. Vienna Music Business Research Days kann hier nachgelesen werden: https://musicbusinessresearch.wordpress.com/vienna-music-business-research-days-2/

 

Unchaining the Digital Music Business?

Als Ende Oktober 2015 im Economist der Artikel „The Trust Machine. The Promise of the Blockchain“ erschienen ist, wurde eine interessierte Öffentlichkeit abseits der Bitcoin-Community auf das disruptive Potenzial der Technologie, die hinter der Kryptowährung steckt, aufmerksam. Auch in der Musikindustrie wuchs das Bewusstsein dafür und es gibt bereits erste Blockchain-basierte Anwendungen. So könnte Musik in digitaler Form direkt von Künstler an die Fans verkauft werden, wobei die Verteilung der Einnahmen zwischen allen Beteiligten vertraglich ins Musikwerk eingeschrieben werden könnte.

Die Plattform ujomusic.com hat bereits einen Prototypen entwickelt, der die Funktionalität dieses neuen Geschäftsmodell ausloten soll. Die britische Singer/Songwriterin Imogen Heap hat dazu am 2. Oktober 2015 öffentlichkeitswirksam ihren Song „Tiny Human“ mit vordefinierten Revenue-Splits für alle am kreativen Prozess Beteiligten auf die Ethereum-Blockchain gestellt. Das Musikstück kann nun online erworben oder lizenziert werden, wobei die Zahlungen – gemäß der vordefinierten Splits – direkt an die beteiligten Künstler gehen. Damit werden die Transaktionskosten, die üblicher Weise im digitalen Musikbusiness anfallen, deutlich verringert.

Auch für die Lizenzierung von Musikwerken könnte die Blockchain bahnbrechende Neuerungen bringen. Im Dotblockchain-Projekt von PledgeMusic-Gründer Benji Rogers soll eine riesige Musikrechtedatenbank auf dem bc.-Musikformat entstehen, um Lizensierungsprozesse transparenter und kostengünstiger zu machen. Das israelische Rechtemanagement-Plattform Revelator hat sich mit Colu zusammen getan, um eine auf dem Bitcoin-Protokoll beruhende Anwendung zu entwickeln, die den Austausch und das Bezahlen von digitalen Inhalten sicherer und effizienter gestaltet.

Ob es sich bei diesen neuen Anwendungen nur um einen Hype handelt oder ob daraus etwas substanziell Neues erwächst, werden die beiden Keynotes am 14.09. im Joseph Haydn-Saal vom OneClickLicence-Gründer Alan Graham und ContentSphere-CEO Wolfgang Senges kritisch hinterfragen. Eine Diskussionsrunde mit Carlotta de Ninni, die mit Imogen Heap das Fairtrade Mycelia-for-Music-Projekt betreibt und mit der ehemaligen NASA-Mitarbeiterin Kelly Snook, Entwicklerin der interaktiven Musikhandschuhe, wird dann nicht nur die Auswirkungen der Blockchain-Technologie auf das Musikbusiness reflektieren, sondern darüber hinaus auch andere innovative Entwicklungen, die für das Musikschaffen relevant sein könnten, beleuchten.

In der Konferenz werden aber auch neue Gatekeeping-Prozesse diskutiert, die neue und alte Player für das digitale Musikbusiness etabliert haben. In seinem Einführungsvortrags zeigt Daniel Nordgard von der Universität Agder im norwegischen Kristiansand auf, wie sich Labels, Verlage und Verwertungsgesellschaften ihre anfängliche Schreckstarre zu Beginn der 2000er-Jahre abgeschüttelt, und sich mit Musikstreaming nicht nur eine neue Erlösquelle geschaffen, sondern auch neue Kontrollmechanismen geschaffen haben. In der Folge wird er mit Scott Cohen, dem Gründer des digitalen US-Musikvertriebs The Orchard, Sally Gross, Leiterin des Musikmanagement-Masterprogramms an Universität von Westminster, Sarita Stewart, Lektorin an der Belmont Universität in Nashville und Jake Beaumont-Nesbitt, Präsident des International Music Managers Forums über die neuen Gatekeeping Prozesse im Musikbusiness diskutieren.

Am Anschluss daran beleuchtet George Musgrave von der Universität von Westminster, welche Rolle Intermediäre wie Labels, Verlage, Künstleragenturen, Vertriebe usw. im digitalen Musikbusiness eingenommen und welche neuen Geschäftsmodelle sie entwickelt haben.

Der Konferenztag am 13. September bietet zudem Vorträge zu aktuellen Forschungsergebnissen von Musikwirtschaftsforscherinnen und -forschern aus den USA, Australien, Brasilien und vielen europäischen Ländern. Die Bandbreite der Vorträge reicht von aktuellen Entwicklungen im Musikmanagement und im Live-Musikbusiness bis hin zur Musikpräferenzbildung im Musikstreaming-Zeitalter.

Abgerundet werden die Vienna Music Business Research Days wie jedes Jahr durch den Young Scholars‘ Workshop am 12.09. im Großen SE-Raum am IKM, in dem Master- und PhD-Studierende aus aller Welt ihre Forschungsprojekte vorstellen und mit ausgewiesenen Musikwirtschaftsforscherinnen und -forschern diskutieren. In diesem Jahr wurden Studierende aus Barbados, Deutschland, Kanada, Österreich, Serbien und Südafrika für den Workshop ausgewählt.

 

Das detaillierte Programm der 8. Vienna Music Business Research Days kann hier nachgelesen werden: https://musicbusinessresearch.wordpress.com/vienna-music-business-research-days-2/

 

Kurz zusammengefasst:

8. Vienna Music Business Research Days zu „Unchaining the Digital Music Business?“

12.-14. September 2017

 Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw)

Anton-von-Webern-Platz 1, 1030 Wien

Tickets für die passive Teilnahme um EUR 50.- gibt es auf Eventbrite.

Der Live-Videostream startet am 14. September 2017 ab 9:15

 

 

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