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Musikwirtschafts-Jour-fixe am 8. März 2016: Neue Geschäftsmodelle in der Musikbranche – Zugang versus Besitz

Die Digitalisierung lässt insbesondere zugangsbasierte Angebote zunehmend an Bedeutung gewinnen. Während die KonsumentInnen die Inhalte beim Kauf einer CD besitzen, haben sie bei zugangsbasierten Angeboten nur ein zeitlich begrenztes Zugriffsrecht auf ein umfangreiches Gesamtangebot an Inhalten (z.B. bei Streaming-Services wie Spotify oder Netflix). Solche Services finanzieren sich entweder über Werbung und sind kostenlos für KonsumentInnen, oder über eine Pauschalgebühr (z.B. 10 EUR pro Monat) und sind dafür werbefrei.

Im Zentrum des Vortrags steht eine Studie, die den Einfluss von kostenpflichtigen und kostenlosen Musik Streaming-Services (z.B. Spotify) auf das Kaufverhalten von Musikkonsumenten und den Gesamtumsatz der Musikindustrie untersucht. Die Ergebnisse einer Befragung von über 2.000 KonsumentInnen über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr zeigen, dass sie ihre Ausgaben für Musikprodukte nach der Übernahme eines kostenlosen (kostenpflichtigen) Streaming-Services um etwa 11% (24%) reduzieren. Medienunternehmen müssen daher damit rechnen, dass die Bedeutung existierender Kanäle abnehmen wird, was zu Konflikten beim Management der verschiedenen Vertriebskanäle führen kann. Wenn jedoch die Einnahmen aus Streaming-Kanälen berücksichtigt werden, so zeigt sich ein deutlich positiver Effekt für kostenpflichtige Streaming-Services auf den Gesamtumsatz, wohingegen kostenlose Services nur für KonsumentInnen profitabel sind, die vor der Übernahme wenig oder gar kein Geld für Musikprodukte ausgegeben haben. Auf Industrieebene zeigen die Ergebnisse, dass der negative Effekt von kostenlosen Streaming-Services auf den Gesamtumsatz durch den positiven Effekt von kostenpflichtigen Streaming-Services mehr als ausgeglichen wird. Das heißt, unter den getroffenen Annahmen ist der Gesamteffekt von Streaming auf den Umsatz der Musikindustrie positiv.

Nils Wlömert ist Assistenzprofessor für Marketing am Institut für Interactive Marketing & Social Media an der WU Wien. In seiner Forschung untersucht er die Chancen und Risiken, die sich für Medienunternehmen durch die Möglichkeit der Online-Distribution digitaler Inhalte (z.B. Musik oder Filme) ergeben.

 

Die Studie:

Wlömert, N. und Papies, D. (2016): On-Demand Streaming Services and Music Industry Revenues – Insights from Spotify’s Market Entry. International Journal of Research in Marketing, im Erscheinen. doi:10.1016/j.ijresmar.2015.11.002:
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0167811615001226

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse findet sich hier:

http://www.bento.de/musik/spotify-studie-geld-gut-f%C3%BCr-die-kuenstler-209917/

 

Der Vortragende:

Dr. Nils Wlömert

Assistenzprofessor

Wirtschaftsuniversität Wien, Institut für Interactive Marketing & Social Media

Welthandelsplatz 1, 1020 Wien

nils.wloemert@wu.ac.at

https://www.wu.ac.at/imsm/about-us/team/nils-wloemert/

 


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