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Moderne Musik-PR mit Social Media – Zusammenfassung des Musikwirtschafts-Jour-fixe am 12. Mai 2015

Am 12. Mai 2015 fand am IKM der Musikwirtschafts-Jour-fixe zum Thema „Moderne Musik-PR mit Social Media“ statt. Amanda Szvetitz hat dabi ihre an der Donau-Universität Krems entstandene Masterarbeit mit dem Titel „Public Relations remastered. Wie moderne PR im Bereich Musik aussehen muss, damit sie den Möglichkeiten von Social Media gerecht wird“. Die Arbeit kann hier herunter geladen werden: https://musikwirtschaftsforschung.files.wordpress.com/2009/03/mm08_master-these_public-relations-remastered_amanda-szvetitz_010315.pdf

Die Präsentationsfolien sind hier verfügbar: Moderne Musik-PR mit Social Media

Eine Zusammenfassung des Jour-fixe kann in weiterer Folge hier nachgelesen werden:

 
 

Moderne Musik-PR mit Social Media von Amanda Szvetitz

Die Frage, die man sich heutzutage im Musikbereich immer wieder stellt, ist: „Wie muss moderne PR im Bereich der Musik aussehen, damit sie den Möglichkeiten von Social Media gerecht wird?“. Eine pauschale Antwort kann darauf nicht gegeben werden, da schon allein aufgrund der verschiedenen Genres eine Vielzahl unterschiedlicher Maßnahmen und Instrumente notwendig ist, um erfolgreiche PR durchzuführen. Fest steht, dass klassische PR-Maßnahmen (Presseaussendungen, Newsletter, Interviews, TV- & Radio-Auftritte, etc.) noch nicht ausgedient haben. Sie werden zwar langsam immer weniger, aber solange es klassische Massenmedien wie Print, TV oder Radio gibt, wird es auch die dazugehörigen Promotion-Tools geben. Insbesondere im Bereich der Musik werden die einzelnen PR-Maßnahmen noch lange nebeneinander existieren, da

 

  1. Musik immer mit Emotionen verbunden ist und für Emotionen beispielsweise der persönliche Kontakt zwischen Künstler und Journalist wichtig ist und

 

  1. sich nicht jedes Genre über jedes Medium bedienen lässt. Die besten Beispiele liefern hier die Genres Klassik und Schlager. Nicht, dass diese Genres gar nicht in sozialen Netzwerken bzw. online stattfinden, aber hauptsächlich finden diese Genres nach wie vor in Fachmedien, TV und Radio statt.

 

Die Veränderung im PR-Bereich sieht eher nach einer Ergänzung als einem Ersatz aus. Die PR-Maßnahmen ergänzen sich untereinander und decken so den online und den offline Bereich bestmöglich ab, ohne sich dabei gegenseitig den Rang abzulaufen. Das sogenannte Massensterben der klassischen Medien will uns zwar das Gegenteil beweisen, aber dies begründet sich darauf, dass der Nutzer immer schneller an Informationen herankommen möchte und das vor allem Rund um die Uhr. Immer am neuesten Stand zu sein, gehört mehr denn je zum alltäglichen Leben dazu. Hinzu kommt, was dieses Thema betrifft, auch, dass alle offline Medien in irgendeiner Form einen online Auftritt besitzen und dadurch das physische Produkt immer unwichtiger wird.

Promotion über soziale Netzwerke ist aus dem Musikbereich nicht mehr wegzudenken. Sogar regelrechte Social Media Superstars haben sich in den letzten Jahren entwickelt, die einen großen Teil ihres Erfolges und ihrer Bekanntheit letztendlich den sozialen Medien zuzuschreiben haben. Was wahrscheinlich schon die größten Vorteile von der Nutzung von sozialen Netzwerken für die PR im Musikbereich darlegt:

 

  • Die Fans haben den Eindruck nah am Künstler und immer mit dabei zu sein.
  • Seit den klassischen Medien gibt es erstmals einen Rückkanal, der es erlaubt schnell in einen direkten Kontakt mit dem Künstler zu treten. Dies erhöht ebenso die Fanbindung.
  • Man kann die Informationen direkt in der Zielgruppe platzieren und dadurch den Streuverlust sehr niedrig halten.
  • Die Zielgruppe hat die Gelegenheit Inhalte mit ihrer Community zu teilen, was die Reichweite nochmals enorm erhöht und im besten Fall sogar einen gewollten Schneeballeffekt auslösen kann.
  • Es lässt sich mit verschiedensten Medien gleichzeitig arbeiten. Man kann Bild, Ton und Video in alle Kanäle einbinden und durch diese Vielfalt ergeben sich auf einer Plattform viele Gestaltungsmöglichkeiten für den zu kommunizierenden Inhalt.
  • Man muss keinen Mittler mehr von seinen Informationen überzeugen. Mit Hilfe von Social Media kann jede Information, zu jeder Zeit und überall sofort veröffentlicht werden.

 

Die Bedienung von Social Media Kanälen ist recht einfach und mehrere Plattformen, wie zum Beispiel Facebook, Twitter und Instagram, lassen sich mit einander verknüpfen. Mit einem Foto generiert man so beispielsweise Inhalte auf allen drei Plattformen gleichzeitig. Informationsverbreitung in dieser Form ist in klassischen Medien faktisch nicht möglich.

 

Die extreme Schnelllebigkeit von sozialen Netzwerken birgt allerdings auch Gefahren. Denn wenn man nicht schnell genug auf, zB Kritik reagiert, kann sich dadurch ganz schnell ein Shitstorm entwickeln und der Künstler ist plötzlich nicht mehr die hochgelobte Person. Gerade deshalb ist es wichtig, dass hinter allen Konzeptionen sich immer Personen befinden, die sich mit der Materie auskennen. So leicht sich soziale Netzwerke bedienen lassen, so leicht lassen sich dort auch fatale Fehler machen.

 

In der Praxis sieht es so aus, dass mit jeder Weiterentwicklung vom Internet, Web 2.0 und allen dazugehörigen Kanälen, sich jedes Mal auch die Promotion im Musikbereich automatisch anpasst. Es ist also, anders vielleicht als bei klassischen Medien, ein stetiger Entwicklungsprozess, dem sich die PR in diesem Bereich stellen muss. Gerade aber auch im Musikbereich, wo es sehr viel auch um Emotionen geht, lassen sich die neuen Medien hervorragend für kreative Informationsverbreitung nutzen.

 

Persönliche Beobachtungen haben zudem auch gezeigt, dass vor allem in den Vereinigten Staaten im Musikjournalismus schon verstärkt auf Social Media als Quelle zurückgegriffen wird und Journalisten sich oftmals die Erstinformationen direkt von den Künstler-Accounts holen und sogar auf diese verweisen. Das ist sicherlich eine Praxis, die auch verstärkt auf den europäischen Raum überschwappen wird. Wann und in welcher Intensität dies dann geschehen wird, steht allerdings noch nicht fest.

 

Zusammenfassend bleibt daher nur mehr zu sagen, dass im Bereich der PR Social Media für Musik- und Künstlerpromotion nicht mehr wegzudenken ist. Die klassischen PR-Maßnahmen in traditionellen Massenmedien werden dadurch aber in naher Zukunft nicht ersetzt werden. Es ist eher so, dass beide Varianten sich einander ergänzen und mit dieser Abstimmung heutzutage PR-Erfolge möglich sind, wie sie vor zehn Jahren noch nicht möglich gewesen wären. Die PR darf nie stillstehen und muss sich jederzeit sofort an Neuerungen im online Bereich anpassen können, um erfolgreich zu funktionieren.


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