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Apr
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Diversität und Individualisierung in digitalen Musikkulturen – Zusammenfassung des Musikwirtschafts-Jour-fixe vom 25.03.2015:

Am 25. März 2015 fand am Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft (IKM) ein Jour-fixe zum Thema „Diversität und Individualisierung in digitalen Musikkulturen“ statt. Die seit Kurzem am IKM tätige Beate Flath hat dabei ihr derzeit laufendes Forschungsprojekt vorgestellt.

Der Vortrag „‚Diversity‘ und Individualisierung in digitalen Musikkulturen“ thematisierte und diskutierte die grundsätzliche Frage nach Referenzpunkten und Perspektiven im Kontext von „Diversity“. Zentral war dabei zum einen Alvin Tofflers Verständnis von Individualisierung im Zusammenhang mit seiner Konzeption von „prosume“, zum anderen – darauf aufbauend – das Ineinandergreifen von nutzen und produzieren digitaler Inhalte, interpretiert als „Diversity Management“.

Dabei wurde „prosume“ in Hinblick auf die Möglichkeit des Mitgestaltens des eigenen „Musikerlebnisses“ definiert – bestimmt durch die Sozialisation, Präferenzen und Nutzungsgewohnheiten der Nutzer_innen, der jeweiligen Situation und des klanglich-musikalischen Materials. Die Verfügbarkeit von Technologien bzw. die Verfügbarkeit des Wissens diese zu nutzen relativierte dies: die Betrachtung von Diversity in digitalen Musikkulturen sei demnach entlang eines „digital divides“ zu denken.

Der Bezugsrahmen des Konzepts „Diversity“ wurde zum einen an Hand von „Referenzpunkten“ (d.h. was dient als Referenzpunkt für die Wahrnehmung von Diversität) zum anderen an Hand von unterschiedlichen Perspektiven (Innen- bzw. Außenperspektive) skizziert und in Hinblick auf konkrete Beispiele („Radio on demand“ – stereomood, 8tracks; „App“ – NodeBeat; „Pop-Star“ – Hatsune Miku) diskutiert. Im Kontext dieser Beispiele erschloss sich die Diversität des Musikerlebnisses vor allem auf Basis der Diversität von Situationen bzw. der Diversität der Nutzer_innen, wenig bis gar nicht jedoch über die Möglichkeit des Mitgestaltens von „Musik“ bzw. „Sound“ selbst.

Zusammenfassend wurde festgehalten, dass gängiger Musikkonsum derzeit primär etwas Passives sei, welcher auf den Möglichkeiten mediatisierter Musik und ihren rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen basiere. Dies stünde jedoch einer digitalen Kultur gegenüber, die zunehmend aktive Nutzer_innen anspricht. Die Betrachtung der Diversität von Musikerlebnissen in digitalen Musikkulturen sei demnach in diesem Spannungsfeld zu verorten und differenziert in Hinblick auf die jeweiligen Bezugsrahmen, die sich (zumindest) aus der Beschaffenheit von Referenzpunkten und Perspektiven konstituieren, zu betrachten.

 


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