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Apr
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Musikwirtschafts-Jour-fixe am 8. April 2014: Balkanboom! Eine Geschichte der Balkanmusik in Österreich

Am 8. April findet ab 18:00 der nächste Musikwirtschafts-Jour-fixe, dieses Mal zum Thema „Balkanboom! Eine Geschichte der Balkanmusik in Österreich“ am Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft (IKM, Anton-von-Webern-Platz 1, 1030 Wien) statt. Das von der  Kultursoziologin Regina Sperlich präsentierte Buch ist das Ergebnis eine FWF-Forschungsprojekts zum Balkanmusikboom, der um die Mitte der 2000er Jahre von Wien ausgehend eingesetzt und schließlich ganz Österreich erfasst hat. Es steht damit im Kontext der Forschungen zur Musikultur vor allem der ex-jugoslawischen Community, die durch  „Ökonomie der Balkanmusik“ von Ivona Ðermanovic schon einmal ausführlich in Buchform behandelt und in diesem Blog bereits besprochen wurde. Eine kurze Einführung in die Thematik durch Regina Sperlich kann in der Folge nachgelesen werden:

 

 

Balkanmusik in Österreich von Mag.a Dr.in Regina Sperlich

Die „Balkanmusik“ wurde in den 1970ern und 1980ern durch die erste Generation sog. GastarbeiterInnen in die urbanen Zentren Österreichs gebracht, aber erst gegen Ende der 1990er-Jahre wurde sie im größeren Stil auch vom österreichischen Mehrheitspublikum wahrgenommen. Ab den 2000er-Jahren gewann sie an Auftrieb, sodass ab Mitte der 2000er Jahre sogar von einem Boom gesprochen werden kann. Dieser ist zwar mittlerweile deutlich abgeflaut, dennoch scheint die Balkanmusik in der Mehrheitsgesellschaft angekommen zu sein. In Anlehnung Bourdieu zeigt sich, dass der Erfolg dieser „Crossover-Weltmusik“ vor allem von drei Voraussetzungen abhängig war:

  1. AkteurInnen, die über kulturelle, soziale und ökonomische Ressourcen verfügen, um Unterstützung zu mobilisieren: Beim Gros der MusikerInnen handelt es sich um MigrantInnen aus dem akademischen Milieu, die nach Wien oder Graz kamen, um Jazz oder klassische Musik zu studieren und die „ihre“ Balkanmusik erst in Österreich neu entdeckten.
  2. Institutionalisierte Genreklassifikationen: Der Balkanmusik-Boom ist erst im Zusammenspiel aus migrantischer Präsenz in Österreich und internationalen World Music-Trends zu verstehen.
  3. Unternehmerische VermittlerInnen, wie das Balkan Fever Festival und der ost-club, die die Kluft zwischen marginalisierten und etablierten Positionen im Feld überbrückten.

Im Vortrag werden diese Voraussetzungen anhand einer Studie, die auf einer Zeitschriftenrecherche (Sample 1990–2009) und über dreißig qualitativen Interviews (2010) beruht und am Institut mediacult durchgeführt wurde, vorgestellt und diskutiert.

 

Buchcover BalkanboomGebesmair Andreas, Anja Brunner und Regina Sperlich, 2014, Balkanboom. Eine Geschichte der Balkanmusik in Österreich. Wien: Peter Lang Verlag.

 

 

 

 
Regina Sperlich studierte Soziologie an der Universität Wien, wo sie 2005 mit einer Arbeit über „Popularmusik in der digitalen Mediamorphose: Wandel des Musikschaffens von Rock- und elektronischer Musik in Österreich“ promovierte, und Communication, Culture and Technology an der Georgetown University in Washington D.C. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Medien- und Musiksoziologie, Musik- und Medienindustrien, v. a. Kulturproduktion, -arbeit und -organisation sowie qualitative Methoden. Als Lehrbeauftragte ist sie an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt tätig.

 

 

 


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