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On the Performance of Record Labels – Zusammenfassung des Musikwirtschafts-Jour-fixe vom 14. Mai 2013

Am 14. Mai 2013 fand am Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft (IKM) der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien der Musikwirtschafts-Jour-fixe zum Thema „The Performance of Record Labels“ statt. Prof. Montoro-Pons von der Universität Valencia präsentierte dabei erste und noch sehr vorläufige Ergebnisse einer Studie, in der die Determinanten des Gewinns von Plattenlabels identifiziert werden sollen.

Die Präsentationsfolien können hier heruntergeladen werden: The Performance of Record Labels

Als Datenbasis für die Studie dient die AMADEUS-Datenbank, in der Bilanzen von 19 Millionen Unternehmen aus 43 europäischen Ländern verfügbar gemacht werden. In einem ersten Schritt hat der Autor die Bilanzen von Musiklabels in vier europäischen Ländern – Österreich, Spanien, Schweden und Großbritannien – für die Jahre 2003-2011 herausgefiltert und nach Major- sowie Indie-Label unterschieden. Erfasst wurde die wirtschaftliche Performance mit der Gesamtkapitalrentabilität und mit verschiedenen Ergebniskennzahlen. Weiters wurde die Unternehmensgröße in Form der Anzahl der MitarbeiterInnen, der Bilanzsumme und dem Anlagevermögen erfasst. In die Untersuchung mit eingeflossen sind zudem noch Umsatzzahlen, Liquiditätskennzahlen sowie die Gearing-Ratio. Schließlich wurden auch noch die Eigentümerstruktur und die Anzahl der Aktionäre berücksichtigt.

Die ersten zentralen Ergebnisse sind, dass es für die wirtschaftlicher Performance unerheblich war, in welchem Land das Label operiert, was insofern überrascht, da die strukturellen Rahmenbedingungen in den betrachteten Ländern sehr unterschiedlich sind. Desweiteren zeigen die Ergebnisse, dass die Majors grundsätzlich besser in der Lage sind, die Gewinne zu stabilisieren als Indies. Aber Größe allein ist nicht für den wirtschaftlichen Erfolg eines Labels ausschlaggebend. Montoro-Pons konnte sogar zeigen, dass es so etwas wie eine kritische Größe eine Labels gibt. Wenn diese überschritten wird, dann sinken auch die Ergebnisse. Im Ländervergleich zeigt sich zudem, dass es besser ist ein Major in Großbritannien zu sein als ein Major in Spanien oder Schweden, wo die wirtschaftliche Performance der Major schwächer ausfällt, hingegen die Indies bessere Kennzahlen aufweisen.

Allerdings sind all diese Ergebnisse noch mit großer Vorsicht zu genießen. Sie geben lediglich die Richtung der Forschung vor und es müssen noch viele andere Länder in die Untersuchung einfließen und es muss der strukturelle Bruch, der in den letzten Jahren die Labellandschaft massiv verändert hat, berücksichtigt werden. Dazu wird eine rein quantitative Analyse nicht ausreichen, sondern es müssen auch qualitative Aspekte einfließen. Das wird auch passieren und es wird in diesem Blog noch darüber berichtet werden, wie die weiteren Ergebnisse der Studie aussehen werden.

 

 


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