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Die Musikflatrate – Zusammenfassung des Musikwirtschafts-Jour-fixe vom 18. April 2012

Am Mi., 18. April 2012 hat Sebastian Bauer am IKM die Kernaussagen seiner an der Wirtschaftsuniversität Wien verfassten Diplomarbeit „Das Konzept Musikflatrate. Legalisiserung und Vergütung von Musik-File-Sharing“. In dieser Arbeit fasst der Autor die Diskussion zu Modellen der Kulturflatrate zusammen und zeigt dabei auf, dass diese im musikwirtschaftlichen Kontext sowohl technisch zu realisieren wäre und wirtschaftlich durchaus auch relevant sein könnte. Er geht aber auch auf die Schwächen dieser Konzepte ein und wägt verschiedene Modelle des Data Mining und der Verteilung der lukrierten Gelder auf die Rechteinhaber ab.

Hier können sowohl die heutige Präsentation und die Diplomarbeit herunterladen. Und in weiterer Folge kann eine Zusammenfassung des Jour-fixe durch Sebastian Bauer nachgelesen werden.




Das Konzept Musikflaterate. Legalisierung und Vergütung von Musik-File-Sharing
von Sebastian Bauer

Bereits seit Ende der 1960er Jahre spielt das Thema private Vervielfältigung eine Rolle in der Musikwirtschaft. Mit dem Aufkommen des Internet beschränkt sich der Musiktausch nun aber nicht mehr auf die Weitergabe von Musik an Freunde und Verwandte, sondern hat dank globaler Filesharing-Systeme eine neue Dimension erreicht. Versuche der Musikindustrie, die nicht lizenzierte Weitergabe urheberrechtlich geschützter Werke über das Internet zu unterbinden, oder auch nur einzudämmen sind bislang gescheitert. Gleichzeitig hat das massenhafte rechtliche Vorgehen gegen Internetnutzer datenschutzrechtliche Fragen aufgeworfen und den Plattenfirmen ein negatives Image eingebracht. Den Musikschaffenden war/ist mit dieser Vorgehensweise kaum geholfen.

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts gibt es eine angeregte Diskussion über einen alternativen Ansatz, mit diesem Paradigmenwechsel in der Musikindustrie umzugehen. Über eine Pauschalabgabe auf den Internetzugang (Musikflatrate) könnten Musikschaffende anteilig nach der Nutzung ihrer Werke (in Filesharing-Netzwerken) vergütet werden. Anders als bei den im Privaten stattfindenden Tonträger-Kopiervorgängen, scheint es plausibel, anzunehmen, dass die Tauschvorgänge im Internet durchaus messbar sind und somit eine nutzungsgerechte Tantiemen-Ausschüttung zulassen.

Gleichzeitig könnte das nicht-kommerzielle Vervielfältigen und Tauschen von urheberrechtlich geschützten Werken legalisiert werden, wodurch die rechtliche Verfolgung von Internetnutzern entbehrlich würde. Die Diskussion um die Einführung einer solchen Musikflatrate, bzw. einer auch andere Inhalte wie z.B. Film umfassenden Content-Flatrate/ Kulturflatrate ist geprägt von sehr unterschiedlichen Modellen, Ansätzen und Vorschlägen. Die Diplomarbeit „Die Musikflatrate – Legalisierung und Vergütung von Musik-Filesharing“ gibt zunächst einen Überblick über diese unterschiedlichen Ansätze, um anschließend genauer auf den Zusammenhang der Musikflatrate mit der bereits existierenden Urheberrechtsabgabe (in Österreich Leerkassettenvergütung) und auf Aspekte der zu Verteilungszwecken nötigen Messung der P2P-Datenströme einzugehen. Die zentrale Fragestellung dieser Arbeit ist:

  • Welche unterschiedlichen Ausgestaltungsmöglichkeiten für eine Musikflatrate gibt es?
  • Kann sie die an sie gestellten Anforderungen erfüllen?
  • Ist die Umsetzung eines solchen Pauschalvergütungssystems möglich, und welchen Aspekten muss dabei besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden?

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