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Musik und Werbung – Zusammenfassung des Musikwirtschafts-Jour-fixe vom 14. Dezember 2011

Am 14.12.2011 präsentierte Mag. Pinie Wang im Musikwirtschafts-Jour-fixe die zentralen Ergebnisse Ihrer Dissertation mit dem Titel „Musik und Werbung – Einfluss von Werbung und Medien auf die Entwicklung der Musikindustrie in den USA“. Sie zeigte dabei in einem historischen Exkurs, wie die Werbewirtschaft mit der Musikindustrie und den Medien seit dem späten 19. Jahrhundert eine Symbiose eingegangen war. Die Beziehung zwischen diesen drei gesellschaftlichen Systemen hat sich aber im Lauf der Zeit verändert und führte Mitte des 20. Jahrhunderts dazu, dass sich die Musikindustrie aus der Abhängigkeit der Werbewirtschaft befreien und als Tonträgerindustrie eine wirtschaftlich autarke Position einnehmen konnte. Das sich im Zuge der Rock ’n‘ Roll-Revolution ausprägende Wertschöpfungsnetzwerk hatte bis zu Beginn des Milleniums Bestand und begann sich unter dem Druck der digitalen Revolution aufzulösen. Damit ging die wirtschaftliche Autonomie der Musikindustrie verloren, deren Akteure nun wieder versuchen müssen, in Allianzen mit verschiedenen Partnern – darunter auch wieder solchen der Werbewirtschaft – Wertschöpfung zu generieren. Dabei mutiert Musik von einem Haupt- zu einem Nebenprodukt, wie das bereits vor der Rock ’n‘ Roll-Revolution der Fall war. Wie genau das vor sich gegangen ist und welche Erklärungsmodelle dafür infrage kommen, kann in einem Working Paper, das die Autorin dankenswerter Weise für den Blog zur Verfügung gestellt hat, nachgelesen werden.

Xueping Wang, „Musik und Werbung – Einfluss von Werbung und Medien auf die Entwicklung der Musikindustrie in den USA“, Working Paper, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Dezember 2011.


1 Response to “Musik und Werbung – Zusammenfassung des Musikwirtschafts-Jour-fixe vom 14. Dezember 2011”


  1. 15. Dezember 2011 um 9:05 am

    Ich hab das Working Paper noch nicht gelesen, aber auf die schnelle würde ich so argumentieren: bevor Mitte des 20 Jhdt. Musik mittels physischer Tonträger zum Produkt wurde, hatte sie mehr Service-Charakter. Mit der Digitalisierung (Internet, P2P, etc.) ist das Produkt abhanden gekommen und der Service-Aspekt wird wieder wichtiger. Da die großen Akteure in der Tonträger-Industrie auf diesen Wandel sehr spät reagiert haben ist der Rückfall in die klebrigen Hände der Werbewirtschaft umso stärker.


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