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Music-Life is Live – Interview mit Gee Goll von der Konzert- und Booking-Agentur ‚LittleBig‘

In einem vor kurzem geführten Interview nahm Gee Goll von der Konzert- und Booking-Agentur LittleBig Stellung zu den aktuellen Entwicklungen im Live-Musikbusiness.

LittleBig wurde vom Briten Ned Beckett vor nunmehr 7 Jahren gegründet und mit der Agentur des aus Vorarlberg stammenden Gee Goll zusammengeführt, nachdem die beiden Geschäftspartner schon einige Zeit zuvor erfolgreich kooperiert haben. Gee Goll bezeichnet seine Agentur als mittel-großen Player im europäischen Booking-Markt mit insgesamt 9 Mitarbeiter/innen an den Standorten Berlin, Wien, London, Brighton und Leeds. Exklusiv vertritt LittleBig insgesamt 51 Acts weltweit, darunter so bekannte Namen wie Aphex Twin, Squarepusher, Mike Patton oder Soap & Skin. Zusätzlich werden aber noch zahlreiche Acts für bestimmte Territorien wie den GSA-Raum (Germany-Switzerland-Austria) oder Osteuropa vertreten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf elektronischer Musik, aber auch im Indie-Rock sowie im HipHop-Genre.

Das ausführliche Interview mit Gee Goll kann nun hier nachgelesen werden:

 

TSCHMUCK: Wie darf man sich das Zustandekommen eines Auftritts bzw. einer Tour vorstellen?

GOLL: Bei unseren Künstlern gibt es eigentlich mehrere Varianten: Ein Künstler wie Aphex Twin spielt keine richtige Tournee, sondern nur Einzelkonzerte. Dann sagt der Künstler, er würde gern in dieser und jener Stadt ein Konzert spielen. Oder wir bekommen verschiedene Angebote von Veranstaltern oder Festivals, die anfragen, ob dieser Künstler für einen bestimmten Zeitraum verfügbar ist. Bei den großen Acts ist es auf jeden Fall so, dass i.d.R. die Veranstalter an uns heran treten. Bei Bands sind Einzelshows schwierig zu organisieren. Da macht dann eher eine Tour. Wenn einen neue CD rauskommt, hat die Band selber bzw. das Management oder das Label Interesse an einer Tournee und tritt dann an uns heran. Wenn sie z.B. im April touren möchten, dann schaue ich natürlich für April. Bei dem einen und anderen Act habe ich ein bisschen mehr Freiheit. Da sagen die Künstler: „Wir wollen gerne touren“. Und wenn ich dann erkenne, dass sich für ein Wochenende oder eine Woche sehr viele Offerten abzeichnen, z.B. Berlin, Hamburg, Amsterdam und Brüssel, dann machen wir diese Route in einem Block.

TSCHMUCK: Welche Rolle spielt dabei das Label?

GOLL: Manchmal ist es schon das Label, das da pusht, wenn es produktionstechnisch involviert ist und wenn es eine große Auflage gibt. Das Label möchte dann an gewissen Orten Shows oder Showcases haben, d.h. 3 bis 5 Vorab-Shows zum Ankurbeln der Tour, die danach kommt.

TSCHMUCK: Kann die Tendenz beobachtet werden, dass die Labels aufgrund von 360°-Verträgen nun auch verstärkt im Live-Bereich mitschneiden wollen?

GOLL: Auf jeden Fall. Die Verträge, die ich von früher her kenne, drehten sich nur um die CD-Verkäufe. Und mittlerweile kommt der Download dazu. Sie wollen aber auch prozentuell an den Konzerten mitschneiden. Das sieht oft so aus: Ab einer gewissen Gage bekommen die Labels Prozente vom Überschuss, d.h. wenn eine Gage 1.000 Euro ist, bekommt das Label nichts, weil die vereinbarte Grenze nicht überschritten wurde. Wenn die Gage über 1.000 Euro liegt, dann bekommt das Label von der Differenz zwischen der Untergrenze von 1.000 Euro und der aktuellen Gage einen Prozentanteil. Oder übers ganze Jahr hinweg gesehen, bekommt das Label z.B. 5%. vom gesamten Umsatz aus den Konzertaktivitäten des Künstlers. Da gibt es verschiedene, abgestufte Varianten.

TSCHMUCK: Werden die Acts für die Veranstalter nun teurer, weil die Label mitverdienen wollen?

GOLL: Das auf jeden Fall. Es steckt da natürlich auch wesentlich mehr Geld drin. Der Künstler muss wegen der sinkenden CD-Verkäufe vermehrt aufs Live-Geschäft setzen. Das ist eigentlich die einzige Möglichkeit, um das auszugleichen. Oder er erschließt ganz neue Felder wie Filmmusik, Werbung, Design- und Modekampagnen oder Merchandise.

TSCHMUCK: Was bedeutet Booking? Was ist dabei alles zu machen?

GOLL: Wir bei LittleBig machen im Großen und Ganzen zuerst das Booking und dann die Produktion von der Tour selbst – mit Backline, Van oder Nightliner oder Flügen. Dann natürlich auch das Tour-Management von den Bands. D.h. man tritt vorab mit dem Produktionsteam des Veranstalters in Kontakt bezüglich Bühnengröße, Tonanlage, Lichtanlage. Welche Bedürfnisse hat der Künstler? Welche Möglichkeiten hat der Club oder der Veranstalter? Man schaut, dass die technische Abwicklung gut läuft, und dass die Band gut betreut wird. Wann und wo gibt es was zu essen? Wo ist das Hotel? Wo muss man am nächsten Tag hin? Wie lange ist die Fahrt am nächsten Tag? Es ist also eine Person dabei, die das tägliche Leben managt. Dann bin ich auch in Kontakt mit verschiedenen Labels, um Promotionsmöglichkeiten abzuklären. Gibt es Plakate vom Label aus? Gibt es vorab Interviewanfragen, die man schon vor der Tour machen kann?

TSCHMUCK: Organisiert ihr auch große Bühnenshows à la U2?

GOLL: Als Booking-Agentur nicht, aber wenn wir selber als Veranstalter auftreten, dann müssen wir es schon machen. Dann haben wir auch verschiedene Stages bei verschiedenen Festivals. Diese Organisation geht dann vom Veranstalter aus. Außer es ist ein Full-Production wie bei U2. Die haben spezielle und so große Bühnen, die es an den Aufführungsorten gar nicht gibt. Die haben im Normalfall drei Bühnen: Eine, die gerade abgebaut wird; eine, wo man gerade spielt und die dritte Bühne wird dann schon in der nächsten Stadt aufgebaut. Bei einer Full-Production kommen die gesamte Musikanlage, die ganze Bühne und alle Absperrungen samt einem Team von 30-70 Leuten, die dann alles vor Ort aufbauen. Der Veranstalter macht aber üblicher Weise alles vor Ort und bereitet alles so vor, wie es der Künstler gern haben will. Wir sorgen dafür, dass der Künstler und nötiges Equipment zur rechten Zeit dorthin kommen, und dass der Künstler vor Ort dann auch betreut wird. Nachdem man mit einem Veranstalter zu verhandeln begonnen hat und die finanzielle Ebene geklärt ist, werden noch die Rider [Anhang oder Zusatzklauseln] verschickt. Das ist ein Teil des Vertrages, der beinhaltet die technischen und sonstigen Ansprüche der Künstler. Wenn im Rider drinnen steht, dass der Künstler zwei Turntables möchte, so muss der Veranstalter auch die beiden Turntables bereitstellen. Jeder Teil des Riders ist auch Teil des Vertrages. In diesem Rider werden Unterkunft, Reisemodalitäten, sofern das der Veranstalter zahlen muss, Essen und Getränke, Bereitstellung von Rückzugsräumen etc. geregelt. Der zweite Teil des Riders ist der technische Teil. Darin steht, welche Instrumentierung mitgebracht wird und welche technischen Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Wenn etwas nicht passen würde, kann es passieren, dass das Konzert nicht stattfindet und die Kosten der Veranstalter tragen muss. Da geht es nicht nur ums Geld, sondern auch um die Gegebenheiten, die der Künstler braucht oder will. Ob das nötig ist, sei dahin gestellt, aber es muss so eingehalten werden.

TSCHMUCK: Wer trägt nun welchen Teil der Kosten von der Veranstaltung?

GOLL: Bei Einzelkünstlern wie DJs fallen die Kosten fast allesamt dem Veranstalter zu, weil da nur ein bis drei Personen reisen, die dann zu einer One-off-Veranstaltung hin und wieder zurück fliegen. Der Veranstalter zahlt die Gage, muss den Club mieten, muss die Security stellen, die Ton- und Lichtanlage bereitstellen. Zusätzlich muss der Veranstalter die Fahrten innerhalb der Stadt bezahlen, oder einen Fahrer bereitstellen, der den Künstler vom Flughafen abholt, zum Hotel bringt, vom Hotel zum Club und dann wieder zurück. Der Veranstalter stellt dann das Catering und Abendessen nach den Wünschen der Künstler. Natürlich bezahlt er auch die Gage und etwaige Flüge. Wenn der Veranstalter mit den Reisekosten nichts zu tun haben möchte, bietet er eine Pauschale an. Es trägt also fast alle Kosten der Veranstalter; natürlich auch alle Taxen und Steuern, die vor Ort anfallen. Bei Bands, die dann meistens mit einem Van oder Nightliner unterwegs sind, sind dann meistens Unterkunft, Verpflegung, das Technische und die Gage vom Veranstalter zu tragen. Allerdings Reise, Busmiete, Backline-Miete (also Schlagzeug und Verstärker, die eben nicht von der Band mitgebracht werden) gehen dann zulasten der Band. Diese Kosten sollten dann aber in der Gage inkludiert sein.

TSCHMUCK: Der Booker ist dann an der Künstler-Gage beteiligt?

GOLL: Es gibt zwei verschiedene Modelle: Entweder verhandeln wir mit dem Veranstalter eine Fixgage aus. Die beträgt z.B. 1.000 Euro, und wir bekommen 10% von den 1.000 Euros. Dann verrechnen wir dem Künstler am Ende der Tour diese 10%. Die andere Möglichkeit ist, dass die Künstler die Gage direkt von Veranstalter bekommen und wir setzen unseren Anteil auf die Gage drauf. Das wären dann: 1.000 Euro Gage plus 10% – also 1.100 Euro, die der Veranstalter dann zahlen muss. Diese beiden Modelle gibt es und i.d.R. nehmen die Agenturen zwischen 10 und 20% von der Gage. Damit muss der Booker seine Kosten decken können. Das alles ist natürlich Verhandlungssache. Der eine Künstler gibt 20% und will sich um gar nicht kümmern. Der andere gibt nur 10%, kümmert sich aber um Flüge oder um die Busmiete.

TSCHMUCK: Das finanzielle Risiko trägt nur der Veranstalter?

GOLL: Ja, das finanzielle Risiko trägt der Veranstalter. Wenn zu wenige Leute zum Konzert kommen, dann muss die Einbuße der Veranstalter tragen. Das ist auch ein Grund, warum eigentlich jeder eine Booking-Agentur aufmachen kann. Ich habe vor 15 Jahren angefangen, Konzerte selbst zu veranstalten und hatte dazu nicht einmal eine Firma. Ich habe es von zu Hause aus am Computer gemacht. Die einzigen Kosten, die man hat sind: Strom, Computer, Internet und Telefon, weil eben der Veranstalter für alles haftet. Wir haften nur, wenn der Künstler seine vertraglichen Pflichten nicht einhält. Das ist aber im Großen und Ganzen nichts anderes als Pünktlichkeit und dass er das Konzert in einem normalen Zustand über die Bühne bringt. Im Großen und Ganzen gesagt, haben wir als Booking-Agentur eigentlich keine Kosten und kein Risiko.

TSCHMUCK: Die Bands könnten ja eigentlich auch das Booking selbst machen. Warum sollen sie dazu eine Booking-Agentur heranziehen?

GOLL: Es gibt zwei Gründe: Entweder wird es der Band zu viel oder wenn die Band das Gefühl hat, irgendwo anzustehen bzw. mit Kontakten nicht mehr weiterkommt. Ich würde einmal sagen, dass sich 90% aller Bands bis zu einem gewissen Zeitpunkt selber gebucht haben. Bis es ihnen dann eben zu viel geworden ist und die Band sich aufs Musikalische konzentrieren wollte. Wenn man nämlich hunderte Clubs kontaktieren muss, um dann einen Auftritt zu bekommen, bleibt wenig Zeit fürs Künstlerische. Oder man steht eben an und hat nur Kontakte in Österreich und möchte diese dann über die Landesgrenzen ausweiten. Dann wird man zu einer Booking-Agentur gehen. Ein weiteres Problem ist die Koordination. Wenn eine Band nämlich 6 bis 7 Wochen auf Tour ist, dann ist es sehr schwierig, mit den Veranstaltern in Kontakt zu bleiben. Da muss man dann im Schnitt mit 50 Veranstaltern Kontakt halten und hat mit mindestens 50 verschiedenen Produktionsleuten zu tun. Da alles ständig zu koordinieren, ist schon sehr viel Arbeit.

TSCHMUCK: Welche Rolle spielen eigentlich die ganz Großen wie LiveNation?

GOLL: Die ganz Großen machen natürlich beides: Veranstalter und Booker. LiveNation ist natürlich weltweit eine der größten Firmen, die mit Entertainment zu tun hat. Die besitzt ja mittlerweile auch mehrere Stadien und Konzerthallen. Sie haben auch in jeder größeren Stadt in Westeuropa ihre Offices, wo sie lokal dann auch Booker sind. Sie veranstalten dann Bands, in der einen Stadt selbst und vermitteln sie dann in der anderen Stadt an andere Veranstalter weiter oder treten als Co-Veranstalter auf. Uns betrifft eigentlich LiveNation nicht besonders, weil die wirklich auf das ganz große Geld ausgelegt sind. Wir arbeiten zwar mit ein paar LiveNation-Büros zusammen – in Belgien, in den Niederlanden, Skandinavien – aber wir sind nicht von ihnen abhängig. LiveNation ist ja auch in Österreich nicht wirklich vertreten. Sie haben höchstens einmal eine Band da, die dann von lokalen Veranstaltern gebucht wird. Das ist eher relevant für London, Amsterdam oder Brüssel. Dort haben sie die Venues richtig gehend gekauft und nehmen nicht nur das Geld von den Tickets ein, sondern von allem, was zum Konzert dazu gehört – von den Getränken bis zur Parkplatzvermietung. In den USA haben sie ja auch Ticketmaster gekauft, weil sie damit den gesamten Markt kontrollieren können, was Ticketpreise betrifft. Sie wissen als Veranstalter, wie viele Tickets noch verfügbar sind, und können als einziger Anbieter von Tickets US-weit die Preise regulieren. Es gibt z.B. eine Subfirma von Ticketmaster, die Resttickets anbietet. Wenn Du dann als Veranstalter freie Hand hast, dann kannst Du natürlich das Angebot selbständig limitieren, und die Preise für die Resttickets höher anbieten. Das ist kartellrechtlich zumindest bedenklich.

TSCHMUCK: Was hat sich eigentlich in den letzten Jahren aus Sicht einer Booking-Agentur geändert?

GOLL: Zum einen eben gibt es die Tendenz, das ganze Live-Geschäft in einer Hand zu haben, wie z.B. LiveNation. Das andere ist natürlich das Internet, das eine riesige Marketingplattform bietet. Man kann seine Daten und Informationen viel schneller verbreiten. Vor zehn Jahren war man noch auf CDs angewiesen. Und in manchen osteuropäischen Ländern hat es bestimmte CDs gar nicht im Vertrieb gegeben. Sobald man nun aber ein Lied online stellt, steht es der ganzen Welt zur Verfügung. Ich erwähne das nur in Bezug aufs Marketing, weil man dadurch viel schneller bekannt werden kann – z.B. über MySpace oder Facebook. Da kann man dann auch als Booker ansetzen. Auch wenn es noch gar keine CD gibt, kann man abschätzen, wie viele Fans eine Band hat. Damit kann man auch die Gagen pushen. Es gibt jetzt einfach neue Vergleichwerte wie z.B., dass der Videoclip eines Künstlers 1 Mio. Mal angeklickt wurde. Und es kann mit Hilfe des Internets ein Künstler viel früher entdeckt werden. Man kann übers Netz auch sehr schnell Trends erkennen. Es gibt viele Künstler, die sind in der einen Woche noch relativ unbekannt, aber drei Wochen später sind sie durch irgendeinen Videoclip oder ein Lied, das online gestellt wurde, plötzlich weltbekannt. Wie es dann weiter geht, hängt dann vom Künstler selbst und vom Manager ab.

TSCHMUCK: Welche Trends zeichnen sich für den Live-Musik-Sektor ab?

GOLL: Es gibt die Tendenz, das Publikum stärker in das Konzert einzubinden. Da kann man mit verschiedenen Bühnenelementen oder Visuals machen. Oder es steht ein elektronischer Musiker in der Mitte und die Leute rund um ihn herum. Es braucht Elemente, die dem Zuschauer das Gefühl geben, er ist dem Künstler ganz nah und quasi vereint mit dem Künstler bzw. Teil der ganzen Show. Zum Beispiel die Tournee von U2: Die Bühne hat wie eine Krake ausgeschaut, die von überall her zugänglich war. Die Zuseher konnten die Künstler von vorne, hinten und von der Seite sehen. Bei einem normalen Konzert-Setup sieht man normaler Weise immer nur gerade vor zur Bühne. Aber bei den U2-Konzerten konnte man verschiedene Perspektiven zur Bühne einnehmen. Das war natürlich ein sehr spezielles Bühnen-Setup und es war auch sehr teuer und aufwändig, es so zu produzieren.

Ein anderer Trend ist, neue Künstler immer früher zu entdecken. Man kann heute schon über Videos im Internet herausfinden, wie dieser Künstler ein neues Konzerterlebnis kreieren könnte. Es gibt einen Künstler, den ich noch nie vorher live erlebt habe, der aber in seinem Proberaum ein Video aufgenommen hat und mir den Link geschickt hat, und ich habe mir dadurch schon einmal ein Bild machen können. Schon in dieser frühen Phase kann ich bereits einschätzen, welche Produktion notwendig ist. Wo würde das hinpassen? Kommt das überhaupt an? Wie viel Aufwand würde es bedeuten? Dann kann der Booker entscheiden, ob er mit diesem Künstler zusammen arbeiten möchte?

Am meisten tut sich im Live-Business was auf Seite der Technologie. Es werden zwar in absehbarer Zeit keine ganz neuen Sachen kommen, aber die Sachen, die wir haben, werden verbessert werden. Die Klangübertragung wird verbessert, die Lichtelemente werden besser, der Auf- und Abbau von Bühnenelementen wird erleichtert. Die Venues werden insgesamt moderner. Ganz neu sind derzeit Hologramm-Projektionen. Wir haben schon drei Shows mit Hologrammen gemacht. Der Künstler ist in einer großen Lagerhalle aufgetreten und hat von der Seite Musik für die Hologramm-Projektion in der Mitte des Raumes gespielt. In der Halle nebenan waren drei Tänzerinnen, die dort abgefilmt wurden und in die andere Halle mit einem 3D-Hologramm hinüber projiziert wurden. Das war aber ein Experiment, weil die Technologie noch so teuer ist, dass man dabei kein Geld verdienen kann. Es konnte nur über öffentliche Mittel, die für das Festival bereitgestellt wurden, realisiert werden. Die Hologramm-Idee wäre aber noch ausbaufähig. Das heißt, die Band tritt irgendwo auf, wird aber live in voller Größe 3D ins Wohnzimmer projiziert und der Klang wird über die Hifi-Anlage eingespielt.

Auch das Live-Streamen von Konzerten im Internet ist eine neue Entwicklung. Angefangen hat das mit Reality-Shows, bei denen man Bands im Studio dabei gefilmt hat, wie sie an einem neuen Album arbeiten. Es gibt aber mehr und mehr Bands, die einen Live-Stream im Internet anbieten und vermehrt kann man auf YouTube oder über andere Kanäle eine Probe oder ein kleines Konzert live mitverfolgen. Vor ein paar Monaten hat es auch ein YouTube-Konzert gegeben, bei dem die Musiker in verschiedenen Städten und Ländern waren, und gleichzeitig über YouTube ihr Instrument gespielt und so zusammen ein Konzert gemacht haben. Also in Kombination von Internet und Live-Auftritt tut sich schon einiges.

TSCHMUCK: Vielen Dank für das Gespräch.

 


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