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Okt
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Neue Erlösmodelle für die Musikindustrie im Web 2.0 – Zusammenfassung des Musikwirtschafts-Jour-fixe vom 20. Oktober 2010

Am 20.10.2010 fand der erste Musikwirtschafts-Jour-fixe des Wintersemesters 2010/11 am IKM zum Thema „Neue Erlösmodelle für die Musikindustrie im Web 2.0“ statt. Mag. (FH) Robert Trömer hat dabei die Kernthesen seiner Diplomarbeit, die im Rahmen seines Medienmanagement-Studiums an der Fachhochschule St. Pölten entstanden ist, zusammengefasst, die da lauten:

  • Aufmerksamkeit ist mittlerweile das wichtigste Zahlungsmittel in der Musikindustrie
  • Über eine starke Fanbindung können Ertragspotenziale besser ausgeschöpft werden
  • Majors sind verstärkt dazu übergangen mit 360°-Modellen alle Ertragsbereiche abzudecken
  • Musik-Streaming-Angebote können Filesharing eindämmen helfen
  • Die Einführung einer Kulturflatrate ist unumgänglich, um neue Ertragsquellen für die Musikindustrie zu erschließen.

Diese Thesen hat der Robert Trömer mit Hilfe von Experteninterviews in seiner Arbeit abgetest. Die Präsentation kann heruntergeladen und eine Zusammenfassung des Autors kann in der Folge nachgelesen werden.

 

Zeit und Aufmerksamkeit des Konsumenten wird immer mehr zum Zahlungsmittel

Man kann aus den Aussagen und wissenschaftlichen Beiträgen ableiten, dass ein ausschließliches Bezahlen mit Aufmerksamkeit ökonomisch umsetzbar wäre bzw. für nicht physikalisch gespeicherte Inhalte bereits umgesetzt worden ist. 

Treue Fans bringen höhere Erträge, als kurzfristig hohe CD-Verkaufszahlen

Tonträger werden auch künftig gekauft werden, allerdings nur in beschränkten Mengen und nur von wirklichen Fans. Deshalb ist es für Künstler besonders wichtig, die Beziehung zu den Fans zu pflegen und auch Fanartikel wie DVDs, T-Shirts usw. anzubieten. Online-Musik-Angebote werden dabei immer stärker zum Promotionsinstrument für Künstler. Live-Konzerte bleiben auch weiterhin eine sehr bedeutende Einnahmequelle für die gesamte Musikindustrie. 

Major-Labels investieren in Stars und versuchen mit 360-Grad-Verträgen am Erfolg dieser mitzuverdienen

Die traditionellen Strukturen der Musikindustrie befinden sich im Wandel. Die Macht der großen Labels schwindet und neue Konstellationen ergeben sich. Jahrelanges Ignorieren bzw. Blockieren der neuen Technologien und Kundenbedürfnisse haben diese Konzerne nachhaltig geschwächt. Die restriktive Politik von Kontrolle und Macht kann nicht weiterhin – ohne starke Umsatzeinbußen hinnehmen zu müssen – betrieben werden. Diese Erkenntnis muss dazu führen, neue Erlösmodelle ins Auge zu fassen. Vereinzelt werden noch Unsummen in Künstler investiert und damit mit höchst aufwändigen Kampagnen Superstars fabriziert. Um dieses investierte Kapital ausgleichen zu können, werden 360-Grad-Verträge seitens der Industrie angestrebt.  

Musik-Streaming-Angebote können Filesharing eindämmen

Eine wachsende Zahl an Musikkonsumenten nützt die Vorzüge von Musik-Streaming-Services. Physikalische Speicherung von Musik wird somit zunehmend obsolet, was wiederum Auswirkungen auf die Entwicklung von Filesharing hat.  

Um eine gerechte Entlohnung aller Interessensgruppen zu gewährleisten, ist die Einführung einer Kulturflatrate notwendig

Vergleicht man die Aussagen der Experten ist ein gemeinsamer Konsens erkennbar. Ein gerechtes Rechteverwertungssystem für digitale Inhalte wird gefordert. Ob und wann sich Industrie, Rechteinhaber und Internetdienstleister auf ein Modell einig werden ist jedoch gegenwärtig nicht beantwortbar.

 

Zum Nachlesen: Robert Trömer, 2010, Neue Erlösmodelle für die Musikindustrie im Web 2.0. Diplomarbeit am Fachhochschul-Diplomstudiengang Medienmanagement St. Pölten.


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