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Sep
09

Woodstock: Mythos und historische Fakten. Eine Spurensuche von Sabine Nikolay

Zum Abschluss der Serie über das Woodstock-Festival des Jahres 1969 hat die Historikerin und Journalistin, Sabine Nikolay, einen ausführlichen Gastbeitrag für diesen Blog verfasst, in dem den vielen Widersprüchen in den Erinnerungsbüchern der wichtigsten Protagonisten (siehe Rezensionen zu Roberts et al., 1974 und Lang 2009) des Festivals nach gegangen wird. In zahlreichen Interviews mit den Organisatoren Michael Lang und Joel Rosenman sowie weiterer Verantwortlicher und dem Musiker Joe McDonald hat sie den Ereignissen in den Catskill Mountains des Jahres 1969 nachgespürt und einen Versuch unternommen, den Woodstock-Mythos ein wenig zu lüften. Der Beitrag bietet neue Einblicke und Erkenntnisse in die von vielen Anekdoten und sich widersprechenden Narrationen überwucherten Geschichte der Woodstock Music &  Art Fair 1969. 

 

Woodstock: Mythos und historische Fakten

Eine Spurensuche von Sabine Nikolay

Woodstock ist ein Ort, der real existiert. Es ist eine kleine Gemeinde am Rande der Catskill Mountains upstate New York. „Woostock“ ist aber auch ein mythischer Ort in der kollektiven Erinnerung. Ein Ort, der uns allen gehört, und den wir mit Bildern, Vorstellungen und Erinnerungen besetzen dürfen – selbst wenn sich diese als falsch herausstellen.

Ob es wünschenswert sei, am Mythos Woodstock zu kratzen, diskutierte ich vor kurzem mit dem Schriftsteller Michael Köhlmeier. Köhlmeier, Auskenner in Sachen Rockmusik und begeisterter Anhänger des Mythos vom friedlichen, paradiesischen Woodstock, ist dagegen. Er hat für sich entschieden: Woodstock ist kein zeitgeschichtliches Ereignis, Woodstock ist für jede/n etwas anderes, eigenes – ein mythischer Ort, der in der Erinnerung und Vorstellung neu kreiert wird.

Die Historikerin sieht das natürlich anders. Nüchterner, wenn man so will. Selbst ein Produkt der Sechzigerjahre und der damals erfundenen „freien Liebe“, mit der ihre Eltern wenig verantwortungsvoll umgingen, hegt sie den (naiven) Wunsch, Wahrheit zu finden. Man muss allerdings bescheiden bleiben und die Grenzen der historischen Wissenschaft erkennen: Es wird wohl niemals möglich sein, in Bezug auf welches historische Ereignis auch immer, eines Tages sagen zu können: So war es wirklich. Gedanken und Gefühle entziehen sich der historischen Forschung ebenso wie – so seltsam das klingen mag – Erinnerung.

Was bisher vom Festival bekannt ist, dient nicht der Wahrheit. Es dient einerseits dem Mythos einer Generation und dem Wunsch nach ewiger Jugend. Ganz konkret dient es aber auch der Verschleierung großer, teilweise lebensgefährlicher Fehler und der Selbstdarstellung von Einzelpersonen und ihrer PR, damit die Woodstockmaschine weiterhin läuft wie geschmiert.

Aber was ist schon Wirklichkeit? Noch dazu angesichts des Drogengebrauchs auf diesem Event?

Einschränkend muss auch noch vorausgeschickt werden: Meine Recherchen, die ich für das Radio machte, sind im Bereich der Oral History angesiedelt. Abgesehen von ganz wenigen Artefakten, die mit dem Festival zusammenhängen, habe ich kein einziges Originaldokument gesehen. Einblick in die Archive der Woodstock Ventures zu gewinnen wäre eines meiner dringlichsten Anliegen. Nur anhand der Originaldokumente wäre es möglich, offene Fragen zu beantworten und Verwirrendes und Widersprüchliches aufzuklären. Solange keine Akteneinsicht besteht, kann jeder der Beteiligten am Mythos arbeiten. Der Wahrheit ist damit nicht gedient.

Ich werde mich in diesem Beitrag auf vier Detailfragen konzentrieren, die durch unterschiedliche Darstellungen zur Verwirrung beitragen: 

– Die Anfänge des Festivals von der Idee und Konzeption bis zur Gründung von Woodstock Ventures mit besonderer Berücksichtigung der Arbeitsaufteilung der vier Veranstalter.

– Die Folgen des Festivals für die vier Veranstalter.

– Aufzeigen von ein paar Widersprüchen zum Thema Kosten und Künstlergagen.

– Rekonstruktion des korrekten Line Ups

 

1. Die Anfänge des Festivals – kreative Ideen und finanzielle Voraussetzungen

Alles begann in Woodstock, New York State. Michael Lang lebte dort ab Herbst 1968 mit seiner Freundin Sylvia. Er hatte Erfahrung als Festivalproducer in Miami gesammelt und dort einen Headshop betrieben. Nach dem von ihm produzierten Miami Pop Festival hatte er Florida verlassen und versuchte sich nun als Manager einer Band namens „Train“. In Wirklichkeit hing er wohl ein wenig in der Luft. Er nutzte die Zeit, um die örtlichen „Soundouts“ zu besuchen, kleine Festivals, nach Vorbild der traditionellen Mavericks, die in Woodstock schon im 19. Jahrhundert abgehalten worden waren. Auf den Soundouts versammelten sich etwa 200 Menschen, es waren kleine, aber feine Veranstaltungen, die gut in die ländliche Atmosphäre des idyllischen Ortes passten und Aufmerksamkeit auf sich zogen.

Arthur Kornfeld war bereits mit 21 Jahren in eine leitende Funktion bei Capitol Records aufgestiegen. Er hatte (noch) kurze Haare, trug tagsüber Business-Anzüge, war verheiratet – alles deutete auf eine klassische Erfolgsstory gemäß dem amerikanischen Traum hin. In seiner Freizeit komponierte Arthur Kornfeld und hatte sich bereits als Songwriter einen Namen gemacht.

Michael Lang lernte Artie Kornfeld bei Capitol Records kennen, als er bei ihm vorsprach, um zu versuchen, für Train einen Plattenvertrag zu bekommen. Die beiden waren einander auf Anhieb sympathisch. Michael Lang verkörperte für Artie Kornfeld wohl etwas, das er selbst gerne gewesen wäre: Einen Träumer, der vollkommen frei zu sein schien. Die beiden jungen Männer verbrachten in der Folge viel Zeit miteinander. Sie trafen sich nach der Arbeit um Musik zu hören, sie rauchten Marihuana und sinnierten über Möglichkeiten, zu Geld zu kommen.

Warum Kornfeld Mitte 1969 seine Haare wachsen ließ, sich nicht mehr rasierte und seinen Job hinschmiss (oder wurde er gekündigt?), ist mir nicht bekannt. Die Träumereien mit seinem Freund Michael Lang wurden für ihn zu dieser Zeit jedenfalls bedeutender als sie anfangs waren.

Dass Woodstock seit 1966 zum Rückzugsort für Bob Dylan, Janis Joplin, die Kozmic Blues Band, The Band und Blood, Sweat and Tears geworden war, brachte Kornfeld und Lang auf die Idee, dort ein Tonstudio zu errichten, das den Stars die Möglichkeit eröffnen sollte „zu Hause“, in ländlicher Atmosphäre zu arbeiten und aufzunehmen, anstatt nach New York City zu fahren.

Lang und Kornfeld fanden ein Grundstück in Woodstock mit einem alten Haus, das sie zum Tonstudio adaptieren wollten. Die beiden waren nun 23 und 25 Jahre alt. Man könnte sagen, sie waren Hippies, allerdings als solche ungewöhnlich: Sie waren erfolgs- und profitorientierte Hippies. Und: sie hatten kein Geld. Um ein Tonstudio zu eröffnen, brauchten sie Bares.

Szenenwechsel: New York City, Ende der Sechzigerjahre. Ein Appartement in der 85. Straße, östlich des Central Parks. Dort wohnten John Roberts und Joel Rosenman. John Roberts wirkt in zeitgenössischen und späteren dokumentarischen Filmaufnahmen eher schüchtern und sogar ein wenig gehemmt. Er beschreibt sich selbst als „poor little rich kid“ (Robert et al., 1974:1): Aufgewachsen als Halbwaise mit einem wortkargen und emotional eher kühlen Vater, erbte er im Alter von 21 Jahren den ersten Teil eines großen Vermögens, das aus dem Besitz seiner Mutter stammte.

Es war der eloquente Joel Rosenman, der meistens für die beiden Geschäftspartner sprach und wohlüberlegt seine Worte wählte. Rosenman, ein hochbegabtes Kind, das zwei Schulklassen übersprang, unterdrückt – wohl auf Anraten seines Vaters – seine Freude und sein Interesse an der englisch-amerikanischen Literatur zugunsten eines Jusstudiums. Seine Lust am kreativen Arbeiten lebte jedoch weiter. In seiner Anfangszeit als junger Anwalt in New Yorker City trat er mehrmals wöchentlich als Sänger einer Band in Nachtclubs auf. Als er auf Grund von ständiger Übernachtigkeit und Erschöpfung eine Entscheidung treffen musste, verzichtete er auf das Singen und ging weiter seinen Weg in Richtung Anwaltsberuf. Glücklich wurde er dort nicht.

Als sein zwei Jahre jüngerer Freund John Roberts im Jahr 1966 als Historiker von der Universität in Pennsylvania graduierte, zog Joel Rosenman mit ihm zusammen in sein Appartement. Die beiden betätigten sich als Autoren einer TV-Sitcom, die die Lebenswege zweier junger Geschäftsmänner nachzeichnete. Diese Tätigkeit war weniger Berufung als Ausweg und Ausprobieren. Rosenman konnte seine Kreativität einbringen und John Roberts plauderte aus der Schule. Allerdings gingen den beiden nach einiger Zeit die Ideen aus. Um Inspiration zu bekommen, schalteten sie jene legendäre Anzeige, die – so will es der Mythos – der erste Schritt in Richtung Woodstock Festival werden sollte:

New York Times, 22. März  1967, Seite 54: Young men with unlimited capital looking for interesting, legitimate investment opportunities and business propositions. (Roberts et al, 1974: 9 FN)

Auf diese Anzeige folgte eine Flut von Geschäftsvorschlägen. Einer davon war so interessant, dass John Roberts und Joel Rosenman etwa ein Jahr nach Schaltung der Anzeige beschlossen, anstatt weiterhin Fernsehdrehbücher zu schreiben, tatsächlich zu investieren. Man könnte sagen: Sie verwandelten sich in die Hauptprotagonisten ihres Skripts und wurden venture capitalists – Risikofinanzierer. Ihr erstes Projekt war die Errichtung eines Tonstudios in Manhattan, des Media Sound Studios, das im Juni 1969 seine Pforten öffnete. Joel Rosenman erzählte dazu in einem persönlichen Gespräch, das ich mit ihm am 18. Mai 2009 führte:

We got thousands of responses. One of those replies led to our building a large scale recording studio in New York City. The name of that recording studio was Media Sound. I guess it seems to people, that Woodstock began with an ad in the New York Times, but in fact it began much later than that, years later.

Als die Anzeige erschien, kannten sich Michael Lang und Artie Kornfeld noch nicht. Sie lernten sich erst 1968 kennen. Der erste Kontakt mit Roberts/Rosenman fand auf Betreiben ihres Anwalts, Miles Lourie, statt. Wir erinnern uns: Michael Lang und Artie Kornfeld suchten einen Financier für ein Tonstudio in Woodstock, New York State. John Roberts und Joel Rosenman errichteten zu dieser Zeit gerade das Media Sound Studio in Manhattan – und sie hatten Geld. Also schickte Miles Lourie die beiden Hippies zu den jungen Männern mit grenzenlosem Kapitel.

 Michael Lang in einem Interview in Woodstock, NY, am 22. Mai 2009:

 Somewhere along the line my attorney intruduced us to John Roberts and Joel Rosenman. They were in the middle of building a studio called Media Sound, as an investment project. They were investors. We met with them and they were not that interested in the studio.

Diese Aussage von Michael Lang ist korrekt, bis auf ein kleines, interessantes Detail: Lourie  war Artie Kornfelds Anwalt, (noch) nicht Mike Langs. Es ist eine unerhebliche Verkürzung der wahren Umstände. Dennoch sollte man Wert auf eine Richtigstellung legen, denn Michael Lang neigt zu Vereinfachung und Verkürzung. Ich habe bei meinem Gespräch mit ihm nicht den Eindruck gewonnen, dass er vorsätzlich Falsches behauptet. Vieles verschwimmt in der Erinnerung, vieles wird durch Medienberichte so oft anders dargestellt, dass man schließlich meint, das Falsche selbst erlebt zu haben. Und, natürlich: Woodstock war ein Großereignis. Mike Lang konnte nicht überall sein, alles wahrnehmen, was auf der Bühne, im Publikum und hinter den Kulissen passierte und sich schon gar nicht alles von dem merken, woran er selbst beteiligt war. Während der Veranstaltung und in den Wochen davor war er mit Sicherheit an seinen physischen und psychischen Grenzen, erschöpft und überarbeitet, zusammengehalten von Aufputsch- und Beruhigungsmitteln und natürlich inspiriert durch Marihuana, wie aus den Quellen hervorgeht.

Gehen wir zurück zum ersten Kennenlernen: Die beiden „Paare“ waren gleich alt: 24 und 26 Jahre – aber sie lebten in völlig verschiedenen Welten. Mike Lang:

We liked the idea of being in business with two guys who were pretty much our age – even though we were completely different world. We were as different as you can get!

Joel Rosenman erinnert sich, dass bei diesem ersten Treffen Artie Kornfeld die Präsentation der Geschäftsidee – der Errichtung eines Tonstudios in Woodstock, NY – übernahm und Michael Lang schweigend dabeisaß. Er fasst seine Eindrücke damals zusammen:

The whole idea seemed very risky to us and we were negative about it. There was one element of their proposal, though, that cought our attention. They suggested that when we built that little recording studio in the woods in order to publicise it, we could have a cocktail party. And we would have, if we could, local celebrity, like Bob Dylan, mingle, and maybe even perform a song or two.

Nach Rosenmans Aussage war diese Passage das Interessanteste an der Idee: Ein Konzert mit Bob Dylan!

And when I saw that last part about Bob Dylan performing a song or two I thought: This sounds exciting. At the time, Bob Dylan was a hermit. He had had a motorcycle accident. He had had some other reversals in his life and he wasn’t leaving his house for any reason. But these fellows who were also neighbours of Bob Dylan claimed that they could get him out of his house and come to this Cocktail party. So I thought: If they can get him to come to the cocktail party and perform, why don’t we just have a Bob Dylan concert? We’ll skip the recording studio, which to my mind was the risky part, and take it to the Bob Dylan concert, and we’ll make a fortune.

Diese Version der Geschichte wird durch die Darstellung von John Morris unterstützt. Morris war als Manager des Fillmore East einer der wichtigsten Mitarbeiter von Bill Graham. Er stellte Kontakte zu Künstlern her, engagierte sie für Konzerte, unterzeichnete Verträge und zahlte Gagen aus. Er war zu jener Zeit einer der wichtigsten Männer im US-Musikbusiness. John Morris war maßgeblich am Zustandekommen des Woodstockfestivals beteiligt. Sehr früh schon wurde er in den Staff aufgenommen und verpflichtete die Künstler (die er ja alle kannte) für ihre Auftritte.

Morris’ Version der Geschichte über die Geburt des Woodstockfestivals, von ihm erzählt am 10. Mai 2009 in Malibu, Kalifornien:

They had this meeting with John and Joel in their apartement and they walked in the door and they said: Woodstock! Recording Studio! Artists! Management! Festival! Lots of things, you know … And one of the boys said: Talk about this festival.

And they said: Wait a minute! And they literally went out in the hall and they invented the festival. In the hallway of the apartement! They came back and said: We’ll do it for 3 days, it’ll be peace and love and music and we’ll have all the major bands in the world and we’ll record it and then we’ll take some of them to our studio. So it was just that kind of a thing! It was just off the hip, you know, reaction. And John and Joel sort of went: That’s sort of interesting, why don’t you come back to us with a plan? And I’m sure – I don’t know for fact – but I’m sure that Michael and Artie went out the door going: Festival! Well we better invent a festival because it doesn’t sound like the other thing is gonna fly.

Auch hier gibt es allerdings eine Phrase, die meine Aufmerksamkeit erregt: Sprachen Kornfeld/Lang wirklich schon von einem Festival? Oder ist das eine Interpretation von John Morris, nachdem das Festival zum Fakt geworden ist? Joel Rosenman erwähnte jedenfalls nur ein Konzert zur Eröffnung des Studios, bei dem Bob Dylan hätte spielen sollen. Am 18. Mai 2009 sagte er, etwas amüsiert:

They knew that they could not get Bob Dylan to do anything, but they hoped we didn’t know that. Finally it was agreed that we would first have a concert with Bob Dylan and then with the profits from the concert we would build a recording studio. That’s how Woodstock got started. The first person we tried to book was Bob Dylan. He never answered our phone calls. For the next 8 months he didn’t answer our phone calls and he did not appear at Woodstock.

Michael Langs Darstellung ist naturgemäß anders. Nach seiner Erinnerung war er selbst derjenige, der Woodstock erfand. In seinem Buch „The Road To Woodstock“ heißt es:

I told Artie about the Soundouts in Woodstock and my festival in Miami. For weeks we talked about creating a version of the Soundouts as a summer concert series. Then, during one of our midnight musings, the concept of the Woodstock festival evolved: “Let’s really do something big! Let’s invite everyone and put it all together out in the country where people can camp!” Arties excitement propelled the idea forward. We also discussed the possibility of a studio/retreat at the Tapooz property on Yerry Hill Road, and he loved the idea. We decided to pursue both projects. (Lang und George-Warren, 2009: 44).

Interessantes Detail: Lang verrät uns nicht, wer von den beiden die zündende Idee hatte. Er lässt uns im Unklaren, formuliert aber so, dass es klingt, als wäre er derjenige gewesen.

Michael Lang, der seit 40 Jahren an seinem Ruhm als „Erfinder von Woodstock“ arbeitet, wird sich hüten, genaue Zuschreibungen zu machen. Ganz im Gegensatz zu Joel Rosenman, der präzise Auskünfte gibt, die Langs Aussagen teilweise widersprechen.

Es könnte aber natürlich auch anders gewesen sein: Vielleicht war ja tatsächlich schon von einem Festival die Rede und Joel Rosenman streicht dieses Fakt aus seiner Erinnerung, um Michael Lang nicht den ganzen Ruhm zu überlassen?

Aufklärung könnten die Originaldokumente aus dem Archiv von Woodstock Ventures geben, aus denen möglicherweise ersichtlich wird, ob beim ersten Zusammentreffen der vier Woodstock-Produzenten von einem Eröffnungskonzert oder bereits von einem Festival die Rede war.

Auffallend ist jedenfalls, dass von jenen dreien der vier, die ihre Erfahrungen schriftlich festgehalten haben, Joel Rosenman und Michael Lang in aktivem Widerspruch stehen, während die Positionen von John Roberts weniger emotional und nicht parteiisch klingen. Während Michael Lang seine Rolle bei der Entstehung des Festivals betont und sich als Mastermind und kreativer Kopf hinter der Veranstaltung präsentiert, spielt er die Bedeutung der beiden Financiers und deren Aktivitäten während des Festivals herunter. Joel Rosenman hingegen nimmt genau darauf Bezug und beschreibt in „Young Men With Unlimited Capital“ immer wieder, wie Michael versuchte, sich schon während der Vorbereitungen für das Festival in Szene zu setzen.(Roberts et al.1974: 112ff). Im Gespräch meinte Joel Rosenman, dass er selbst weder Interesse an Selbstinszenierung gehabt hätte, noch gewusst hätte, wie eine solche zu bewerkstelligen gewesen wäre. Nach seinen Aussagen engagierte Michael Lang Filmcrews, die ihn bei den Vorbereitungen zum Festival begleiteten und einen Teil der gut organisierten ‚Michael Lang PR-Maschine’ bildeten.

Interessanterweise kommt Artie Kornfeld weder in seinem Buch noch im persönlichen Gespräch mit Joel Rosenman vor. Auch Michael Lang erwähnt ihn mit keinem Wort.

Der einzige, der deutliche Worte über Arthur Kornfeld fand, war John Morris bei unserem Gespräch in Malibu am 10. Mai 2009: I’ve never had nor have to this day a lot of respect for Artie Kornfeld.

Liest man die Berichte über die Nachbereitung des Festivals, ist es, als wäre Artie Kornfeld vom Erdboden verschluckt worden. Offensichtlich öffneten das unterschiedliche Erleben der vier Veranstalter so große Gräben, dass ein weiteres gemeinsames Arbeiten unmöglich war.

Joel Rosenman in unserem Gespräch vom 18. Mai 2009:

It’s as if you are throwing a party with a couple of your best friends and for an entire weekend you are doing everything to help people having a real good time. You are running out to get more beer from a nearby supermarket, run to the cash mashine to be able to pay for the pizza delivery because you ran out of food and clean the toilet because it’s congested. And throughout the entire weekend you haven’t had the time to chat with anybody. And afterwards your friends tell you what a great time they had.

 Und dabei hatten Roberts/Rosenman noch nicht die Filmaufnahmen gesehen. Im Film gibt es eine Passage, in der Michael Lang und Artie Kornfeld am Rande der Bühne zu sehen sind. Es regnet, Kornfeld hält eine Blume in der Hand, die beiden Männer umarmen einander, lachen fröhlich in die Kamera und antworten auf die Frage „Who is going to pay for this?“ sehr ausweichend mit: „The people – everybody. It’s gonna be payed for, you know …“. Dabei wussten sie genau, wer bezahlen würde. Und sie wussten auch, dass im Falle eines Konkurses von Woodstock Ventures jene, die beim Aufbau und der Vorbereitung des Festivals geholfen hatten, um ihren Lohn umfallen würden. 

 

2. Kompetenzverteilung während der Vorbereitung des Festivals

Vor dem Festival wurden die Kompetenzen für die Vorbereitung des Events unter den vier Veranstaltern folgendermaßen aufgeteilt: John Roberts und Joel Rosenman: Finanzierung, Administration, juristische Betreuung, Versicherungen, Ticket- und Programmherstellung (ja, es gab ein Programm!), Vorverkauf und Abendkassa. Michael Lang: Produktion – Suche und Adaption des Festivalgeländes, Bühnenbau, Beleuchtung, Tonanlage, Verpflichtung der Künstler und Künstlerinnen. Artie Kornfeld: PR

Alle vier Beteiligten machten, wie es in den USA so schön heißt, „einen guten Job“. Ganz besonders ist die Leistung von Artie Kornfeld hervorzuheben: Er sorgte dafür, dass das Festival in jedem Radiosender, in großen und kleinen Zeitungen nicht nur USA-weit sondern auch in Kanada und Europa beworben wurde und ist damit für das „Überlaufen“ und Entgleisen des Festivals auf Grund des Besucheransturms hauptverantwortlich.

Was die erwarteten Besucher und Besucherinnen betrifft ist man sich heute keineswegs einig: Während Joel Rosenman nach wie vor behauptet, er sei von 50.000 – maximal 100.000 Besuchern ausgegangen, und wäre von den 300 – 500.000 Festivalbesuchern vollkommen überrascht gewesen, sagt Michael Lang heute, dass er bereits vor der Veranstaltung mindestens 200.000 Menschen erwartete. Auch hier könnte Einsicht in die Originaldokumente eventuell Aufklärung darüber bringen, womit wirklich kalkuliert wurde.

Diese Frage ist heute bedeutungslos, hätte im Jahr 1969 aber weit reichende Konsequenzen haben können: Da während des Festivals unzumutbare hygienische und sicherheitstechnische Standards die Norm waren, hätte eine Offenlegung des Fakts, dass man sich der zu erwartenden Massen durchaus bewusst war, möglicherweise zu Schadenersatz- und Haftungsklagen viel größeren Ausmaßes geführt, als tatsächlich der Fall war. 

 

3. Folgen des Festivals für die vier Veranstalter

Es ist sinnvoll, einen Blick auf die Folgen des Events zu werfen. Während das Woodstock Festival für Michael Lang und Artie Kornfeld ein fundamentales Ereignis war, das ihre weiteren Karrieren und privaten Lebenswege maßgeblich mitbestimmte, war es für John Roberts und Joel Rosenman zwar bedeutungsvoll, für ihre Zukunft als Risikokapitalfinanzierer jedoch nur ein Mosaiksteinchen – eine wichtige berufliche Erfahrung mit zunächst stark negativen Konsequenzen. Nach den Maßstäben der beiden „suits“ ging alles schief. Sie hatten nach dem Festival Schulden in der Höhe von – ja, wieviel? Rechnet man den Filmdeal aus den Schulden heraus, bleibt eine Restschuld von ca. 100.000 $. Bevor man allerdings Warner Bros. die Filmrechte zum Großteil überließ (nach Joel Rosenmans Information in unserem Gespräch blieb nur ein 10 %-Anteil an den Rechten bei den Veranstaltern, d.s. Roberts/Rosenman, die Lang/Kornfeld abgefunden hatten) waren es vermutlich 1,3 Mio. US-Dollar. Laut John Roberts borgte er vor dem Festival mit seinem Trust Fund als Sicherheit bereits  800.000 $. Dazu kamen 500.000 $ an ungedeckten Schecks, die er und Joel Rosenman während des Festivals für notwendige Ausgaben (Hubschrauberservice, Abschleppflotte, medizinische Versorgung, Nahrungsmittel … ) ausgestellt hatten. (Roberts et al., 1974: 36f). Umgerechnet in heutige Werte wären das über 8 Mio. US$ oder knapp 6 Mio. Euro – also eine ungeheure Menge Geld für zwei Mittzwanziger. Die 100.000 $ Schulden, die nach Anrechnung des Ertrags aus dem Kartenvorverkauf und nach der Rechteabgeltung durch Warner Brothers für den Film blieben, wären heute ein Betrag in der Höhe von ca. 600.000 $.

John Roberts und Joel Rosenman waren prinzipiell bereit, Michael Lang bei Woodstock Ventures zu behalten. Doch sie wollten sich unbedingt von Artie Kornfeld trennen. Was genau vorgefallen war, ist mir nicht bekannt – es scheint unüberbrückbare Differenzen gegeben zu haben.

Da Michael Lang nicht dazu bereit war, sich von seinem Freund Kornfeld zu trennen (und quasi auf die andere Seite zu wechseln), ging auch er.

Michael Lang und Artie Kornfeld wurden mit je 31.750 $ (Lang, 2009: 254) abgefunden. Joel Rosenman nennt eine etwas niedrigere Zahl: 31.250 $ (Roberts et al., 1974: 195).

Lang und Kornfeld verzichteten dafür zunächst auf alle Rechte am Woodstock-Festival. Am 8. September 1969 meldete die New York Times die Trennung der vier Geschäftspartner.

25 Jahre nach dem Festival kehrte Michael Lang zur Vorbereitung eines Jubiläumskonzerts zu Woodstock Ventures zurück. Bis heute besteht zwischen ihm und Joel Rosenman eine Geschäftsbeziehung – trotzdem spart Lang nicht an Polemik und mit Versuchen, seinen ehemaligen Financier klein zu reden:

Joel worried that since Artie and I had clear-cut roles and the expertise to put on the festival, that John wouldn’t need him as a partner. John took me aside and asked if I could find a role for Joel. I was impressed by his concern and more than happy to have Joel’s involvement. There was certainly going to be enough work to go around. (Lang, 2009: 49).

Joel Rosenman kommentierte dies in unserem Gespräch am 18. Mai 2009 mit einiger Bitterkeit:

There was a systematic and continous effort from the moment we all got together to make sure that the world felt that John Roberts and I were just check books. Of the four of us only two of us made decisions that benefitted everybody on the expense of ourselves. The other two made decisions that benefitted themselves on the expense of others.

John Roberts und Joel Rosenman fühlten sich ausgenützt und schlecht behandelt: Sie fühlten sich als Retter von Woodstock. Drei Tage lang hatten sie sich um die Rettung des Festivals bemüht und dafür hunderttausende Dollars für ein Helikopter-Service und Abschleppdienste ausgegeben. Sie hatten besorgte Anrainer und wütende Farmer, deren Wiesen und Felder niedergetrampelt wurden, beruhigt, während Lang und Kornfeld auf der Bühne waren, die Künstler trafen und die Musik genießen konnten. Roberts und Rosenman hatten das Gefühl, sie seinen bestohlen worden. Immerhin hatten sie das Ereignis bezahlt und sich hoch verschuldet.

Joel Rosenman: Of the four of us the only two that got to party and see the bands would be Michael and Artie. They had a great time that weekend. It’s like if you and 3 friends throw this party for a 100 of your closest friends and two of you are working all weekend and the other two aren’t. You know, and afterwards they tell you what a wonderful party it was. And you say: That’s great! I’m glad everybody had a good time!

Angesichts dieser subjektiven Empfindung klingt es zynisch wenn Mike Lang sich in seinem neuen Buch eines Seitenhiebs auf Roberts/Rosenman nicht enthalten kann: …I didn’t really have a good answer as to why John and Joel couldn’t find thirty minutes to come to the field. (Lang, 2009: 250).

Dass sich Michael Lang und Artie Kornfeld als die „Erfinder“ von Woodstock verkauften, stößt Joel Rosenman noch heute besonders sauer auf. Schließlich waren sie nicht zu ihm und John Roberts gekommen, um ein großes Hippiefest im Zeichen von Liebe und Friede zu veranstalten, sondern um die Finanzierung für ein profitorientiertes Tonstudio in Woodstock aufzutreiben:

We were being portrayed as these capitalist check books. That – and without a creative thought in our heads. The only annoying part in that was that Michael and Artie didn’t come up with the idea for a concert in the first place, they only came to us for building a recording studio because they wanted a business. And later on when it turned into a festival then they had to somehow rework history so that they woke up one time with this incredible creative thought about a concert for milions and they had to find someone to fund it.

Apropos Funding: In der Kostenaufstellung in der “Woodstock-Chronik” gibt es zwei Posten, die meiner Meinung nach nicht ganz klar sind: Zum einen die exorbitant hohen Ausgaben für Werbung: 200.000 $! Damit wäre die PR ebenso teuer wie die Bühnenbeleuchtung und die Tonanlage gewesen. Und das, obwohl ein Gutteil der Werbung über Ankündigungen im Radio lief, die in Radioshows durch die DJs gratis durchgesagt wurden. Dass dieser Betrag für Plakate und Inserate (nach heutiger Berechnung wären das über eine Million Dollar) ausgegeben wurde, lässt ihn sehr hoch erscheinen. Andererseits…..wenn man bedenkt, dass Artie Kornfeld auch in Europa und Kanada Werbung für das Festival machte und sich den großen Publikumsandrang ansieht, kommt einem die Zahl doch einigermaßen nachvollziehbar vor.

Seltsam erscheinen mir auch die 25.000 $ an Remuneration für nicht benutzte Eintrittskarten (für jene Woodstock-Eintrittskartenbesitzer, die auf Grund des Verkehrschaos nicht zum Festivalgelände gelangen konnten). Joel Rosenman bestätigte mir in unserem Gespräch, dass Woodstock Ventures einen Fonds zur Rückerstattung der Ticketpreise einrichtete. Um den Kartenpreis zurück zu erhalten, wäre das Einschicken der unbenutzen Konzertkarten notwendig gewesen. Allerdings, so Rosenman, sei kein einziges Ticket zurückgeschickt worden. Angesichts des sofort entstandenen Mythos rund um das Festival wollte sich niemand von seinem Ticket trennen. Oft war das Ticket alles, was seine Besitzer von Woodstock hatten. Ein Erinnerungsstück von viel höherem Wert, als jenem Betrag, den man zurückerstattet bekommen hätte.

 

4. Künstlergagen

Für das Woodstockfestival wurden insgesamt 38 Bands gebucht. Im Vorfeld des Festivals gab es einige Absagen – z.B. von Jeff Beck, als dessen Ersatz Country Joe And The Fish gebucht wurden. Manche Bands schafften es nicht, durch den Verkehrsstau zum Festivalgelände zu gelangen. Iron Butterfly saßen in einem New Yorker Hotel und warteten darauf, abgeholt zu werden, doch der Hubschrauber kam nicht. Im Vorfeld des Festivals war es schwierig, Bands zu bekommen. Joel Rosenman sagte dazu am 18. Mai 2009:

Nobody in our group had any credibility as a concert producer. So when we called to say that we were putting together a concert, non of the talent agencies, nor the business managers of the bands believed us. And it was their problem, if they booked one of their clients at a concert that didn’t take place. You pay a band 50% on signing a contract and then the other 50% at the performance. It would not have been good for any of these business managers to book a band, get 50% and then not get the other 50% ‘cause there was no concert. So we were having a lot of trouble booking bands. And Woodstock was in danger of dying. We didn’t have a piece of land, we didn’t have a band, we didn’t really have anything that qualifies as a festival until one day we hit on a solution to the band booking problem, and that is: we payed 100% up front and probably overpaid at the same time. So with 100% up front and then another 100% to come, when they arrived at the festival, many business managers figured that they couldn’t really lose.

Michael Lang bestätigt, dass er als erste Band Creedance Clearwater Revival verpflichtet hätte. CCR waren im Jahr 1969 sehr erfolgreich und galten als einer der besten Acts. Danach, so Michael Lang, sei alles einfach gewesen. Wann die Veranstalter beschlossen, doppelte Gagen zu bezahlen, konnte ich noch nicht feststellen. Es ist dies ein wichtiger Punkt. Mike Lang ging auf dieses Detail überhaupt nicht ein. Joel Rosenman strich es hingegen hervor.

Wieviel in Woodstock tatsächlich gezahlt wurde, ist in vielen Fällen keineswegs sicher. Da ist zunächst die Unsicherheit über die Gage von Jimi Hendrix. Die Angaben variieren zwischen 15.000, 18.000 und 30.000 US$. Nach Michael Langs Aussage erhielt Hendrix eine Gage in der Höhe von 30.000 $. Da diese Summe exorbitant höher war, als andere Spitzengagen, die auf dem Festival gezahlt wurden, rechtfertigte man dies damit, dass Hendrix für zwei Auftritte verpflichtet wurde. Angeblich hätte er ein akustisches (!) und ein elektrisches Set spielen sollen. Wenig überraschend wurde daraus nichts. Hendrix war der Festival Closer – und obwohl als Highlight geplant, wurde sein Auftritt am Montag Morgen „nur“ noch von 20.000 Menschen beobachtet.

Einer der Festivalbesucher, der New Yorker Rechtsanwalt Lewis Kruger, der am Samstag den 16. August 1969 mit einem Hubschrauber nach White Lake reiste und den Tag in der Backstage Area verbrachte, bestätigt die Gage von 30.000 $ für Jimi Hendrix in einem Gespräch, das ich mit ihm bereits im November 2008 führte:

I sort of standing around on that Saturday learned about how much the acts were getting. Most of them were getting what now sounds like so little money: 10 or 11 or 12.000 $ for their performance, which at the time was percieived to be a significant amount of money. My recollection is that I think Jimi Hendrix who was the most important single person appearing at Woodstock got paid I think something like 30.000 $. They tried making sure that nobody else learned about that and was upset with what they were getting paid. So what they did is they said that he was gonna do two sets. So he was getting 15.000 $ a set so it wasn’t so far from the 12.000 or 11.000 that others were going to receive.

Ein weiter Diskussionspunkt ist die Gage für The Who. John Morris, der verantwortlich für die Verpflichtung der britischen Band war, erzählte mir dazu am 10. Mai 2009 in seinem Haus in Malibu, wie es dazu kam: 

We talked Peter (Townshend) into doing the concert. Frank Barcelona and I literally had him to dinner at Frank’s appartement and we started talking to him after dinner and at about 3 o’clock in the morning Peter was like shrivelled up in a corner, saying: “Alright, alright, I’ll do it, we’ll come back, well do it. I don’t wanna do it, just let me go home to bed, let me go to sleep.” And he said: “But we want 15.000 $” – which is more money than they ever made. And I said: “I’m sorry Peter, I’ve only got 11.” So he got 11.000 $. I think the copy of the contract is in their Life At Leeds album.

Das ist korrekt: Auf dem Cover des „Life At Leeds“-Albums von The Who, das 1970 in England auf den Markt kam, sind einige Artefakte im Faksimile zu sehen, die über das Leben der Band Aufschluss geben. Neben Rechnungen für die Restaurierung demolierter Hotelsuiten findet sich dort auch der Vertrag für den Woodstock-Auftritt. Laut diesem Faksimile erhielt die Band nicht jene 11.000 $, an die sich John Morris erinnert, und auch nicht 11.200 $, wie in der Woodstock Chronik vermerkt ist, sondern 12.500 $. Joel Rosenman bestätigte dies am 18. Mai 2009:

The Who got 6.250 $ from us on signing. So they were 100 % home free on signing. They got another 6.250 $ when they played at the festival – but not without giving me a heart attack, because we were in such trouble at the festival that they suddenly demanded cash.

Das bringt uns zur legendären Geschichte, wie Joel Rosenman mitten in der Nacht von Samstag auf Sonntag die Gagen von The Who und Grateful Dead heranschaffte, obwohl natürlich die Banken geschlossen hatten, und in der geschlossenen Bank kein Bargeld zur Verfügung stand. Der Manager der Grateful Dead – zu dieser Zeit war das Bill Graham, der mächtige Musikmanager und Schlüsselfigur einer ganzen Generation von Musikern, dem das Fillmore East und das Fillmore West gehörten – rief bei Joel Rosenman an und verlangte den Rest der Gage für diese beiden Bands in bar. Wenn Rosenman das Geld nicht herbeischaffen konnte, würde er den Auftritt platzen lassen. Joel Rosenman am 18. Mai 2009:

He said: The word is, that you guys are bancrupt. And I said: What makes you think that – personally knowing quite well, what he might be referring to – and I said: Well, that’s certainly not true! And he said: O.k., but we are not going on unless we get paid first. And I said: I’ll have a check over to your trailer in a matter of minutes. And he said : A check will not do it. I want cash or cash equivalent. And at this point it was late at night on Saturday and there was no way I was getting any cash. That’s another example how kind of a miracle saved us. I called our banker. He was a local banker and he was a real friend of the festival. His name was Charly. So I called him and I said: Charly we have this really bad thing happening with the talent, they are demanding cash, and we don’t have some cash – can you get me some cash from the bank?

Charly Prince, Manager der Sullivan County National Bank, erklärte Joel Rosenman daraufhin, dass alles Bargeld am Freitag in den Tresor eingesperrt worden war, der auf Grund eines Zeitschlosses erst am Montag wieder geöffnet werden konnte. Obwohl Charly Prince dann einfiel, dass er möglicherweise einen Packen Barschecks nicht eingeschlossen hatte, war seine Antwort zunächst negativ.

But it does not matter, he said, because there’s no way I can get to the bank, you know, the entire town is a parking lot. So I got a helicopter and Charly went out in his bathrobe into his back yard and they picked him up and flew him to the bank where he was rummeging through the drawers until he found the one that he had in fact forgotten to lock into the time vault – and it contained cashier’s checks. Then they flew Charly home, flew the cashier’s checks to the command center, I got on my motorcycle and I threaded my way through the audience to the back of the stage and I got these checks to The Who and the Grateful Dead in time for them to go on.

Das ist sicher eine der nettesten Anekdoten rund um das Woodstock Festival. Mir ist nur nicht ganz klar, warum Joel Rosenman die Barschecks persönlich ablieferte anstatt sie mit dem Hubschrauber gleich hinter die Bühne bringen zu lassen. Vielleicht siegte hier doch die Neugier und der Wunsch, ebenso unbeschwert wie die halbe Million Menschen auf Max Yasgurs Weide einfach jung zu sein und das Leben zu feiern.

Seltsam ist allerdings, dass diese Transaktion ganz ohne Sicherheiten zu funktionieren schien. Die Geschichte – wenn wir sie für glaubhaft halten – mag uns allerdings als Beweis dafür dienen, dass zumindest Joel Rosenman für einige Zeit auf dem Festival war:

I remember that nice feeling of having those checks. That was my favourite time of the festival, because it was a clearly defined problem, which we solved. Solving it had to be some kind of a miracle which seemed like a metaphor for the whole weekend, and then at the end of it I got to take these checks to the stage and in so doing, I got to see Janis Joplin on stage singing, which was such a treat.

Bei der Liste der Gagen aus der Woodstock Chronik erscheint die Gage für The Grateful Dead besonders niedrig. Immerhin waren The Grateful Dead zu jener Zeit einer der erfolgreichsten Acts und bereits Legende: Die Band reiste immer in Begleitung ihres Fanclubs – der Dead Heads – und sorgte für volle Clubs und Konzertsäle. Die Gage fiel deswegen so bescheiden aus, weil es eine Vereinbarung mit Bill Graham gab, der zu dieser Zeit nicht nur The Grateful Dead sondern auch die an der Ostküste vollkommen unbekannte Band Santana managte. Graham wollte Santana unbedingt zum Woodstockfestival bringen und dadurch erstmals an der Ostküste präsentieren. Seine Bedingung war: Ohne Santana gab es keinen Auftritt von The Grateful Dead – mit Santana sollten The Grateful Dead besonders günstig zu haben sein. Santana erhielten nach Aussage von John Morris nur 1.000 $.

 

5. Das Line-Up des Festivals: Die korrekte Reihenfolge der Konzerte am Woodstock Festival

Es ist ein interessantes Phänomen, dass sich von den vielen Zeugen, die die Konzerte auf dem Woodstock Festival miterlebten, niemand an die korrekte Reihenfolge der Auftritte erinnern kann. Dass die Veranstalter keine Zeit hatten, mitzuschreiben, wer wann auf der Bühne stand, erscheint angesichts der chaotischen Zustände vor und hinter der Bühne und der Unwetter, die stundenlange Unterbrechungen des Programms notwendig machten, verständlich. Dass aber die anwesenden Musikjournalisten keine oder nur mangelhafte Notizen machten, ist seltsam.

Für zusätzliche Verwirrung sorgen die zahlreichen Tonträger, die es vom Festival gibt. Kein einziger davon gibt das korrekte Line-Up von Woodstock wieder. 

Nach Auswertung aller mir zur Verfügung stehenden Quellen konnte ich eine Liste der Auftritte in ihrer korrekten Reihenfolge erarbeiten. Beginnen wir mit Michael Lang und seiner – wieder einmal nur mit Vorbehalten glaubwürdigen – Erinnerung:  Lang las mir am 22. Mai 2009 eine von ihm erstellte Liste mit der seiner Meinung nach korrekten Reihenfolge der Auftritte vor.

Friday we started the show with Richie Havens, going on at five. Next comes Sweetwater, then Bert Sommer, then Tim Hardin, then Ravi Shankar, then Melanie, who was unscheduled, and then Arlo Guthrie and Joan Baez closed the day.

Michael Lang vergisst in seiner Aufzählung zwei Künstler, die am Freitag des Festivals ungeplanter Weise solo auftraten. Der erste der beiden, und gleichzeitig der zweite Künstler, der auf dem Festival spielte, war Joe McDonald, als „Country Joe“ Sänger der Band „The Fish“. McDonald war bereits am Donnerstag angereist, da er die Auftritte der Folkbands, die für Freitag geplant waren, miterleben wollte. Er war zu dieser Zeit schon viele Jahre lang Leadsänger einer Rockband, mit der er als „Country Joe And The Fish“ durch die Welt getourt. Joe McDonald hatte auch das Monterey Pop Festival miterlebt, war dort auf der Bühne gestanden und hatte als einziger Künstler des Festivals alle drei Tage erlebt. Sein Plan war, dasselbe auch in Woodstock zu tun. Am Beginn des Festivals waren nur zwei Künstler anwesend waren, die für den Freitag gebucht worden waren – Richie Havens und Tim Hardin. Da Tim Hardin auf Grund seines Drogenkonsums nicht in der Lage war, am Nachmittag aufzutreten, musste Richie Havens ungeplant das Festival eröffnen. Er spielte lange, denn John Morris, der für den Ablauf verantwortlich war, schickte ihn immer wieder für Zugaben zurück. Als Havens endlich die Bühne verlassen konnte, waren die nächsten Bands immer noch nicht durch das Verkehrschaos zum Veranstaltungsort vorgedrungen. John Morris hatte Angst vor einer zu großen Lücke im Programm und suchte fieberhaft nach einer Lösung. Bill Belmont, zu dieser Zeit Manager von Joe McDonald und in Woodstock als „Artist Coordinator“ hinter der Bühne engagiert, erinnerte sich in einem Gespräch, das ich mit ihm am 5. Mai 2009 in Berkeley führte, an diese Situation:

Joe McDonald was hanging around. He was like anybody else a pain in the neck. He was in the way. So John said: “Do you think Joe could do a solo set?” “I Don’t know, I mean he just made two solo albums, we can ask him: “Joe, do you wanna play solo?” “What?” So …”I’don’t have a guitar …” Every excuse he could think of we solved. And finally he got up there and played and that’s why the set he played is so strange. He had really never performed his material by himself for a long time.

 Joe McDonald erinnerte sich in unserem Gespräch am 5. Mai 2009 ganz genau an seinen Auftritt am Freitag, den 15. August 1969:

We are not advertised on any of the advertisements for the festival, because the posters were printed, without our name on it. And I went Thursday to watch the show. The band was gonna play on Sunday. The band did not come until Saturday. I went Friday morning and I was sitting on the stage and Richie Havens was playing then he finished and there was no one else to perform. Only Tim Hardin was there but he refused to go on and so they were asking me to perform. They were already hours and hours late in the show.

Joe McDonald’s Auftritt diente also als Lückenfüller, oder wie Joe McDonald es auf den Punkt bringt:

My job was to be like elevator music, to be like a juke box. They didn’t know who I was, they didn’t know who Country Joe McDonald was, because we weren’t on the poster, I never performed solo before as Country Joe McDonald – they had no idea who I was.

Dass dieser äußerst unspektakuläre Auftritt schließlich zu einem überwältigenden Erfolg wurde, verdankte Country Joe dem zunächst desinteressierten Publikum. Es ist eine interessante Beobachtung, wie sich an diesem Wochenende alles negative, jeder Misserfolg, in einen großen Erfolg verwandelte: Das Festival, ein finanzielles Desaster, ist heute kommerziell sehr erfolgreich und spielte hunderte Millionen mit Tonträgern und dem Film ein. Die schlechte Infrastruktur nährte den Mythos und trug zur Legende der Gewaltlosigkeit bei. Joe McDonald war tatsächlich kaum bekannt. Da ihm niemand zuhörte, willigte Bill Belmont ein, dass sein Schützling den „Fixin’ To Die Rag“, ein sarkastisches Anti-Vietnam-Lied vortrug. Vor diesem Song stimmte Joe McDonald den berühmten „Fuck-Cheer“ an – ein Zitat an die amerikanische Cheerleader-Tradition. Der „Fuck-Cheer“ entstand aus dem Buchstabieren des Bandnamens F-I-S-H. Wegen des danach gespielten „Fixin’-To-Die-Rag“ wurde der Cheer im Jahr 1968 bei einem Konzert im Central Park auf Anregung des Drummers von „The Fish“, Chicken Hirsh in ein FUCK geändert – was Ausdruck der pazifistischen Gesinnung der Band und des Publikums sein sollte. Die Geschichte war also nichts Neues. Durch den Film und die Tonträger wurde der „Fuck-Cheer“ jedoch weltweit bekannt – und bekam seinen wichtigen, identitätsstiftenden Platz als politische Manifestation in der Woodstock-Mythologie auf Grund des Filmschnitts: Im Film erscheinen „Fuck-Cheer“ und „Fixin-To-Die-Rag“ als Herzstück, in der Mitte des Filmes, was keinesfalls der wahren Chronologie entsprach, wie mir Joe McDonald am 5. Mai 2009 erzählte:

In the film I’m in the middle of the festival, but in actuality I was the second performer on the stage, Friday. Joe fügte noch hinzu: I am the only person who performed twice.

Als ich nach der Transkription meiner Interviewmitschnitte Joe McDonald via E-mail mit Michael Langs rekonstruiertem Line-Up konfrontierte, reagierte er verwundert und leicht verärgert in einem e-mail vom 25. Mai 2009: 

It is amazing that Mike Lang does not know when I played! In his book that he wrote years ago about the Woodstock Festival he did not even mention COUNTRY JOE or COUNTRY JOE AND THE FISH as performers. He mentioned everyone else. I asked him once about that and all he said was „we will put you into the 2nd edition!” Did you ask him about that? I don’t know what he thinks about the FUCK CHEER and FIXING TO DIE RAG. Did he happen to mention it at all?

Die Geschichte kann uns als Beispiel dafür, wie die Mythenbildung rund um das Festival vor sich ging, dienen. So, wie man dazu tendiert dem geschriebenen Wort mehr Vertrauen zu schenken als dem gesprochenen, scheint das Vorhandensein der Tonträger und die Reihenfolge, in der die Künstler und Künstlerinnen darauf auftauchen, stärker meinungsbildend zu sein, als die Aussage von Zeugen des Ereignisses.

Bill Belmont und John Morris, die Joe McDonald auf die Bühne schickten, bezeugen jedenfalls, so wie er selbst auch, dass er der zweite war, der auf dem Festival auftrat. Nach dem Soloauftritt von Country Joe McDonald folgte ein weiterer ungeplanter Soloauftritt, an den sich Michael Lang ebenfalls nicht erinnert: John Sebastian, der ehemalige Sänger der zu dieser Zeit bereits aufgelösten Band „The Loving Spoonful“ betrat in bunter Batikkleidung die Bühne, spielte ein paar Songs und redete sehr viel über seine Erlebnisse beim Camping in Kalifornien.

Die Rekonstruktion des Line-Ups vom Freitag, dem 15. August 1969:

Richie Havens

Country Joe McDonald solo

John Sebastian

Swami Satchidananda (er flog im selben Helikopter ein wie Sweetwater, die das Festival eigentlich hätten eröffnen sollen. John Morris ließ den Swami von der Bühne aus ein paar Worte an das Publikum richten – ein Zeichen dafür, wie verzweifelt Morris nach jemandem suchte, der das Publikum unterhielt)

Sweetwater

Bert Sommer (Artie Kornfelds Protegé noch aus Capitol-Tagen, den er damals managte)

Tim Hardin (schwer heroinsüchtig, schlecht bei Stimme)

Ravi Shankar (es beginnt zu regnen)

Melanie (ungeplanter Auftritt anstatt der Incredible String Band)

Arlo Guthrie

Joan Baez

Für den Samstag rekonstruierte Michael Lang folgendes Line-Up:

Open with Quill, then Country Joe, then Santana, then John Sebastian, also unscheduled, Keith Hartley Band, Incredible String Band, Canned Heat, Mountain, The Grateful Dead, Creedance Clearwater Revival, Janis Joplin, Sly and The Family Stone and The Who. Closed by the Jefferson Airplane at I think Sunrise.

Das tatsächlich Line-Up für Samstag den 16. August sieht so aus:

Quill (aus Schottland)

Keef Hartley Band

Santana (Durchbruch – einer der großen Erfolge von Woodstock)

The Incredible String Band (hätte eigentlich schon am Freitag auftreten sollen, bestand auf eine Verschiebung auf Samstagnachmittag – der größte Fehler ihrer Karriere. Manager damals: Joe Boyd)

Canned Heat (spielten bei Sonnenuntergang)

Mountain

Janis Joplin

The Grateful Dead

Creedance Clearwater Revival

Sly and the Family Stone

The Who

Jefferson Airplane (6:30 Uhr, Sonnenaufgang, Sonntag)

Quill und die Keef Hartley Band traten ganz sicher als die ersten beiden Acts des Samstag auf. Zu dieser Zeit waren die Kameras noch abgeschaltet. Außer einigen wenigen Film- und Tondokumenten ist von ihren Auftritten nichts überliefert, was wohl auch der Grund ist, warum niemand diese beiden Bands kennt.

Santana spielten am frühen Nachmittag. Der legendäre Auftritt ist gut dokumentiert, ebenso wie der Flop der Incredible String Band.

Canned Heat spielten bei Sonnenuntergang, was ein guter Anhaltspunkt ist und als Beweis dafür genommen werden kann, dass sich die Auftritte von Joe McDonald und John Sebastian an diesem Tag gar nicht ausgegangen wären.

Dass Janis Joplin vor The Grateful Dead auf der Bühne stand, wissen wir durch die Geschichte mit den Barschecks, die Joel Rosenman hinter die Bühne lieferte. Janis Joplin muss vor The Grateful Dead aufgetreten sein, da diese nach dem Willen ihres Managers Bill Graham erst spielen durften, sobald die Gage geliefert worden war.

Der Sonntag stellte sich laut Michael Lang folgendermaßen dar:

And Sunday The Grease Band, Joe Cocker, opened, Country Joe and The Fish came on second, Ten Years After was third, then The Band, then Johnny Winter, then Blood Sweat and Tears, Crosby, Stills, Nash & Young, The Paul Butterfield Bluesband, Sha Na Na and Jimi Hendrix who went on at 9 the next morning.

Michael Langs Erinnerung wird durch meine Recherchen bestätigt: Sonntag, 17.August 1969

 Joe Cocker and The Grease Band (14 Uhr; vorher die Band instrumental)

 Regen und Sturm. Unterbrechung des Programms.

Die als „No Rain Chant“ bekannt gewordene Improvisation des Publikums

Danach: Max Yasgur spricht zu den 500.000 Besuchern und Besucherinnen

Country Joe and the Fish (ca. 18 Uhr)

Ten Years After (auf dem Film ist zu sehen, dass es während ihres Auftritts schon dunkel war)

The Band

Johnny Winter

Blood Sweat and Tears

Crosby, Stills, Nash and Young

Paul Butterfield Blues Band

Sha Na Na (Sonnenaufgang)

Jimi Hendrix mit Gypsy, Sun and Rainbows – der späteren Band of Gypsies (den Namen „Experience“ legte die Band nach der Eskalation beim Auftritt am 29. Juni 1969 in Denver ab, als das Stadium und die Bühne vom Publikum gestürmt wurden)

Insgesamt traten 32 Bands auf, wenn man die Auftritte von Country Joe McDonald und Country Joe And The Fish gesondert als zwei Konzerte zählt.

 

Quellen:

Belmont, Bill in einem Interview in Berkeley 5. Mai 2009

Evans Mike und Paul Kingsbury, 2009, Woodstock-Chronik. München: Collection Rolf Heine.

Kruger Lewis in einem Interview im November 2008

Lang, Michael in einem Interview in Woodstock, NY, am 22. Mai 2009

Lang, Michael mit Holly George-Warren, The Road To Woodstock. From The Man Behind The Legendary Festival, New York, NY, 2009.

McDonald, Joe in einem Interview in Berkeley am 5. Mai 2009

McDonald, Joe in einem E-Mail vom 25. Mai 2009

Morris, John in einem Interview in Malibu am 10. Mai 2009

Roberts, John, Joel Rosenman and Robert Pilpel, Young Men With Unlimited Capital, New York, NY, 1974.

Rosenman, Joel in einem Interview in New York City am 18. Mai 2009


8 Responses to “Woodstock: Mythos und historische Fakten. Eine Spurensuche von Sabine Nikolay”


  1. 1 olaf
    14. Oktober 2015 um 10:02 am

    was war der Mythos von woodstock

  2. 3 Laura
    1. Oktober 2015 um 6:09 pm

    Wo kann ich sehen wann das veröffentlicht wurde?🙂

  3. 5 alvin
    1. Februar 2010 um 10:54 pm

    Mich beeindruckt, dass Jimi Hendrix hier postet

  4. 8 Jimi Hendrix
    6. Oktober 2009 um 8:00 pm

    Hochinteressanter und sehr lesenswerter Beitrag. Dass die Autorin mit den Organisatoren persönliche Interviews geführt hat, beeindruckt mich. Wirklich.


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