22
Aug
19

Buchpräsentation & Podiumsdiskussion „Big Data and Digital Music Business“

Am 11. September 2019 findet von 19:30-21:30 im Fanny Hensel-Saal der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien die Präsentation der beiden ersten Bände der Buchreihe „Music Business Research“ des Spinger Verlages statt.

Daniel Nordgård von Universität Agder in Kristiansand/Norwegen stellt sein Buch „The Music Business and Digital Impacts. Innovations and Disruptions in the Music Industries“ vor. Das Buch bietet einen der seltenen Einblicke in die kontroversiellen und komplexen Diskurse der verschiedenen Akteure in der Musikindustrie während der digitalen Transformation. Das vom Autor ausgewertete empirische Material stammt von Mitschnitten der informellen Kristiansand Roundtable Talks, in deren Rahmen Musikindustrie-VertreterInnen abseits der Öffentlichkeit offen über die Herausforderungen der Digitalisierung diskutieren und sich mitunter auch in die Haare geraten. Daniel Nordgård hat diese Gespräche über viele Jahre hinweg begleitet und die Aufnahmen davon wissenschaftlich ausgewertet. Die Ergebnisse können in diesem Buch nachgelesen werden und erlauben eine differenzierte und nuancierte Bewertung der Entscheidungen, die im Laufe der digitalen Revolution in der Musikindustrie getroffen wurden.

 

Phil Graham von der University of the Sunshine Coast/Australien wird dann den von ihm verfassten zweiten Band mit dem Titel „Music, Management, Marketing, and Law. Interviews Across the Music Business Value Chain“ präsentieren. Der Band versammelt zahlreiche Interviews des Autors mit lang gedienten Musikindustrie-InsiderInnen, die den Wandel der Musikwirtschaft im digitalen Zeitalter hautnah erlebt haben. Phil Graham fasst darin die Erfahrungen und Einsichten von Personen zusammen, die die Entwicklung der Musikindustrie in den entscheidenden Jahren nach dem Millenium mit ihren Entscheidungen maßgeblich beeinflusst haben. Das Buch ist somit ein Oral History-Projekt, in dem ästhetische, künstlerische, technologische, ökonomische, legistische und strategische Aspekte der digitalen Transformation dargestellt werden und für eine zukünftige Generation von MusikwirtschaftsforscherInnen eine wertvolle empirische Datenbasis darstellt.

Nach den Kurzpräsentationen der beiden Bände diskutieren die Autoren mit dem Musikmanager Peter Jenner (Sincere Music, London) und der Gründerin und Geschäftsführerin der in Wien ansässigen Datenanalyse-Firma Legitary, Nermina Mumic, zum Thema

„Big Data and the Digital Music Business“

Eintritt frei, um Anmeldung wird gebeten unter: vmbrd@mdw.ac.at

 

Die Veranstaltung ist eine Kooperation im Rahmen der 10. Vienna Music Business Reseach Days mit der Wirtschaftskammer Österreich

 

 

 

 

 

 

 

 

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20
Aug
19

10. Vienna Music Business Research Days zu „Future of the Music Business“

Die Vienna Music Business Research Days feiern 2019 ihr zehnjähriges Bestehen mit einem Blick in die Vergangenheit, um daraus mehr über die Zukunft des Musikbusiness zu lernen. In den vergangenen zehn Jahren wurden auf der Konferenz viele zukunftsweisenden Themen aufgegriffen und teilweise auch kontroversiell diskutiert. Bereits 2011 wurde in einer Keynote von Dagfinn Bach auf den großen CO2-Abdruck, den Musikstreaming verursacht, aufmerksam gemacht – ein Thema das in Zeiten des Klimawandels hoch aktuell ist. Im selben Jahr diskutierten der Gründer des mittlerweile eingestellten deutschen Musikstreamingdienstes Simfy, Steffen Wicker und der damalige Chefökonom der PRS for Music, Will Page, der später dann zu Spotify wechseln sollte, ob Musikstreaming die Zukunft der Musikindustrie ist. 2013 war Mike Michalke zu Gast, der das Projekt einer Verwertungsgesellschaft für Creative Commons Lizenzierung vorgestellt hat, die mittlerweile als Cultural Commons Collecting Society (C3S) Realität geworden ist. Ebenfalls 2012 wurde unter den eingeladenen ExpertInnen diskutiert, wie sich die Urheberrechtssetzung an die neuen technologischen und sozialen Herausforderungen anpassen muss. Vorschläge von damals finden sich in der soeben beschlossenen EU-Urheberrechtsrichtlinie wieder. 2015 wurden alternative Finanzierungsmodelle im Musikbusiness wie das Crowdfunding besprochen, das heutzutage wie selbstverständlich von vielen Musikschaffende eingesetzt wird, um Projekte umzusetzen. 2017 stand die Technologie der Blockchain im Mittelpunkt der Betrachtung, die in den nächsten Jahren auch die Musikindustrie grundlegend verändert wird. Und viele weitere Themen wie neue Formen der Musikkonsums, die Entwicklung der Livemusik-Business, das Selbstmanagement von Musikschaffenden und das Musik-Filesharing wurden in den letzten 10 Jahren in der Konferenz verhandelt.

2019 schließt sich der Themenkreis, indem viele Fragen der Vorjahre wieder aufgegriffen werden. So diskutieren unter der Leitung von Sally Gross (University of Westminster, London, UK) der YouTube-Repräsentant Karl Ryan (Government Affairs and Public Policy, Google UK), die Rechtsexpertin des britischen Intellectual Property Office Ros Lynch, der Gründer der in Los Angeles beheimateten Musikrechteplattform vezt Steve Stewart und der Urheberrechtsexperte Cliff Fluet von der Anwaltskanzlei Lewis Silkin LLP „The Future of Music Copyright“. Einführend dazu wird Cliff Fluet einen Vortrag halten.

Einen Blick zurück in der Vergangenheit der Musikindustrie wird dann der frühere COO der Sony/BMG und jetzige australische Start-up-Unternehmer Michael Smellie werfen, indem er die sieben Todsünden, die die Musikindustrie in der Vergangenheit begannen hat, thematisieren wird. Am Nachmittag werden dann Dennis Collopy (University of Hertfordshire, UK) und der Musikmanager Peter Jenner (Pink Floyd, The Clash, Billy Bragg) die Ergebnisse des vom britischen Intellectual Property Office (IPO) in Auftrag gegebenen Projekts „Music 2025“ vorstellen, das 2014 von den beiden der Öffentlichkeit erstmals präsentiert wurde. Danach wirft der Gründer des britischen Musikstreamingdienstes 7digital Pete Downton einen Blick in die Zukunft, um zu ergründen, was das „Next Big Thing“ nach dem Musikstreaming sein könnte; eine Frage, die Pete Downton in einer anschließenden Podiumsdiskussion mit der Musikerin Lucie Caswell (Featured Artist Coalition, London, UK), dem Kommunikationswissenschaftler Phil Graham (University of the Sunshine Coast, Australien) und dem Start-up-Investor Michael Smellie (Brisbane, Australien) vertiefen wird.

Ergänzt werden die Vienna Musik Business Research Days wie schon in den Vorjahren durch den Young Scholars‘ Workshop am 11. September, in dem Studierende auf Master- und PhD-Niveau die Ergebnisse ihre wissenschaftlichen Projekte präsentieren und zur Diskussion stellen sowie durch den Conference Track Day am 12. September mit 16 von einer Jury ausgewählten Konferenzbeiträgen zu unterschiedlichsten Themen der Musikwirtschaftsforschung (siehe Programm).

WANN: 11.-13. September 2019

WO: Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Anton-von-Webern-Platz 1, 1030 Wien

TICKETS: https://ntry.at/vmbrd2019

Weiterlesen ’10. Vienna Music Business Research Days zu „Future of the Music Business“‘

27
Jun
19

The Classical Music Market: Streaming’s Next Genre?

Media Research hat eine interessante Analyse des internationalen Klassik-Musikmarktes im Auftrag des deutschen Klassikmusik-Streamingservice idagio vorgelegt.

Music Industry Blog

MIDiA-Research-Idagio-Classical-Music-Market_Image-724x1024Classical music has long been viewed by many as a rarified genre that stands apart from other forms of music. While there is clearly something in that, something new is happening to the classical market: streaming is opening up a new, more diverse base of fans. Many of these are finding new entry points to classical music, such as hearing piano concertos on Relaxing Piano playlists. These new audiences bring with them new expectations about what classical music listening should be like and they present a major new opportunity for the classical market.

I am excited to announce the release of a report on the global classical music market that covers this concept and much, much more. MIDiA researched and wrote the report on behalf of classical music streaming service Idagio. (To be clear, this report is an objective and independent analysis of the classical market, not one of…

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31
Mai
19

Der Weg zur Musikstreaming-Ökonomie – Skandinavien Teil 3

Im Teil 1 der Blogserie wurde auf Basis empirischer Daten gezeigt, dass die skandinavischen Länder die globale Musikstreaming-Avantgarde darstellen, weil sie sehr früh über eine gut ausgebaute Breitband-Internetstruktur verfügten, die Marktdurchdringung von Smartphones sehr hoch war und sich früh Geschäftsmodell-Innovationen etablieren konnten (siehe dazu Teil 2 der Serie). Die wohl wichtigste Geschäftsmodell-Innovation war der schwedische Musikstreamingdienst Spotify, der am Höhepunkt des Prozesses gegen The Pirate Bay im Oktober 2008 öffentlichkeitswirksam gelauncht wurde.

Neben Spotify gab es aber noch andere Digitalmusik-Anbieter, die den Boden für die Streamingökonomie aufbereiteten. 2009 startete der finnische Handy-Hersteller Nokia das Comes-With-Music-Service, welches ein Jahr lang den unlimitierten Zugang zu Musik über Nokia-Handys ermöglichte. Im selben Jahr ging das PlayNow plus Service online, das vom schwedisch-japanischen Handy-Hersteller Sony-Ericsson in Kooperation mit dem norwegischen Telco Telenor betrieben wurde und das über spezielle Sony-Ericsson Walkman-Handys genutzt werden konnte (IFPI 2009: 8). Die Handy-Produzenten scheiterten allerdings mit ihren Angeboten, weil sie zu wenig nutzerfreundlich waren. So konnte über Nokias Comes-With-Music bis 2010 nur DRM-geschütze Musik gehört werden, die nicht auf andere Geräte übertragbar war. Sony-Ericcsons Musikangebot war zwar DRM-frei, aber in der Nutzung auch an spezielle Geräte gebunden. Bereits 2011 stellten daher beide Handy-Anbieter ihre Angebote wieder ein[1], just in dem Moment als Spotify, WiMP und TDC Play begannen die Digitalmusikmärkte in Schweden, Norwegen und Dänemark aufzumischen. Die dänische TDC bot bereits Ende 2009 mit TDC Play einen Musikstreamingdienst an, über den 6,1 Millionen Musiktracks ohne zusätzliche Kosten zugänglich waren (IFPI 2010: 8). Spotifys werbefinanzierter Musikdienst war in ähnlicher Form im Angebot des ISP TeliaSonora in Schweden und Finnland integriert und das Premium-Abo konnte direkt über die TeliaSonora Onlinerechnung beglichen werden (ibid.: 9). Das Abo-Angebot vom norwegischen WiMP konnte wiederum über den Handy-Vertrag des Mobilfunkers Telenor bezahlt werden (IFPI 2011: 9). Im Gegensatz zu den Musikangeboten der Handy-Hersteller, waren die Services von Spotify, WiMP und TDC sowohl im Zugang zur Musik als auch in der Abrechnung wesentlich nutzerfreundlicher.

Userbility war also den Schlüsselfaktor für den durchschlagenden Erfolg der Streamingservices in Skandinavien. Es ist einfach bequemer Musik über Streamingdienste anzuhören als sie von P2P-Netzwerken herunterzuladen und auf externen Laufwerken zu speichern und sich noch dazu der Gefahr von Computerviren und anderer Schadsoftware auszusetzen. NutzerInnen-Studien, die in Schweden und Norwegen durchgeführt wurden, belegen, wie sich der Wandel vom P2P-Filesharing zum Musikstreaming in den skandinavischen Ländern vollzogen hat.

Weiterlesen ‚Der Weg zur Musikstreaming-Ökonomie – Skandinavien Teil 3‘

23
Mai
19

Der Weg zur Musikstreaming-Ökonomie – Skandinavien Teil 2

Im zweiten Teil der Blog-Serie über den Weg der skandinavischen Länder in die Musikstreaming-Ökonomie werden die technologischen und infrastrukturellen Voraussetzungen für den Streaming-Boom wie auch regionale Geschäftsmodell-Innovationen genauer unter die Lupe genommen.

Skandinavien gehört zweifelsohne zu jenen Weltgegenden, in denen der Breitband-Internetausbau schon früh begonnen und sich rasant entwickelt hat. Von 2000, als nur wenige Haushalte in Skandinavien über Breitband-Internet verfügten, stieg die Marktdurchdringung 2006 in Dänemark und Norwegen auf ca. 70 Prozent sowie in Finnland und Schweden sogar auf über 80 Prozent an. Gegenwärtig gibt es in den skandinavischen Ländern so gut wie keinen Haushalt mehr, der nicht über schnelles Internet verfügen (Abbildung 1).

 

Abbildung 1: Die Umsätze der phonografischen Industrie sowie der Breitband-Internetausbau in Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden, 1996-2017

Quelle: Wlömert und Papies (2019: 56).

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03
Mai
19

Der Weg zur Musikstreamingökonomie: Skandinavien – Teil 1

Es ist kein Zufall, dass Spotify am Höhepunkt des Prozesses gegen The Pirate Bay in Schweden 2008 seinen Betrieb aufnahm. Spotify wurde von seinen Gründern öffentlichkeitswirksam als legale Alternative zum Filesharing präsentiert und Schweden war noch dazu der perfekte Testmarkt für ein solches Freemium-Service. Schwedens Nachbar Norwegen war in einer ähnlichen Position: eine wohlhabende Bevölkerung, ein weit fortgeschrittener Breitband-Internetausbau, eine hohe Smartphone-Marktdurchdringung und eine große Affinität zur Musik. Deshalb gründete im Februar 2010 der schwedische Entertainment-Konzern Aspiro gemeinsam mit dem norwegischen Telekommunikationsriesen Telenor und dem Musikeinzelhändler Platekompaniet in Norwegen den Musikstreamingdienst WiMP (das spätere TIDAL). Zwei Monate später nahm WiMP auch in Dänemark seine Geschäftstätigkeit auf.[1] Davor hatte bereits im Dezember 2009 das dänische Telekommunikationsunternehmen TDC in Kooperation mit 24-7 Entertainment zu seinem bereits bestehenden Download-Service TDC-Play ein Streamingangebot hinzugefügt,[2] das heute unter YouSee Musik immer noch verfügbar ist. Es waren also alle drei skandinavischen Länder – Dänemark, Norwegen und Schweden – Pioniere der Streamingökonomie. Finnland, der vierte im Bunde, hatte noch Aufholbedarf, war aber 2017 genauso gestreamlined wie seine westlichen Nachbarn.

 

Abbildung 1: Der globale phonografische Market 2017 nach digitalen Marktanteilen

Quelle: Eigene Darstellung nach IFPI Global Music Report 2018.

 

In dieser Serie von Blogbeiträgen wird erläutert, wie die skandinavischen Staaten zu Pionieren der Musikstreamingökonomie werden konnten, indem die Hintergründe dieser Entwicklung genauer beleuchtet werden.

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18
Apr
19

International Journal of Music Business Research – April 2019, Vol. 8, No. 1

Die April-Ausgabe des International Journal of Music Business Research (IJMBR) öffnet mit dem Artikel “Digital enabled experience – the listening experience in music streaming”. Bård Tronvoll, Professor für Marketing an der Business School of Inland Norway University of Applied Sciences, analysiert darin die soziale Bedingtheit von Musikhören auf Musikstreamingplattformen wie Spotify.

Der zweite Artikel – “An analysis of ticket pricing in the primary and secondary concert marketplace” – von Terrance Tompkins der Hofstra University in New York City nimmt jene Faktoren genauer unter die Lupe, die zur Preisbestimmung von Konzertkarten im primären und sekundären Ticket-Markt führen.

Silvia Donker, die mit ihrem Beitrag den Young Scholars’ Workshop der 9. Vienna Music Business Research Days 2018 gewonnen hat, analysiert im dritten Beitrag “Networking data. A network analysis of Spotify’s socio-technical related artist network” in einer Netzwerkstudie wie die niederländische Drum & Bass Band Noisia in Spotifys Artist Releated Network eingebettet ist und welche Wechselwirkungen zu anderen Act und Genres bestehen.

Diese Ausgabe wird mit der Besprechung des Buches “The Music Business and Digital Impacts. Innovations and Disruptions in the Music Industries” von Daniel Nordgård, beschlossen, das als Band 1 der Buchreihe Music Business Research bei Springer erschienen ist.

 

Volume 8, no 1, April 2018

Editorial by Peter Tschmuck, S. 4-5

Bård Tronvoll: Digital enabled experience – listening experience in music streaming, S. 6-38

Terrance Tompkins: An analysis of ticket pricing in the primary and secondary concert marketplace, S. 39-66

Silvia Donker: Networking data. A network analysis of Spotify’s sociotechnical related artist network, S. 67-101

Buchbesprechung von Peter Tschmuck: The Music Business and Digital Impacts. Innovations and Disruptions in the Music Industries von Daniel Nordgård, S. 102-105

 

 




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