20
Jan
21

Die Musikveranstaltungswirtschaft in der COVID-19-Pandemie – Live Nation

Die Musikveranstaltungswirtschaft befindet sich aufgrund der COVID-19-Pandemie in ihrer schwersten Krise seit dem 2. Weltkrieg. Seit März 2020 finden in den meisten Ländern so gut wie keine Livemusik-Veranstaltungen mehr statt. Konzerte und Musikfestivals wurden wegen geltender Lockdowns und Maßnahmen zur sozialen Distanzierung abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben. Bereits Ende März 2020 wurde in einer Erhebung der deutschen Musikwirtschaftsverbände der Einnahmenverlust der deutschen Musikveranstaltungswirtschaft für den Zeitraum von April bis September 2020 auf EUR 4,54 Mrd. geschätzt. Mittlerweile hat sich dieser Wert aufgrund der anhaltenden Schließung von Veranstaltungsstätten und der Absage von Musikfestivals auf mehr als 10 Milliarden Euro  summiert.

Es gilt allerdings zu bedenken, dass der Livemusik-Sektor stark fragmentiert und divers ist. Den internationalen Konzertmarkt dominieren die großen Livemusik-Konglomerate wie Live Nation, Anschutz Entertainment Group (AEG) sowie die deutsche CTS Eventim. Diese Konzerne kontrollieren einen oligopolistischen Musikveranstaltungsmarkt mit einer unüberschaubaren Anzahl von kleinen und mittleren Konzertveranstaltern, Booking- und Management-Agenturen, die meist auf lokaler oder regionaler Ebene tätig sind, und keinerlei Einfluss auf die Marktstrukturen und -prozesse haben. Vor allem diese kleinen und mittleren Player des Livemusik-Business leiden besonders stark unter der faktischen Schließung des gesamten Sektors und sind von staatlichen Unterstützungsmaßnahmen abhängig. Aber wie sieht die Situation für die Livemusik-Konzerne aus? Ist deren Existenz ebenfalls in Gefahr? Dieser Blogbeitrag versucht diese Frage mit Hilfe der Analyse der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf den weltgrößten Musikveranstaltungs- und Ticketingkonzern Live Nation zu beantworten. Dafür wurden die Quartalsberichte von Live Nation für den Zeitraum von Januar bis September 2020 in Hinblick auf die Auswirkungen der Pandemie ausgewertet und Live Nations Strategie zur Krisenbewältigung näher beleuchtet.

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30
Okt
20

International Journal of Music Business Research – Oktober 2020, Vol. 9, No. 2

Die Oktoberausgabe 2020 des International Journal of Music Business Research ist ein Sonderheft zum Thema “Festivalisation of Live Music”, herausgegeben von Erik Hitters und Carsten Winter. Nach dem einleitenden Editorial, präsentiert Jeff Apruzzese einen tiefen Einblick ins US-amerikanische Musikfestivalbusiness, indem die sogenannte Radius-Klausel, die quasi einen Exklusivdeal darstellt, genauer untersucht wird. Dem Autor gelingt es in seiner Analyse zu zeigen, wie diese Exklusivvereinbarung sich auf lokale Konzertvenues und andere Livemusik-Veranstalter auswirkt und zu einer massiven Einschränkungen bei der Wahl von Konzert-Acts führt.

Erik Hitters & Marijn Mulder untersuchen in ihrem Beitrag “Live music ecologies and festivalization: the role of urban live music policies”, wie sich das Festvalmusik-Business in den Niederlanden in den letzten Jahrzehnten herausgebildet hat und welche Rolle dabei die Stadt-und Regionalentwicklung gespielt hat, die zu dem beigetragen hat, was in der Literatur auch als „Festivalisierung“ des Livemusik-Marktes bezeichnet wird.

Ein spezieller Beitrag von Martin Cloonan schließt das Sonderheft zum Musikfestivalmarkt ab, der seit Jahrzehnten zu diesem Thema im Vereinigten Königreich forscht und publiziert. In “Trying to have an impact: Some confessions of a live music researcher”Martin Cloonan reflektiert an seiner eigenen Forschungstätigkeit das Paradoxon, „objektiver“ Analyst, der auch interessengelenkte Vorschläge für die Kulturpolitik macht, zu sein.

Die Oktoberausgabe 2020 des International Journal of Music Business Research wird mit der Besprechung des Buches “Can Music Make You Sick? Measuring the price of musical ambition” von Sally A. Gross und George Musgrave durch Daniel Nordgard abgerundet.

 

 

Volume 9, No. 2, Oktober 2020 – Sonderheft zur Festivalisierung der Livemusik

Editorial von Erik Hitters & Carsten Winter: The festivalization of live music, S. 4-12

Jeffrey Apruzzese: Navigating troubled waters; how are music festivals affecting the local concert industry, S. 13-37

Erik Hitters & Martijn Mulder: Live music ecologies and festivalisation: the role of urban live music policies, S. 38-57

Martin Cloonan: Trying to have an impact: Some confessions of a live music researcher, S. 58-82

Buchbesprechung von Daniel Nordgård: Can Music Make You Sick? Measuring the price of musical ambition by Sally A. Gross & George Musgrave, S. 83-86

 

 

09
Okt
20

Die 11. Vienna Music Business Research Days im Rückblick

Die COVID-19 Pandemie hat verhindert, dass die 11. Vienna Music Business Research Days mit internationalem Publikum an der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien diese Jahr stattfinden konnten. Der widrigen Umstände zum Trotz wurde die gesamte Konferenz in den virtuellen Raum verlegt und so haben die Vortragenden aus Südkorea, Indien, China, Rumänien, Polen und der Ukraine ihre Vorträge und Podiumsdiskussionen online abgehalten.

Darauf hat auch Ulrike Sych, Rektorin der mdw, in ihrer Grußadresse am 23. September hingewiesen und sich herzlich bei den KonferenzteilnehmerInnen für ihre wertvollen Beiträge bedankt und das Online-Publikum von Australien bis Amerika über alle Zeitzonen hinweg begrüßt.

Die Konferenz startete aber bereits am 21. September mit der zehnte Auflage des Young Scholars‘ Workshop, der ein Forum für NachwuchswissenschafterInnen darstellt, um Master- und PhD-Projekte unter dem Mentoring renommierter MusikwirtschaftsforscherInnen zu präsentieren und diskutieren. Dabei wurde am letzten Konferenztag traditionell das beste Workshop Paper prämiert. Dieses Jahre erhielt Laura Weinert von der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover den ersten Preis für ihren Beitrag „Music in the mediatised everyday life of young people“, der auch im International Journal of Music Business Research (IJMBR) publiziert werden wird.

Der Conference Track Day am 22. September versammelte MusikwirtschaftsforscherInnen aus Australien, Deutschland, den Niederlanden, Österreich und Schweden, die mit ihren Präsentationen die gesamte Breite des Feldes abdeckten. Die Themen reichten dieses Mal von der Rolle der Fans in der KünstlerInnen-Promotion, über die digitale Transformation in der Werteschaffung im Musikbusiness bis hin zur aktuellen Beforschung der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die phonografische Industrie sowie Live-Musikwirtschaft in Deutschland (siehe Programm).

Die Online-Konferenz wurde am 23. September mit dem Hauptthema „Emerging Music Markets“ fortgesetzt. Bernie Cho, Vorstandsvorsitzender der in Seoul/Südkorea beheimateten KünstlerInnen- & Labelservices-Agentur DFSB Kollective, stellte in seiner Keynote „Hip Hype Reality of the Korean Music Market“ den immensen Einfluss des K-Pop-Business auf die koreanische Musikindustrie und darüber hinaus dar. Philipp Grefer, der in Peking/China den Future-Think-Tank WISE erklärte in seinem Vortrag, wie China sich in den letzten Jahren zum siebent größten Musikmarkt weltweit entwickeln konnte. In der darauffolgenden Keynote beleuchtete Achille Forler, Geschäftsführer der indischen Sound-Design-Agentur Music Curator und Aufsichtsratsmitglied der Indian Performing Right Society, die Besonderheiten des indischen Musikmarktes, der immer noch stark von den Bollywood-Filmstudios beeinflusst wird. Den drei Vortragenden gesellte sich in der darauffolgenden Podiumsdiskussion zu „Emerging Music Markets in Asia“ noch Weining Hung hinzu, die das Showcase-Festival LUCfest in Tainan/Taiwan mitbegründet hat und diskutierte über den wachsenden Einfluss asiatischer Länder am globalen Musikmarkt.

Der Nachmittag war dann den osteuropäischen Musikmärkten gewidmet. Dartsya Tarkovska, Geschäftsführerin der Musikconsulting-Agentur Soundbuzz und Mitbegründerin von Music Export Ukraine, erklärte, wie die ukrainische Musikidnustrie strukturiert ist und analysierte den dortigen Musikstreamingmarkt.

Ania Kasperek, die die Chimes Agency in Polen mitbegründet hat, beleuchtete dann die Besonderheiten des polnischen Musikmarktes, bevor dann Carina Sava von der Agentia de Vise in Bukarest, darlegte, wie der Musikmarkt in Rumänien beschaffen ist. In der abschließenden Podiumsdiskussion zu „Emerging Music Markets in Eastern Europe“ gingen die drei DiskutantInnen noch einmal auf die Unterscheide und Ähnlichkeiten der drei osteurpäischen Märkte ein und versuchten das zukünftige Wachstumspotenzial in Osteuropa abzuschätzen.

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10
Sep
20

11. Vienna Music Business Research Days zu „Emerging Music Markets“

 

In den Zeiten der Corona-Krise werden die 11. Vienna Music Business Research Days zu “Emerging Music Markets” als reine Online-Konferenz abgehalten. Nichtsdestotrotz werden Vortragende und DiskutantInnen aus allen Teilen der Welt teilnehmen und am letzten Konferenztag dann die Entwicklung der aufstrebenden Märkte in Asian und Osteuropa beleuchten

 

Teilnahme an der Zoom-Konferenz: ZOOM-LINK ZU DEN VIENNA MUSIC BUSINESS RESEARCH DAYS 2020

 

oder Live-Stream über

Facebook: https://www.facebook.com/ViennaMusicBusinessResearchDays/

und YouTube: https://www.youtube.com/channel/UCSQ_kzb0cbCThmPLpGYNM6A

Der Konferenztag am 23.09.2020 wird von 9:00-16:30 (MESZ) auch auf der mdw-Mediathek live gestreamt: https://live.mdw.ac.at/

 

Der Vormittag des dritten Konferenztages am 23. September wird sich mit den Musikmärkten einiger boomender asiatischer Musikmärkte näher beschäftigen. Bernie Cho vom DFSB Kollective in Seoul/Südkorea wird die Besonderheiten des südkoranischen Marktes und den Einfluss von K-Pop genauer analysieren. Im nächsten Vortrag widmet sich der Gründer von Fake Music Media, Philipp Grefer, der in Peking auch das „WISE-Festival“ organisiert, dem chinesischen Musikmarkt. Dann wird Achille Forler, Gründer der in Indien ansässigen Sound Design Agentur Music Curator und Aufsichtsratsmitglied der Indian Performing Right Society in Mumbai den indischen Markt und den starken Einfluss der Bollywood-Filmstudios darauf, genauer beleuchten. Im Anschluss daran, diskutieren die drei Vortragenden mit Weining Hung, Gründerin und Organisatorin des LUCfest in Tainan/Taiwan über “Emerging Music Markets in Asia”.

Am Nachmittag des 23. September 23 präsentieren Carina Sava (Agentia de Vise, Bukarest/Rumänien), Ania Kasparek (Chimes Agency, Polen) und Dartsya Tarkowska (Soundbuzz & Music Export Ukraine, Kiew) die Besonderheiten der Musikmärkte in Rumänien, Polen und der Ukraine und diskustieren im Anschluss daran die ökonomische Relevanz und die zukünftige Entwicklung von “Emerging Eastern European Music Markets”.

Ergänzt werden die Vienna Music Business Research Days wie schon in den Vorjahren durch den Young Scholars‘ Workshop am 21. September, in dem Studierende auf Master- und PhD-Niveau die Ergebnisse ihre wissenschaftlichen Projekte in einem geschlossenen Online-Workshop präsentieren und zur Diskussion stellen sowie durch den Conference Track Day am 22. September mit 8 von einer Jury ausgewählten Konferenzbeiträgen zu unterschiedlichsten Themen der Musikwirtschaftsforschung (siehe Programm).

 

Teilnahme an der Zoom-Konferenz: ZOOM-LINK ZU DEN VIENNA MUSIC BUSINESS RESEARCH DAYS 2020

 

oder Live-Stream über

Facebook: https://www.facebook.com/ViennaMusicBusinessResearchDays/

und YouTube: https://www.youtube.com/channel/UCSQ_kzb0cbCThmPLpGYNM6A

Der Konferenztag am 23.09.2020 wird von 9:00-16:30 (MESZ) auf der mdw-Mediathek auch live gestreamt: https://live.mdw.ac.at/

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18
Mai
20

Coronakrise und die Musikwirtschaft – Teil 4: Die Hilfsprogramme des Bundes und der Länder in Österreich

Der Unmut in der österreichischen Kunst- und Kulturszene über die Maßnahmen der Bundesregierung zur Krisenbewältigung im Kulturbereich wächst täglich, wie aktuelle Medienberichte und Petitionen an die Politik belegen. Der Druck wurde so groß, dass am 15. Mai 2020 die zuständige Kulturstaatssekretärin von den Grünen ihren Rücktritt bekannt gegeben hat. Als ausgewiesene Außenpolitik- und Europaexpertin hatte sie wegen der über Österreich hereinbrechenden Corona-Pandemie nicht die Möglichkeit, sich in den neuen Fachbereich einzuarbeiten und ist wohl an den Besonderheiten des Kunst- und Kulturbetriebs gescheitert. Dieser besteht aus einem Netzwerk unterschiedlichster AkteurInnen, deren Bedürfnislage sehr verschieden ist, was an der Musikwirtschaft verdeutlicht werden kann.

Da gibt es die großen im Eigentum des Bundes oder der Länder stehenden Kulturtanker wie z.B. die Wiener Staatsoper, Wiener Volksoper, die Vereinigten Bühnen Wien oder die Grazer Oper[1], die für die Erfüllung ihres öffentlichen Kulturauftrags Basisabgeltungen in mehrfacher Millionenhöhe erhalten und am Ende des Tages von der öffentlichen Hand vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch gerettet werden, wenn dies nötig sein sollte. Da gibt es aber auch zahlreiche Musikbetriebe wie kleine Festivals, Orchester und Musikclubs, die alljährlich von Förderzusagen der öffentlichen Hand abhängig sind, um ihre Tätigkeit aufrechterhalten zu können. Neben diesen Non-Profit-Organisationen und Kulturvereinen, die ganz wichtige lokale und regionale Kulturnahversorger sind, gibt es marktwirtschaftlich organisierte Unternehmen, die die ganze Palette von der EPU (Ein-Personen-Unternehmen) bis hin zur Tochtergesellschaft der großen internationalen Konzerne wie Universal Music oder Live Nation abdecken. Davon wirtschaftlich abhängig sind die zahlreichen Musikschaffenden des Landes, von denen viele, wie im Teil 2 der Serie zur Coronakrise und ihrer Auswirkung auf die Musikwirtschaft dargestellt, meist im wirtschaftlichen Prekariat mit Portfolio-Lebensläufen und atypischen Beschäftigungsverhältnissen ohne soziale Absicherung irgendwie über die Runden kommen müssen. Es gibt aber auch jene Gruppe von Musikschaffenden, die über fixe Orchesterstellen und Engagements verfügen sowie andere Verdienstquellen wie z.B. in der Musikausbildung haben. Diese kleine Aufzählung soll nicht dazu dienen, einzelne Gruppen von Musikschaffenden und Musikbetrieben gegeneinander auszuspielen, sondern die Heterogenität der Musikwirtschaft verdeutlichen. Dazu kommen noch unterstützende Dienstleister wie Ticketingunternehmen, Musikvertriebe, Ton- und Videotechnikanbieter, Speziallogistiker, Bühnenbauer etc., die ähnlich wie andere erwerbswirtschaftliche Betriebe arbeiten, aber von Aufträgen aus dem Kunst- und Kulturbereich abhängig sind. Auch diese sind derzeit vom Corona-Shutdown massiv wirtschaftlich betroffen.

Allein diese kurze Übersicht über die Musikwirtschaft macht klar, dass es die EINE Unterstützungsmaßnahme nicht geben kann, sondern es bedarf maßgeschneideter Hilfen, um möglichst niemand im Kunst- und Kultursektor zurückzulassen, wie die österreichische Bundesregierung immer wieder betont.

In weiterer Folge werden die Unterstützungsmaßnahmen des Bundes und der Bundesländer in Österreich für den Kunst- Kultursektor analysiert und mit jenen Kunst- und Kulturhilfsprogrammen verglichen, die in Deutschland auf Bundes- und Landesebene in der Coronakrise aufgelegt und im Teil 3 dieser Serie bereits besprochen wurden.

Weiterlesen ‚Coronakrise und die Musikwirtschaft – Teil 4: Die Hilfsprogramme des Bundes und der Länder in Österreich‘

13
Mai
20

Coronakrise und die Musikwirtschaft – Teil 3: Corona-Soforthilfe in Deutschland

In Deutschland steht der Live-Musikbetrieb seit dem Shutdown im März still. Während die deutsche Bundesliga Mitte Mai ihren Spielbetrieb – wenn auch ohne Publikum – wieder aufnimmt, ist es derzeit immer noch nicht absehbar, wenn wieder Konzerte und Live-Musikevents in Deutschland stattfinden können. Die deutschen Musikindustrieverbände habe zu Beginn der Krise den Einnahmenausfall bei einem sechsmonatigen Stillstand allein für die Musikveranstaltungswirtschaft auf EUR 4,54 Mrd. geschätzt. Rasches und unbürokratisches Handeln der Kulturpolitik in Deutschland war geboten. Zuerst legten einzelne Bundesländer Soforthilfeprogramme für EPUs und Kleinunternehmen, die dann durch die Corona-Soforthilfe für Corona-Soforthilfe des Bundes für Solo-Selbständige und kleine Unternehmen ersetzt bzw. ergänzt wurde.

In diesem Blogbeitrag werden die Unterstützungsmaßnahmen des Bundes und der deutschen Bundesländer für KünstlerInnen und Kulturschaffende dargestellt und dahingehend evaluiert, wie treffsicher die Programme für die Kulturszene im Allgemeinen und für den Musikbetrieb im Besonderen sind.

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29
Apr
20

International Journal of Music Business Research – April 2020, vol. 9, no. 1

Die Aprilausgabe 2020 des International Journal of Music Business Research (IJMBR) versammelt erstmals vier Artikel zu sehr unterschiedlichen Themen der Musikwirtschaftsforschung. Den Auftakt macht „Music marketing in the digital music industries – An autoethnographic exploration of opportunities and challenges for independent musicians“ von Shane Murphy von der Torrens University in Sydney/Australien. Mithilfe einer autoethografischen Untersuchungsmethode bietet der Autor Einblicke in die Mikroperspektive eines Indie-Musikers in die großen strukturellen Transformationen des Musikbusiness im post-digitalen Zeitalter.

Tim Metcalfe & Nicolas Ruth (Goldsmiths College in London/UK) haben den zweiten Artikel „Beamer, Benz, or Bentley: Mentions of products in hip hop and R&B music“ beigetragen. Gemäß dieses Artikels gehören Automarken, Modelabels und Alkoholika zu den meist erwähnten Produkten in Hip Hop und R&B Songtexten.

Der dritte Artikel von Dexter Purnell (MacMurray College, Jacksonville/US) „Closing the Gap: Understanding the Perceptual Differences Between Generations Regarding Music Streaming Technology“ fokussiert auf den Einfluss der Musikstreaming-Technologie auf den Musikkonsum und zeigt dabei auf, dass es einen Generationen-Gap in der Nutzung gibt, obwohl sich Musikstreaming als die Standardform des Musikkonsums fächendeckend durchgesetzt hat.

Der vierte Artikel „Where the magic people gathered The Role of Private Members Clubs in the Contemporary Music Economy“ von Sam Edrisi (King’s College London und University of Westminster, London/UK) wurde im Young Scholars‘ Workshop 2019 der 10. Vienna Music Business Research Days mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Das Paper untersucht die steigende Popularität eines neuen Typus von Privatclubs, die auf eine Community abzielt, die sich durch Cultural Entrepreneurship, Unabhängigkeit und Kreativität auszeichnet.

Abgerundet wird diese Ausgabe mit der Rezension von Daniel Nordgård über „Rockonomics: A Backstage Tour of What the Music Industry Can Teach Us about Economics and Life“ von Alan B. Krueger, der im März 2019 viel zu früh von uns gegangen ist.  „Rockonomics“ war das letzte Buch des Princeton-Professors, der als einer der führenden ÖkonomInnen sich nicht nur intensiv mit Bildungs-, Arbeitsmarkt und Wohlfahrtsökonomie beschäftigt hat, sondern auch wesentliche Beiträge zur Musikwirtschaftsforschung geleistet hat.

 

Volume 9, no 1, April 2020

Editorial by Dennis Collopy & Guy Morrow, S. 4-6

Shane Murphy: Music marketing in the digital music industries – An autoethnographic exploration of opportunities and challenges for independent musicians, S. 7-40

Tim Metcalfe & Nicolas Ruth: Beamer, Benz, or Bentley: Mentions of products in hip hop and R&B music, S. 41-62

Dexter L. Purnell: Closing the Gap: Understanding the perceptual differences between generations regarding music streaming technology, S. 63-80

Sam Edrisi: WHERE THE MAGIC PEOPLE GATHERED. The role of Private Members Clubs in the contemporary music economy, S. 81-117

Book review by Daniel Nordgård: Rockonomics: A backstage tour of what the music industry can teach us about economics and life by Alan B. Krueger, S. 118-120

 

 

10
Apr
20

Coronakrise und die Musikwirtschaft – Teil 2

Die Coronakrise und das damit verbundene Veranstaltungsverbot treffen vor allem die Musikschaffenden besonders hart. Bereits vor der Krise war die wirtschaftliche und soziale Lage für den Großteil der KünstlerInnen in jeder Hinsicht prekär. Nun fallen die meist ohnehin bescheidenen Einnahmen aus der künstlerischen Tätigkeit fast vollständig weg und es gibt auch kaum Möglichkeiten in der Zeit des allgemeinen Lockdowns alternative Einnahmequellen anzuzapfen. Für viele Musikschaffende wird die Coronakrise zur Existenzbedrohung, weil die Einkünfte gegen Null gehen, aber die Lebenshaltungskosten sowie Miet- und Kreditzahlungen weiterlaufen. Die Bewältigung des Alltags wird mit dem Andauern der Ausnahmesituation zum Überlebenskampf.

Im zweiten Teil der Blogserie zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Musikwirtschaft wird die wirtschaftliche Lage der Musikschaffenden anhand bereits vorliegender Studien für Deutschland und Österreich dargestellt und die wirtschaftliche Auswirkung der Coronakrise abgeschätzt.

Weiterlesen ‚Coronakrise und die Musikwirtschaft – Teil 2‘

27
Mrz
20

Coronakrise und die Musikwirtschaft – Teil 1

In einem offenen Brief vom 18. März 2020 an die US-Kongressabgeordneten fasst die Music Artists Coalition die dramatische Situation für die Musikwirtschaft in einem Satz treffend zusammen: „The music industry is facing an existential threat that is unprecedented – the touring business as we know it has disappeared without warning and without a safety net for hundreds of thousands of people.“ Buchstäblich von heute auf morgen ist das gesamte internationale Musikveranstaltungsbusiness zusammengebrochen. Damit fällt nicht nur die wichtigste Einkommensquelle für die meisten Musikschaffenden weg, sondern die Krise erfasst das gesamte Wertschöpfungsnetzwerk der Musikwirtschaft, die im Streamingzeitalter vernetzter denn je geworden ist. In diesem Blogbeitrag wird eine wirtschaftliche Folgenabschätzung für den Musikveranstaltungssektor in Deutschland durchgeführt, um exemplarisch die Auswirkungen der Coronakrise und den dringenden Handlungsbedarf für die öffentliche Hand sichtbar zu machen.

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31
Dez
19

Die Musikwirtschaftsforschung 2019 – ein Jahresrückblick

Liebe Alle,

Im März 2019 ist der Blog zur Musikwirtschaftsforschung 10 Jahre alt geworden, was auch gebührend gefeiert wurde. In diesen vielen Jahren habe ich sehr viele musikwirtschaftliche Themen – von Audiologos bis Woodstock – analysiert, wobei ich der Musikstreamingökonomie besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt habe, wie auch aus dem neu angelegten Verzeichnis der Blogbeiträge hervorgeht.

Musikstreaming war auch 2019 weiter auf dem Vormarsch, wie eine internationale Analyse der phonografischen Märkte belegt. Bei genauerer Analyse zeigen die Daten – speziell im Fall der skandinavischen Länder (Teil 1, Teil 2, Teil 3) -, dass manche Märkte sich im Übergang zur Phase der Marktsättigung befinden. Für 2020 ist also eine Marktkonsolidierung zu erwarten, der vor allem unabhängige Streamingdienste zum Opfer fallen werden. Auch wenn Spotify “to big to fail” erscheint, wird das schwedische Unternehmen doch starke wirtschaftliche Partner benötigen, um sich am Markt behaupten zu können.

Ein solchen hat die Universal Music Group (UMG) am letzten Tag des Jahres bekommen, nachdemverlautbart wurde, dass ein Konsortium, geführt vom chinesischen Tencent-Konzern 10 Prozent an der UMG von der französischen Konzernmutter Vivendi erwerben wird. Wenn demnach der weltweit größte Konzern der phonografischen Industrie zumindest zum Teil von einem chinesischen Unternehmen kontrolliert wird, hat das auch eine Aufwertung des chinesischen Musikmarkts zur Folge. Im Blog wird diese Entwicklung 2020 weiter beobachtet und analysiert werden.

Die boomenden asiatischen Musikmärkte werden auch im Fokus der 11. Vienna Music Business Research Days zu “Emerging Music Markets” stehen, die vom 21.-23. September 2020 an der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien stattfinden werden. Dazu werden Keynote-Speaker aus China, Indien und Südkorea erwartet, die die Funktionsweise der jeweiligen Märkte analysieren werden. Es wird aber mit zahlreichen Kurzpräsentationen auch ein Blick auf verschiedene osteuropäische Märkte geworfen, die ebenfalls starkes Wachstumspotenzial aufweisen. Die Call-for-Papers für den Young Scholars’ Workshop am 21. Sep. und den Conference Track Day am 22. Sep. sind bereits verfügbar und es können bereits Abstracts eingereicht werden.

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