22
Nov
22

Musik als Investment – Teil 5: Hipgnosis Songs Fund (2. Teil)

Im zweiten Teil der Analyse zum Hipgnosis Songs Fund soll dessen wirtschaftliche Performance seit dem Börsengang im Jahr 2018 genauer unter die Lupe genommen werden. Dazu betrachten wir zuerst das Erlösmodell, das auf den Ankauf und die Verwertung von Musikrechten beruht, um dann die Kostenstruktur genauer zu analysieren.

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03
Nov
22

13. Vienna Music Business Research Days im Rückblick

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Nach der erfolgreichen Abhaltung der International Music Business Research Days an der Erasmus Universität Rotterdam im Jahr 2021, fand die Konferenz dieses Jahr wieder an der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien statt. Angelehnt an das Thema der Partnerkonferenz – Parallelgesellschaften – standen dieses Jahr die „Parallel Worlds in the Music Industry“ im Mittelpunkt der Vorträge und Diskussionen am 20. Oktober 2022.

Am Vormittag des dritten Konferenztages befasste sich Beate Flath von der Universität Paderborn mit den „New Virtual Worlds for Music“. Ausgehend von Fallbeispielen wie die Avatar-Künstlerin Hatsune Miku, die ABBA Voyage Music Hall in London und die Konzertauftritte von MusikerInnen im Ego-Shooter-Game Fortnite, zeigt Beate Flath auf, dass es sich bei diesen virtuellen Musikanwendungen keineswegs um Parallelwelten handelt, sondern Erweiterungen bzw. Ergänzungen zum realen Musikleben  darstellen. Eine Art Parallelwelt erzeugten auch die zahlreichen Lockdowns während der COVID-19-Pandemie in den letzten beiden Jahren. Die vielfältigen Auswirkungen der Pandemie werden in dem soeben erschienen Sammelband „Rethinking the Music Business“ thematisiert, der in einer Buchpräsentation, die von Guy Morrow von der University of Melbourne bestritten wurde. Die anschließende Podiumsdiskussion mit Guy Morrow, Beate Flath, Zarja Peters und Daniel Nordgård nahm sowohl auf die neuen virtuellen Musikwelten als auch auf die Buchpräsentation Bezug und versuchte neue Entwicklungen in Musikbusiness nachzuspüren.

Der Nachmittag, der gleichzeitig auch die Auftaktveranstaltung für die Konferenz „Parallelgesellschaften“ der IASMP-DACH und der Gesellschaft für Popularmusikforschung (GfPM) darstellte, war ganz dem Thema „Parallel Worlds of Music Streaming“ gewidmet. Hyojung Sun von der University of York und David Hesmondhalgh von der University of Leeds gingen in ihren Vorträgen auf die aktuellen Entwicklungen in der Musikstreaming-Ökonomie ein. Hyojung Sun stellte in ihrer Keynote mit dem Titel „Asset Economy in the Music Streaming Business“ die aktuellen Akquisitionen von Musikkatalogen durch die Musik-Majors und neuen Playern wie den Hipgnosis Songs Fund in den Mittelpunkt ihrer Betrachtung. David Hesmondhalgh zeigte in der Folge auf, wie die Algorithmen der Musikempfehlungssysteme nicht nur die Musikauswahl bestimmen, sondern auch soziale Ungleichheiten befördern können. Eben diese Auswirkungen der Musikstreamingökonomie wurden dann anschließend von den beiden Keynote-Speakern mit der in Wien ansässigen Musikerin Yasmo und dem Gründer des Label-Kollektivs analogsoul, Fabian Schütze, unter der Leitung von Hannes Tschürtz (ink music) ausführlich diskutiert.

Am Vortag, dem 19. Oktober 2022, fand der Conference Track Day statt, in dem WissenschafterInnen aus Australien, Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Österreich, Polen, Schweden, Slowenien, Spanien und den USA aktuelle Ergebnisse der Musikwirtschaftsforschung präsentierten und diskutierten. Unter anderem wurden die Production Network Perspektive in der Musikindustrie, die Funktionsweise von Netlabels, das Internet of Musical Things, die Live-Musikindustrie in den Niederlanden sowie die Rolle der Blockchain-Technologie und NFTs im Musikbusiness thematisiert.

Den Auftakt zu den 13. International Music Business Research Days stellte traditionsgemäß am 18. Oktober 2022 der Young Scholars‘ Workshop dar, in dem NachwuchswissenschafterInnen aus Kanada, Trinidad & Tobago, den USA und aus dem Vereinigten Königreich ihre Master- und Doktorarbeiten präsentierten und mit MentorInnen diskutierten. Die Verleihung des Best Paper Awards, dieses Mal an Farley J. Joseph von der University of the West Indies/Trinidad & Tobago für sein Paper mit dem Titel „Sustaining innovation: Online concert models in a post-COVID-19 Trinidad & Tobago“, bildete dann auch den Abschluss der Konferenz am 20. Oktober.

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25
Okt
22

International Journal of Music Business Research – Oktober 2022, Vol. 11, No. 2

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Volume 11, No. 2, Oktober 2022

Editorial von Peter Tschmuck, S. 45

Kjersti Livesdottir Thorkildsen & Anders Rykkja: Showcase Festivals: Gatekeepers and Bridge Builders in the Music Industries, S. 47-58

Mihail Miller & Stephan Klingner:  Reframing the Economic Rationale of Music Publishers’ Relationships with Rights Management Entities – Shifting to a Systematic Approach, S. 59-76

Nadia Whiteman-Charles: The Hustla Playbook: Negotiating the Business Politics of Reggae in the Jamaican Rock Music Scene, S. 77-87

Buchbesprechung von Erik Hitters: Richard Osborne und Dave Laing† (Hg.) (2021) Music by numbers. The use and abuse of statistics in the music industries, S. 89-90

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06
Okt
22

Musik als Investment – Teil 4: Hipgnosis Songs Fund (1. Teil)

Der 11. Juli 2018 war ein außergewöhnlicher Tag für die altehrwürdige Londoner Börse. Mit einem Volumen von GBP 202 Mio. ging der größte Börsengang des Jahres über die Bühne. Es handelte sich dabei nicht um ein Tech-Startup oder um ein Pharma-Unternehmen, das einen neuen Corona-Impfstoff auf den Markt gebracht hat, sondern um einen Investmentfonds, der sich auf den Erwerb und die wirtschaftliche Auswertung von Musikrechten spezialisiert hat – den Hipgnosis Songs Fund.[1]

Hipgnosis ist eine auf der Kanalinsel Guernsey eingetragene Firma, die vom altgedienten Musikmanager Merck Mercuriadis, der unter anderem Beyoncé, Elton John, Iron Maiden, Morrissey und Nile Rodgers betreut hat, gegründet wurde. Mercuriadis war zuvor auch der CEO der Sanctuary Group, die 2007 um GBP 44,5 Mio. an die Universal Music Group verkauft worden war.[2]

Das Geschäftsmodell von Hipgnosis besteht darin, Musikkataloge zu erwerben, um sie in Form unterschiedlichster Nutzungen zu monetarisieren. Verantwortlich für die Auswahl der zu kaufenden Kataloge ist die Family (Music) Ltd., die ebenfalls von Merck Mercuriadis gegründet und mittlerweile in die Hipgnosis Song Management Ltd. umgewandelt wurde. Sie fungiert als Investment Adviser Board, dem neben dem Gründer Mercuriadis die Songwriter und Produzenten Nile Rodgers, The-Dream, David A. Stewart, Starrah, Giorgio Tuinfort, Poo Bear und Rodney Jerkins sowie die beiden Rechtsexperten Bill Leibowitz und Ian Montone angehören.[3]

Die Investmentstrategie wird im Geschäftsbericht für das 2020/21 als [f]ocuses on proven Songs and Artists of great cultural importance“ beschrieben. Dabei sieht sich Hipgnosis nicht als klassischer Musikverlag, sondern als „Song Manager, (…) who can protect the meaning and secure the financial future of the creator’s songs“. In diesem Sinn möchte Hipgnosis unterbewertete Songs identifizieren und die Erlöse durch Intensivierung der verschiedenen Möglichkeiten zur Rechtsauswertung steigern.[4]

Welche Musikkataloge wurden nun auf Anraten des Investment Adviser Boards zwischen Juli 2018 und März 2022 angekauft und wie wurden diese Akquisitionen finanziert? Diese und weitere Fragen werden nun im ersten Teil der Analyse des Hipgnosis Songs Fund ausführlich beantwortet.

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28
Sept
22

Musik als Investment – Teil 3: Primary Wave

Primary Wave ist ein neuartiger Musikverlag, der im Januar 2006 in New York City vom früheren Virgin Records CEO, Larry Mestel, gegründet wurde, der nicht den Erwerb und die Auswertung klassischer Verlagsrechte von Musikwerken verfolgt, sondern sich den Künstleranteil an den Verlagsrechten bzw. Masterrechten sichert, um vor allem deren Nutzung in TV, Film und Werbung (Synchronisationsrechte an Musikwerken) zu monetarisieren. Die Entwicklung von Primary Wave zu einem einflussreichen Player am internationalen Musikrechtemarkt soll in weiterer Folge nachgezeichnet und analysiert werden.

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15
Sept
22

Musik als Investment – Teil 2: BMG Rights Management

Die Bertelsmann Music Group – kurz BMG – ist ein interessanter Fall vom Ausstieg aus dem Musikbusiness in den 2000-er Jahren und dem erneuten Einstieg ab 2009, als zahlreiche Verlags- und Masterkataloge aufgekauft wurden, um durch Milliardeninvestitionen zum viert größten Musikunternehmen der Welt hinter den drei Majors – Universal, Sony und Warner – aufzusteigen. Der Wiedereinstieg der BMG in die Musikindustrie markiert somit die erste Phase des Booms um den Kauf von Musikrechten, die in dieser Fallstudie der BMG genauer unter die Lupe genommen wird.

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08
Sept
22

Musik als Investment – Teil 1: Ein Überblick

Das Musikverlagswesen galt bis vor wenigen Jahren als ein eher verschnarchtes Geschäftsfeld, in dem Musikrechte akquiriert und für unterschiedliche Nutzungen direkt z.B. in Form von Synchronisationsrechten oder indirekt über Verwertungsgesellschaften lizenziert werden. An diesem Geschäftsmodell hat sich zwar grundsätzlich nichts geändert, aber die letzten Jahre haben Musikrechte im Allgemeinen und Verlags- sowie Urheberrechte im Besonderen zu einem spekulativen Anlagegut gemacht, nachdem neue Player wie Hipgnosis, Primary Wave oder Round Hill sowie große Investmentfonds in den Musikrechtemarkt mit spektakulären Katalogaufkäufen in mehrstelliger Millionenhöhe eingestiegen sind.

Dieser Beitrag zeichnet die Entwicklung des Musikrechtemarkts und der wichtigsten Akteure der letzten Jahre nach und ist der Auftakt für eine mehrteilige Blog-Serie zum Thema „Musik als Investment“.

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04
Jul
22

Programm der 13. International Music Business Research Days zu „Parallel Worlds in the Music Industry“

vom 18.-20. Oktober 2022 finden die International Music Business Research Days wieder an der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien statt.

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Konferenzprogramm 2022

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Konferenz-Livestream für den 20. Oktober 2022

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Registrierung & Ticketing

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18. Oktober: Young Scholars’ Workshop (14:00 – 17:30), Institut für Kulturmanagement und Gender Studies (IKM)

19. Oktober: Conference Track Day (09:00 – 17:30), Joseph Haydn-Saal & Fanny Hensel-Saal

20. Oktober: Invited Conference Day, Joseph Haydn-Saal

10:00-10:15:   Begrüßung

10:15-11:00:   Keynote “New Virtual Worlds for Music” von Beate Flath (Universität Paderborn, Deutschland)

11:00-11:30: Kaffeepause

11:30-13:00: Buchpräsentation und Poduimsdiskussion “Rethinking the Music Business” mit Beate Flath (Universität Paderborn, Deutschland), Zaria Peters (Musikerin, IESA Paris, Frankreich), Guy Morrow (University of Melbourne, Australien), Daniel Nordgård (University of Agder, Norwegen) geleitet von Peter Tschmuck (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Österreich)

13:00-14:00: Mittagspause

14:00-14:45: Keynote “Parallel Worlds of Music Streaming” von Dave Hesmondhalgh (University of Leeds, UK) & Hyojung Sun (Ulster University, Nordirland)

14:45-15:00: Kaffeepause

15:00-16:00: Podiumsdiskussion “Parallel Worlds of Music Streaming?” mit Dave Hesmondhalgh (University of Leeds, UK), Hyojung Sun (Ulster University, Nordirland), Fabian Schütze (analogsoul, Leipzig, Deutschland), Yasmo (Musikerin, Österreich) geleitet von Hannes Tschürtz (ink Music, Österreich)

16:00: Verleihung des Best Paper-Awards für den Young Scholars Workshop & Abschluss

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Wichtige Termine

September 15, 2022    Submission deadline for full papers

October 19, 2022         Conference day (paper sessions)

October 20, 2022         Conference day for invited speakers on “Parallel Worlds in the Music Industry”

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Konferenzgebühr

Das Ticketing (ntry.at/vmbrdays2022) ist vom 1. Juli bis 20. Oktober 2022 verfügbar. Refundierung nach diesem Termin sind nicht mehr möglich. Die Konferenzgebühr umfasst die Konferentteilnahme, alle Kaffee- und Mittagspausen sowie den Konferenzheurigen am 20. Oktober 2022.

Konferenzgebühr
Bis 31. August 2022 (Early Bird) Euro 175,-
Nach 31. August 31 Euro 225,-

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Kontakt

mailto: musicbusinessresearch@gmail.com

mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

Anton-von-Webern-Platz 1, 1030 Wien, Österreich
https://musicbusinessresearch.wordpress.com/international-music-business-research-days-2/

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28
Apr
22

International Journal of Music Business Research – April 2022, Vol. 11, No. 1

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Volume 11, No 1, April 2022

Editorial von Peter Tschmuck, S. 1

Frederik Juul Jensen: The Impact of Article 17 – A Study into its Effects on the Music Industry’s Innovation Processes, S. 3-17

Boyang An:  Challenge in China’s Digital Music Industry: How the Protection of Music Copyright Causes Oligopoly, S. 19-27

Arthur Ellinger & John Markey: Stream of Conscience? Live Music Streaming: Utility, Capital and Control, S. 29-42

Buchbesprechung von Carsten Winter: Guy Morrow (2020): Designing the Music Business: Design Culture, Music Video and Virtual Reality, Springer Music Business Research book series, S. 43-44

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13
Jan
22

Endbericht: „Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Musikarbeitsmarkt in Österreich“

Corona-Pandemie und MusikarbeitsmarktDie Corona-Pandemie hat die österreichische Musikwirtschaft, wie nie zuvor nach dem 2. Weltkrieg, erschüttert. Insbesondere der Musikveranstaltungsbetrieb ist national und international in den letzten beiden Jahren so gut wie zum Erliegen gekommen. Dadurch ist die wichtigste Einkommensquelle für Musiker_innen – das Konzertieren im In- und Ausland – versiegt.

Die vom Institut für Kulturmanagement und Gender Studies (IKM) vom Februar bis März 2021 durchgeführte Online-Befragung, an der 1.777 in Österreich tätige Musikschaffende[1] teilgenommen haben, belegt das drastische Ausmaß der finanziellen Verluste der Befragten. Im Zeitraum vom 15.03.2020 bis 14.03.2021 haben 86% Einkommensverluste aus musikbezogenen Tätigkeiten erlitten. 31% jener, die in der Umfrage Auskunft über ihre Verluste gemacht haben, verloren mehr als € 10.000. Als Hauptgrund für die Einkommensverluste wurde von 91% der Befragten die Absage und Verschiebung von Konzerten in Österreich aber auch im Ausland genannt. Es ist vor allem die Kombination von Verlusten aus mehreren Tätigkeiten, die sehr hohe Einkommenseinbußen verursacht hat. Besonders viel haben die freischaffenden Musiker_innen, die die Hälfte der Befragten ausmachen, verloren. 45% der ausschließlich freischaffend Tätigen haben mehr als € 10.000 pro Jahr an Einkommen eingebüßt. Ein zusätzliches Anstellungsverhältnis dämpft zwar die Höhe der Verluste, dies ändert aber nichts daran, dass auch diese Gruppe zu einem hohen Anteil – 93% der Befragten – Einkommenseinbußen hat. Lediglich die ausschließlich im Musiksektor angestellten Musiker_innen sind weniger oft von Einkommenseinbußen betroffen und auch die Höhe der Verluste hält sich in Grenzen.

Hier kann der Bericht im pdf-Format heruntergeladen werden:

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Musikarbeitsmarkt in Österreich

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