15
Apr
15

Der phonografische Markt in den USA, 2000-2014

2014 scheint ein Wendejahr in der US-amerikanischen Musikindustrie zu sein. Gemäß der aktuellen Statistik der Recording Industry Association of America (RIAA) erreichten die Einnahmen aus dem Musikstreaming (darin inkludiert sind die Einnahmen aus den werbefinanzierten und Abo-Streamingangeboten sowie die SoundExchange-Ausschüttungen) US $1,87 Mrd., was einem Anteil von 41,4 Prozent am gesamten digitalen Musikmarkt in den USA entspricht. Während die Einnahmen aus dem Musikstreaming um 30,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen sind, schrumpften erstmals die Umsätze aus Alben-Downloads und zwar um 6,7 Prozent auf US $1,16 Mrd. Zudem sind die Singletrack-Download-Umsätze ein weiteres Mal um 10,2 Prozent auf US $1,41 Mrd. gesunken. Im Vergleich zu den digitalen Musikumsätzen ist die CD mit einem Marktanteil von gerade einmal 27,4 Prozent (US $1,86 Mrd.) fast schon ein Nebenprodukt. 2014 gingen die CD-Verkäufe ein weiteres Mal um 12,7 Prozent im Vergleich zu 2013 zurück. Damit hat der digitale Musikmarkt in den USA bereits einen Marktanteil von 66,5 Prozent (ohne Einnahmen aus der Lizenzierung von Synchronisationsrechten). Alles in allem ist der phonografische Markt in den USA 2014 leicht um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr geschrumpft.

 

In der folgenden Langfristanalyse des phonografischen Marktes in den USA, wird die Auswirkung der Digitalisierung in den letzten vierzehn Jahren nachgezeichnet und vor allem die Dynamik am digitalen Musikmarkt genauer beleuchtet.

weiterlesen ‘Der phonografische Markt in den USA, 2000-2014′

07
Apr
15

Diversität und Individualisierung in digitalen Musikkulturen – Zusammenfassung des Musikwirtschafts-Jour-fixe vom 25.03.2015:

Am 25. März 2015 fand am Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft (IKM) ein Jour-fixe zum Thema “Diversität und Individualisierung in digitalen Musikkulturen” statt. Die seit Kurzem am IKM tätige Beate Flath hat dabei ihr derzeit laufendes Forschungsprojekt vorgestellt.

Der Vortrag “‘Diversity’ und Individualisierung in digitalen Musikkulturen” thematisierte und diskutierte die grundsätzliche Frage nach Referenzpunkten und Perspektiven im Kontext von “Diversity”. Zentral war dabei zum einen Alvin Tofflers Verständnis von Individualisierung im Zusammenhang mit seiner Konzeption von “prosume”, zum anderen – darauf aufbauend – das Ineinandergreifen von nutzen und produzieren digitaler Inhalte, interpretiert als “Diversity Management”.

Dabei wurde “prosume” in Hinblick auf die Möglichkeit des Mitgestaltens des eigenen “Musikerlebnisses” definiert – bestimmt durch die Sozialisation, Präferenzen und Nutzungsgewohnheiten der Nutzer_innen, der jeweiligen Situation und des klanglich-musikalischen Materials. Die Verfügbarkeit von Technologien bzw. die Verfügbarkeit des Wissens diese zu nutzen relativierte dies: die Betrachtung von Diversity in digitalen Musikkulturen sei demnach entlang eines “digital divides” zu denken.

Der Bezugsrahmen des Konzepts “Diversity” wurde zum einen an Hand von “Referenzpunkten” (d.h. was dient als Referenzpunkt für die Wahrnehmung von Diversität) zum anderen an Hand von unterschiedlichen Perspektiven (Innen- bzw. Außenperspektive) skizziert und in Hinblick auf konkrete Beispiele (“Radio on demand” – stereomood, 8tracks; “App” – NodeBeat; “Pop-Star” – Hatsune Miku) diskutiert. Im Kontext dieser Beispiele erschloss sich die Diversität des Musikerlebnisses vor allem auf Basis der Diversität von Situationen bzw. der Diversität der Nutzer_innen, wenig bis gar nicht jedoch über die Möglichkeit des Mitgestaltens von “Musik” bzw. “Sound” selbst.

Zusammenfassend wurde festgehalten, dass gängiger Musikkonsum derzeit primär etwas Passives sei, welcher auf den Möglichkeiten mediatisierter Musik und ihren rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen basiere. Dies stünde jedoch einer digitalen Kultur gegenüber, die zunehmend aktive Nutzer_innen anspricht. Die Betrachtung der Diversität von Musikerlebnissen in digitalen Musikkulturen sei demnach in diesem Spannungsfeld zu verorten und differenziert in Hinblick auf die jeweiligen Bezugsrahmen, die sich (zumindest) aus der Beschaffenheit von Referenzpunkten und Perspektiven konstituieren, zu betrachten.

 

27
Mär
15

Der phonografische Markt in Deutschland, 2003-2014

Die aktuellen Zahlen für den phonografischen Markt in Deutschland liegen bereits vor und vermitteln ein Bild der Stabilität. Im Vergleich zum Vorjahr sind die phonografischen Umsätze um 1,8 Prozent auf EUR 1,48 Mrd. gewachsen, wie der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) im jüngsten Jahrbuch zur Musikindustrie in Deutschland berichtete. Hauptverantwortlich für diesen leichten Anstieg sind die weiterhin stark wachsenden Umsätze aus dem Streaminggeschäft. Im Vergleich zu 2013 sind die Erlöse aus den abo-basierten Streamingmodellen um 77,0 Prozent auf EUR 108,0 Mio. gestiegen. Gleichzeitig sind aber die Download-Albumumsätze erstmals gesunken und zwar um 1,4 Prozent auf EUR 145 Mio. Die Erlöse aus dem Singletrack-Download sind abermals – nach einem Rückgang von 4,6 Prozent im Vorjahr – spürbar um 7,4 Prozent auf EUR 100,0 Mio. gesunken. Das physische Marktsegment ist zwar weiterhin rückläufig – minus 1,7 Prozent im Vergleich zu 2013 – ist aber mit einem Marktanteil von 74,9 Prozent (ohne Erlöse aus GVL-Leistungsschutz- und Synchronisationsrechten) – in Deutschland immer noch dominant. Die CD ist mit EUR 985 Mio. Umsatz und einem Marktanteil von 66,7 Prozent weiterhin das wichtigste Audioformat am deutschen phonografischen Markt.

Eine detaillierte Analyse des phonografischen Marktes in Deutschland kann nun in weiterer Folge nachgelesen werden.

weiterlesen ‘Der phonografische Markt in Deutschland, 2003-2014′

25
Mär
15

Die US-Musikindustrie vs. die FilesharerInnen – Teil 4: Cui bono?

Die Musikindustrie geht in ihrem Kampf gegen das Filesharing nicht nur gegen kommerziell orientierte Anbieter von Filesharing- und Filehosting-Software vor, sondern auch gegen individuelle FilesharerInnen, die sich privat und nur zum Spaß Musik aus Tauschbörsen beschafft und im Netz weiter gegeben haben. Allein in den USA hat der hiesige Musikindustrieverband – Recording Industry Association of America (RIAA) – mehr als 35.000 InternetnutzerInnen, die Filesharing betrieben haben, ausforschen lassen, um sie mit Schadenersatzklagen in Millionenhöhe zu bedrohen. Der Großteil dieser Fälle wurde auf außergerichtlichem Weg mit Abschlagszahlungen um die US $3.000 aus der Welt geschafft. Aber zwei Fälle, jene der alleinerziehenden Mutter von vier Kindern, Jammie Thomas-Rasset und jener des Physikstudenten Joel Tenenbaum, landeten vor Gericht und endeten mit Schuldsprüchen, die Schadenersatzzahlungen in der Höhe von US$ 222.000 für 24 geteilte Musikfiles (Thomas-Rasset) und US $675.000 für 30 Musik-MP3s (Tenenbaum) nach sich zogen.

In der Serie “Die US-Musikindustrie vs. die FilesharerInnen” wird die Klagswelle der RIAA gegen einzelne FilesharerInnen im Allgemeinen sowie die beiden gerichtsanhängigen Verfahren gegen Thomas-Rasset und Tenenbaum im Besonderen analysiert und die Strategie vor allem der Musikkonzerne, die Kontrolle über die Musikdistribution zurück zu erlangen, aufgezeigt.

Im vierten und letzten Teil der Serie wird der Frage nachgegangen, was die RIAA-Klagekampagne gebracht hat? Konnten die von der RIAA selbst gesteckten Ziele der Abschreckung und Aufklärung tatsächlich erreicht werden und wie viel hat die Kampagne gekostest? Anworten finden sich in weiterer Folge.

weiterlesen ‘Die US-Musikindustrie vs. die FilesharerInnen – Teil 4: Cui bono?’

17
Mär
15

Musikwirtschafts-Jour-fixe am 25. März 2015: Diversität und Individualisierung in digitalen Musikkulturen

Am Mi., 25. März 2015 findet ab 18:00 der nächste Musikwirtschafts-Jour-fixe am Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft (IKM, Anton-von-Webern-Platz 1, 1030 Wien) statt. Beate Flath, die seit Kurzem am IKM tätig ist, wird unter dem Titel “Diversität und Individualisierung in digitalen Musikkulturen” von ihrer aktuellen Forschungstätigkeit berichten und zur Diskussion stellen. Die Thematik lässt sich wie folgt eingrenzen: Digitale Medien, ihre Konvergenz und ihre Mobilität bieten Möglichkeiten der individuellen Gestaltung von  Medieninhalten – nach Parametern der Präferenz ebenso wie nach situativen Parametern. In Hinblick auf Musik kann diese Gestaltung unterschiedlich beschaffen sein und reicht von der Erstellung individueller Playlists bis hin zur (auch kollektiven) Gestaltung von Musik/Sounds. Nutzer_innen werden somit in unterschiedlicher Intensität mitein­bezogen und werden im Rahmen von Konzepten wie “prosume” und “produse” Teil der Wertschöpfungskette. Ausgehend vom Ansatzpunkt, dass diese Integration der Nutzer_innen als eine Form von “Diversity-Management” interpretiert werden kann, nimmt dieser Vortrag eine Kontextualisierung dieser Entwicklung(en) hinsichtlich der beiden Konzepte “Diversity” und “Individualisierung” vor, wobei unterschiedliche Bezugspunkte sowie Relationen dieser Begrifflichkeiten dazu dienen, dieses Feld zu konturieren.

 

11
Mär
15

Die US-Musikindustrie vs. die FilesharerInnen – Teil 3: Der Fall Joel Tenenbaum

Die Musikindustrie geht in ihrem Kampf gegen das Filesharing nicht nur gegen kommerziell orientierte Anbieter von Filesharing- und Filehosting-Software vor, sondern auch gegen individuelle FilesharerInnen, die sich privat und nur zum Spaß Musik aus Tauschbörsen beschafft und im Netz weiter gegeben haben. Allein in den USA hat der hiesige Musikindustrieverband – Recording Industry Association of America (RIAA) – mehr als 35.000 InternetnutzerInnen, die Filesharing betrieben haben, ausforschen lassen, um sie mit Schadenersatzklagen in Millionenhöhe zu bedrohen. Der Großteil dieser Fälle wurde auf außergerichtlichem Weg mit Abschlagszahlungen um die US $3.000 aus der Welt geschafft. Aber zwei Fälle, jene der alleinerziehenden Mutter von vier Kindern, Jammie Thomas-Rasset und jener des Physikstudenten Joel Tenenbaum, landeten vor Gericht und endeten mit Schuldsprüchen, die Schadenersatzzahlungen in der Höhe von US$ 222.000 für 24 geteilte Musikfiles (Thomas-Rasset) und US $675.000 für 30 Musik-MP3s (Tenenbaum) nach sich zogen.

In der Serie “Die US-Musikindustrie vs. die FilesharerInnen” wird die Klagswelle der RIAA gegen einzelne FilesharerInnen im Allgemeinen sowie die beiden gerichtsanhängigen Verfahren gegen Thomas-Rasset und Tenenbaum im Besonderen analysiert und die Strategie vor allem der Musikkonzerne, die Kontrolle über die Musikdistribution zurück zu erlangen, aufgezeigt.

Der Teil 3 der Serie wird der Fall des Physik-Studenten Joel Tenenbaum aufgearbeitet, der 2012 bei den dritten Vienna Music Business Research Days zu Gast war, und seine Sicht der Dinge darlegen konnte. Die gesamte Diskussion “Are File Sharers Pirates?” mit ihm kann nachgehört (Podiumsdiskussion – PublikumsdiskussionSchlussrunde) und auch nachbetrachtet (Videostream) werden. Zu diesem Zeitpunkt war der Fall noch nicht abgeschlossen, aber ein Jahr später war klar, dass Joel Tenenbaum die US$ 675.000 an statutarischem Schadenersatz wird zahlen müssen.

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04
Mär
15

Die US-Musikindustrie vs. die FilesharerInnen – Teil 2: Der Fall Jammie Thomas-Rasset

Die Musikindustrie geht in ihrem Kampf gegen das Filesharing nicht nur gegen kommerziell orientierte Anbieter von Filesharing- und Filehosting-Software vor, sondern auch gegen individuelle FilesharerInnen, die sich privat und nur zum Spaß Musik aus Tauschbörsen beschafft und im Netz weiter gegeben haben. Allein in den USA hat der hiesige Musikindustrieverband – Recording Industry Association of America (RIAA) – mehr als 35.000 InternetnutzerInnen, die Filesharing betrieben haben, ausforschen lassen, um sie mit Schadenersatzklagen in Millionenhöhe zu bedrohen. Der Großteil dieser Fälle wurde auf außergerichtlichem Weg mit Abschlagszahlungen um die US $3.000 aus der Welt geschafft. Aber zwei Fälle, jene der alleinerziehenden Mutter von vier Kindern, Jammie Thomas-Rasset und jener des Physikstudenten Joel Tenenbaum, landeten vor Gericht und endeten mit Schuldsprüchen, die Schadenersatzzahlungen in der Höhe von US$ 222.000 für 24 geteilte Musikfiles (Thomas-Rasset) und US $675.000 für 30 Musik-MP3s (Tenenbaum) nach sich zogen.

In der Serie “Die US-Musikindustrie vs. die FilesharerInnen” wird die Klagswelle der RIAA gegen einzelne FilesharerInnen im Allgemeinen sowie die beiden gerichtsanhängigen Verfahren gegen Thomas-Rasset und Tenenbaum im Besonderen analysiert und die Strategie vor allem der Musikkonzerne, die Kontrolle über die Musikdistribution zurück zu erlangen, aufgezeigt.

Der zweite Teil der Serie befasst sich mit den Verfahren gegen Jammie Thomas-Rasset, die 24 Musikdateien auf KaZaA geteilt haben soll und letztendlich zu einem Schadenersatz an die Major-Labels von US$ 222.000 verurteilt worden ist.

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April 2015
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