03
Feb
16

Der globale Musikverlagsmarkt – eine Analyse

In einem Artikel in Music Business World Wide[1] berechnete der Musikindustrie-Analyst Will Page den Wert des globalen Musikverlagsmarktes mit US $11,34 Mrd. Diese Zahl beinhaltet US $7,55 Mrd. Lizenzzahlungen für Aufführungsrechte, US $1,32 Mrd. für das mechanische Recht, US $0,35 Mrd. für die Vergütung von Privatkopien (Leermedienabgaben) an die Mitglieder des Verwertungsgesellschaften Dachverbandes CISAC[2] und US $0,42 Mrd. für die Abgeltung des mechanischen Rechts an Nicht-CISAC-Mitglieder (z.B. die U.S. Harry Fox Agency). Weitere US $1,70 Mrd. müssen noch für direkte Zahlungen zur Lizenzierung von Synchronisationsrechten und Rechte an musikdramatischen Werken (das “Große Recht”) an die Musikverlage hinzugezählt werden.

 

Abbildung 1: Der globale Musikverlagsmarkt 2014

Figure 1 - The global value of the music publishing market in 2014

Quelle: Eigene Darstellung nach Music Business World Wide, “$25 billion: The best number to happen to the global music business in a very long time”, 10. Dezember 2015 (letzter Zugriff am 3. Februar 2016).

 

Die Analyse belegt, dass der Musikverlagsmarkt mittlerweile schon wirtschaftlich bald genauso relevant ist wie der phonografische Markt, der 2014 weltweit ein Volumen von ca. US$ 15 Mrd. hatte. Die folgende Analyse untersucht daher die langfristige Marktentwicklung und die Rolle, die dabei die großen Industrieverlage der Majors sowie einige wichtige Newcomer spielen. weiterlesen ‘Der globale Musikverlagsmarkt – eine Analyse’

12
Jan
16

Musikwirtschafts-Jour-fixe am 19. Januar 2016: Crowdfunding Music

Am 19. Januar 2016 findet ab 18:00 im Kleinen SE-Raum am Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft (IKM) ein Musikwirtschafts-Jour-fixe zum Thema “Crowdfunding Music” statt. Simone Mathys-Parnreiter von der Schweizer Crowdfunding-Plattform wemakeit wird über das Potenzial von Musik-Crowdfunding in Österreich und als Werkzeug der Gestaltung von Austauschbeziehungen sprechen.

Simone Mathys-Parnreiter führt dazu aus:

Crowdfunding ist in aller Munde, auch im Musikbereich – von hochgejubelt bis skeptisch beäugt. Ich selbst habe lange im Musikbereich gearbeitet und hab mich aus der Perspektive begonnen, mit Crowdfunding auseinanderzusetzen. Nun bin ich seit über einem Jahr hauptberuflich im Bereich Crowdfunding tätig: Ich vertrete die Plattform wemakeit hier in Österreich. Beim Jour Fixe möchte ich zum einen aus der Plattform-Perspektive Erfahrungswerte und statistische Tendenzen speziell was Musikkampagnen anbelangt weitergeben. Zum anderen möchte ich zur Diskussion stellen, was ich an Crowdfunding spannend finde und welche Chancen ich sehe (oder auch nicht) – etwa Crowdfunding als Möglichkeit ökonomische Strukturen anders zu gestalten. Oder Crowdfunding als Werkzeug Nähe zu schaffen im härtesten Marktkampf «out there» – der um Aufmerksamkeit. Und natürlich stehe ich zur Verfügung für Fragen und Diskussionsbedarf rund ums Thema. Ich freue mich auf Ihr/Euer Kommen!

Mehr zur Crowdfunding-Plattform wemakeit: https://wemakeit.com

Mehr über die Vortragende Simone Mathys-Parnreiter: https://about.me/mathys.parnreiter

 

01
Jan
16

Die Musikwirtschaftsforschung 2015 – ein Jahresrückblick

Liebe Leserinnen und Leser des Blogs zur Musikwirtschaftsforschung,

wie schon im Vorjahr stand das Musikwirtschaftsjahr 2015 ganz im Zeichen des Musikstreamings. Im Juni stellte Apple Inc. das lang erwartete hauseigene Musikstreaming-Portal Apple Music der Öffentlichkeit vor, das keine Freemium-Komponente besitzt, stattdessen aber mit Beats 1 eine Online-Radiostation betreibt und mit Artist Connect einen direkten Draht zwischen den Stars und ihren Fans herstellt. Taylor Swift war dennoch nicht ‘amused’ und drohte Apple Music zu boykottieren, wenn keine Tantiemen während der Gratis-Probeperiode an die RechteinhaberInnen ausgeschüttet werden würde, worauf Apple iTunes Vizepräsident, Eddie Cue, postwendend zurück ruderte und Tantiemenzahlungen auch für die Probephase in Aussicht stellte. Jedenfalls zeigt dieser Konflikt, dass die Diskussion über die Auszahlungen der Streamingservices an die RechteinhaberInnen auch 2016 prolongiert werden wird. Eine Analyse im Blog gab es dazu bereits: Musikstreaming 2014 – das Problem der Einnahmenverteilung. Und in einem anderen Blogbeitrag wird gezeigt, dass nicht einmal Superstars vom Musikstreaming profitieren: Musikstreaming 2014 – das Musikstreamingeinkommen der Superstars. Die eigentlichen Profiteure des Musikstreaming-Boom sind in erster Linie die Major-Labels, die ihren großen Kataloge erfolgreich vermarkten können: Wer profitiert von Spotify & Co.?

Mit großem Pomp war im März das Premium-Streamingservice Tidal von Jay-Z und weiteren 16 Superstars als Shareholder aus der Taufe gehoben worden, nachdem die schwedische Holdinggesellschaft Aspiro, die unter anderem auch das Streamingportal WiMP betreibt, aufgekauft worden war. Ob die Musikfans langfristig bereit sein werden, US $19,99 pro Monat für Streaming mit hoher Audioqualität auszugeben, bleibt abzuwarten, der Erfolg bei den Abo-Zahlen war bislang eher bescheiden.

Und im November wurden erste Details von YouTube Red bekannt, das von Konzernmutter Google den MitarbeiterInnen vorgestellt wurde. Es löst Music Key ab, das es nicht über die Betaversion hinaus geschafft und nun Spotify & Co. den Kampf ansagen soll. Ob das gelingt, wir das Jahr 2016 zeigen.

Auffällig ist, dass alle neuen Services ohne Freemium-Komponente auskommen, was Spekulationen über das Ende von Gratis-Musikstreaming befeuert. Den Labels und Musikverlagen wäre das nur recht. Lautstark haben deren Spitzenvertreter 2015 die Einstellung der Gratisdienste gefordert. Dass diese Forderung allerdings undifferenziert ist, weil es Märkte gibt, die erst über Freemium-Angebote erschlossen werden müssen, belegt der Blogbeitrag Musikstreaming 2014 – eine internationale Marktanalyse.

2015 war aber nicht nur vom Streamingboom gekennzeichnet, sondern zeigte erste Anzeichen einer Marktbereinigung. So hat der deutsche Streaming-Pionier Simfy seine Pforten geschlossen und das US-amerikanische Service rdio musste Konkurs anmelden. Da passt es ins Bild, dass YouTube seit seines Bestehens immer noch keine Gewinne abwirft: YouTube – 10 Jahre Verlustgeschäft – ein Schicksal, das es mit den On-Demand-Streamingservices teilt.

Musikstreaming-Services sind jedenfalls kein Objekt der Begierde mehr für Investoren, wie die Podiumsdiskussion “Financing Music in the Digital Age” der 6. Vienna Music Business Research Days (29. September bis 1. Oktober 2015) gezeigt haben. Die internationale Konferenz an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien fand ein weiteres Mal in Kooperation mit dem Waves Vienna Festival & Conference statt und hat sich auch in einer Präsentation und einer Podiumsdiskussion mit der finanziellen Relevanz von Streaming für Opern- und Konzerthäuser sowie in einer Keynote mit Crowdfunding beschäftigt. Ergänzt wurden die Vorträge und Diskussionen eingeladener Gäste durch Präsentationen von MusikwirtschaftsforscherInnen aus Australien, Brasilien, Deutschland, den Niederlanden, Österreich, Spanien und Ungarn am Conference Track Day. Der Young Scholars’ Workshop war ebenfalls international besetzt und Abner Pérez von der Universidad de las Americas Quito, Ecuador wurde mit dem Best Paper Award ausgezeichnet. Sein Beitrag wird im International Journal of Music Business Research erscheinen.

weiterlesen ‘Die Musikwirtschaftsforschung 2015 – ein Jahresrückblick’

21
Dez
15

Call-for-Papers: Wiener Tage der Musikwirtschaftsforschung 2016

Die 7. Wiener Tage der Musikwirtschaftsforschung finden nächstes Jahr vom 27.-29. September 2016 an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien wieder statt. Dazu gibt es nun einen Call-for-Papers, der sich an alle Post-Docs im Bereich der Musikwirtschaftsforschung richtet.

Die detaillierten Informationen zum Call können hier nachgelesen werden oder im pdf-Format herunter geladen werden.

Weiters wird im Rahmen der 7. Wiener Tage der Musikwirtschaftsforschung am 27. September zum sechten Mal der Young Scholars’ Workshop abgehalten, zu dem es ebenfalls einen aktuellen Call-for-Papers (auch im pdf-Format) gibt. Der Workshop wird in Kooperation zwischen Institut für Journalistik der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, dem Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft (IKM) der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft Berlin organisiert.

Wir freuen uns auf IHR Kommen!

 

17
Dez
15

Musik-Filesharing: Das Abmahnwesen in Deutschland – Teil 7

In einer früheren Blog-Serie “Die US-Musikindustrie vs. die FilesharerInnen” (Teil 1, Teil 2, Teil 3 und Teil 4) wurde die letztendlich gescheiterte Kampagne der Recording Industry Association of America (RIAA) gegen individuelle Musik-FilesharerInnen in den USA ausführlich dargestellt. Die International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) in London und einige ihrer Ländergesellschaften haben sich diesem Kampf angeschlossen. Als aber die RIAA 2008 die Klagewelle gegen individuelle FilesharerInnen eingestellt hat, hat auch die IFPI ihre Kampagne beendet. Nicht so in Deutschland. Der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) kündgte im März 2009 ein massives juristisches Vorgehen gegen Musiktauschbörsen-NutzerInnen an, was eine neue Qualität in der Verfolgung von Filesharing darstellte und das zur Ausprägung brachte, was in der Folge als “Abmahnwesen” bezeichnet wurde. Wie sich dieses Abmahnwesen in Deutschland etablieren konnte, welche Rolle dabei die Rechtsprechung spielte und wie der Gesetzgeber versucht hat, den Auswüchsen entgegenzuwirken, soll in einer 7-teiligen Serie untersucht werden.

Der siebente und letzte Teil der Serie befasst sich mit der jüngsten Phase des deutschen Abmahnwesens, die sich durch ein Abnahme der Anzahl von Abmahnungen auszeichnet, weil das “Geschäftsmodell” durch legistische Maßnahmen an Attraktivität eingebüßt hat.

weiterlesen ‘Musik-Filesharing: Das Abmahnwesen in Deutschland – Teil 7’

08
Dez
15

Musik-Filesharing: Das Abmahnwesen in Deutschland – Teil 6

In einer früheren Blog-Serie “Die US-Musikindustrie vs. die FilesharerInnen” (Teil 1, Teil 2, Teil 3 und Teil 4) wurde die letztendlich gescheiterte Kampagne der Recording Industry Association of America (RIAA) gegen individuelle Musik-FilesharerInnen in den USA ausführlich dargestellt. Die International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) in London und einige ihrer Ländergesellschaften haben sich diesem Kampf angeschlossen. Als aber die RIAA 2008 die Klagewelle gegen individuelle FilesharerInnen eingestellt hat, hat auch die IFPI ihre Kampagne beendet. Nicht so in Deutschland. Der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) kündgte im März 2009 ein massives juristisches Vorgehen gegen Musiktauschbörsen-NutzerInnen an, was eine neue Qualität in der Verfolgung von Filesharing darstellte und das zur Ausprägung brachte, was in der Folge als “Abmahnwesen” bezeichnet wurde. Wie sich dieses Abmahnwesen in Deutschland etablieren konnte, welche Rolle dabei die Rechtsprechung spielte und wie der Gesetzgeber versucht hat, den Auswüchsen entgegenzuwirken, soll in einer 7-teiligen Serie untersucht werden.

Im sechsten Teil geht es um die Frage nach der angemessenen Streitwertfestlegung, die der Bundesgerichtshof im Juni 2015 mit EUR 200.- für jede urheberrechtlich verletzte Musikaufnahme determiniert hat. Wie es dazu gekommen is, kann in weiterer Folge nachgelesen werden.

weiterlesen ‘Musik-Filesharing: Das Abmahnwesen in Deutschland – Teil 6’

26
Nov
15

Musik-Filesharing: Das Abmahnwesen in Deutschland – Teil 5

In einer früheren Blog-Serie “Die US-Musikindustrie vs. die FilesharerInnen” (Teil 1, Teil 2, Teil 3 und Teil 4) wurde die letztendlich gescheiterte Kampagne der Recording Industry Association of America (RIAA) gegen individuelle Musik-FilesharerInnen in den USA ausführlich dargestellt. Die International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) in London und einige ihrer Ländergesellschaften haben sich diesem Kampf angeschlossen. Als aber die RIAA 2008 die Klagewelle gegen individuelle FilesharerInnen eingestellt hat, hat auch die IFPI ihre Kampagne beendet. Nicht so in Deutschland. Der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) kündgte im März 2009 ein massives juristisches Vorgehen gegen Musiktauschbörsen-NutzerInnen an, was eine neue Qualität in der Verfolgung von Filesharing darstellte und das zur Ausprägung brachte, was in der Folge als “Abmahnwesen” bezeichnet wurde. Wie sich dieses Abmahnwesen in Deutschland etablieren konnte, welche Rolle dabei die Rechtsprechung spielte und wie der Gesetzgeber versucht hat, den Auswüchsen entgegenzuwirken, soll in einer 7-teiligen Serie untersucht werden.

Teil 5 beschäftigt sich mit den Auswüchsen des Abmahnwesens in Deutschland und dem Versuch, mit einer erneuten Novellierung des “Abmahnparagrafen”, diesen Auswüchsen Herr zu werden.

weiterlesen ‘Musik-Filesharing: Das Abmahnwesen in Deutschland – Teil 5’




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