Archiv der Kategorie 'Woodstock'

29
Sep
09

Woodstock: Mythos und historische Fakten. Eine Spurensuche von Sabine Nikolay

Zum Abschluss der Serie über das Woodstock-Festival des Jahres 1969 hat die Historikerin und Journalistin, Sabine Nikolay, einen ausführlichen Gastbeitrag für diesen Blog verfasst, in dem den vielen Widersprüchen in den Erinnerungsbüchern der wichtigsten Protagonisten (siehe Rezensionen zu Roberts et al., 1974 und Lang 2009) des Festivals nach gegangen wird. In zahlreichen Interviews mit den Organisatoren Michael Lang und Joel Rosenman sowie weiterer Verantwortlicher und dem Musiker Joe McDonald hat sie den Ereignissen in den Catskill Mountains des Jahres 1969 nachgespürt und einen Versuch unternommen, den Woodstock-Mythos ein wenig zu lüften. Der Beitrag bietet neue Einblicke und Erkenntnisse in die von vielen Anekdoten und sich widersprechenden Narrationen überwucherten Geschichte der Woodstock Music &  Art Fair 1969. Weiterlesen ‘Woodstock: Mythos und historische Fakten. Eine Spurensuche von Sabine Nikolay’

02
Sep
09

Rezension: The Road To Woodstock

Pünktlich zum 40. Jahrestag von Woodstock legt der künstlerisch Verantwortliche Michael Land seine Festival-Memoiren vor, die unter dem Titel „The Road To Woodstock. From The Man Behind The Legendary Festival“ bei Ecco/HarperCollins in New York erschienen sind. Lang räumt ein, dass er dem Buchprojekt anfangs zögerlich gegenüber gestanden ist, weil er sich an Vieles nicht mehr erinnern konnte, aber „[w]ith the physical act of writing, the door swung wide open, and in flooded faces and places, sights and smells, and I was immersed in the adventure all over again.“ (S. 268). Begleitet wird Lang auf seinem nicht ganz unsentimentalen Trip zurück in die späten 1960er Jahre von Holly George-Warren, die zahlreiche Interviews mit Zeitzeugen geführt hat, die als Zitate in den Text eingeflossen sind. Sie werden ergänzt durch Wortspenden von bereits verstorbenen Akteuren, die Joel Makower in seinem 1989 erschienen Buch „Woodstock: The Oral History“ gesammelt hat. Insgesamt ergibt sich daraus eine sehr dichte Beschreibung der Ereignisse, die sehr persönlich gefärbt ist und nicht immer im Einklang mit anderen Quellen steht. Weiterlesen ‘Rezension: The Road To Woodstock’

28
Aug
09

Rezension: Die Woodstock-Chronik

Mike Evans und Paul Kingsbury haben unter „The Woodstock Chronicles“ einen opulenten Bildband veröffentlicht, der in deutscher Übersetzung von Susanne Tiarks bei der Collection-Rolf-Heyne erschienen ist. Dieses sehr schön gestaltete, großformatige Buch bietet im Hauptteil nicht nur zahlreiche erstmals veröffentlichte Fotos der auftretenden Acts und Impressionen vom Festival, sondern liefert auch viele Hintergrundinformationen. Im ersten Teil werden die gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen, in denen das Woodstock-Festival eingebettet war, mit viel Bildmaterial dargestellt. Es werden aber auch so gut wie alle Protagonisten der Veranstaltung porträtiert und die Vorbereitungsarbeiten dokumentiert. Am Ende des Buches gibt es einen Überblick über andere Festivals in der Nachfolge von Woodstock – Isle-of-Wight, Altamont, Glastonbury – und es wird das Woodstock-„Vermächtnis“ in Form von Gedenkkonzerten und Ausstellungen dargestellt. Den Abschluss bildet eine Diskografie, der in Woodstock auftretenden Acts. Beleuchtet werden aber auch die wirtschaftlichen Hintergründe des Festivals, die ich nun in weiterer Folge besprechen möchte. Weiterlesen ‘Rezension: Die Woodstock-Chronik’

21
Aug
09

Rezension: Making Woodstock

Making Woodstock ist die durchaus gelungene Übersetzung von Adelheit Zöfel und Stefanie Fahrner von Young Men With Unlimited Capital. The Inside Story of the Legendary Woodstock Festival by the Two Who Paid For It, das bereits 1974 erschienen ist. Darin erzählen die beiden für das Woodstock-Festival wirtschaftlich Verantwortlichen Joel Rosenman und John Roberts unterstützt von Robert Pilpel, wie trotz des ganzen organisatorischen und finanziellen Desasters – oder vielleicht gerade deswegen – das Woodstock-Festival als Mythos in die Musikgeschichtsschreibung eingehen konnte. Weiterlesen ‘Rezension: Making Woodstock’

14
Aug
09

40 Jahre Woodstock – Wirtschaftsdebakel und Mythos

Am 15. August 2009 jährt sich zum 40. Mal der Beginn jenes dreitägigen Musikfestivals, das wie kein anderes zum Mythos geworden ist: Woodstock. Das ist angesichts des organisatorischen Chaos und der wetterbedingten katastrophalen Zustände erstaunlich. Noch dazu sind sich die Kommentatoren weitgehend einig, dass Woodstock weder in musikhistorischer noch in musikwirtschaftlicher Hinsicht keineswegs als herausragend zu bezeichnen ist. Von den 32 am Festival auftretenden Acts war Woodstock gerade einmal für drei das Sprungbrett zu einer internationalen Karriere. Der Großteil aber hatte schon davor lukrative Plattenverträge in der Tasche und genoss mehr oder weniger Starruhm. Das ist auch wenig überraschend, denn Woodstock war von den Organisatoren als gewinnbringende Veranstaltung geplant worden. Dazu brauchte man zugkräftige Acts, die eine entsprechend hohe Gage forderten: Die reichte von US$ 2.500 (2009: US$ 14.700) für The Grateful Dead bis zur Höchstgage von US$ 18.000 (2009: US$ 105.800) für die Jimi Hendrix Experience (Schäfer 2009: 25). Dementsprechend hohe Kartenpreise sollten daher auch für einen Gewinn sorgen: US$ 7 für einen Tag, US$ 13 für zwei Tage und US$ 18 für alle drei Tage (Schäfer 2009: 8). 2009 wären das US$ 41,10 für einen Tag, US$ 76,40 für zwei Tage und US$ 105,80 für alle drei Tage. Worin liegt also das Geheimnis, dass eine dermaßen kommerzielle Angelegenheit zum Höhepunkt der Hippie-Bewegung werden konnte und 40 Jahre danach immer noch für Gesprächsstoff sorgt? Weiterlesen ’40 Jahre Woodstock – Wirtschaftsdebakel und Mythos’




 

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