Archiv der Kategorie 'Rezensionen'

19
Apr
12

Creativity and Innovation in the Music Industry – 2. Auflage

Es ist nicht gerade üblich, für ein Buch, das in zweiter Auflage erschienen ist, eine Buchbesprechung zu machen. In diesem Fall macht es aber durchaus Sinn. Als nämlich die englische Version meines Buches zur Musikindustrie 2006 erschien, war noch nicht absehbar, wie die digitale Revolution die Musikindustrie verändern sollte. Als sich die Möglichkeit der Zweitauflage der Buches ergab, war klar, dass sowohl die ersten fünf Jahre nach dem Millenium neu bewertet und interpretiert werden können und die Entwicklung bis ins Jahr 2011 fortgeschrieben werden kann. Das Ergebnis war die vollkommene Neuabfassung des Kapitels zur “digitalen Revolution” in der Musikindustrie. Darin wird nicht nur der fortschreitende Oligopisierungsprozess in der phonografischen Industrie dargestellt, sondern auch der Markteintritt branchenfremder Player detailliert beschrieben. Es wird aber auch gezeigt, dass der Umsatzeinbruch in der phonografischen Industrie weniger aufs Musik-Filesharing, sondern auf die Transformation von einem Alben-orientierten zu einem Single-Track-Markt zurückzuführen ist. Die eigentlich neue Erkenntnis in diesem Zusammenhang ist aber, dass die digitale Revolution sich nicht allein in der vollkommenen Umwandlung des Wertschöpfungsnetzwerk in der Musikindustrie erschöpft, sondern auch von einem ästhetischen Paradigmenwechsel begleitet ist. So wie bereits frühere Paradigmenwechsel – Jazz-Revolution und Rock ‘n’ Roll-Revolution – die musikalische Ausdrucksformen nachhaltig verändert haben, so lässt sich dies nun auch für den gegenwärtigen Paradigmenwechsel behaupten, der auch als “digitale Musik-Revolution” bezeichnet werden kann, deren ästhetischer Kanon nun von der elektronischen Musik nachhaltig bestimmt und geprägt sein wird. . “Instead of a song, which can be attributed to creators, a digital track can be used, changed, mixed and transformed. Music, therefore, will become fluid, which will chnage not only the existing copyright regime but also the meaning of music in a new social and cultural context” (S. 196).


Peter Tschmuck, 2012, Creativity and Innovation in the Music Industry, 2nd edition, Heidelberg etc.: Springer. ISBN 978-3-642-28429-8, e-ISBN 978-3-642-28430-4

Das Buch kann direkt bei Springer Heidelberg bestellt werden. Aber es können auch einzelne Kapitel in digitaler Form als eBook bezogen werden.

13
Feb
12

Lehrbücher zur Musikwirtschaft: Informationsmarkt

Wie der Titel “Informationsmarkt. Informationen im I-Commerce anbieten und nachfragen” bereits verrät, geht es im Lehrbuch von Frank Linde (Fachhochschule Köln) und Wolfgang G. Stock (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) nicht nur um musikwirtschaftliche Fragestellungen, sondern um die gesamte Breite von Informationsgütern, wobei nicht nur die wirtschaftlichen, sondern auch soziologische, politologische, rechtliche und ethische Aspekte eingehend im 589 Seiten starken Band behandelt werden. Dieses Buch ist somit mehr als nur ein Lehrbuch für musikwirtschaftlich orientierte Lehrveranstaltungen, sondern ein umfassendes Kompendium für alle Ausbildungszweige zur digitalen Wissensgesellschaft.

Es würde daher den Rahmen dieses Blogs sprengen, wenn das Buch in seiner gesamten Fülle Gegenstand einer Rezension wäre. Ich möchte mich daher in der nachfolgenden Besprechung auf jene Teile beschränken, die sich mit für die Musikwirtschaft wichtigen Themen auseinander setzen.

Frank Linde und Wolfgang G. Stock: Informationsmarkt. Informationen im I-Commerce anbieten und nachfragen. München: Oldenbourg Verlag 2011. ISBN: 978-3-486-58842-2, Preis: EUR 49,80

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21
Nov
11

Ticket Masters – Teil 6: Die Ticketmaster/Live Nation-Fusion

In dem jüngst erschienen Buch von Dean Budnick und Josh Baron “Ticket Masters. The Rise of the Concert Industry and How the Public Got Scalped” wird das erste Mal ausführlich die Geschichte des modernen Live-Musikbusiness anhand des Aufstiegs der beiden Hauptakteure – Ticketmaster und Live Nation – nacherzählt. Dabei gewinnt die Leser/innen einen tiefen Einblick in die Funktionsweise des Netzwerks von Konzertveranstaltern, Ticketing-Unternehmen und Künstleragenturen und wie sich dieses Netzwerk über die Jahrzehnte hinweg gewandelt hat. Im letzten Teil der Zusammenfassung von Budnicks und Baron Buch „Ticket Masters“ werden die Hintergründe für die Fusion zwischen Tickemaster und Live Nation genauso beleuchtet wie das Aufkommen von 360°-Verträgen im Musikbusiness.

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09
Nov
11

Ticket Masters – Teil 5: SFX Entertainment revolutioniert das Konzertbusiness

In dem jüngst erschienen Buch von Dean Budnick und Josh Baron “Ticket Masters. The Rise of the Concert Industry and How the Public Got Scalped” wird das erste Mal ausführlich die Geschichte des modernen Live-Musikbusiness anhand des Aufstiegs der beiden Hauptakteure – Ticketmaster und Live Nation – nacherzählt. Dabei gewinnt die Leser/innen einen tiefen Einblick in die Funktionsweise des Netzwerks von Konzertveranstaltern, Ticketing-Unternehmen und Künstleragenturen und wie sich dieses Netzwerk über die Jahrzehnte hinweg gewandelt hat. Bis Mitte der 1990er Jahre war das Live-Musikgeschäft in den USA in Händen lokaler Veranstalter. Das änderte sich schlagartig als mit SFX Entertainment ein neuer Akteur auftauchte und zur zentralen Macht im Live-Musikmarkt in den USA und darüber hinaus aufstieg.

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03
Nov
11

Ticket Masters – Teil 4: Online Ticketing Oder wie aus dem Schwarzmarkt der sekundäre Markt für Tickets wurde

In dem jüngst erschienen Buch von Dean Budnick und Josh Baron “Ticket Masters. The Rise of the Concert Industry and How the Public Got Scalped” wird das erste Mal ausführlich die Geschichte des modernen Live-Musikbusiness anhand des Aufstiegs der beiden Hauptakteure – Ticketmaster und Live Nation – nacherzählt. Dabei gewinnt die Leser/innen einen tiefen Einblick in die Funktionsweise des Netzwerks von Konzertveranstaltern, Ticketing-Unternehmen und Künstleragenturen und wie sich dieses Netzwerk über die Jahrzehnte hinweg gewandelt hat. Im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhundert hat sich der Ticketing-Markt durch die Einführung Internet-basierter Ticketplattformen fundamental verändert. Im vierten Teil der Zusammenfassung von Budnicks and Barons Buch wird die Online-Strategie von Ticketmaster genauso beleuchtet wie auch die Entstehung eines sekundären Ticketing-Marktes aus dem Dunstkreis des Schwarzmarktes für Konzertkarten.

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22
Sep
11

Ticket Masters – Teil 2: Der Aufstieg von Ticketmaster

In dem jüngst erschienen Buch von Dean Budnick und Josh Baron “Ticket Masters. The Rise of the Concert Industry and How the Public Got Scalped” wird das erste Mal ausführlich die Geschichte des modernen Live-Musikbusiness anhand des Aufstiegs der beiden Hauptakteure – Ticketmaster und Live Nation – nacherzählt. Dabei gewinnt die Leser/innen einen tiefen Einblick in die Funktionsweise des Netzwerks von Konzertveranstaltern, Ticketing-Unternehmen und Künstleragenturen und wie sich dieses Netzwerk über die Jahrzehnte hinweg gewandelt hat. Im zweiten Teil der Zusammenfassung des Buches wird der Weg von Ticketmaster zum unumschränkten Marktführer nachgezeichnet.

Weiterlesen ‘Ticket Masters – Teil 2: Der Aufstieg von Ticketmaster’

19
Sep
11

Ticket Masters – Teil 1: Das elektronische Ticketing revolutioniert das Live-Musikbusiness

In dem jüngst erschienen Buch von Dean Budnick und Josh Baron “Ticket Masters. The Rise of the Concert Industry and How the Public Got Scalped” wird das erste Mal ausführlich die Geschichte des modernen Live-Musikbusiness anhand des Aufstiegs der beiden Hauptakteure – Ticketmaster und Live Nation – nacherzählt. Dabei gewinnt die Leser/innen einen tiefen Einblick in die Funktionsweise des Netzwerks von Konzertveranstaltern, Ticketing-Unternehmen und Künstleragenturen und wie sich dieses Netzwerk über die Jahrzehnte hinweg gewandelt hat.

In den folgenden sechs Blog-Beiträgen möchte ich „Ticket Masters“ nacherzählen und beginne im Teil 1 mit der Geschichte, wie die Einführung der Computertechnologie im Ticketing das Konzertwesen insgesamt revolutionierte.

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12
Nov
10

Rezension: Die Wiener Jazzszene

Stefanie Bramböcks hervorragende Diplomarbeit ist Dank eines Wissenschaftsstipendiums der Stadt Wien im deutschen Peter-Lang-Verlag in Buchform unter dem Titel „Die Wiener Jazzszene. Eine Musikszene zwischen Selbsthilfe und Institution“ erschienen. Heute Abend fand dazu die Buchpräsentation im ORF Kulturcafé statt, die ich zum Anlass nehmen möchte, das Buch ausführlich zu rezensieren.

Stefanie Bramböck, 2010, Die Wiener Jazzszene. Eine Musikszene zwischen Selbsthilfe und Instution. Frankfurt am Main etc.: Peter Lang Verlag. ISBN: 978-3-631-59652-4, EUR 40,90.

Die Arbeits- und Produktionsbedingungen der Wiener Jazzszene: Zusammenfassung des Musikwirtschafts-Jour-fixe vom 20. Mai 2009 

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14
Okt
10

Musikwirtschaft Australien – Die Frühgeschichte der australischen Musikindustrie (Teil 6)

Ross Lairds sehr detailreiches und in manchen Abschnitten vielleicht sogar Detail verliebtes Buch bietet einen guten Einblick in die wirtschaftliche Entwicklung der frühen, australischen Musikindustrie. Von einer solchen kann ohnehin erst ab 1924 die Rede sein, als mit der World Record Company in Melbourne und mit Brunswick Records in Sydney die ersten Plattenpresswerke ihren Betrieb aufgenommen hatten. Davor war Australien ein reiner Exportmarkt für Tonträger gewesen, der von einer kleinen Anzahl von Vertriebsfirmen, die mit den großen europäischen und US-amerikanischen Tonträgerproduzenten kooperierten, kontrolliert wurde.

Die wenigen Zahlen, die für die Periode von 1924 bis 1934 verfügbar sind, stützen jene Aussagen, die vor dem Tariff Board 1927 von einem wirtschaftlichen Abschwung nach 1926 sprechen. Die Rezession am australischen Tonträgermarkt hat also nicht erst mit der Weltwirtschaftskrise, sondern bereits drei Jahre zuvor eingesetzt und es lohnt sich, in diesem abschließenden Teil nach den Ursachen zu forschen. Weiterlesen ‘Musikwirtschaft Australien – Die Frühgeschichte der australischen Musikindustrie (Teil 6)’




 

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