Vor kurzem haben die Web-Giganten Google und Amazon sowie Apple Inc. mit ihren Cloud-basierten Musikservices eine neue Diskussionsrunde über die Zukunft der Musikdistribution eingeläutet. Handelt es sich dabei um ein nachhaltiges Geschäftsmodell oder lediglich um einen vorübergehenden Hype mit viel heißer Luft in der Cloud? Dieser Frage, möchte ich in diesem Blog-Beitrag nachgehen.
Archiv der Kategorie 'Neue Geschäftsmodelle'
There is Music in the Cloud
REBEAT ist das Ergebnis einer Verärgerung. Denn Günter Loibl wollte, nachdem iTunes in Österreich online gegangen war, seine Musik dort hineinstellen und fand, dass das Procedere sehr umständlich war. Und bei anderen Portalen wie Musicload oder OD2 war es auch nicht anders. So entschied er, eine Software programmieren zu lassen, die es ermöglicht, ohne großen Aufwand die digitalen Musikfiles bei diversen Musik-Onlineshops hinauf laden zu können. Finanziert durch einen Investitionszuschuss der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) war nach zwei Jahren Entwicklungszeit 2007 der Prototyp der Software fertig gestellt und war so einfach zu bedienen, dass nichts mehr einem kommerziellen Einsatz im Wege stand. Ohne Marketingbudget aber mit viel Überzeugskraft gelang es dem Tullner Jungunternehmer viele Label und Musikschaffende von den Vorzügen der Software zu überzeugen. Bis dato haben 1.736 Label aber auch Verlage, Aufnahmestudios und MusikerInnen die Möglichkeit genutzt über REBEAT bei derzeit rund 300 Online- und Mobilemusikplattformen ihre Produkte zum Kauf anzubieten.
Präsentation von Günter Loibl im Rahmen des Musikwirtschafts-Jour-fixe am 31. März 2010
Wie REBEAT genau funktioniert und welches Geschäftsmodell dahinter steht, kann hier nachgelesen werden. Weiterlesen ‘Neue Geschäftsmodelle in der Musikindustrie: REBEAT’
Magnatune ist ein in Berkeley, Kalifornien beheimatetes Online-Label, das 2003 von John Buckman gegründet wurde, um den damals üblichen Geschäftsmodelle eine Alternative entgegen zu setzen. So haben die MusikkonsumentInnen die Möglichkeit sämtliche Tracks in vollem Umfang und in guter Qualität via Stream Probe zu hören, bevor sie gegen ein Flatrate von US$ 15 pro Monat den gesamten Katalog von derzeit 738 Alben mit 10.048 Einzeltracks per Download erwerben können. Die Musikauswahl reicht dabei von elektronischer Musik über New Age, World, Klassik, Jazz, Blues, Metal & Punk bis hin zu Rock und Pop, wobei es sich in allen Genres um Nischenrepertoire von noch wenig bekannten KünstlerInnen handelt. Die Tracks sind DRM-frei in diversen digitalen Formaten (WAV, MP3, OGG, FLAC und AAC) verfügbar. Das impliziert natürlich auch, dass die Files weitergegeben und getauscht werden können und Magnatune fordert seine KundInnen sogar auf das zu tun. Die MusikerInnen können ihre Musik unter Creative Commons Lizenz verfügbar machen und erhalten im Gegenzug dafür 50% aller Umsätze. Die Vereinbarung bezieht sich dabei immer nur auf den einzelnen Titel und ist nicht-exklusiv. Magnatune bietet also ein kommerzielles Musik-Flatratemodell an, bei dem die KundInnen nicht nur DRM-frei Musik downloaden können, sondern die erworbenen Titel vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich machen (z.B. über die eigene Website, über Facebook oder Twitter, aber auch über P2P-Tauschbörsen) sowie auch Bearbeitungen des Werks wie auch des Werkinhalts vornehmen dürfen, sofern die Namensnennung der UrheberInnen erfolgt und keine kommerzielle Absichten verfolgt werden. Weiterlesen ‘Neue Geschäftsmodelle in der Musikindustrie: Magnatune’
Musikwirtschafts-Jour-fixe am 31. März 2010: Neue Geschäftsmodelle in der Musikindustrie – REBEAT
Am 31. März 2010 wird Günter Loibl, Gründer und Geschäftsführer von REBEAT, im Musikwirtschafts-Jour-fixe ab 14.30 am IKM (Karlsplatz 2/2. Stock/Tür 9) zu Gast sein. REBEAT ist eine Onlineplattform, die eine Software anbietet, mit der MusikerInnen ihre Produktionen in mehr als 300 Download-Portalen, wie iTunes, Musicload, Napster, Nokias Comes-with-Music etc., zu einem leistbaren Preis hineinstellen lassen können. Unser Gast wird aber nicht nur die Funktionsweise der REBEAT Digital Software und andere Serviceleistungen vorstellen, sondern auch die wirtschaftlichen Hintergründe und Potenziale des Unternehmens beleuchten.
Anfang Dezember 2008 wurde von Björn M. Braun und Marc Treber Sellyourrights aus dem UNIBATOR der Goethe Universität Frankfurt, aus dem beispielsweise schon der erfolgreiche Klingeltonanbieter JAMBA hervorgegangen ist, als Internet-Start-Up gegründet. Das Grundkonzept ist einfach. Musikerinnen und Musikern wird die Möglichkeit geboten einen beliebigen Betrag zu nennen, den sie benötigen, um ihre Musikproduktion unter Creative Commons Lizenz (http://de.creativecommons.org/was-ist-cc/) zu veröffentlichen. Es wird mit Hilfe von Sellyourrights maximal 21 Tage lang quasi der virtuelle Hut herum gereicht. Kommt die gewünscht Summe zusammen ist, werden die von den Internetusern zugesagten Geldbeträge von der Kreditkarte bzw. über Paypal abgebucht. Ist das nicht der Fall, gibt es natürlich auch keinen Geldfluss. In einer Presseaussendung des UNIBATOR der Goethe Universität Frankfurt heißt es dazu vonseiten des Unternehmensgründers Braun: „Unser Ziel ist es zwei Dinge miteinander zu vereinen, die auf den ersten Blick nicht zusammen passen: Wir wollen beispielsweise, dass jeder Musik frei und legal teilen darf und trotzdem dafür gesorgt wird, dass die Macher dahinter, also die Labels, Manager und Musiker, bei der Sache verdienen.“ Weiterlesen ‘Neue Geschäftsmodelle in der Musikindustrie: Sellyourrights.com’
Die Radiohead-Revolution?
Die Geschichte ist bekannt: Die britische Alternative-Rockband Radiohead postete am 1. Oktober 2007 auf ihrer Homepage, dass ihr neues Album In Rainbows fertig sei und in 10 Tagen erscheinen werde. Die Fans wurden instruiert, sich per Registrierung einen Code zu besorgen, mit dem das neue Album im MP3-Format herunter geladen werden konnte. Den Usern wurde es überlassen, den Preis von US$ 0,00 bis US$ 99,99 selbst zu bestimmen. Das Echo war überwältigend und in kürzester Zeit wurden mehr als 1 Mio. Downloads gezählt. 40% der Fans waren im Durchschnitt bereit US$ 6 für das Album zu zahlen, was in etwa Einnahmen in der Höhe von US$ 2,4 Mio. entspricht. Das, was wie ein revolutionäres Geschäftsmodell aussieht, ist es aber auf dem zweiten Blick nicht – oder doch? Weiterlesen ‘Die Radiohead-Revolution?’
Team Love Records ist ein New Yorker Label, das seine Produktionen kostenlos auf seiner Homepage als MP3-Download bereitstellt und dabei die Philosophie vertritt, dass nur solche Musik nachgefragt wird, die man kennt und schätzt. Die Wertschätzung, die durch die freie Zurverfügungstellung der Musik errungen wird, soll letztendlich dazu führen, dass die Musik auch käuflich erworben wird. Was naiv klingen mag, funktioniert nun schon seit 2004 und hat durchaus auch wirtschaftliche Erfolge gezeitigt, wie in der Folge noch ausführlicher dargelegt werden soll. Weiterlesen ‘Neue Geschäftsmodelle in der Musikindustrie: Team Love Records’
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