Archiv der Kategorie 'Analysen zum File-Sharing'

27
Mai
12

Wie böse ist das Filesharing? – neue Erkenntnisse

In einem kürzlich von Robert G. Hammond, Professor an der North Carolina University, veröffentlichten Working Paper wird der Einfluss von auf Filesharing-Netzwerken unauthorisiert veröffentlichter Musik-Alben auf reguläre Musikverkäufe untersucht. Darin kommt Hammond zum Ergebnis, dass der digitale und physische Albenverkauf keineswegs unter den durchgesickerten (“geleakten”) Veröffentlichungen leidet, sondern sogar profitiert: “[A]n album that became available in file-sharing networks one month earlier would sell 60 additional units” (S. 4). Interessant dabei ist, dass populäre, gut etablierte KünstlerInnen stärker vom Filesharing Pre-Release profitieren als weniger gut etablierte und junge Acts. Wie Hammond zu diesen Ergebnissen kommt, soll nun in weiterer Folge genauer dargelegt werden.

Weiterlesen ‘Wie böse ist das Filesharing? – neue Erkenntnisse’

18
Aug
10

Musikwirtschaft Australien – Wie böse ist das Musik-Filesharing Down Under?

Jordi McKenzie von der University of Sydney hat die bisher einzige Studie zum Einfluss des Musik-Filesharings auf physische und digitale Musikverkäufe für den australischen Musikmarkt vorgelegt. Basierend auf einem Working Paper vom August 2009, wurde der Artikel unter dem Titel „Illegal Music Downloading and Its Impact on Legitimate Sales: Australian Empirical Evidence” in den Australian Economic Papers im Dezember 2009 veröffentlicht.

McKenzie bringt dabei eine ähnliche Methodik wie Oberholzer-Gee und Strumpf (2007) zur Anwendung und kommt zum Schluss: „(…) the evidence suggests no discernible impact of dowloading activity on legitimate sales“ (S. 296). Wie der Autor zu dieser Erkenntnis gelangt, kann in der Folge hier nachgelesen werden. Weiterlesen ‘Musikwirtschaft Australien – Wie böse ist das Musik-Filesharing Down Under?’

29
Apr
10

US-Rechnungshof-Bericht zur Produkt- und „digitalen Piraterie“

Im April 2010 veröffentliche das U.S. Government Accountability Office (GAO) einen Bericht an den US-Kongress mit den Titel Intellectual Property. Observations on Efforts to Quantify the Economic Effects of Counterfeit and Pirated Goods. Darin wird neben der Produktpiraterie auch die unautorisierte Vervielfältigung und Verbreitung urheberrechtlich geschützter Werke (vulgo „digitale Piraterie“) in den USA thematisiert. Die Kernaussagen dazu können in der Folge hier nachgelesen werden. Weiterlesen ‘US-Rechnungshof-Bericht zur Produkt- und „digitalen Piraterie“’

10
Dez
09

Vom Alben- zum Singlemarkt – weitere empirische Belege

In meinem Beitrag „Die Rezession in der Musikindustrie – eine Ursachenanalyse“ habe ich die These vertreten, dass sich seit etwa 2003 der umsatzträchtige Alben- in einen wirtschaftlich weniger tragfähigen Single-Markt verwandelt hat, was nicht unwesentlich zu den starken Ertragsrückgängen bei Kaufmusik in den letzten Jahren beigetragen hat. Nun bestätigt ein im November 2009 an der Harvard Business School publiziertes Working-Paper genau diese These und liefert dazu auch noch stichhaltige, empirische Belege. Die Studienautorin, Prof. Anita Elberse, ging von der Frage aus, ob die so genannte Entbündelung von Entertainment-Produkten dazu führt, dass sich die Ertragslage der Anbieter dadurch verschlechtert. Als Fallbeispiel dient ihr dabei die Musikindustrie, da in ihr die im Internet entstandene Trackkultur ein Musterbeispiel dafür ist, wie Produkte, die früher fast ausnahmslos als „reine“ Bündel (d.h. in Form von Musik-Alben) verfügbar waren, entbündelt werden und am Markt nebeneinander physische Alben, digitale Alben sowie die auf ihnen vertretenden Einzeltracks angeboten werden. Im Fachjargon spricht man in dem Zusammenhang von „gemischten“ Bündeln, bei denen die KonsumentInnen die Wahlfreiheit haben, ob sie das gesamte Bündel oder nur einzelne Elemente (Songs) erwerben wollen. In einer statistisch fundierten Analyse zeigt die Autorin, dass die Entbündelung von Musikprodukten einen starken Einnahmenrückgang verursacht hat, weil die sinkenden Absatzzahlen bei Alben nicht durch die stark gestiegenen Verkäufe von Musik-Einzeltracks kompensiert werden konnten. Wie Prof. Elberse zu diesem Ergebnis kommt, kann in der Folge im Detail nachgelesen werden. Weiterlesen ‘Vom Alben- zum Singlemarkt – weitere empirische Belege’

20
Nov
09

Studie zur Online-Musiknutzung in Großbritannien

Die Studie mit dem Titel „Digital Music Survey“ wurde von der französischen Marktforschungsagentur Ipsos Media CT für den britischen Think-Tank Demos erstellt. Publiziert wurden die Ergebnisse im PowerPoint-Format, wodurch es an erklärenden Texten fehlt und Vieles aus den Folien herausgelesen werden muss. Es wurden für die Studie 1.008 Online-Interviews mit britischen Internetnutzern im Alter zwischen 16 und 50 Jahren im Oktober 2009 durchgeführt, womit die Untersuchung repräsentativ für die Internetuser der untersuchten Altergruppe in Großbritannien ist. Abgefragt wurden:

  • das Wissen über und die Nutzung von „offiziellen“ digitalen Musikanbietern
  • das Wissen über, die Nutzung von und die Einstellung gegenüber File-Sharing-Websites
  • die Gründe, warum „illegale“ File-Sharing-Websites nicht genutzt werden
  • das Interesse gegenüber Abonnement-Angeboten für den digitalen Musikkonsum

Wie sehen nun die Ergebnisse im Detail aus? Weiterlesen ‘Studie zur Online-Musiknutzung in Großbritannien’

07
Aug
09

10 Jahre Napster und was davon blieb

In einem Gespräch mit einem lieben Kollegen äußerte er sein Erstaunen darüber, dass seit dem Beginn des Napster-Hypes und somit des File-Sharings erst zehn Jahre vergangen sind, obwohl er den Eindruck hat, dass all das, was ich in der fünfteiligen Serien beschrieben habe (Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4 und Teil 5) sich in grauer Vorzeit ereignet hat. Ich teile diese Einschätzung und kann das damit verbundene Gefühl damit erklären, dass sich in der Zwischenzeit so viele Umwälzungen in der Musikindustrie ereignet haben, die man in ihrer raschen Abfolge gar nicht fassen kann. Umso überraschender kam daher eine Meldung in den Medien, wonach John Fanning, Shawns Onkel und 70%-Eigentümer von Napster Inc., sein Interesse bekundet hat, The Pirate Bay zu kaufen. Dieses Déjà-Vu-Erlebnis zeigt, wie relevant File-Sharing immer noch ist, dass ein gebrandtes Kind das Feuer immer noch nicht scheut. Welche Nachwirkungen Napster auch noch heute hat und wie der Napster-Fall aus heutiger Perspektive zu beurteilen ist, möchte ich daher in der Folge beschreiben. Weiterlesen ’10 Jahre Napster und was davon blieb’

04
Aug
09

10 Jahre Napster – Ein Rückblick (Teil 5)

Die gerichtliche Anhörung am 26. Juli 2000 war der Wendepunkt in der Geschichte Napsters. Nachdem die Bezirksrichterin Marilyn Hall Patel die einstweilige Verfügung gegen die Musiktauschbörse ausgesprochen hatte, war klar, dass es Napster nicht gelingen würde juristische Legitimation zu bekommen. Daran änderten die sich noch zwei Jahre hinziehenden Berufungsprozesse nichts, die lediglich das absehbare Ende hinauszögerten. Das mussten letztendlich auch die Verantwortlichen der Bertelsmann AG erkennen, die sich trotz anhängiger Gerichtsverfahren bei der Napster Inc. finanziell engagierten. Aber das ist Thema dieser fünften und letzten Folge der Serie ”10 Jahre Napster – Ein Rückblick”. Weiterlesen ’10 Jahre Napster – Ein Rückblick (Teil 5)’

30
Jul
09

10 Jahre Napster – Ein Rückblick (Teil 4)

Nachdem im April 2000 die Rockband Metallica und der Rapper Dr. Dre ihre Aufsehen erregenden juristischen Schritte gegen Napster eingeleitet hatten, ging im Mai die gerichtliche Auseinandersetzung zwischen der Recording Industry Association of America (RIAA) und Napster Inc. in die heiße Phase. Am 5. Mai 2000 musste Napster die erste Niederlage einstecken. Die zuständige Bezirksrichterin, Marilyn Hall Patel, wollte Napster nicht als Internetservice-Provider für Musik anerkennen, wodurch es nicht mehr unter den Schutz des Digital Copyright Millenium Act (DCMA) fiel. Die Vorzeichen standen also schlecht als die RIAA am 12. Juni 2000 beim Bezirksgericht in San Francisco eine einstweilige Verfügung gegen die Musiktauschbörse einbrachte. Wie es zu diesem Antrag kam und was sich beim Showdown am 26. Juli 2000 vor Gericht abspielte, soll nun in der Folge genauer beschrieben werden. Weiterlesen ’10 Jahre Napster – Ein Rückblick (Teil 4)’

27
Jul
09

10 Jahre Napster – ein Rückblick (Teil 3)

Während über den Sommer 1999 Napster zur am raschendsten wachsenden Internetanwendung wurde, war auch der US-amerikanische Musikindustrieverband, die RIAA, auf die Musiktauschbörse aufmerksam geworden. Da das Napster-Management alles daran setzte, eine möglichst hohe Nutzerzahl zu erreichen, um dann aus einer starken Position aus mit der RIAA zu verhandeln, wurden Gesprächsangebote vonseiten der Industrie nicht angenommen bzw. verschleppt. Die Folge war, dass die RIAA im Namen einiger ihrer Mitglieder am 6. Dezember 1999 Klage beim Bezirksgericht in San Francisco gegen die Tauschsite einbrachte. Weiterlesen ’10 Jahre Napster – ein Rückblick (Teil 3)’

24
Jul
09

10 Jahre Napster – Ein Rückblick (Teil 2)

Im Frühjahr 1999 hatte Napster seine Geschäftstätigkeit aufgenommen, nachdem Shawn Fanning unterstützt von der Hacker-Community die File-Sharing-Software im Herbst 1998 programmiert hatte. Mit der Gründung von Napster Inc. war es notwendig geworden, Kapital für das Internet-Start-up-Unternehmen aufzutreiben. Die Aufgabe übernahm Sean Parker, der aufgrund seiner geschäftlichen Aktivitäten schon Kontakte zu einigen Venture Capitalist-Firmen aufgebaut hatte. Dass es gar nicht so leicht war, das nötige Geld aufzutreiben und wie es dann doch noch gelang, wird im zweiten Teil dieser Serie nacherzählt. Weiterlesen ’10 Jahre Napster – Ein Rückblick (Teil 2)’




 

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