Archiv der Kategorie 'Analyse'

27
Mai
12

Wie böse ist das Filesharing? – neue Erkenntnisse

In einem kürzlich von Robert G. Hammond, Professor an der North Carolina University, veröffentlichten Working Paper wird der Einfluss von auf Filesharing-Netzwerken unauthorisiert veröffentlichter Musik-Alben auf reguläre Musikverkäufe untersucht. Darin kommt Hammond zum Ergebnis, dass der digitale und physische Albenverkauf keineswegs unter den durchgesickerten (“geleakten”) Veröffentlichungen leidet, sondern sogar profitiert: “[A]n album that became available in file-sharing networks one month earlier would sell 60 additional units” (S. 4). Interessant dabei ist, dass populäre, gut etablierte KünstlerInnen stärker vom Filesharing Pre-Release profitieren als weniger gut etablierte und junge Acts. Wie Hammond zu diesen Ergebnissen kommt, soll nun in weiterer Folge genauer dargelegt werden.

Weiterlesen ‘Wie böse ist das Filesharing? – neue Erkenntnisse’

30
Mar
12

Die Geschichte der tschechischen Musikindustrie von 1890 bis 1948 – Teil 4

Gastbeitrag von Daniel Matoušek übertragen ins Deutsche von Peter Tschmuck

Die wissenschaftliche Literatur zur tschechischen und tschechoslowakischen Musikindustrie ist insgesamt dünn gesät. Vor allem über die Zeit nach 1950 ist wenig bis gar nichts bekannt. Dank der Bemühungen des tschechischen Schallplattensammlers und Musikindustrie-Historikers Gabriel Gössel ist zumindest einiges über die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts in seinen Büchern “Fonogram I” (2001) und “Fonogram II” (2006) zur Musikindustrie im Territorium der heutigen Tschechischen Republik aufgearbeitet worden. Da diese Bücher vorerst nur in tschechischer Sprache verfügbar sind, hat Daniel Matoušek die Pionierarbeit geleistet und die zentralen Stellen dieser Bücher ins Englische übertragen. Seine Zusammenfassung kann bereits in vier Teilen im Music Business Research Blog nachgelesen werden. Ich habe nun Matoušeks Texte auch ins Deutsche übertragen, womit erstmals Erkenntnisse zur frühen Musikindustrie in den tschechischen Ländern – Böhmen und Mähren – in Englisch und Deutsch nachgelesen werden können.

Im letzten Teil der Serie, wird die Entwicklung der Musikindustrie im vom Nazi-Deutschland besetzten und errichteten Protektorat Böhmen und Mähren und während der ersten Nachkriegsjahre bis zur Machtergreifung der Kommunisten in der Tschechoslowakei im Jahr 1948 nachgezeichnet.

Weiterlesen ‘Die Geschichte der tschechischen Musikindustrie von 1890 bis 1948 – Teil 4′

29
Mar
12

Die Geschichte der tschechischen Musikindustrie von 1890 bis 1948 – Teil 3

Gastbeitrag von Daniel Matoušek übertragen ins Deutsche von Peter Tschmuck

Die wissenschaftliche Literatur zur tschechischen und tschechoslowakischen Musikindustrie ist insgesamt dünn gesät. Vor allem über die Zeit nach 1950 ist wenig bis gar nichts bekannt. Dank der Bemühungen des tschechischen Schallplattensammlers und Musikindustrie-Historikers Gabriel Gössel ist zumindest einiges über die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts in seinen Büchern “Fonogram I” (2001) und “Fonogram II” (2006) zur Musikindustrie im Territorium der heutigen Tschechischen Republik aufgearbeitet worden. Da diese Bücher vorerst nur in tschechischer Sprache verfügbar sind, hat Daniel Matoušek die Pionierarbeit geleistet und die zentralen Stellen dieser Bücher ins Englische übertragen. Seine Zusammenfassung kann bereits in vier Teilen im Music Business Research Blog nachgelesen werden. Ich habe nun Matoušeks Texte auch ins Deutsche übertragen, womit erstmals Erkenntnisse zur frühen Musikindustrie in den tschechischen Ländern – Böhmen und Mähren – in Englisch und Deutsch nachgelesen werden können.

Im dritten Teil wird die tschechische Musikindustrie während der Weltwirtschaftskrise näher beleuchtet, als durch die protektionistische Handelspolitik der tschechoslowakischen Regierung vor allem die heimischen Plattenfirmen Esta und Ultraphon bevorzugt wurden und begannen, den Schallplatenmarkt zu kontrollieren.

Weiterlesen ‘Die Geschichte der tschechischen Musikindustrie von 1890 bis 1948 – Teil 3′

14
Dez
11

Musik und Werbung – Zusammenfassung des Musikwirtschafts-Jour-fixe vom 14. Dezember 2011

Am 14.12.2011 präsentierte Mag. Pinie Wang im Musikwirtschafts-Jour-fixe die zentralen Ergebnisse Ihrer Dissertation mit dem Titel “Musik und Werbung – Einfluss von Werbung und Medien auf die Entwicklung der Musikindustrie in den USA”. Sie zeigte dabei in einem historischen Exkurs, wie die Werbewirtschaft mit der Musikindustrie und den Medien seit dem späten 19. Jahrhundert eine Symbiose eingegangen war. Die Beziehung zwischen diesen drei gesellschaftlichen Systemen hat sich aber im Lauf der Zeit verändert und führte Mitte des 20. Jahrhunderts dazu, dass sich die Musikindustrie aus der Abhängigkeit der Werbewirtschaft befreien und als Tonträgerindustrie eine wirtschaftlich autarke Position einnehmen konnte. Das sich im Zuge der Rock ‘n’ Roll-Revolution ausprägende Wertschöpfungsnetzwerk hatte bis zu Beginn des Milleniums Bestand und begann sich unter dem Druck der digitalen Revolution aufzulösen. Damit ging die wirtschaftliche Autonomie der Musikindustrie verloren, deren Akteure nun wieder versuchen müssen, in Allianzen mit verschiedenen Partnern – darunter auch wieder solchen der Werbewirtschaft – Wertschöpfung zu generieren. Dabei mutiert Musik von einem Haupt- zu einem Nebenprodukt, wie das bereits vor der Rock ‘n’ Roll-Revolution der Fall war. Wie genau das vor sich gegangen ist und welche Erklärungsmodelle dafür infrage kommen, kann in einem Working Paper, das die Autorin dankenswerter Weise für den Blog zur Verfügung gestellt hat, nachgelesen werden.

Xueping Wang, “Musik und Werbung – Einfluss von Werbung und Medien auf die Entwicklung der Musikindustrie in den USA”, Working Paper, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Dezember 2011.

29
Aug
11

Der US-Musikmarkt im Spiegel der Billboard-Charts – die 1960er Jahre

Im Februar 2011 konnten die Billboard Hot 100 (US-Single-Charts) den tausendsten Nummer-1-Hit seit Einführung der Chartstatistik des Branchenmagazins im September 1958 verzeichnen. Das nahm die Billboard-Redaktion zum Anlass alle Nr. 1-Hits inklusive Link zu den passenden YouTube-Videos online verfügbar zu machen. Ich habe diese Liste als Ausgangspunkt für eine vertiefende Analyse heran gezogen, welche Künstler/innen und Musikgenres in der Gunst der US-Musikkonsument/innen – gemessen an Verkaufszahlen – besonders hoch standen, und welche Labels wirtschaftlich von den Charterfolgen profitierten.

In diesem ersten Teil der Analyse sollen die Top-Platzierungen in den Billboard-Single-Charts der 1960er Jahre genauer unter die Lupe genommen werden.

Weiterlesen ‘Der US-Musikmarkt im Spiegel der Billboard-Charts – die 1960er Jahre’

05
Aug
11

Die britische Musikindustrie im Überblick – Zusammenfassung der Studie ‘Adding Up the UK Music Industry’

Will Page und Chris Carey von der britischen Musikverwertungsgesellschaft PRS for Music haben nun schon zum dritten Mal einen Gesamtüberblick über die Musikindustrie des Vereinigten Königreichs unter dem Titel “Adding Up the UK Music Industry 2010” abgeliefert. Darin zeigen sie, dass die gesamten Einnahmen der britischen Musikindustrie um 4,8% von £3,964 Mrd. auf £3,775 Mrd. im Jahr 2010 gefallen sind. In dieser Zahl enthalten sind sämtliche Umsätze der phonografischen Industrie – bewertet zu Einzelhandelspreisen –, wie sie vom britischen Musikindustrieverband BPI berichtet wurden (-7,9% auf £1,237 Mrd.). Ebenfalls enthalten sind die geschätzten Einnahmen (-6,8% auf £1,480 Mrd.) aus Ticketverkäufen und Nebeneinkünften bei Live-Musikveranstaltungen. Erfasst wurden auch die Tantiemenströme an die britischen Musikverwertungsgesellschaften PRS for Music (‑1,3% auf £0,425 Mrd.) und PPL/VPL (+18,9% auf £0,425 Mrd.) sowie die geschätzten Einnahmen der Unternehmen der phonografischen Industrie im B2B-Bereich (+7,2% auf £0,218 Mrd.), die direkten Einnahmen der Musikverlage abseits der Tantiemenströme der Verwertungsgesellschaften (+0,6% auf £0,242 Mrd.) und schließlich noch musikbezogene Werbe- und Sponsoringeinnahmen (+4,2% auf £0,094 Mrd.).

Will Page und Chris Carey, „Adding Up the UK Music Industry 2010“, Economic Insight, Issue 23, 04.08.2011

Weiterlesen ‘Die britische Musikindustrie im Überblick – Zusammenfassung der Studie ‘Adding Up the UK Music Industry’’

07
Jun
11

There is Music in the Cloud

Vor kurzem haben die Web-Giganten Google und Amazon sowie Apple Inc. mit ihren Cloud-basierten Musikservices eine neue Diskussionsrunde über die Zukunft der Musikdistribution eingeläutet. Handelt es sich dabei um ein nachhaltiges Geschäftsmodell oder lediglich um einen vorübergehenden Hype mit viel heißer Luft in der Cloud? Dieser Frage, möchte ich in diesem Blog-Beitrag nachgehen.

Weiterlesen ‘There is Music in the Cloud’

13
Mar
11

Musikverwertung in Videospielen – eine Übersicht

Erstmals in der Geschichte der Grammy-Verleihung hat ein Komponist von Musik für Videospiele, Christopher Tin, eine dieser begehrten Mini-Nachbildungen eines Grammophons in der Kategorie ‚Best Instrumental Arrangement Accompanying Vocalists’ für den Song ‚Baba Yetu’ erhalten.[1] Der Song fand ursprünglich im 2005 veröffentlichten Strategiespiel ‚Civilization IV’ Verwendung und ist nun im ersten Album von Christopher Tin, ‚Calling All Dawns’, inkludiert, das den Grammy für ‚Best Classical Crossover Album’ einheimsen konnte. Der Grammy-Gewinn durch einen Komponisten von Musik für Videospiele lenkt die Aufmerksamkeit auf eine Branche, für die Musik integraler Bestandteil der Produktion ist, auch wenn die Musik gern als „Nebensache“ oder „Hintergrundberieselung“ wahrgenommen wird. Es ist aber vielmehr so, dass Videospiele erst durch den Einsatz der passenden Musik, die die Dramaturgie des Spiels wesentlich mitprägt, zum Erfolg werden können. Weiterlesen ‘Musikverwertung in Videospielen – eine Übersicht’

10
Feb
11

Die ökonomischen Folgen der Musik-”Piraterie”

Vor kurzem hat eine von der „Business Action to Stop Counterfeiting and Piracy“ (BASCAP) bei der Marktforschungsfirma Frontier Economics Ltd., London in Auftrag gegebene Studie mit dem Titel „Estimating the Global Economic and Social Impacts of Counterfeiting and Piracy“ für Aufsehen gesorgt. Die von der Internationalen Handelskammer (International Chamber of Commerce) 2005 ins Leben gerufene Initiative (www.iccwbo.org/bascap) versucht anhand dieses Berichts den Umfang der weltweiten Produkt- und digitalen Piraterie zu bewerten. Für 2008 wird der Wert der Produkt- und digitalen Piraterie zwischen US$ 455 Mrd. bis US$ 650 Mrd. angegeben und soll bis 2015 auf US$ 1.220 Mrd. bis US$ 1.770 Mrd. steigen. Der Anteil der digitalen Piraterie von Musik, Filmen und Software wird für 2008 mit 6,6% bis 11,5% des Gesamtvolumens der weltweiten Piraterie angegeben, was in etwa US$ 30 Mrd. bis US$ 75 Mrd. entspricht. Bis 2015 wird zudem ein Anstieg auf US$ 80 Mrd. bis US$ 240 Mrd. erwarten.

Ich möchte nun in der Folge nicht auf den Gesamtbericht eingehen, sondern mich auf das Kapitel über die digitale Piraterie von Musik konzentrieren, in dem der Wert unlizenzierter Musik für 2008 mit US$ 17 Mrd. bis US$ 40 Mrd. angegeben wird. Weiterlesen ‘Die ökonomischen Folgen der Musik-”Piraterie”’

25
Nov
10

Die wirtschaftliche Bedeutung des Schlagers – Zusammenfassung des Musikwirtschafts-Jour-fixe vom 24. November 2010

Prof. Martin Lücke von der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation Campus München war im Rahmen des Musikwirtschafts-Jour-fixe zu Gast, um über die wirtschaftliche Bedeutung des Schlagers zu referieren und mit den erschienen Gästen zu diskutieren. Dabei wurde schnell klar, dass Schlager und volkstümliche Musik im so genannten GSA-Markt (Germany-Switzerland-Austria sowie Südtirol) wirtschaftlich höchst relevant sind. So lag der Anteil von Schlager/volkstümlicher Musik 2009 in Deutschland bei 10,5% des Gesamtmarktes für physische und nicht-physische Musikprodukte (recorded music), was einem Umsatzvolumen von EUR 160 Mio. entspricht. Aber auch im Live-Markt sowie in Hörfunk und Fernsehen spielt dieses Genre in den deutschsprachigen Ländern eine bedeutende wirtschaftliche Rolle, die sich auch in bemerkenswerten Charterfolgen niederschlägt. 

Präsentationvon Prof. Martin Lücke: Die wirtschaftliche Bedeutung des Schlagers

Die Zusammenfassung dieses Jour-fixe-Termins kann nun in der Folge hier nachgelesen werden: Weiterlesen ‘Die wirtschaftliche Bedeutung des Schlagers – Zusammenfassung des Musikwirtschafts-Jour-fixe vom 24. November 2010′




 

Mai 2012
M D M D F S S
« Apr    
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  

Archiv

Twitter

Kategorien

Blog Stats

  • 114,161 hits

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.