Aufgrund der Omnipräsenz von Musik und Klang beeinflussen akustische Reize sowohl bewusst als auch unbewusst permanent den Eindruck unserer Umwelt. Damit akustische Werbemaßnahmen auch Gehör finden, ist es heutzutage unverzichtbar, gezielt die Besonderheiten der akustischen Informationsverarbeitung zu berücksichtigen, um so wirksame Signale zu schaffen. Im Musikwirtschafts-Jour-Fixe am 23. Mai 2012 ab 14.30 am IKM (Karlsplatz 2/2. Stock/Tür 9) wird Mag. Christoph Anzenbacher, Autor des Buches „Audiologos: Integrative Gestaltungsmaßnahmen vor dem Hintergrund der Musikpsychologie“ einen Überblick über das Thema Audio-Branding geben mit dem speziellen Fokus auf musikpsychologisch bedeutsame Gestaltungsweisen. Sein Buch bietet eine kritische Auseinandersetzung mit interdisziplinärer Fachliteratur und eine anwendungsbezogene Analyse ausgewählter Audiologos geben Aufschluss über wichtige Gestaltungs- und Funktionsweisen im Kontext vorhandener Rahmenbedingungen sowie intermodaler Informationsverarbeitung auf der Grundlage psychoakustischer und neuronaler Korrespondenzen. Es wird besprochen, wie physiologische und psychoakustische Erkenntnisse für technische und musikalische Entwicklungsschritte eine wichtige Hilfestellung leisten können, die der Erzeugung einer umfassenden akustischen Markenwelt förderlich sind. Doch eine erfolgreiche Realisierung des akustischen Gesamtkonzepts erfordert vielfach eine interdisziplinäre Kooperation von Wissenschaft und Praxis.
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Wie der Titel “Informationsmarkt. Informationen im I-Commerce anbieten und nachfragen” bereits verrät, geht es im Lehrbuch von Frank Linde (Fachhochschule Köln) und Wolfgang G. Stock (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) nicht nur um musikwirtschaftliche Fragestellungen, sondern um die gesamte Breite von Informationsgütern, wobei nicht nur die wirtschaftlichen, sondern auch soziologische, politologische, rechtliche und ethische Aspekte eingehend im 589 Seiten starken Band behandelt werden. Dieses Buch ist somit mehr als nur ein Lehrbuch für musikwirtschaftlich orientierte Lehrveranstaltungen, sondern ein umfassendes Kompendium für alle Ausbildungszweige zur digitalen Wissensgesellschaft.
Es würde daher den Rahmen dieses Blogs sprengen, wenn das Buch in seiner gesamten Fülle Gegenstand einer Rezension wäre. Ich möchte mich daher in der nachfolgenden Besprechung auf jene Teile beschränken, die sich mit für die Musikwirtschaft wichtigen Themen auseinander setzen.
Weiterlesen ‘Lehrbücher zur Musikwirtschaft: Informationsmarkt’
Liebe Freunde und Interessierte an der Musikwirtschaftsforschung. Ich möchte Euch auf diesem Weg für Euer Interesse an diesem Blog danken und bevor es mit Schwung ins neue Jahr geht, sei mir ein Rückblick ins alte Jahr 2011 gestattet. Vieles hat sich im abgelaufenen Jahr in der Musikwirtschaft ereignet, worauf auch im Blog Bezug genommen wurde. Die Anzahl der Majors in der phonografischen Industrie hat sich auf 3 reduziert. Der Live-Musikmarkt hat weltweit – nach Jahren des rasanten Wachstums – Besucher- und Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Apple, Google und Amazon.com haben ihre Musikclouds der Öffentlichkeit vorgestellt. Spotify ist nicht nur in den USA, sondern auch in Österreich und in der Schweiz gelaunched worden. iTunes wurde nicht nicht in vielen osteuropäischen Ländern, sondern auch in Lateinamerika aktiv. Die Schutzfristen für Tonaufnahmen sind in einer EU-Richtlinie von 50 auf 70 Jahre angehoben worden und vieles weitere mehr.
Ein Höhepunkt aus Sicht der Musikwirtschaftsforschung waren 2011 sicherlich die zweiten Vienna Music Business Research Days zum Thema “New Music Distribution Models” mit interessanten Vorträgen, Diskussionen und erstmals auch mit einem Young Scholars’ Workshop an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, die im Blog nicht nur nachgelesen, sondern auch nachgehört werden können. Zudem gab es den departure Förder-Call “Musik”, zu dem zahlreiche Veranstaltungen – unter anderem die “Neue Töne Music Talks” – stattgefunden haben, von denen viele im Blog nachbetrachtet wurden. Und es fanden neun sehr anregende Musikwirtschafts-Jour-fixe am Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft (IKM) statt, die allesamt im Blog im zusammengefasst wurden.
Welche wissenschaftliche Arbeiten 2011 neu im Blog zum Download hinzugefügt wurden, welche wissenschaftlichen Studien zu musikwirtschaftlichen Themen erschienen sind, welches 2011 die meistbesuchten Posts waren und noch einges mehr kann in weiterer Folge nachgelesen werden.
Weiterlesen ‘Die Musikwirtschaftsforschung 2011 – ein Jahresrückblick’
Am 12. September 2011 hat der Ministerrat der Europäischen Union der Verlängerung der Schutzfrist für Leistungsschutzrechte an Tonaufnahmen von 50 auf 70 Jahre zugestimmt, nachdem die Europäische Kommission 2008 einen Richtlinienvorschlag – allerdings mit einer Schutzfristverlängerung auf 95 Jahre – eingebracht hat, der 2009 vom Europäischen Parlament in Form einer Verlängerung der Schutzfrist auf 70 Jahre beschlossen wurde. Nun sind die EU-Mitgliedsstaaten gefordert, innerhalb von zwei Jahren die Richtlinie zur Schutzfristverlängerung in nationales Recht umzusetzen.
Die Verlängerung der Schutzfristen für Tonaufnahmen wurde erwartungsgemäß von den Interessensvertreter/innen der Musikindustrie begrüßt. In einer ersten Stellungnahme sprach der kürzlich zum IFPI-Chairman ernannte Plácido Domingo von einer guten Nachricht für die Musik-Interpret/innen, “(…) which reflects the important role performers play in success of songs by narrowing the gap between the protection offered to recorded performances and that offered to compositions.” IFPI-Geschäftsführerin Frances Moore fügte hinzu, dass “[t]he extension of the term of protection to 70 years (…) improves the conditions for investment in new talent.” Auch der Manager der irischen Pop-Formation U2 und Björn Ulvaeus von ABBA begrüßen in ihren Stellungnahmen die Entscheidung des EU-Rates.[1]
Die neue Schutzfristen-Richtlinie stößt aber nicht nur auf ungeteilte Zustimmung, sondern wird auch heftig von Open-Source-Aktivisten kritisiert. Aber nicht nur von diesen. Ein Großteil der renommiertesten Rechts- und Wirtschaftswissenschafter/innen, die sich mit Fragen des geistigen Eigentums auseinander setzen, spricht sich gegen die Verlängerung der Schutzfrist aus. In einem Statement gegenüber dem EU Parlament im Jahr 2008, spricht sich, angeführt von den renommiertesten IP-Forschungsstätten in der EU, das Who-is-Who der IP-Expert/innen, darunter auch die beiden Nobelpreisträger James Mirrlees und Kenneth Arrow, deutlich gegen eine Schutzfristenverlängerung aus, die lediglich ineffiziente Monopolrechte unnötiger Weise verlängere.[2]
Das wirft natürlich die Frage nach den ökonomischen Wirkungen der Schutzfristverlängerung auf. In diesem Beitrag wird eine wirtschaftliche Folgenabschätzung auf Basis der ökonomischen Theorie unternommen.
Die zweiten “Vienna Music Business Research Days”, die vom 8.-10. Juni 2011 an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien stattfanden, befassten sich unter dem Titel “New Music Distribution Models” mit der Frage, welche Geschäftsmodelle für den digitalen Musikvertrieb derzeit existieren und welches Erfolgspotenzial sie aufweisen. Es wurde aber auch hinterfragt, was Musik-Download, Streaming und Cloud-Musik für die Musikschaffenden bedeuten und wie diese Modelle von den Musikkonsument/innen angenommen werden.
In Ergänzung zu den Vorträgen und Podiumsdiskussionen mit internationalen Expert/innen des Musikbusiness wurde erstmals auch ein Young Scholars’ Workshop abgehalten, in dem Jungakademiker/innen die Möglichkeit geboten wurde, ihre Forschungsergebnisse zu “Innovations in Music Business” zu präsentieren und mit Musikwirtschaftsexpert/innen sowie dem fachkundigen Publikum zu diskutieren.
In der nachfolgenden Zusammenfassung der zweiten “Vienna Music Business Research Days” können nun die Veranstaltungen am 8. und 9. Juni nachgehört und die meisten Paper und Präsentationen auch herunter geladen werden.
Weiterlesen ‘Nachbetrachtung der zweiten “Vienna Music Business Research Days”, 8.-10. Juni 2011′
Am 29. Oktober 2010 findet an der Fachhochschule Köln, Claudiusstraße 1 (Raum Rotunde) ein sehr interessantes Symposium des Instituts für Informationswissenschaft zum kontroversiellen Thema “Piraterie auf Informationsmärkten” statt. Es wird dabei nicht nur um “Musik-Piraterie” (Stichwort Musiktauschbörsen) gehen, aber natürlich auch. Es soll der Frage nachgegangen werden, welche möglichen positiven und negativen Effekte ”Piraterie” auf diversen Informationsmärkten haben können und welche Maßnahmen getroffen werden, um damit umzugehen. Neben dem Musikmarkt werden dabei die Vortragenden auch die Video- und TV-Branche sowie die Spielebranche genauer beleuchten und die Auswirkungen auf das Urheberrecht diskutieren.
Der Eintritt zu diesem Symposium ist kostenfrei, allerdings bitten die Veranstalter aufgrund des begrenzten Platzangebots um eine verbindliche Online-Voranmeldung.
Das Programm und alle weiterführenden Informationen können von der Symposiums-Website entnommen werden: http://www.infoconomy.de/Symposium-2010.324.0.html
Im Rahmen des Popfest Wien 2010, das vom 6. bis 9. Mai erstmals stattfindet, wird in einer zweitägigen Konferenz vom 7. bis 8. Mai den Rahmenbedingungen österreichischen Popschaffens und den ökonomischen Aspekten der neuen heimischen Popmusik nachgespürt. Ästhetische Dimensionen, wirtschaftliche Potenziale und Risiken einer sich rasant wandelnden Branche werden in Diskussionsrunden, Workshops und Vorträgen behandelt, Konzerte des Popfest Wien sind in die Konferenz eingebunden.
Themenschwerpunkte: Urheberrecht 2.0, Wiener Popmusik – Popmusik in Wien, Musikexport: Fokus Belgien, Social Media Tools und Pop Marketing 2.0
Ort der Veranstaltung: Project Space am Karlsplatz, 1010 Wien
Weiterführende Informationen: www.popfest.at und detailliertes Konferenz-Programm
Der Blog zur Musikwirtschaftsforschung ist heute mit den von der deutschen Version her bekannten Features in englischer Sprache online gegangen: http://musicbusinessresearch.wordpress.com/
Schrittweise werden die meisten Artikel auch in englischer Übersetzung verfügbar gemacht und neue Artikel sowohl in deutscher wie auch englischer Fasung zu lesen sein. Die Informationen über die “Vienna Music Business Research Days”, über die “Internationale Gesellschaft für Musikwirtschaftsforschung”, über “wissenschaftliche Arbeiten” und die ausführliche “Buch-Bibliographie” sind bereits verfügbar.
Vieles Weitere wird noch folgen!
musikwirtschafts-jour-fixe am 1. Juli 2009: Wie realistisch ist die Einführung einer Musik-Flatrate?
Am Mi., 1. Juli 2009 findet ab 14:30 am Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft (Karlsplatz 2/2/9, 1010 Wien) der nächste Musikwirtschafts-Jour-fixe statt. Die Direktorin der AustroMechana, Frau MMag. Ursula Sedlaczek wird zur Frage “Wie realistisch ist die Einführung einer Musik-Flatrate?” ein Impulsreferat halten, in dem sie die (technischen) Hürden, die überwunden werden müssten, aufzeigen, als auch die Verteilungsproblematik thematisieren wird.
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