Nach dem 1. Weltkrieg hatten sich die Musiklandschaft und der Musikgeschmack in Australien deutlich verändert. „Jazz“ war zum Modewort für jene Art synkopenverzierter Musik geworden, die von den USA aus den Weltmarkt eroberte. Dass es sich dabei meistens gar nicht um originären Jazz der Afro-Amerikaner, sondern um Tanzmusik, die mit Jazz-Elementen durchsetzt war, handelte, war nur wenigen bewusst. Jedenfalls wurden „Jazz“-Platten auch Down Under zum Verkaufsschlager, wie eine mit „Present favourite jazz songs“ betitelte Reportage im Magazin Graphic of Australia vom 16. August 1923 belegt, in der ein Betreiber eines Plattengeschäfts in Melbourne auf die Frage, welche Musik bei seinen Kunden am besten ankomme, antwortete: „What London sang yesterday. Look here (…): All these without exception were London’s favourites six months ago” (S. 40) und zeigte auf eine Stapel importierter „Jazz“-Platten. Weiterlesen ‘Musikwirtschaft Australien – Die Frühgeschichte der australischen Musikindustrie (Teil 2)’
Archiv für September 2010
Mit „Sound Beginnings. The early record industry in Australia” hat Ross Laird das meines Wissens bislang einzige Buch zur frühen Geschichte der Musikindustrie in Australien vorgelegt. Er zeichnet darin nicht nur die technologischen Entwicklungsschübe in der frühen australischen Musikindustrie nach, sondern liefert auch eine sehr detailreiche und mit vielen, ausführlichen Zitaten belegte Geschichte der Tonträgerunternehmen, die in Australien zwischen 1877 und 1935 aktiv geworden waren. Es ist somit ein unverzichtbares Nachschlage- und Standardwerk zum besseren Verständnis der musikindustriellen Entwicklung Down Under. In der Folge möchte ich nun die Frühgeschichte der australischen Musikindustrie mit Hilfe von Ross Lairds Buch in mehreren Teilen nacherzählen. Weiterlesen ‘Musikwirtschaft Australien – Die Frühgeschichte der australischen Musikindustrie (Teil 1)’
Musik-Verwertungsgesellschaften in Australien
In Australien sind drei Verwertungsgesellschaften für die Rechte-Wahrnehmung im Musikbereich zuständig: Die im Jahr 1926 gegründete Australasian Performing Rights Association Ltd. (APRA) für die Wahrnehmung des Aufführungs-, Sende- und Verbreitungsrecht, die 1979 ins Leben gerufene Australasian Mechanical Copyright Owners’ Society Ltd. (AMCOS) für das Recht der mechanischen Reproduktion (z.B. über Tonträger oder über diverse digitale Formate) und die 1969 ins Leben gerufene Phonographic Performance Company of Australia Ltd. (PPCA), die die Leistungsschutzrechte der Label und Interpret/innen wahrnimmt.
Zusammen erzielten die drei australischen Musik-Verwertungsgesellschaften im Jahr 2009 Lizenzerträge in der Höhe von AUD 234,8 Mio. (EUR 135,0 Mio.)[1]. Dieser Wert entspricht ungefähr der Hälfte der mit physischen und digitalen Musikprodukten erwirtschafteten Umsatzerlöse der australischen Musikindustrie (siehe: „Musikwirtschaft Australien – Eine Analyse des physischen und digitalen Musikmarktes 2000-2009“).
Wie sich die Lizenzeinnahmen der einzelnen Gesellschaften entwickelt haben und welche Besonderheiten das Verwertungsgesellschaften-System in Australien aufweist, kann in der Folge hier nachgelesen werden. Weiterlesen ‘Musikwirtschaft Australien – Das Musiklizenzgeschäft’
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