Zum Abschluss der Serie über das Woodstock-Festival des Jahres 1969 hat die Historikerin und Journalistin, Sabine Nikolay, einen ausführlichen Gastbeitrag für diesen Blog verfasst, in dem den vielen Widersprüchen in den Erinnerungsbüchern der wichtigsten Protagonisten (siehe Rezensionen zu Roberts et al., 1974 und Lang 2009) des Festivals nach gegangen wird. In zahlreichen Interviews mit den Organisatoren Michael Lang und Joel Rosenman sowie weiterer Verantwortlicher und dem Musiker Joe McDonald hat sie den Ereignissen in den Catskill Mountains des Jahres 1969 nachgespürt und einen Versuch unternommen, den Woodstock-Mythos ein wenig zu lüften. Der Beitrag bietet neue Einblicke und Erkenntnisse in die von vielen Anekdoten und sich widersprechenden Narrationen überwucherten Geschichte der Woodstock Music & Art Fair 1969. Weiterlesen ‘Woodstock: Mythos und historische Fakten. Eine Spurensuche von Sabine Nikolay’
Archiv für September 2009
Anfang Dezember 2008 wurde von Björn M. Braun und Marc Treber Sellyourrights aus dem UNIBATOR der Goethe Universität Frankfurt, aus dem beispielsweise schon der erfolgreiche Klingeltonanbieter JAMBA hervorgegangen ist, als Internet-Start-Up gegründet. Das Grundkonzept ist einfach. Musikerinnen und Musikern wird die Möglichkeit geboten einen beliebigen Betrag zu nennen, den sie benötigen, um ihre Musikproduktion unter Creative Commons Lizenz (http://de.creativecommons.org/was-ist-cc/) zu veröffentlichen. Es wird mit Hilfe von Sellyourrights maximal 21 Tage lang quasi der virtuelle Hut herum gereicht. Kommt die gewünscht Summe zusammen ist, werden die von den Internetusern zugesagten Geldbeträge von der Kreditkarte bzw. über Paypal abgebucht. Ist das nicht der Fall, gibt es natürlich auch keinen Geldfluss. In einer Presseaussendung des UNIBATOR der Goethe Universität Frankfurt heißt es dazu vonseiten des Unternehmensgründers Braun: „Unser Ziel ist es zwei Dinge miteinander zu vereinen, die auf den ersten Blick nicht zusammen passen: Wir wollen beispielsweise, dass jeder Musik frei und legal teilen darf und trotzdem dafür gesorgt wird, dass die Macher dahinter, also die Labels, Manager und Musiker, bei der Sache verdienen.“ Weiterlesen ‘Neue Geschäftsmodelle in der Musikindustrie: Sellyourrights.com’
Die Radiohead-Revolution?
Die Geschichte ist bekannt: Die britische Alternative-Rockband Radiohead postete am 1. Oktober 2007 auf ihrer Homepage, dass ihr neues Album In Rainbows fertig sei und in 10 Tagen erscheinen werde. Die Fans wurden instruiert, sich per Registrierung einen Code zu besorgen, mit dem das neue Album im MP3-Format herunter geladen werden konnte. Den Usern wurde es überlassen, den Preis von US$ 0,00 bis US$ 99,99 selbst zu bestimmen. Das Echo war überwältigend und in kürzester Zeit wurden mehr als 1 Mio. Downloads gezählt. 40% der Fans waren im Durchschnitt bereit US$ 6 für das Album zu zahlen, was in etwa Einnahmen in der Höhe von US$ 2,4 Mio. entspricht. Das, was wie ein revolutionäres Geschäftsmodell aussieht, ist es aber auf dem zweiten Blick nicht – oder doch? Weiterlesen ‘Die Radiohead-Revolution?’
Team Love Records ist ein New Yorker Label, das seine Produktionen kostenlos auf seiner Homepage als MP3-Download bereitstellt und dabei die Philosophie vertritt, dass nur solche Musik nachgefragt wird, die man kennt und schätzt. Die Wertschätzung, die durch die freie Zurverfügungstellung der Musik errungen wird, soll letztendlich dazu führen, dass die Musik auch käuflich erworben wird. Was naiv klingen mag, funktioniert nun schon seit 2004 und hat durchaus auch wirtschaftliche Erfolge gezeitigt, wie in der Folge noch ausführlicher dargelegt werden soll. Weiterlesen ‘Neue Geschäftsmodelle in der Musikindustrie: Team Love Records’
Rezension: The Road To Woodstock
Pünktlich zum 40. Jahrestag von Woodstock legt der künstlerisch Verantwortliche Michael Land seine Festival-Memoiren vor, die unter dem Titel „The Road To Woodstock. From The Man Behind The Legendary Festival“ bei Ecco/HarperCollins in New York erschienen sind. Lang räumt ein, dass er dem Buchprojekt anfangs zögerlich gegenüber gestanden ist, weil er sich an Vieles nicht mehr erinnern konnte, aber „[w]ith the physical act of writing, the door swung wide open, and in flooded faces and places, sights and smells, and I was immersed in the adventure all over again.“ (S. 268). Begleitet wird Lang auf seinem nicht ganz unsentimentalen Trip zurück in die späten 1960er Jahre von Holly George-Warren, die zahlreiche Interviews mit Zeitzeugen geführt hat, die als Zitate in den Text eingeflossen sind. Sie werden ergänzt durch Wortspenden von bereits verstorbenen Akteuren, die Joel Makower in seinem 1989 erschienen Buch „Woodstock: The Oral History“ gesammelt hat. Insgesamt ergibt sich daraus eine sehr dichte Beschreibung der Ereignisse, die sehr persönlich gefärbt ist und nicht immer im Einklang mit anderen Quellen steht. Weiterlesen ‘Rezension: The Road To Woodstock’
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