Archiv für August 2009

28
Aug
09

Rezension: Die Woodstock-Chronik

Mike Evans und Paul Kingsbury haben unter „The Woodstock Chronicles“ einen opulenten Bildband veröffentlicht, der in deutscher Übersetzung von Susanne Tiarks bei der Collection-Rolf-Heyne erschienen ist. Dieses sehr schön gestaltete, großformatige Buch bietet im Hauptteil nicht nur zahlreiche erstmals veröffentlichte Fotos der auftretenden Acts und Impressionen vom Festival, sondern liefert auch viele Hintergrundinformationen. Im ersten Teil werden die gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen, in denen das Woodstock-Festival eingebettet war, mit viel Bildmaterial dargestellt. Es werden aber auch so gut wie alle Protagonisten der Veranstaltung porträtiert und die Vorbereitungsarbeiten dokumentiert. Am Ende des Buches gibt es einen Überblick über andere Festivals in der Nachfolge von Woodstock – Isle-of-Wight, Altamont, Glastonbury – und es wird das Woodstock-„Vermächtnis“ in Form von Gedenkkonzerten und Ausstellungen dargestellt. Den Abschluss bildet eine Diskografie, der in Woodstock auftretenden Acts. Beleuchtet werden aber auch die wirtschaftlichen Hintergründe des Festivals, die ich nun in weiterer Folge besprechen möchte. Weiterlesen ‘Rezension: Die Woodstock-Chronik’

21
Aug
09

Rezension: Making Woodstock

Making Woodstock ist die durchaus gelungene Übersetzung von Adelheit Zöfel und Stefanie Fahrner von Young Men With Unlimited Capital. The Inside Story of the Legendary Woodstock Festival by the Two Who Paid For It, das bereits 1974 erschienen ist. Darin erzählen die beiden für das Woodstock-Festival wirtschaftlich Verantwortlichen Joel Rosenman und John Roberts unterstützt von Robert Pilpel, wie trotz des ganzen organisatorischen und finanziellen Desasters – oder vielleicht gerade deswegen – das Woodstock-Festival als Mythos in die Musikgeschichtsschreibung eingehen konnte. Weiterlesen ‘Rezension: Making Woodstock’

14
Aug
09

40 Jahre Woodstock – Wirtschaftsdebakel und Mythos

Am 15. August 2009 jährt sich zum 40. Mal der Beginn jenes dreitägigen Musikfestivals, das wie kein anderes zum Mythos geworden ist: Woodstock. Das ist angesichts des organisatorischen Chaos und der wetterbedingten katastrophalen Zustände erstaunlich. Noch dazu sind sich die Kommentatoren weitgehend einig, dass Woodstock weder in musikhistorischer noch in musikwirtschaftlicher Hinsicht keineswegs als herausragend zu bezeichnen ist. Von den 32 am Festival auftretenden Acts war Woodstock gerade einmal für drei das Sprungbrett zu einer internationalen Karriere. Der Großteil aber hatte schon davor lukrative Plattenverträge in der Tasche und genoss mehr oder weniger Starruhm. Das ist auch wenig überraschend, denn Woodstock war von den Organisatoren als gewinnbringende Veranstaltung geplant worden. Dazu brauchte man zugkräftige Acts, die eine entsprechend hohe Gage forderten: Die reichte von US$ 2.500 (2009: US$ 14.700) für The Grateful Dead bis zur Höchstgage von US$ 18.000 (2009: US$ 105.800) für die Jimi Hendrix Experience (Schäfer 2009: 25). Dementsprechend hohe Kartenpreise sollten daher auch für einen Gewinn sorgen: US$ 7 für einen Tag, US$ 13 für zwei Tage und US$ 18 für alle drei Tage (Schäfer 2009: 8). 2009 wären das US$ 41,10 für einen Tag, US$ 76,40 für zwei Tage und US$ 105,80 für alle drei Tage. Worin liegt also das Geheimnis, dass eine dermaßen kommerzielle Angelegenheit zum Höhepunkt der Hippie-Bewegung werden konnte und 40 Jahre danach immer noch für Gesprächsstoff sorgt? Weiterlesen ’40 Jahre Woodstock – Wirtschaftsdebakel und Mythos’

07
Aug
09

10 Jahre Napster und was davon blieb

In einem Gespräch mit einem lieben Kollegen äußerte er sein Erstaunen darüber, dass seit dem Beginn des Napster-Hypes und somit des File-Sharings erst zehn Jahre vergangen sind, obwohl er den Eindruck hat, dass all das, was ich in der fünfteiligen Serien beschrieben habe (Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4 und Teil 5) sich in grauer Vorzeit ereignet hat. Ich teile diese Einschätzung und kann das damit verbundene Gefühl damit erklären, dass sich in der Zwischenzeit so viele Umwälzungen in der Musikindustrie ereignet haben, die man in ihrer raschen Abfolge gar nicht fassen kann. Umso überraschender kam daher eine Meldung in den Medien, wonach John Fanning, Shawns Onkel und 70%-Eigentümer von Napster Inc., sein Interesse bekundet hat, The Pirate Bay zu kaufen. Dieses Déjà-Vu-Erlebnis zeigt, wie relevant File-Sharing immer noch ist, dass ein gebrandtes Kind das Feuer immer noch nicht scheut. Welche Nachwirkungen Napster auch noch heute hat und wie der Napster-Fall aus heutiger Perspektive zu beurteilen ist, möchte ich daher in der Folge beschreiben. Weiterlesen ’10 Jahre Napster und was davon blieb’

04
Aug
09

10 Jahre Napster – Ein Rückblick (Teil 5)

Die gerichtliche Anhörung am 26. Juli 2000 war der Wendepunkt in der Geschichte Napsters. Nachdem die Bezirksrichterin Marilyn Hall Patel die einstweilige Verfügung gegen die Musiktauschbörse ausgesprochen hatte, war klar, dass es Napster nicht gelingen würde juristische Legitimation zu bekommen. Daran änderten die sich noch zwei Jahre hinziehenden Berufungsprozesse nichts, die lediglich das absehbare Ende hinauszögerten. Das mussten letztendlich auch die Verantwortlichen der Bertelsmann AG erkennen, die sich trotz anhängiger Gerichtsverfahren bei der Napster Inc. finanziell engagierten. Aber das ist Thema dieser fünften und letzten Folge der Serie “10 Jahre Napster – Ein Rückblick“. Weiterlesen ’10 Jahre Napster – Ein Rückblick (Teil 5)’




 

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