Archiv für Juli 2009

30
Jul
09

10 Jahre Napster – Ein Rückblick (Teil 4)

Nachdem im April 2000 die Rockband Metallica und der Rapper Dr. Dre ihre Aufsehen erregenden juristischen Schritte gegen Napster eingeleitet hatten, ging im Mai die gerichtliche Auseinandersetzung zwischen der Recording Industry Association of America (RIAA) und Napster Inc. in die heiße Phase. Am 5. Mai 2000 musste Napster die erste Niederlage einstecken. Die zuständige Bezirksrichterin, Marilyn Hall Patel, wollte Napster nicht als Internetservice-Provider für Musik anerkennen, wodurch es nicht mehr unter den Schutz des Digital Copyright Millenium Act (DCMA) fiel. Die Vorzeichen standen also schlecht als die RIAA am 12. Juni 2000 beim Bezirksgericht in San Francisco eine einstweilige Verfügung gegen die Musiktauschbörse einbrachte. Wie es zu diesem Antrag kam und was sich beim Showdown am 26. Juli 2000 vor Gericht abspielte, soll nun in der Folge genauer beschrieben werden. Weiterlesen ’10 Jahre Napster – Ein Rückblick (Teil 4)’

27
Jul
09

10 Jahre Napster – ein Rückblick (Teil 3)

Während über den Sommer 1999 Napster zur am raschendsten wachsenden Internetanwendung wurde, war auch der US-amerikanische Musikindustrieverband, die RIAA, auf die Musiktauschbörse aufmerksam geworden. Da das Napster-Management alles daran setzte, eine möglichst hohe Nutzerzahl zu erreichen, um dann aus einer starken Position aus mit der RIAA zu verhandeln, wurden Gesprächsangebote vonseiten der Industrie nicht angenommen bzw. verschleppt. Die Folge war, dass die RIAA im Namen einiger ihrer Mitglieder am 6. Dezember 1999 Klage beim Bezirksgericht in San Francisco gegen die Tauschsite einbrachte. Weiterlesen ’10 Jahre Napster – ein Rückblick (Teil 3)’

24
Jul
09

10 Jahre Napster – Ein Rückblick (Teil 2)

Im Frühjahr 1999 hatte Napster seine Geschäftstätigkeit aufgenommen, nachdem Shawn Fanning unterstützt von der Hacker-Community die File-Sharing-Software im Herbst 1998 programmiert hatte. Mit der Gründung von Napster Inc. war es notwendig geworden, Kapital für das Internet-Start-up-Unternehmen aufzutreiben. Die Aufgabe übernahm Sean Parker, der aufgrund seiner geschäftlichen Aktivitäten schon Kontakte zu einigen Venture Capitalist-Firmen aufgebaut hatte. Dass es gar nicht so leicht war, das nötige Geld aufzutreiben und wie es dann doch noch gelang, wird im zweiten Teil dieser Serie nacherzählt. Weiterlesen ’10 Jahre Napster – Ein Rückblick (Teil 2)’

23
Jul
09

10 Jahre Napster – Ein Rückblick (Teil 1)

Vor genau 10 Jahren, im Frühjahr 1999, wurde Napster als Firma gegründet und stieg im Laufe des Sommers zum meist genutzten Angebot im Internet auf. Wie keine andere Onlineanwendung davor stand und steht Napster für eine Revolution, die zwar von ihm nicht ausgelöst aber entscheidend mitgestaltet wurde. Viele gegenwärtige Entwicklungen in der Musikindustrie sind besser zu verstehen, wenn man den Aufstieg und Fall Napsters zu rekonstruieren versucht.

Ich möchte dazu das Buch „all the rave. The Rise and Fall of Shawn Fanning’s Napster” von Joseph Menn aus dem Jahr 2003 zum Anlass nehmen, die Geschichte von Napster, so wie sie uns der Autor präsentiert, in einer Serie von 5 Teilen nachzuerzählen aber auch kritisch zu reflektieren. Weiterlesen ’10 Jahre Napster – Ein Rückblick (Teil 1)’

20
Jul
09

Die Wirkungen des Musik-File-Sharing – eine neue Studie

Felix Oberholzer-Gee von der Harvard University und Koleman Strumpf von der University of Kansas meldeten sich im Mai 2009 mit einem Working Paper zum Themenkomplex File-Sharing und Copyright erneut zu Wort. Nach ihrer weit rezipierten Studie „The Effect of File Sharing on Record Sales. An Empirical Analysis“, die nach mehreren Überarbeitungen 2007 im „Journal of Political Economy“ veröffentlicht wurde (siehe dazu auch Teil 3 der Serie „Wie böse ist das File-Sharing?“), widmen sich die Autoren in ihrer neuen Arbeit nicht nur der Frage, welche Wirkungen File-Sharing auf den Musikabsatz hat, sondern auch, ob nicht komplementäre Güter wie z.B. Konzerte oder der Verkauf von MP3-Playern von File-Sharing profitieren und etwaige Verluste im Kaufmusik-Segment zu kompensieren in der Lage sind. Darüber hinaus stellen sie Überlegungen an, wie sich File-Sharing auf den Output der Musikschaffenden auswirkt. Weiterlesen ‘Die Wirkungen des Musik-File-Sharing – eine neue Studie’

11
Jul
09

Der Ostbahn-Kurti und die „Musikdiebin“

Als am 19. Juni dieses Jahres Jammie Thomas-Rasset von einem Geschworengericht in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota für den illegalen Download von 24 Musiktiteln aus der Musiktauschbörse Kazaa zu einer Strafe von US$ 1,92 Mio. (US$ 80.000 pro Titel) verurteilt wurde, waren sich die meisten Kommentatoren einig, dass ein solch drakonisches Urteil in Österreich nicht möglich wäre. Dem steht die Einschätzung des Wiener Rechtsanwalts und Urheberrechtsexperten Andreas Manak entgegen, der in einem Interview für den Online-Standard, auf den US-Fall angesprochen, zu bedenken gibt, dass das US-Gericht angenommen hat, „dass jeder der Songs durchschnittlich von 80.000 anderen Usern herunter geladen wird. Wenn eine Kopie US$ 1,– kostet, errechnet sich daraus der Schadenersatz. In Österreich gibt es sogar ein gesetzliches Pönale in der doppelten Höhe des angemessenen Entgelts.“ Das würde bedeuten, dass in Österreich in einem ähnlich gelagerten Fall als Schadenersatz sogar das Doppelte denkbar wäre. Weiterlesen ‘Der Ostbahn-Kurti und die „Musikdiebin“’

05
Jul
09

Das Geschäftsmodell „Michael Jackson“

Der Tod von Michael Jackson hat einen erneuten Run auf seine Musik ausgelöst. Das US-amerikanische Branchen-Magazin Billboard zitiert die SoundScan-Zahlen für die Verkaufswoche nach dem Ableben des „King of Pop“, wonach die Top-8-Plätze von dessen Alben eingenommen wurden. Auch in den iTunes- und Amazon-Download-Charts hielt Jackson in der genannten Woche die Führungsposition inne.

Allerdings spiegeln diese Zahlen keineswegs die Beliebtheit des Künstlers in den letzten Jahren wider. Zwar vergab die Recording Industry Association of America (RIAA) noch im März dieses Jahres die nunmehr 28. Platin-Schallplatte für das Album „Thriller“, aber das war eine der wenigen Auszeichnungen für Jackson im weltweit wichtigsten Musikmarkt seit Jahren. Die letzte Vergabe einer Platin-Schallplatte (mehr als 1 Mio. Stück) in den USA – und zwar für „Number Ones“ reicht schon ins Jahr 2005 zurück. Jacksons Tonträger verkauften sich Anfang des 21. Jahrhundert also schon längst nicht mehr so gut wie in den 1980er und frühen 1990er Jahren, als er den Gipfel seiner Popularität erreicht hatte.

Insbesondere im Jahrzehnt von 1979 bis 1989 gebührt Michael Jackson tatsächlich auch aus wirtschaftlicher Sicht der Titel „King of Pop“. Anhand der Zahlen, die die RIAA auf ihrer Homepage zur Verfügung stellt, lässt sich diese Ausnahmeposition der Pop-Ikone zumindest für den US-Markt rekonstruieren, aber auch die Problematik der Superstar-Strategie, wie sie von den Majors in den frühen 198oer Jahren eingeschlagen wurde, aufzeigen. Weiterlesen ‘Das Geschäftsmodell „Michael Jackson“’

03
Jul
09

Der Internet-Tsunami und die Musikflatrate – Zusammenfassung des Musikwirtschafts-Jour-fixe vom 1. Juli 2009

Am 1. Juli war die Direktorin der AustroMechana, Frau MMag. Ursula Sedlaczek zu Gast im Musikwirtschafts-Jour-fixe, um über die praktischen Probleme zu sprechen, die der Einführung einer Musikflatrate entgegenstehen. Dabei skizzierte sie eingangs die gegenwärtige Umbruchsituation sehr eindringlich als kulturellen Wandel der in Form eines Internet-Tsunamis alle gängigen und lang praktizierten Geschäftsmodelle hinwegfegt. So brechen insbesondere den Major-Labeln und deren Verlagen, die 70% der weltweiten Rechte verwalten, die Umsätze weg. Gleichzeitig werden im Netz kolportierte 90-95% der digitalen Inhalte an den Rechteinhabern und -verwertern vorbei unentgeltlich weitergeben. Die Verwertungsgesellschaften befinden sich dabei an der Schnittstelle zwischen zwei Märkten, die sich grundlegend verändern. Am Markt der Rechtinhaber gibt es eine Tendenz zur exklusiven Verwertung der Rechte nur noch über eine oder wenige Verwertungsgesellschaften und auf dem Markt der Rechtnutzer schwindet das Verständnis, für die Nutzung von Inhalten ein adäquates Entgelt zu entrichten. Weiterlesen ‘Der Internet-Tsunami und die Musikflatrate – Zusammenfassung des Musikwirtschafts-Jour-fixe vom 1. Juli 2009′

03
Jul
09

Michael Jackson, King of Pop 1958-2009 – In memoriam

Am 25. Juni verstarb mit Michael Jackson jener Musiker, der emblematisch für den Superstar-Pop der 1980er und 1990er Jahr stand. Jackson prägte nicht nur die Musik für eine gesamte Pop-Generation, sondern er repräsentierte quasi ein Geschäftsmodell, das gerade in den letzten Jahren in Auflösung begriffen ist. Das ist von großer Symbolkraft und das Ableben der „King of Pop“ markiert somit in vielerlei Hinsicht das Ende einer Ära.

Ralph Wunsch, der Gastautor dieses Beitrags und ein Michael Jackson Kenner,  versucht gerade die wirtschaftlichen Aspekte der Superstar-Ikone und des Geschäftsmannes zu beleuchten, ohne dabei die Persönlichkeit des Musikers aus den Augen zu verlieren. Weiterlesen ‘Michael Jackson, King of Pop 1958-2009 – In memoriam’




 

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