Das File-Sharing wird hauptverantwortlich gemacht für den Rückgang bei den Umsätzen in der phonografischen Industrie vor allem im CD-Segment (siehe dazu stellvertretend eine Diskussion auf netzwertig.com). Allerdings zeigen Ernst zu nehmende Studien zum File-Sharing-Verhalten (siehe Teil 1, Teil 3 und Teil 15 der Serie „Wie böse ist das File-Sharing“), dass nicht unbedingt ein negativer Zusammenhang zwischen Tauschbörsennutzung und käuflich zu erwerbender Musik bestehen muss. Wenn dem aber so ist, dann muss es andere Ursachen für die nunmehr Jahre lang anhaltende Rezession geben. Diese möchte ich nun in der Folge diskutieren und empirisch zu untermauern versuchen. Weiterlesen ‘Die Rezession in der Musikindustrie – eine Ursachenanalyse’
Archiv für Juni 2009
Die Musikindustrie ist, und das wird wohl niemandem entgangen sein, eine sehr dynamische Branche. Wenn nun Buch mit dem verheißungsvollen Titel „Die Musikindustrie im digitalen Zeitalter“ im Jahr 2008 erscheint, in dessen Literaturverzeichnis aber nur Publikationen bis zum Erscheinungsdatum 2002 zu finden sind, so macht sich beim Leser vorab eine gewisse Skepsis breit. Wenn dann im Text von den 5 Musik-Majors die Rede ist, die sich den internationalen Musikmarkt untereinander aufteilen und in DM statt in Euro gerechnet wird, dann bestätigen sich sämtliche Befürchtungen. Kurz und gut (oder eher schlecht), dieses Buch ist vollkommen veraltet. Im Kapitel 4, wo die neuen Geschäftsmodelle vorgestellt werden, wird von den Download-Sites mp3.com und eMusic gesprochen, aber keine Rede von iTunes. Napster war gerade von Bertelsmann übernommen worden und es wird über das zukünftige Geschäftsmodell spekuliert. Bei den Subscription Services wird Pressplay und Musicnet als brandneu vorgestellt. In der Liste der Streamingmodelle fehlt natürlich LastFM. Und die Musik-DVD wird als Zukunftsmodell für die darbende Musikindustrie dargestellt. Wie konnte es also dazu kommen, dass eine Fakten- und Datenlücke von 6 Jahren entstanden ist? Weiterlesen ‘Rezension: Die Musikindustrie im digitalen Zeitalter’
musikwirtschafts-jour-fixe am 1. Juli 2009: Wie realistisch ist die Einführung einer Musik-Flatrate?
Am Mi., 1. Juli 2009 findet ab 14:30 am Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft (Karlsplatz 2/2/9, 1010 Wien) der nächste Musikwirtschafts-Jour-fixe statt. Die Direktorin der AustroMechana, Frau MMag. Ursula Sedlaczek wird zur Frage „Wie realistisch ist die Einführung einer Musik-Flatrate?“ ein Impulsreferat halten, in dem sie die (technischen) Hürden, die überwunden werden müssten, aufzeigen, als auch die Verteilungsproblematik thematisieren wird.
Am Donnerstag 18.06.2009 findet am Institut für Römisches Recht und Antike Rechtsgeschichte der Universität Wien ein Vortrag mit dem Titel „Neue Medien und Urheberrecht“ statt. Markus Schimana referiert über das Thema seiner Diplomarbeit. Präsentiert wird ein kleiner geschichtlicher Abriss, wie es überhaupt zur Entstehung eines Urheberrechts kam – vor allem welche Diskussionen diese Entstehung begleiteten – und welche Debatten und Auseinandersetzungen es in jüngerer Zeit (nicht zuletzt im musikwirtschaftlichen Kontext) rund um das Urheberrecht gab.
Veranstaltungszeit und -ort: Do, 18.06.2009, 19:30. Institut für Römisches Recht und Antike Rechtsgeschichte, Seminarraum, 3. Stock, Schenkenstrasse 8-10, 1010 Wien.
In einem Online-Artikel vom 29. Mai wird unter der Überschrift „U.K. Report Shows Impact Of P2P“ über einen jüngst erschienen Bericht vom Centre for Information Behaviour and the Evaluation of Research (CIBER) am University College London, der im Auftrag des Strategic Advisory Board für Intellectual Property Policy (SABIP) erstellt wurde, folgendes berichtet: „It examines online consumer behaviour in the U.K. and its potential impact on business and government policy, looking at evidence from across the copyright industries and across all age ranges”. Und Billboard zitiert dazu den für Fragen des geistigen Eigentums zuständigen Minister, David Lammy, mit den Worten: „As SABIP’s report shows, illegal downloading robs our economy of millions of pounds every year and seriously damages business and innovation throughout the U.K. (…) It is something that needs tackling, and we are serious about doing so.“
Solche Meldungen machen natürlich hellhörig und es entsteht der Eindruck, dass nunmehr die ultimative Studie zu den (ökonomischen) Wirkungen des File-Sharing vorgelegt wurde. Dass dem nicht so ist und was nur wirklich in diesem Bericht steht kann hier nachgelesen werden. Weiterlesen ‘Neue britische Studie zum File-Sharing’
„Wertschöpfung in der Musikindustrie“ ist die in Buchform veröffentlichte Version der Dissertation von Eberhard Kromer an der Humbold Universität Berlin. Der Autor verknüpft darin sein akademisch erworbenes Wissen mit seinen Kenntnissen und Erfahrungen, die er in seinen Tätigkeit bei Sony Music Deutschland und X-Cell Records erworben hat. Das ergibt eine sehr interessante Arbeit, die lesenswert ist. Die zentrale These des Buches ist „(…) dass Musik als unkörperliches Kulturgut weit entfernt ist von jeder Krise und Problembehaftung, dass vielmehr die industriellen Verwertungsformen der verschiedenen sich ändernden Rahmenbedingungen der letzten Jahre nicht gerecht werden.“ (S. 74).
Wie der Autor seine These zu belegen versucht, kann in der Folge hier nachgelesen werden. Weiterlesen ‘Rezension: Wertschöpfung in der Musikindustrie’
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