In den Teilen 1 bis 15 der Serie „Wie böse ist das File-Sharing?“ habe ich ausführlich viele der vorliegenden wissenschaftlichen Analysen über den Zusammenhang von Musik-File-Sharing und Tonträgerabsatz/-umsatz dargestellt und kritisch hinterfragt. Auffallend ist dabei die weite Streuung der Ergebnisse. Manche Studien kommen zum Schluss, dass unautorisiertes File-Sharing die Hauptursache für die rückläufigen Tonträgerverkäufe der letzten Jahre ist, wohingegen andere keinen Zusammenhang feststellen können oder sogar positive Wirkungen identifizieren. Wie kommt es zu solchen Widersprüchen? Der Hauptgrund mag wohl in den unterschiedlichen Methoden liegen, die in den Studien zur Anwendung kommen. Ich werde daher in diesem abschließenden Beitrag versuchen, durch eine Typologisierung der einzelnen Ansätze Ordnung ins methodische Chaos zu bringen und ein Erfolg versprechendes Forschungsdesign zur Diskussion stellen. Ich werde aber auch versuchen den engen Forschungsfokus, den fast alle diskutierten Studien einnehmen, zu erweitern und für das empirische Faktum rückläufiger Tonträgerverkäufe einen umfassenderen Erklärungsversuch anbieten. Weiterlesen ‘Wie böse ist das File-Sharing? – Teil 18′
Archiv für Mai 2009
Im heutigen Musikwirtschafts-Jour-fixe hat Stefanie Bramböck die zentralen Ergebnisse ihrer hervorragenden Diplomarbeit mit dem Titel “Die Wiener Jazzszene. Wachstumspotenziale durch Arbeits- und Produktionsbedingungen einer Jazzszene” präsentiert und zur Diskussion gestellt. Bemerkenswert war dabei die einleitende Aussage, dass Wien von außerhalb als die Jazzmetropole Nr. 1 in Europa gesehen wird, was sich nicht unbedingt in der Selbsteinschätzung der Wiener Jazzszene wiederspiegelt. Das liegt wohl auch daran, dass die Arbeits- und Produktionsbedingungen als nicht sehr einfach empfunden werden und sich die öffentlichen Förderungen vor allem in der Erhaltung der Infrastruktur erschöpfen. Wie nun diese Rahmenbedingungen in Wien beschaffen sind, kann in der Folge nachgelesen werden.
Am Mi., 20.5. findet ab 14:30 am Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft (Karlsplatz 2/2/9, 1010 Wien) der nächste Musikwirtschafts-Jour-fixe statt. Stefanie Bramböck, die vor Kurzem ihr Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien erfolgreich abgeschlossen hat, ist dieses Mal zu Gast. Sie präsentiert die Kernaussagen ihrer Diplomarbeit mit dem Titel „Die Wiener Jazzszene. Wachstumspotenziale durch Arbeits- und Produktionsbedingungen einer Jazzszene“.
Die British Music Rights ist das Sprachrohr für 34.500 Komponisten und Textautoren sowie 2.500 Musikverleger und die zuständige Verwertungsgesellschaft und hat 2008 bei der University of Hertfordshire eine Studie über die Musiknutzung von Jugendlichen über 14 Jahren in Auftrag gegeben. Befragt wurden 1.158 Jugendliche in ganz Großbritannien, wobei 773 Fragebögen vollständig ausgewertet werden konnten. Differenziert wurden die Ergebnisse zwischen den Altersgruppen der 14-17jährigen, 18-24jährigen und über 25jährigen.
Ich möchte nun in der Folge nicht alle Ergebnisse präsentieren, sondern den Fokus auf jene Daten legen, die für die Frage des File-Sharing-Verhaltens von Jugendlichen von Bedeutung sind. Hier geht es zu den Ergebnissen. Weiterlesen ‘Wie böse ist das File-Sharing? – Teil 17′
Im Februar 2009 publizierte die schwedische Verwertungsgesellschaft für Komponisten, Textautoren und Musikverleger – Svenska Tonsättares Internationella Musikbyrå (STIM) – eine Studie über das File-Sharing-Verhalten in der schwedischen Bevölkerung. Die Studie besteht auch zwei Teilen: (1) die Ergebnisse aus einer online gestützten Befragung unter 1.123 schwedischen File-Sharern und (2) die Erkenntnisse aus einem Feldversuch mit einer legalen Musiktauschbörse unter Universitätsstudenten. Die Ergebnisse habe ich in der Folge zusammengefasst. Weiterlesen ‘Wie böse ist das File-Sharing? – Teil 16′
David Blackburn verfasste 2004 an der Harvard University ein Working Paper mit dem Titel „On-line Piracy and Recorded Music Sales“ und wählte eine ähnliche Methodik, wie davor schon Oberholzer-Gee/Strumpf (siehe Teil 3), nämlich über einen gewissen Zeitraum die über File-Sharing herunter geladenen Alben mit den Verkaufszahlen ihrer physischen Pendants zu vergleichen und daraus mit ökonometrischen Methoden die Auswirkungen von File-Sharing auf den CD-Absatz zu eruieren. Dabei beobachtet der Autor zwei Effekte: einen Subsitutionseffekt, der sich negativ auf den CD-Absatz auswirkt und einen Samplingeffekt, den er als „penetration effect“ bezeichnet, der den CD-Absatz sogar ankurbelt. In einer gesamtheitlichen Betrachtung aller Albenverkäufe heben sich die Effekte auf, sodass keine statistisch signifikante Wirkung von File-Sharing auf den CD-Absatz feststellbar ist. Betrachtet man aber die Alben von sehr bekannten Künstler, die in den letzten 10 Jahren Charterfolge aufzuweisen hatten, so dominiert bei ihnen der Substitutionseffekt, wohingegen bei unbekannten Künstlern, die kaum in den Charts vertreten sind, der Samplingeffekt vorherrscht. Durch das File-Sharing kommt es also zu einer Nivellierung des Superstareffekts und einer Umverteilung der Erträge aus dem Tonträgergeschäft von den Superstars zu den weniger bekannten Künstlern. Wie dieses Ergebnis im Detail zustande kommt, kann nun hier nachgelesen werden. Weiterlesen ‘Wie böse ist das File-Sharing? – Teil 15′
Eric S. Boorstin verfasste 2004 eine Masterthesis an der Princeton University mit dem Titel “Music Sales in the Age of File Sharing”, in dem er den Zusammenhang zwischen Internetzugang und CD-Verkaufszahlen für 99 Städte in den USA für 1998, 2000 und 2001 erhob. Dabei stellte er fest, dass für die Altersgruppe von 15 bis 24 Jahre der Internetzugang sich signifikant negativ auf den CD-Absatz auswirkt, wohingegen in den Altergruppen über 25 Jahren eine positive Korrelation besteht und er in der Folge zum Schluss kommt, „that file sharing is not the cause of the recent decline in record sales.“ Wie er das begründet, lässt sich in der Folge nachlesen. Weiterlesen ‘Wie böse ist das File-Sharing? – Teil 14′
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