Archiv für April 2009

30
Apr
09

Wie böse ist das File-Sharing? – Teil 13

Nicolas Curien & François Moreau vom Conservatoire National des Arts et Métiers Paris bauen in ihrem Working Paper auf dem Modell von Ibrahiim Bayaan auf, das im Teil 12 detailliert vorgestellt wurde. Im Unterschied zu Bayaan ist aber das mikroökonomische Modell von Curien & Moreau komplexer und versucht dessen Verkürzungen zu beseitigen. Die Autoren kommen darin zum Ergebnis, dass vor allem die großen Label (Majors) wirtschaftliche Einbußen durch das File-Sharing erleiden, wohingegen die Künstler dann profitieren können, wenn sie sich verstärkt auf den Live-Auftritt konzentrieren. Und in diesem Geschäftsfeld sehen die Autoren auf den Ausweg für die Label aus der wirtschaftlichen Misere. Ihrer Meinung nach sollten sie sich ins Konzertbusiness einkaufen und sich vertikal integrieren. Warum das aus Sicht der Autoren sinnvoll wäre, kann hier nachgelesen werden. Weiterlesen ‘Wie böse ist das File-Sharing? – Teil 13′

28
Apr
09

Wie böse ist das File-Sharing? – Teil 12

In einem wenig beachteten Aufsatz thematisierte Ibrahiim Bayaan von der Emory University in Atlanta, Georgia, wie sich neue Kopiertechnologien auf den Markt für Originale in punkto Gewinne, Angebotsvielfalt und Wohlfahrt auswirken. In einem mikroökonomischen Modell werden von Bayaan die Nachfrage und das Angebot nach Musik untersucht. Er zeigt, dass die Entstehung von File-Sharing die Nachfrage nach CDs sinken lässt, aber mit zwei Strategien dem entgegen gewirkt werden kann: mit Qualitätsverbesserungen und mit juristischem Vorgehen geben die File-Sharer, wobei letztere Strategie im Modell weniger wirksam ist als erstere. Zudem zeigt Bayaan, dass der technologische Fortschritt, in dessen Zusammenhang File-Sharing zu sehen ist, die Anzahl der Musiker erhöht und eine größere Vielfalt in der Musikindustrie erzeugt. Die Beweisführung und meine kritischen Anmerkungen dazu sind hier nachzulesen. Weiterlesen ‘Wie böse ist das File-Sharing? – Teil 12′

26
Apr
09

Wie böse ist das File-Sharing? – Teil 11

Nobert Michel von der Nicholls State University in Louisiana verfasste 2003 eine Dissertation mit dem Titel „A Theoretical and Empirical Analysis of the Impact of the Digital Age on the Music Industry“, in der er sich in den Kapiteln 3 bis 6 mit den ökonomischen Auswirkungen des File-Sharings auf den Tonträgermarkt beschäftigte. Diesen Abschnitt publizierte er 2004 als Working Paper der Heritage Foundation in Washington D.C., das schließlich in komprimierter Form als Artikel in den „Topics in Economic Analysis & Policy“ erschienen ist. Darin modelliert Michel nicht nur das Musikkonsumentenverhalten, sondern auch die Beziehung zwischen Label und Musiker, um daraus ein spieltheoretisches Entscheidungsmodell abzuleiten, mit dessen Hilfe er zu zeigen versucht, dass File-Sharing die CD-Umsätze verringert hat und es keinen Hinweis darauf gibt, dass File-Sharing einen positiven Effekt auf Umsätze und Gewinne der Tonträgerunternehmen hat. Wie der Autor zu diesen Ergebnissen kommt, kann hier nachgelesen werden. Weiterlesen ‘Wie böse ist das File-Sharing? – Teil 11′

22
Apr
09

Pro und Contra Kulturflatrate: Zusammenfassung des Musikwirtschafts-Jour-fixe am 22. April 2009

Im Musikwirtschafts-Jour-fixe hat dieses Mal der Berater im Bereich Multimedia Andreas Kolm, der lange Jahre bei der AustroMechana für die Lizenzierung der mechanischen Rechte, insbesondere im Bereich Internet, Mobile und Audiovision tätig war, ausgehend vom Pirate-Bay-Urteil die Pro- und Contra-Argumente für eine Musikflatrate zusammengefasst.

 

Präsentation Andreas Kolm: Pro- und Contra Kulturflatrate

Weiterlesen ‘Pro und Contra Kulturflatrate: Zusammenfassung des Musikwirtschafts-Jour-fixe am 22. April 2009′

22
Apr
09

Call for Papers – „Musik als Gegenstand und Mittel der Rechtfertigung“

 

Vom Donnerstag 24.09. (14:00 Uhr) bis Freitag 25. 09. (ca. 13:00 Uhr) findet am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen die Jahrestagung der AG Musiksoziologie 2009 zum Thema „Musik als Gegenstand und Mittel der Rechtfertigung statt“. Die Frist für die Einreichung der Abstracts, die nicht länger als eine Seite sein sollten, endet am 30. Juni. Alle Details kann man hier nachlesen.

 Call for Papers für die Jahrestagung der AG Musiksoziologie 2009

 

 

21
Apr
09

Wie böse ist das File-Sharing? – Teil 10

Im Working Paper von Seonmi Lee von der University of Florida geht es in erster Linie nicht um den Zusammenhang zwischen File-Sharing und Tonträgerverkäufen, sondern er versucht mit Hilfe einer Befragung unter Studierenden herauszufinden, wie sich das Kaufverhalten der Musikkonsumentinnen und –konsumenten verändert hat. Er kommt zum Ergebnis, dass der Preis nur einen schwachen Effekt auf die Kaufbereitschaft hat, hingegen andere Faktoren wie Genrepräferenzen oder die Wertschätzung gegenüber den Musikern statistisch signifikant die Kaufentscheidung beeinflussen. So nebenbei schließt Lee aus dem Datenmaterial, dass File-Sharing einen negativen Einfluss auf den Tonträgerabsatz hat. Weiterlesen ‘Wie böse ist das File-Sharing? – Teil 10′

19
Apr
09

Wie böse ist das File-Sharing? – Teil 9

Tatsuo Tanaka vom Institute of Innovation Research der Hititsubashi Universität in Tokio untersuchte in einem Working Paper den Zusammenhang zwischen dem Download-Verhalten auf der in Japan im Beobachtungszeitraum beliebten File-Sharing-Website „Winny” und den Verkaufszahlen jener CDs, die über die Tauschbörse herunter geladen wurden. Die Daten-Auswertung erbrachte keinen statistisch signifikanten Zusammenhang. Gleichzeitig wurde unter Studierenden der Keio Universität eine Befragung über deren Musikkonsum durchgeführt, die ebenfalls zeigte, dass File-Sharing nur einen sehr begrenzten Einfluss auf die CD-Verkäufe hat. Wie Tanaka zu diesen Ergebnissen kommt und wie diese zu bewerten sind, kann hier nachgelesen werden. Weiterlesen ‘Wie böse ist das File-Sharing? – Teil 9′

17
Apr
09

Pirate-Bay-Urteil: Verbrechen und andere Kleinigkeiten

Das Schöffengericht in Stockholm hat sein Urteil gesprochen, und es ist nicht ganz unerwartet ein Schuldspruch herausgekommen. Wegen Beihilfe zu schwerer Urheberrechtsverletzung wurden die Betreiber des Bit-Torrent Trackers „Pirate Bay“ heute Mittag für schuldig befunden und zu einjährigen Haftstrafen sowie einem Schadensersatz in der Höhe von 30 Millionen Schwedischen Kronen (2,75 Millionen Euro) verurteilt. Damit folgte das Gericht in punkto Strafhöhe der Forderung der Staatsanwaltschaft, auch wenn der Schadenersatz von den angedrohten 10 Millionen Euro auf 2,75 Millionen Euro herabgesetzt wurde. Der Betrag soll verschiedenen Film- und Musikunternehmen zugute kommen.

Soweit also die Fakten. Die Vertreter der Film- und Musikindustrie werden sich nun durch dieses Urteil in ihrer Position gestärkt fühlen. Urheberrechtsverletzungen sind ein Verbrechen, für das man ins Gefängnis wandert. Davon soll auch eine präventive Wirkung gegenüber den Nutzern von File-Sharing-Netzwerken wie Bit-Torrent ausgehen. Die juristisch (aus)gebildeten unter Euch mögen mich korrigieren, aber aus rein rechtlicher Sicht kann an diesem Urteilsspruch wenig ausgesetzt werden. Die Pirate-Bay-Betreiber haben ein gesetzwidriges Treiben unterstützt bzw. Vorschub dazu geleistet. Dieser Sachverhalt ist seit dem Gerichtsverfahren gegen Napster und all seinen Epigonen hinlänglich bekannt. Es geht aber weniger um die rechtliche Bewertung dieses Falles, sondern um die wirtschaftliche und auch die gesellschaftspolitische Dimension. Weiterlesen ‘Pirate-Bay-Urteil: Verbrechen und andere Kleinigkeiten’

17
Apr
09

Wie böse ist das File-Sharing? – Teil 8

Der Beitrag von Alejandro Zentner erschien bereits 2004 als Working Paper an der University of Chicago, bevor er unter dem Titel „Measuring the Effect of File Sharing on Music Purchases” 2006 im Journal of Law and Economics publiziert wurde.  Darin stellt der Autor die These auf, dass P2P File-Sharing die Wahrscheinlichkeit Musik zu kaufen um rund 30% verringert und der Umsatz mit Musikprodukten 2002 um 7,8% höher gewesen wäre. Die Aussagen beruhen auf einer Auswertung einer Befragung, die im Jahr 2001 unter 15.000 europäischen Konsumenten durchgeführt wurde. Wie diese Untersuchung genau zu bewerten ist, kann hier genauer nachgelesen werden. Weiterlesen ‘Wie böse ist das File-Sharing? – Teil 8′

16
Apr
09

Wie böse ist das File-Sharing? – Teil 7

Dieses Mal werden gleich drei Artikel genauer betrachtet, die sich alle mit dem Phänomen des Musik-Sampeln, d.h. dem „Probehören“ von Musik-Files, die via Tauschbörsen gewonnen wurden, beschäftigen. Im Gegensatz zum bereits im zweiten Teil der Serie besprochenen Artikel von Liebowitz kommen alle drei Studien zum Schluss, dass Sampling sehr wohl Absatz steigernd für Tonträger bzw. käuflich zu erwerbende Musik wirkt und bei Weitem den Substitutionseffekt ausgleicht.

So zeigen Peitz und Waelbroeck (2006) modellhaft, dass auch die Label über den Sampling-Effekt mit einem Gewinnzuwachs rechnen können, wenn die angebotene Vielfalt der Musiktitel hoch ist.

Bounie, Bourreau und Waelbroeck (2005) untermauern diese Erkenntnisse auch empirisch mit einer Studie über das Musikkonsumverhalten von Studentinnen und Studentin, indem sie aufzeigen, dass es zwei Typen von File-Sharer gibt: „Explorer“ und „Piraten“, wobei erstere wesentlich mehr Einfluss auf den Musikmarkt haben als letztere.

Und schließlich kombinieren Gopal, Bhattacharjee und Sanders (2006) ein von ihnen erstelltes Anreizmodell für Musik-Sampling mit einer Befragung, die zum Schluss kommt, dass Sampling, wenn es mit geringen Kosten verbunden ist, nicht nur zu einem Wohlfahrtszuwachs führt, sondern auch den Superstar-Effekt abschwächt.

Wie die Studien im einzelnen aufgebaut sind und wie die Autoren zu ihren Schlussfolgerungen kommen, kann im Detail hier nachgelesen werden. Weiterlesen ‘Wie böse ist das File-Sharing? – Teil 7′




 

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