11
Apr
14

Rezension: Balkanboom! Eine Geschichte der Balkanmusik in Österreich

Buchcover BalkanboomIm Peter Lang Verlag erschien vor kurzem ein von Andreas Gebesmair, Anja Brunner und Regina Sperlich verfasster Sammelband zum Boom der Balkanmusikszene, der seit Mitte der 2000er Jahre vor allem in Wien und Graz zu beobachten ist. Unter dem Titel “Balkanboom! Eine Geschichte der Balkanmusik in Österreich” publizieren die drei KultursoziologInnen die Ergebnisse eines dreijährigen Forschungsprojekts, dass sie am Forschungsinstitut mediacult durchgeführt haben. Sie haben dazu eine Vielzahl an Zeitungs- und Zeitschriftenbeiträge und Onlinequellen ausgewertet, sowie insgesamt 34 qualitative Interviews mit Musikschaffenden sowie LabelmanagerInnen und KonzertveranstalterInnen der Balkanmusikszene in Österreich durchgeführt, um den Ursachen für diesen Boom auf den Grund zu gehen. Das Buch liefert dazu nun die entsprechenden Antworten.

 

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07
Apr
14

Der phonografische Markt in Deutschland, 2003-2013

Im jüngsten Bericht des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI) wird für den phonografischen Markt in Deutschland erstmals seit 15 Jahren wieder ein leichter Umsatzzuwachs von 1,2 Prozent vermeldet. Verantwortlich dafür sind die digitalen Musikverkäufe (Download & Streaming), die von 2012 auf 2013 um 11,7 Prozent angestiegen sind. Gleichzeitig ist der Rückgang im physischen Segment mit -1,5 Prozent auf EUR 1,12 Mrd. moderat ausgefallen. Dabei sticht vor allem der Umsatzsprung bei Vinylverkäufen um 47,2 Prozent auf EUR 29,0 Mio. ins Auge, wohingegen der CD-Umsatz um weitere 1,3% auf EUR 1,0 Mrd. im Jahr 2013 zurückgegangen ist. Da die CD in Deutschland mit einem Marktanteil von 69,8 Prozent weiterhin der wichtigste Umsatzträger ist, sollte nicht voreilig von einer Trendwende am Markt gesprochen werden. Da eine Stabilisierung der Umsätze mit physischen Musikprodukten als unrealistisch angesehen werden muss, müssten Steigerungen bei den digitalen Musikverkäufen die Verluste im physischen Segment überkompensieren. Da 2013 die Umsätze bei den Singletrack-Downloads erstmals um 4,4 Prozent auf EUR 104,0 Mio. gesunken sind, erscheint auch dieses Szenario fraglich, obwohl die Einnahmen aus dem Musikstreaming (Aboservices und werbefinanziert) um 91,2 Prozent auf EUR 68,0 Mio. im Jahr 2013 angestiegen sind.

In der nachfolgenden Analyse wird daher versucht aufgrund der vorliegenden Zahlen und der historischen Daten einzuschätzen, wie sich der phonografische Markt in Deutschland entwickeln könnte.

 

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03
Apr
14

Classical:NEXT 2014 – Die weltweite Klassik-Branche trifft sich im Mai in Wien!

ClassicalNext_LogoDie neue Musik- & Contentmesse Classical:NEXT in Wien ist nach nur zwei Ausgaben zum weltweit wichtigsten Hot-Spot für die klassische Musikbranche avanciert. Vom 14. bis 17. Mai 2014 ist die Heimstätte der kommenden dritten Ausgabe, wie schon im Vorjahr, das MAK – Museum für Angewandte Kunst Wien. Für klingende Namen gleichfalls wie für junge Initiativen ist die Classical:NEXT ein Multiplikator und Marktplatz zur weltweiten Vernetzung, zum Anbahnen neuer Kooperationen, zum Ausloten neuer Vertriebswege oder zur Vermittlung von KünstlerInnen, KomponistInnen und musikalischen Projekten.

Das Forum richtet sich daher an alle Akteure der kreativen und produktiven Wertschöpfungskette der klassischen Musikindustrie: Musik-Veranstalter, Konzerthäuser, Orchester, Ensembles, MusikerInnen, KomponistInnen, Agenturen und Labels, Musikverlage, Vertriebe und JournalistInnen bis hin zu Technologie-Anbietern, Audience-Developern und vielen mehr.

Über 1.000 erwartete FachbesucherInnen aus mehr als 40 Nationen weltweit, 2,5 Tage volles Konferenz-Programm mit internationalen Panellisten, vergrößerte Expo und Regio-Fokus auf Südkorea und Brasilien. Dazu 7 Tage Publikums-Festival mit Klassik-Clubbing in Wien und eine Oper in 4D! Das sind nur einige Argumente, die Klassik-Musikmesse Classical:NEXT, heuer zum zweiten Mal in der Musikhauptstadt Wien, zu beiten hat.

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01
Apr
14

Musikwirtschafts-Jour-fixe am 8. April 2014: Balkanboom! Eine Geschichte der Balkanmusik in Österreich

Am 8. April findet ab 18:00 der nächste Musikwirtschafts-Jour-fixe, dieses Mal zum Thema “Balkanboom! Eine Geschichte der Balkanmusik in Österreich” am Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft (IKM, Anton-von-Webern-Platz 1, 1030 Wien) statt. Das von der  Kultursoziologin Regina Sperlich präsentierte Buch ist das Ergebnis eine FWF-Forschungsprojekts zum Balkanmusikboom, der um die Mitte der 2000er Jahre von Wien ausgehend eingesetzt und schließlich ganz Österreich erfasst hat. Es steht damit im Kontext der Forschungen zur Musikultur vor allem der ex-jugoslawischen Community, die durch  “Ökonomie der Balkanmusik” von Ivona Ðermanovic schon einmal ausführlich in Buchform behandelt und in diesem Blog bereits besprochen wurde. Eine kurze Einführung in die Thematik durch Regina Sperlich kann in der Folge nachgelesen werden:

 

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31
Mär
14

Der phonografische Markt in Japan, 1990-2013

Der weltweit zweitgrößte phonografische Markt bietet ein paradoxes Bild. Während in allen anderen Märkten die Digitalisierung voranschreitet, scheint sie in Japan am Rückzug zu sein. Diesen Schluss kann man zumindest nach der Lektüre des aktuellen Berichts der Recording Industry Association of Japan (RIAJ) ziehen. Während die digitalen Musikverkäufe 2012 noch einen Gesamtumsatz von ¥ 54 Mrd. (EUR 383 Mio.) generierten, so waren es 2013 nur mehr ¥ 41 Mrd. (EUR 290 Mio.), was einem Rückgang von 23 Prozent entspricht. Dafür verantwortlich war vor allem der Mobile-Musikmarkt, der um 56,7 Prozent von ¥ 34,8 Mrd. (EUR 246,5 Mio.) auf ¥ 15,1 Mrd. (EUR 107,0 Mio.) gegenüber dem Vorjahr eingebrochen ist. Noch dramatischer fällt der Vergleich mit dem Jahr 2008 aus, als die Umsätze mit Mobile-Musik noch bei ¥ 79,9 Mrd. (EUR 566,0 Mio.) lagen – der mehr als fünffache Wert als 2013. Es waren aber in erster Linie nicht die stark rückläufigen Umsätze mit Master- und Ringbacktones, die den Absturz verursachten, sondern die über Mobiltelefone durchgeführten Singletrack-Downloads. Während die Umsätze mit Klingelton-Verkäufen zwischen 2008 und 2013 um 75,9 Prozent oder ¥ 21,8 Mrd. (EUR 154,4 Mio.) zurückgegangen sind, so fiel der Rückgang bei Singletrack-Downloads mit 83,7 Prozent oder ¥ -39,9 Mrd. (EUR 282,6 Mio.) noch wesentlich stärker aus. Dabei gilt es allerdings zu berücksichtigen, dass die RIAJ Musik-Downloads mit Smartphones und Tablets nicht zum Mobile-Musiksegment rechnet, sondern zu Internet-Downloads. Diese sind auch über die Jahre hinweg stark angestiegen. So machten 2013 die Singletrack-Downloads übers Internet ¥ 14,8 Mrd. (EUR 104,8 Mio.) und die Alben-Downloads ¥ 6,9 Mrd. (EUR 48,9 Mio.) aus, was einem Zuwachs in beiden Segmenten von mehr als 150 Prozent gegenüber 2008 entspricht. Da das Internet-Downloadgeschäft aber bei weitem noch nicht das frühere Volumen mit Mobile-Musik erreicht hat, fallen die Gesamtumsätze aus digitalen Musikverkäufen insgesamt deutlich niedriger aus. Da der japanische Musik-Streamingmarkt zudem noch sehr unterentwickelt ist und Spotify wahrscheinlich erst dieses Jahr ein Angebot lancieren wird, können die Umsatzeinbußen im digitalen Musiksegment (noch) nicht kompensiert werden.
Da der Tonträgermarkt in Japan ebenfalls schrumpft, gehen die Gesamtumsätze am phonografischen Markt seit Jahren massiv zurück. Allerdings dürfen die Werte für den physischen und digitalen Markt nicht einfach addiert werden, weil die RIAJ nur in Yen bewertete Produktionszahlen für CDs, Vinyl-Schallplatten und andere physische Formate, aber keine Umsätze berichtet. Seit 2000 hat sich die in Yen gemessene Jahresproduktion an Tonträgern aber ziemlich genau halbiert.
Der japanische Musikmarkt weist also strukturelle Besonderheiten auf, die in der nachfolgenden Analyse noch genauer beleuchtet werden.

 

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26
Mär
14

5 Jahre Blog zur Musikwirtschaftsforschung – Zusammenfassung des Musikwirtschaft-Jour-fixe vom 20. März 2014

Foto Peter TschmuckAm 20. März 2014 wurde der Blog zur Musikwirtschaftsforschung 5 Jahre alt und das war Anlass genug, um in einem Musikwirtschafts-Jour-fixe dieses Jubiläum zu begehen. In einer kurzen Präsentation hat Peter Tschmuck ein Resümee über seine 5jährige Musikwirtschafts-Bloggerei gezogen. Vom 20. März 2009 bis zum 20. März 2014 hat er 238 Blogbeiträge gepostet, die 185.415 Mal angeklickt wurden. Am 29. Mai 2012 wurde der Blog mit 543 Visits am häufigsten besucht. Im Durchschnitt können täglich um die 120 Besuche verzeichnet werden. Aus 100 Ländern dieser Erde wurde auf den deutschsprachige Blog zugriffen. Am häufigsten von Deutschland aus mit 53.193 Visits, gefolgt von Österreich mit 21.544 Visits und der Schweiz. Zahlreiche Zugriffe gab es aber auch aus den US, Großbritannien, Spanien und Südkorea und vereinzelt wurde der Blog auch von Äthiopien, Guatemala, Myanmar und Neuseeland aus besucht. Die beliebtesten 5 Blogbeiträge waren:

  • Die Rezession in der Musikindustrie … 6.993 Klicks seit 25.09.2009
  • Woodstock: Mythos und historische Fakten. Eine Spurensuche von Sabine Nikolay … 2.631 Klicks seit 29.09.2009
  • Pro und Contra Musik-Flatrate … 2.395 Klicks seit 16.02.2010
  • Wiener Tage der Musikwirtschaftsforschung 2010 zum Musik-Filesharing und zur Musik-Flatrate … 2.196 Klicks seit 12.06.2010
  • 40 Jahre Woodstock – Wirtschaftsdebakel und Mythos … 2.039 Klicks seit 14.08.2009

 

Die thematische Spannbreite der Blogbeiträge reichte von A (Audiologos und A&R Management) über C (Crowdfunding und Cloud-Musik), F (Filesharing und Filmmusik), M (Michael Jackson und Mnozil Brass), R (Radiohead und rebeat), S (Schlager und Streaming) bis hin zu Y (YouTube) und Z (zeitgenössische Musik). Und viele weitre Themen werden im Laufe der Zeit dazukommen.

In der anschließenden Podiumsdiskussion (mit Manfred Lappé – Musikwirtschafts-Consultant, Sabine Nikolay – Ö1 Journalistin, Pinie Wang – Musikerin & Designerin und Robert Klembas – COO rebeat), die sich zu einem fundierten und sehr engagiert geführten Round-Table-Gespräch über die Entwicklungen der letzten und die kommenden 5 Jahre im Musikbusiness entwickelt hat, wurden folgenden Schlüsse gezogen:
Das geänderte Musikkonsumverhalten und das Aufkommen von Musikstreaming waren die prägendsten Veränderungen der letzten 5 Jahre, die auch die Rolle der Musikschaffenden völlig neu definiert hat
Die Individualisierung der Musikkonsums und Notwendigkeit für die Musikschaffenden, sich selbst zu vermarkten sind die Trends für die nächsten 5 Jahre. Dabei werden die Musikkonzerne weiterhin – wenn auch eine völlig neue – Rolle spielen und es kommt den Playern, die von außerhalb der Musikindustrie in diese vorgestoßen sind, noch mehr Relevanz zu. Und die CD wird nicht untergehen … worüber man aber trefflich streiten kann – was mit Sicherheit im Blog wie auch im Musikwirtschafts-Jour-fixe und im Rahmen der Vienna Music Business Research Days der Fall sein wird.

… und dann wurde noch ausgiebig gefeiert.

Foto alleFoto-Credits: Magdaléna Tschmuck

 

 

24
Mär
14

Der phonografische Markt in den USA, 2000-2013

Vor kurzem hat die Recording Industry Association of America (RIAA) die Umsatzzahlen (shipment figues) für das Jahr 2013 veröffentlicht. Die Umsätze mit digitalen Musikverkäufen sind zwischen 2012 und 2013 um 7,6 Prozent auf US$ 4,36 Mrd. gestiegen. Dennoch sind die Gesamtumsätze (digital & physisch) leicht um 0,3 Prozent von US$ 7,016 Mrd. auf US$ 6,996 Mrd. im Jahr 2013 gefallen. Das bedeutet, dass der Umsatzrückgang beim physischen Produkt (CD, Vinyl, DVD, SACD) von 12,3 Prozent oder US$ -325,7 Mio. nicht ganz durch den Zuwachs im Digitalsegment kompensiert werden konnte. Insgesamt machen die Umsätze mit digitalen Musikverkäufen 2013 bereits rund 64 Prozent vom Gesamtumsatz aus.

Der Treiber hinter dieser Entwicklung ist das boomende Streaming- und Subskriptionssegment, das im Vergleich zum Vorjahr um 39 Prozent auf US$ 1,4 Mrd. zugelegt hat. Gleichzeitig sind aber die Single-Track-Verkäufe um 3,3 Prozent oder US$ ‑54,6 Mio. zurückgegangen. Bei den digitalen Alben-Downloads konnte ein leichter Zuwachs von 2,4 Prozent oder US$ 28,7 Mio. verzeichnet werden. Insgesamt scheint es aber so zu sein, dass Streaming- und Subskriptionsangebote einen negativen Einfluss auf die Download-Verkäufe haben, auch dann, wenn Preissenkungen der großen Anbieter wie iTunes und Amazon berücksichtigt werden.

Die nachfolgende Detailanalyse zeigt nicht nur, wie sich in den USA der phonographische Markt in den letzten dreizehn Jahren digitalisiert hat, sondern auch wie sich das digitale Marktsegment seit 2005 grundlegend verändert hat.

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April 2014
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